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Der Israelit · 1923-05-03 · Heft 18 (3.5.1923) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 18 (3.5.1923)
Date
1923-05-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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r. mm?____ schaffe« Hr SBeiW 8er SWe Mk' uns ewig voranlenchten! Zionismus, Antisemitismus und »atiouatdeutsche Süden. Im überfüllten Saale der Frankfurt-Loge sprach am 33. April Herr Regierungsrat Hans Koslar auf Einladung der zionistischen Vereine «über Zionismus» Antisemitismus mrd nationaldeutsches Judentum. Der Redner verglich den Antisemitismus der Vorkriegszeit mit dem auf ganz anderer Grundlage gewachsenen Judenhaß der Neuzeit. Mit Erfolg wurde nachgewiesen, oaß die üblichen Abwehrmethoden, wie sie namentlich der Zentralverein anwendet, im Kampfe gegen die aus der Nachkriegspshchose geborenen Verirrungen völlig wertlos sind. Goslar sieht nur einen Ausweg, indem er von jeoem Juden fordert, daß er ein wahrer, guter Jude sei, bestrebt, ein.immer besserer zu werden. Durch sein Leben hat der Juoe zu beweisen, welche großen - Werte der einzelne wie das Gesamtjudentum der Menschheit noch zu bieten hat. Das fichrte dann zu einer Untersuchung der Entwicklung des Judentums in Deutschland seit Beginn der tÄnanzipationsbestrebuwgen, namentlich zu einer Krittk des jüdischen Liberalismus. In einem Vergleiche mit dem Dornröschen, das, in Schlaf gebannt, des erlösenden Prinzen wartet, wurde gezergt, wie im Golus bas Judentum nur durch unerschücterliches Festhalten an der väterlichen Tradition vor dem Untergange bewahrt werden konnte, und nur diese Treue hat im Ghetto bei äußerlich scheinbarer Erstarrung das jüdische Leben erhalten. Die Reform hat dies Leben zerstört. ..Pie und ihr Nachfolger, der Liberalismus von heute, dessen Subjektivismus eine stützende Schranke nach der anderen niederreißt, sind es, die den schweren «Vorwurf aus.sich geladen haben, daß .fte die Einheit des Judentums vernichtet haben. Sie tragen die Schuld, daß es zahlreiche, nach Ländern, Zeitaltern, jeweils der Umgebung angepahte, und niemals wirklich jüdische Judentümer gibt. Auch aus Seiten des Zionismus pflegt man die Orthodoxie nur zu gerne des „Separatismus" zu bezichtigen. Es berührt angenehm, auch einmal die wirkliche historische Wahrheit sestgestel.lt zu sehen. Mag auch dabei der Orthodoxie der Vorwurf geworden sein, sie habe sich zu sehr auf die Erhaltung ihrer Heiligtümer beschränkt, die Vertretung des Juventunis nach außen aber zu sehr vernachlässigt. Eine Erlösung aus den chaotischen Zuständen der Gegenwart erwartet der Redner nur vom Zionismus; er allein, meint, er, kann das Judentum innerlich er-' neuern und von seinen Feinden befreien. Wenn es gelingen wird, die dem jüdischen Volke seit der Zerstörung des Tempels nie gebotene Chance auszunützen, wenn erreicht wird, in Palästina durch harte, selbstlose, wahrlich nicht auf materiellen Gewinn gerichtete Arbeit ein aus sozialer Gerechtigkeit aufgebautes jüdisches Gemeinwesen zu errichten, in dem alle Ideale der Menschheit eine Zufluchtsstätte finden, wenn die Juden beweisen können, daß sie auch produktive Arbeit leisten — produktiv in dein Sinne des Wortes, den ihm der gewöhnliche handarbeitende Mensch unterlegt — dann wird auch der Antisemitismus wirksamer bekämpft, als es alle Abwehrvereine vermögen; denn daun wird den Wurzeln des Wehes und der Lügen der Nährboden entzogen, in dem diese Giftpflanzen heute nur zu gut gedeihen. Das zunr Gettngen dieser Arbeit erforderliche nationale Judentum kann nach, dem Redner freilich, anders als man es vbn zionistischer Seite wenigstens praktisch betätigt findet, nur das wirkliche, wahre Judentum fein; nicht nur Bekenntnis zum Volkstum, sondern auck Rücklehr zur Ueberlieferung, zur Thora. Diese beiden find, nicht nur theoretisch, unauflöslich mtteinanoer verbunden. Auch ein Propagandist der Aguda hätte diese Einheit von «Volk und Thora, und die Betonung der Notwendigkeit von deren praktischer Erfüllung nicht wärmer, hinreißender ausführen können. Nur schade, daß die angekündigte Diskussion, die wegen Behinderung des Redners möglichst kurz sein sollte, wohl auf wese Beschränkung hin ganz unterblieb. Zu gerne hätte man von dem Reoner sich den Widerspruch Mischen seiner Theorie und der Praxis der zionistischen Tättgkeit in Palästina erklären lassen. Man hörte ihn gerne von der ethischen Bedeutung der Schmtttah^Jnstitution sprechen; aber wie 'stehen denn die zionistischen Einrichtungen in Erez Jisroel dazu? Wie verteidigt er die schamlose Gabbatentweihung, wie die Verachtung der Speisegefetze — wir meinen nicht private Vorgänge, sondern die traurigen offiziellen Vorkommnisse — wie endlich ist es zu verstehen,. daß diese Thora, die allein das Judentum auch in Zukunft erhalten wird, in den offiziellen Schulen zerstört wird, daß sie selbst zum Objekt philologischer Konstruktionen wird und ihre Gebote mit Füßen getreten werden? Auf diese Fragen gab der Vortrag keine Antwort, konnte er keine geben, und man empfindet doppelt. schwer die ungeheure Verantwortung, die die zionistischen Führer auf sich laden, wenn man hier in Deutschland von einem von liberaler Seite herstammenden Reoner die von ehrlicher, innerer Ueberzeugung getragenen Ausführungen hörtz. Daß freilich sich solche Männer wie Goslar jemals im Zionismus durchsetzen, muß Er bazwatMk Brr Israelis, chtteruaLeud Es wird hier nochmals auf den Sonntag, den 6. Mai in den Räumen des Mekor Chajrm-Bereins, Langestr. 18, stattfindenden Eltern-Ausspracheabend der Csragruppe Frankfurt a. M. hrnzuweisen. Einleitendes Referat über das Thema: „Dieschulentwachsene Jugend". Beginn: anschließend an Maariv Bismanvh 9 Uhr pünktlich. herein Schsmer Wizws. Den Mitgliedern des Vereins wird hiermit bekanntgegeben, daß nächsten Sonntag mittag 6 Uhr im Hörsaale der Shnagoge Friedb. Anlage ein Borttag des Herrn Daran G. Posen zur Belehrung über einschlägige Dinim stattfindet. Der satzungsgemäße Schiur findet erstmalig SamSka«, 12. % 1 Uhr mittags im Hör-, saale statt unter Leitung des Herrn Leopold Oppenh e i m e r. Araukfurter Aü«filier auswärts. Die unter dieser Ueberschrift erschienene Notiz einer hiesigen Tageszeitung, m der gesagt wird, daß Herr Max Neumann, der Chordirigent der „Israel. Religionsgesellschast", Frankfurt für dauernd verlassen wird, um ein Engagement in der Schweiz anzunehme-r,. ist unrichttg und entbehrt jeder Grundlage. Richtig ist, daß die Shnagogengemeinde Baden in der Schweiz Herrn Nenmann aufgefordert hat, dort einen Shnagogenchor zu gründen und zu organisieren, welchem Rufe Herr Neumann bereits nachgekvmmen ist.- Außerdem wurde Herr Neumann für kommende Saison von einer Schweizer Konzertdirektivn als Dirigent für zwei nwderne Kammerorchesterkvnzerte in Zürich und Luzern verpflichtet. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag, nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4Vs Uhr, im Dereinslokale: „Mikro"; Herr Dr. Rothschild. Sonntag abend 8*4 Uhr, im Vereinslokale Langestraße 18, „Aus den Sefirohgebeten", Herr Red. S. S ch a ch n o w i tz (anschl. Maariwgebet). Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag nachm, eine Stunde vor Mtncho und Sonntag früh 9*4 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag nachm, eine Stunde vor Mincho: „Mischnah"; Herr Rektor Falk. Jahrzeitstiftungslernen. Dienstag: Oberkantor Julius Friesländer/ Freitag: Dr. Israel Roos. Jeden Morgen nach Schul, Mischna (Mitgliederlernen) bez. Dinim (Herr Rektor Falk). Jeden abend 8% Uhr: Schatz-Lernen; Herr H. Halpern. Agnvas Jisroel -- Jugendgruppe. Freitag vorm, sowie jeden .Wochentagsmorgen 347—V28 Uhr: „Gemoro Sanhedrin"; HerrDr. C h r m a n n. Samstag vorm. ValO Uhr: Gemoro Schiur der Ortsgruppe „Menochoth"; Herr Dr. Ehrmann. — 3/4IO—11 Uhr: Gemoro Sukkoth;- Herr Dr. Posen, Tiergarten 42. — V2IIUhr: „T'nach"; Herr Dr. W. Hosmann, Eschersheimer Anl. 1. — 13—1 Uhr: Gemoro Mochim; Herr Halpern. — 12—1 Thauro mir Raschi; Herr Lehrer Hirschberg. — nachm. 1 Uhr: Minchoh-Oren. — 2—4 Uhr: Chumisch mit, Raschi; Herr No a ck. — 3,43—4 Uhr: Gemoro Psochim; Herr Dr. Rothschild. — 4—5Uhr: Chase Odom; Herr Noack. — 4—5 Uhr: Geinoro Moed Koton; Herr Dr. W. Hofmann. — 5 Uhr: Minchoh-Oren. — V2 Stunde vor Nacht: „Pirkei Owoth"; Herr Dr. Ehr mann. Svnntag vorm. 7—8 Uhr: Mischnajoth Sukkoh; Herr Dr. Rothschild. — 8—9 Uhr: Chumisch mit Raschi; Herr Leop. Oppenheimer. — abends Vs Stunde: Sefiroh-Lernen; Herr Rachelsohn. Montag abends Vs Stunde vor Nacht: Sefiroh- Lernen; Herr Gerson Schn erb. — 9—10 Uhr: Mischnajoth; Herr Herm., Hirschberg. Dienstagabends V2 Stunde vor Nacht: Sefiroh- Lernen; Herr Dr. W. Hofmann. — 9—10 Uhr: Gemoro Moed Koton; Herr Dr. W. Hofmann. — 9—10 Uhr: Dinim für Anfänger; Herr Ludw. Frank. Mittwochabends Vs Stunde vor Nacht: Sefiroh- Lernen; Herr Leop. Oppenheimer. — 349—10Uhr: Gemoro Psochim; HerrDr. Rothschild. - 9-10 Uhr: Bürostunde. - 349-3410 Uhr: Bücherausgabe. Donnerstag abends Vs Stunde vor Nacht: Sefiroh-Lernen; Herr Dr. Ehr man n. — > 9—10 Uhr: Mischnajolh; Herr Herm. Hirschberg. — 9—10 Uhr: 19 Briefe von Hirsch; Herr Dr. Ehrmann. Agnvas Jisroel - Mädchongruppe. S««Stag vorm. V»12—V»1 Uhv: „MtDÖm": H««r Louis Kahn. — «achm. 4—» Mo: Dhmmw; tzom Ich»« HirschberU. sw. 1» Setze 7 NonIaHbendS 9—lOMr^Newijim; Herr G. Unna, Kl. Obermainstr. >30. Dienstag abends 9—10 Uhr: Dinim; Herr Dr. Weg er. Mittwoch abends VsO-VsIO Uhr: Lese-, und Aussprache-Abend; Frau Oberlehrer Munk. — 349—3410 Uhr: Bücherausgabe Leerbachste. 4. — 9—10 Uhr: Bürostunde. Donnerstag abends 9—10 Uhr: 19 «riefe tz»n Hirsch; Herr Dr. Ehrmann. Zerre Emunc Jisroel, Rechneigrabenstr. S. Mont«91/28-1/29 Uhr abends ^ab». yJcittlüöCy ,, f, n »t? SORefttY Samstag 4—5 Uhr nachm. J «sew» . Donnerstag 8—10 Uhr abends: d’nuj Heer A. Landau. Bei der letzten Generalversammlung dvr Zerre Emune Jisroel wurden die Herren Bornstein, Burstin, Grüngras, Sachs, Neugebauer, Kraushaar .Sntz Rosenfrucht zum Vorstand gewählt. Zu „Merkas" wurden die Herren Bornstetn un» (Partei fnrihtfprf Verein [n Samstag nachm, nach „Mincha", im Friedb. Anlage; Herr Prof. Dr. SulzVach. Beshamidrasch, Dstendstraße 18. Samstag 1 Stunde vor Nacht: Vortrag brS Heorn B. Rachelsohn. Sonntag dorm, von 8—V2IO Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von V29—10 Uhr: „Gemoro" xcp «aa; Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen nnso und »n« 'n: Herr Rosenzweig. ' v'V-Berein. Alltäglich von Svnntag bis Donneostag abends Vs7 Uhr: rrov 'co- und «amsla» 4 Uhr nachm.; Herr Rabbiner V. Weder. Talmnd-Thora-Berein. Vereinslokal: Hörsaal Gemeinde- Synagoge Börneplatz. Samstag, 11—12 Uhr: „Schulchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 3»4 Uhr: „Raschr" zmn Wochenabschn.; Herr Rabb.-Ass. Lipinsktz. »4 Stunde vor Nacht: „Mikw"; Herr S. Unna. Sonntag, vorm. 9 Uhr: „Schulchan Aruch"; Horr Rabb.-Ass. Lipinsky. — 9Vs Uh», ebenso Donnerstag, 8V2 Uhr abends: „Gemoro"; Herr - , S. Unna. Montag, 6Va Uhr abends: „Efir Jakauw"; Herr S. Unna. Dienstag, % Stunden vor Nacht: „Nwiün"; Herr S. Unna. Mittwoch, 6V1 Uhr abends: „MsilaS Jsfchorim"; Herr Dr. Braun. Bon Sonntag bis Freitag einschl. vorm, nach Schul: „Mischna"; Herr Oberkantor E. Groß, bezw. „Schulchan Aruch"; Herr S. Un«a. Jeden Abend 34 Stunden vor Nacht: „Pirkei Ow»«s"; Herr Dr. Braun. Schiur für Damen. Mittwoch, f*4 Uhr abends: „Dinim"; Herr S. Unna. Schiurim in der Shnagoge HermeSwea. Bon Montag bis Freitag vorm, nach Schm: „Mischna"; Herr Herm. Hirschberg bezw. „Schulchan Aruch"; Herr Emil Gottlivb. Schiurim in der Shnagoge Unterlindau. Samstag, »4 Stunden vor Nacht: „Raschi zum Wochenabschnitt"; »Herr Dr. Hctz. Speyer. Jeden Abend 3/4 Stunden vor Nacht: „Gemoro". HeSetzeile«. "ivrr N2V. Freitag abend 7.16. SamStsg morgen 8.— Samstag abend 8.49 WochkngotteSdienst: MorgrnL 6.15. Nachm. 7.— T<filltn-Lrgen am Morgen 3.30. £ SS ist Ehrenpflicht £ ■ jed eS | ehemaligen jüdischen Frontsoldaten, £ in unseren Reihen organisiert zu sei». | eldungen sind zu richten an unsere Ortsgruppen und an den Aeichsbund Wischer Frontsoldaten, Berlin <L 2, Burgstraße 26 L »»» »»»

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