Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1923-05-03 · Heft 18 (3.5.1923) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 18 (3.5.1923)
Date
1923-05-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450238-2450254--70493-2527760
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«et** 6 srr. is. Nrrtirsttrrrr. ein Ms))08pwreß. Jerufatem, 8- Avrü. Zu dem Streite, der zwischen dem native nalrn „Waad hair" und dem orthodoxen „Waad dor Aschkenasim" in Sachen der Mazzosteuer ausgebrochen ist und. der nun auf Betreiben des ersteren vor den weltlichen Gerichten zum Austrag gelangen wird, gibt der „Kol Jisroel" folgende zusammenfassende Darstellung:. Sobald dem „Waad der Aschkenasim" bekannt wurde, daß sich der „Waad hair" auch dieses Jahr um die Konzession zur Besteuerung des Mozzokonsums bemühte, wandte sich elfterer sofort mit einer Eingabe an den Oberkommissar, in der unter Klärung der Sachlage die Ungerechtigkeit dieser allgemeinen zwangsweisen Besteuerung nachgewiesen und für den Fall, daß sie dermoch durchginge, gebeten wurde, die Mitglieder der orthodoxen Gemeinde,' die sich dem „Waad hair" nicht unterwerfen, von der Mazzosteuer zu befreien. Der Oberkommissar erwiderte schriftlich, daß das Gesetz bereits genehmigt und unabänderlich sei, daß er aber den Anspruch der Orthodoxen auf Befreiung .anerkenne und 'in diesem Sänne das „Waad hair" auch informiert hätte. Gestützt auf dieses Schreiben wurde vom Komitee der Aschkenasim mit der Herstellung der Mazzo begonnen. Da sich dabei ergab, daß auch Mitglieder des „Waad hair", die diesem steuerpflichtig waren, bei den Orthodoxen buken oder kauften, andererseits aber orthodoxe Aschkenasim aus örtlichen Gründen gezwungen waren, beim ,,Waad hair" ihren Bedarf zu deckerr, so war man auf orthodoxer Seite gewillt, Verhandlungen mit dem „Wlaad hair" zum Zwecke des Steuerausgleichs einzuleiten. Sie führten auch anfänglich zu einem guten Resultate und die Sache schien dadurch gelöst, daß an beiden Backstellen ein eigens dazu angestellter Beamter die Kunden nach ihrer Steuerzugehörigkeit feststellte. Aber schon Dags darauf brach der „Waad hair" das Abkommen und suchte ohne weitere Verhandlungen das Backhaus des „Waad hoaschkenasim" mit. Staatsgewalt zu schließen, was ihm aber nicht gelang. Nun ist die Sache bei den Gerichten anhängig, die darüber zu befinden haben werden, ob man von den Orthodoxen verlangen kann, daß sie bei der .Erfüllung eines Thoragebotes zu Unternehmungen beisteuern sollen, die von antireligiösen Elementen in unjüdifcher Weise geleitet werden. Personalien. R«bbi Leb Rubmstein Pretzdurg, 2S. April. Die Preßburger jüdische Gemeinde und mit ihr das Judentum des ganzen Landes hat einen schweren Verlust erlitten. Rabbi Leb Rubinstein ist im Alter von 69 Jahren aus ihrer Mitte gerissen worden. Weit über die Grenzen unseres Landes hinaus Ivar der Name dieses großen Mannes bekannt. Ein pnx in des Wortes edelster Bedeutung, ein 7'd^ji »on von alljüdischer Weise und Tiefe, ein von vn von unbeugsamer Geradheit, ein D'DP ni' von grenzenloser Bescheidenheit und ein rvno bvo reinster Erlesenheit ist mit ihm aus dem irdischen Leben geschieden. Rabbi Leb Rubinstein war eine ganze und vollendete Persönlichkeit echten Altpreßburger Stils. Er entstammt einer altehrwürdigen Rabbinerfamilie. Schon in seiner Jugend zeichnete er sich durch seltene Begabung, eisernen Fleiß und großes Wissen auf allen Gebieten jüdischer Forschung aus. Er war Schüler des p'ir» anno und des ösip und wandelte in den Fußtapfen seiner Lehrer. Er heiratete die Tochter des in weitesten ^kreisen verehrten Rabbi Jakow Leb Straffer, Schwiegersohnes des Wt ibw 2vo, mit der er in mustergültiger glücklicher Ehe lebte. Als junger Mann schon leitete er eine eigene kleine .72'p'und lernte mit seinen Schülern mit unermüdlichem Ueiße. Er wurde bald Repräsentant der Gemeinde und trug einen vielbesuchten 7W'1? für Kaufleute vor. Vom Jahre 5663 an war «r Vortragender 21 ües min ’2mx - Vereines. Im Jahre 5666 begann er auf der ,72'2" den Nebenschiur vorzutragen Nach dem Hinscheiden des Rabbi Leb -Friedmann t'xt trug er den mv vor bis an sein Lebensend». Jnr Jahre 5667 wurde er zum j'N der Gemeinde gewählt, in welchem Amte er sich droK sM» &wfnrtglw> und lUen-würbii Der, Israelis ßeS Wesen die Zuneigung aller erwarb, die mit ihtn rn Berührung kamen. Während der 45 Jahre, die er in Preßbnrg wohnte, übte er wett über seine Kräfte Wohltaten gegen Arine und unterstützte, wo er es nur vermochte, bedürftige o'oon >va^n. Seine vornehmliche Sorge galt dem Wohlergehen seiner Talmidim auf der Jeschiwoh, die er förderte und zu fleißigem Studium aneiserte. Den allgemeinen Verhältnissen des Judentums wandte er reges Interesse zu und als wahrer Nachfahre des 7OD onn 7“:« war er stets auf der Wacht, so oft „Neuerer" rn die Schutzmauer des Judentums eine Bresche reißen wollten. Vor einigen Jahren veröffentlichte er sein nun' iip das durch seine Gediegenheit die größte Beachtung fand. Es enthält in b.n- $jauptjactje D’tsn'Vn äu ,v2K 'dd, vereinigt aber in sich außerdem eine Auswahl von nw77 und sonstiger hervorragender D'NN'N aus verschiedenen Anlässen. Die ''ib fand Freitag nachmittag 2 Uhr statt. Soweit dies bei der Kürze der Ze^t und wegen des herannahenden p-*v möglich war," waren nicht nur die Einwohner Preßburgs, sondern auch aus der Umgebung der Staat Tausende herbeigeeilt, um dem Rabbi die letzte Ehre zu erweisen. Talmioim der .72'«" lernten die ganze Nacht und trugen auch die ntso bis zum 72p. Aus dem D"nn n'2 sprach zunächst Rabbi Sch. -Donath namens der p"rs einige Worte der Trauer. Herr Oberrabbiner Schreiber und Rabbi David Wessely gäben sooann in ergreifenden »'722,7 unter Würdigung der reichen Verdienste des Verblichenen dem Schmerze der Gemeinde beredten Ausdruck und richteten Trostworte an seine Hinterbliebenen würdigen Kinder. n'-25»r Stupava, 20. Slpril. Aus Anlaß der 25. Jahreswende der Amtstätigkeit unseres Ehrw. Oberrabbiners Herrn Moritz Herzog, wurde am 2. Tag Pessach in unserer Gemeinde ein schönes Jubiläumsfest veranstaltet. Der Jubilar wurde von seiner Wohnung abgeholt und in den Tempel geführt. Nachdem ein gut zusammengestellter Chor einen Psalm gesungen hatte, wurden an den Jubilar Begrüßungsansprachen gerichtet. Zuerst im 'Namen der Gemeinde. Dann sprachen seitens der Chewra Kadischa Herr Max - Schröffl, des Armenunterstützungsvereines Herr Moritz PoUacsek, der Jugend Herr Sandor Kugler, der Schüler Paul Mittler und im Namen des Frauenvereines Herr Dr. Max Hübsch. Hierauf dankte der Jubilar in einer längeren schönen Ansprache. Mit der Rezitierung des Adon-Olom-Gebetes nahm das Fest sein Ende? Dem Jubilar wurden von der Kultusgemeinde und der Jugend wertvolle Geschenke aus diesem Lin lasse überreicht. mt9t.*cjaMw.tan arj. »g&cyy.yxn» i»»»——mmw«—■w—wucaa» Frankfurter Berichte. Dr. I. Kracaner Im Alter von 7l Jahren verstarb der als jüdischer Historiker weit über die Grenzen Frankfurts hinarrs bekannte Prof. Dr. I.,Kracauer. Kracauers Spezialgebiet war die Geschichte der alten Frankfurter jüdischen Gemeinde. Sein vollendetes Hauptwerk „Die Geschichte der Frankfurter Juden von ihrer ersten Niederlassung an bis 1824", dem in Fachkreisen wie bei allen Freunden des jüdischen Altfranksnrt beste Aufnahme gesichert ist, erscheint jetzr im Aufträge der Frankfurter Jüdischen Gemeinde. Seine Abhandlungen in verschiedenen Zeitschriften über das .Frankfurter Ghetto sind unzählbar. Aküma PoMchttb n"V Von der Jüdischen Frauenvere inig u n g werden wir gebeten, folgenden Worten des ehrenden Gedenkens für Frau Blüma Rothschild Raum zu geben: Frau Blitrna Rothschild war eines unserer eifrigsten und tättgsten Mitglieder, eine MiLarbeiterin, hiermit Herz und Hand und mit ganzer Seele stets bei der Sache war. Ihr ganzes Wesen war von Jugend auf bis ins Greisenalter, bis zu. den letzten Wochen, da die Kräfte versagten und schwere Krankheit ihren Schaffensdrang lähmte, derart auf Liebe und Wohltun eingestellt, daß sie auch die schloierigsten an jie herantretenden Pflichten als eine Wonne empfand und spielend erfüllte. Ihre unermüdliche, aufopferungsvolle Arbeit in dem von der Frauen- *sm»anHHtfHiätttfMa»»tinaBHBMas&aaasnaEa»»M»»aHB»»a 7‘i, uhr. Schumann-Theater? u»r. Das wunderbare Mai-Spezialitäten-Programm Jeden Sonnu. Feiertag 3 Uhr: Grosse Familien, vorstellan — Kleine Preise. — Ganzes Programm. t uh"g Groß-Frankfurt Ä? Weinklause IZ M aiprog ramm. Tanznalais MaHeh auß. Mont. n. Feiertag geöffnet. “ Pa laiaorchester n. Leitung von Helmuth Seraphini. —Einlass 7‘/s Uhr. — Abendanzug erbeten. Wiener Kaffee Täglich Nachmittag- und Abend- »v »euer xvancc Kn„rftrt _ Ajgvue Konditorei. _ 8, Mi 19S8 Vereinigung geschaffenen Kleiderdepot zur Lindemng von bitterer Not, zur Bekleidung von . Nackten und im Interesse der armen Bruder in den von Krieg und Progrom heimgesuchten Ostländern wird allen, die in den letzten Jahren des Weltenelends Gelegenheit hatten, Frau Blüma Rothschild in ihrem Lebenswerke zu beobachten,' ew'ig unvergeßlich bleiben. Wenn heute Viele um diese herrliche Frau; trauern, so verlieren wir in der Jüdischen Frauenver-' einigung in ihr unserer Besten eine. Wir werden Trost suchen im Bestreben, ihirem Beispiele nachzueifern und im Sinne und Geiste der Verewigten nach gäbe unserer Kräfte immer neue Liebeswerke zu ineemaril [Zeit 80 Tef.Hu»» 88781 Wocheiibettausstattung j jKitiderschwämmej j i!Apotheker Schneemann.;; MMMMKllkll empfiehlt 'sich für erstklafflse Maßarbeit sowie Schuhbesohlllng in feinster Ausfüürung. krukf.a.A.,Rechneigrabenstr.1S . Samstags geschlossen. Herren! Für rel. Damen mit großen Mitgisten» Herren in guter Existenz gesucht. Anfragen nur mit Rückporto an Erich Heu, Berlln-Panhow, Mühlenstr. 44. Schadchen. . Eiugeführt in allen Kreisen, »iele pers. Aufträge, streng reelle u. diskrete Tätigkeit. Viele Erfolge, grckße u. klein. Vermögen. Bitte Rückporto beifügen. Simon D »rischer, Karlsruhe in Baden. Georg Friedrichstraße 4. EINHEIRAT. in gutgehendes Geschäft sucht junger, intellig. Kaufmann von vornehmer, repräsentabler Erscheinung u. vorzügl. Charakt.- Eigenschaft. In Betracht kommt gesundes, hübsches Fräul ein von 18—26 Jahren mit tadellos. Vorleben, Herzensu. Geistesbildg., häuslichen Vorzügen u. aus gutjüdischem Hause. Angeb., die diskr. behänd, werden, erbeten unt. 10263 an die Exp. ds. Bl. W i t w e, 43 Jahre, kinderlos, aus gut. jtid. Familie, schöne Wohnungseinricht., Aussteuer, 1 Million bar, sucht pass., so!. Lebensgefährten in gesichert. Position. Off. u.S.O.K.217 an Rud.Mosse, Berlin, Wienerstr. 1/6. Suche für meine Tochter, 25 Jahre alt, jünger aussehend, schlanke, hübsche Erscheinung, au» erstklassiger religiöser Familie, in Litauen geboren, hier erzogen, sehr tüchtig, mit Aussteuer »nd Mitgift von 6 bis 7 Millionen oriii. £eoensQeroor(en. (Evtl. Einheirat, mögl. Großstadt Mttteldschl.) Off.u.10S24a.d. Exp. Junger Mann, Rohproduktenfachmann, sucht auf diesem Wege die Bekanntschaft ein. hübsch.jg. Dame. Off. unt.10305 an die Exp. ds. Bl. Ohne Bild und anonym zwecklos. Heirat. Für meine Stütze (Waise aus br. g. Bayc. F.) mit guter Aussteuer und etwas Vermögen, Heirat (Witwer) gesucht. Off. unter F. T. 1257 A an Ala- Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. 8302 Suche für meine Schwägerin, passende Partie. Selb, ist Anfang SO, bedeutend jünger aussehend, hübsches tntell. Mädel. Neben größter Geschäftstüchtigkeit viel Sinn für Häuslichkeit. Da selbige sehr kinderlieb und ideal auch f. Witwer. Wäscheausstatt. 2 compl.Zimmer, sowie 1 Million in bar. Augeb. auch von Ausländern erbitte ». 10299 a. d. Exp. ds. Bl. Hannover. Alleinsteh. Kriegerwwe., religiös, arbeitsfr., sparsam m. sch. Heim in Hannover, möchte sich wieder verheiraten. Off. unt. E. D. 14214 an Budolf Mosse, Hannor., Georgstraße 22 Keiratsgefuch. Ich suche für meine Tochter, hübsches gebildetes Mädchen, tüchtig im Haushalt, 28 Jahre alt, aus angesehner, religiöser Kamille, Lebensgeschrten in guter Position und gleicher religiöser Richtung. Mitgift 2» Millionen Mark, Ausstattung und neuer Möbeleinrichtuug. Gest. Dfferten unter 10316 an die Exped. dies. Bl. HEIRAT. Für eine fesche Rheinländerin, edlen, heiteren Charakters, sehr häuslich, kaufmännisch gebildet, wird Passende Partie gesucht. Mitgift- 8 Millionen Mk., sehr gediegene'Friedensausstattung. Orthodox gesinnte Herrn, die ein wirklich ideales Heim gründen möchten, auch wenn auf kleineren Plätzen wohnend, mögen sich unt. 10312 an die Exp. d. Bl. wenden. Ostjüdin -r Ausland* Selbständ. Kaufmann, (Etsen, Metalle) mit gutgehendem Geschäft, 28 I., gebildet (Abitur), Deutscher, ostjüdischer Herkunft, der nach dem (westlichen) Ausland überstdeln will, wünsch^ die Bekanntschüft eine» hübschen, religiösen Mädchens, vis zu 38 8-, oMd Herkunft, zwecks Heirat. Bedingung: Entsprech. Bildung Vermögen erwünscht.. Solche Damen, die im Ausland »ohnerv bezw. Verwandte dort haben, bevorzugt. Dt-krett-u zuaeficherl u. verlangt. Offert. (Bild erw.) unt. io**7 an die «vp.b-. Bl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.