Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1923)
- Date
- 1923-04-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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GEfeiie 8. Rr.? Mett wird auf Wunsch der Grupssenverband nach Maßgabe seiner Mittel beisteuern. 3. Sofort nach Einziehung der Beiträge ist ein Mitgliederverzeichnis, enthaltend Namen, Wöh-nnngsangabe und gezahlten Beitrag jedes Mitglieds, nach Halberl'tadt zu schicken, damit daselbst schnellstens die Verteilung der Abgeordneten auf die einzelnen Ortsgruppen errechnet lverden kann. (§ 7 der Wahlordnung lt. Blätter Nr. 5.) 4. Diejenigen männlichen Mitglieder von .Zugendgruppen, die nicht ohnehin auch der Ortsgruppe angehören, erwerben das Recht zur Wahl durch Zahlung einer Kopfsteuer von 1000 Mark und wählen zusammen mit den Mitglieder:: der Ortsgruppe. - 5. Ueber die Art der Ausstellung der Wählerlisten folgt Nachricht später. Grrrppenverbander Agudas Aisroel. in Deutschland. Gin Brief des Ghofez Ghajim (Rabbi Israel Meier Hakohen) Mitglied des rabbinischen Rates der Agudas Zisroel an die jüdische Jugend Nenschlands. (Aus dem Hebräischen übersetzt. Vgl. „Fefchnrnn" l/il.) Mein Herz jubelt, da ich sehe, daß in Deutschland das Lhvrauben wieder ausbtuht wie einst, da Deutschland SrLrte des Thorawisiens war. Der Schristvers sagt: „Und dein Volk, sie alle sind Gerechte." Der Sinn des Verses ist: Vor der messianischen Zeit wird sich der deutliche Unterschied zeigen zwischen der Gesamtheit des Volkes Israel, aur welche gesagt ist: „Der Anteil Gottes ist sein Volk" und jenen anderen, die sich vom Wege der Wahrheit trennen. Aus sie sagt der Vers: „und ich werde von euch auslesen, die sich gegen mich empören und gegen mich freveln." Der Vers sagt nun „dein Volk". Hiermit sind diejenigen gemeint, welche zum Volke gehören, d. h. wer zur Rechten unseres Gesetzes steht (Tefillin legt, den Sabbat nach Vorschrift hält, täglich betet und wie seit altersher auf dem Wege der Thora wanoelt). Er wird zur höheren Welt gerechnet, zu den Gerechtem „Sie werden für immer, Anteil haben am Lande." Hiermit ist das überirdische Land, das des wahren Lebens gemeint, sie alle werden sich dessen in Ewigtett freuen. Aber auch hierbei gibt es Unterschiede., Manche gehören zu d.em „Reis der gött- ' ttchen' Pflanzung", denn „ein Weinberg Gottes ist das Haus Israel" und ein jeder von ihnen ist ein Zweig der göttlichen Pflanzung. Manche gehören aber zu denen, von denen es heißt: „seiner Hänoe Werk, daß er sich, dessen rühme." Dann — wenn man sich so ausdrücken dürfte — könnte man sagen, daß sich Gott ihrer in der überirdischen Welt rühmt: . sehet das Geschöpf, das ich geschaffen habe. Das sind die Menschen, welche sich beim Thora-! lernen abmühen; aus sie sagt R. Meir (Ber. 18): ' Heil dem, der groß wird in der Thora und sich ab-! müht beim Thoralernen und seinem Schöpfer Be- ' srieöigung gewährt; denn das ist eine unvergleichliche - Befriedigung, sich ihrer rühmen zu können. Wisset, ineine Freunde! Wohl ist die Heiligkeit ' aller göttlichen Gebote sehr groß und der Mensch kann sich durch sie heiligen, so wie der Schristvers . sagt: „damit ihr gedenket und ausübet alle meine ' Gebote und heilig werdet eurem Gotte," aber der eigentliche Zweck des Menschen im irdischen Leben : ist, daß er seinen Anteil an der Thora erreiche, nach ' dem Ausspruch R. Jochanans b. Sakkai: „Wenn du viel Thora aelernt hast, so rechne es dir nicht als besonderes Verdienst, denn hierzu bist du geschaffen." So sagt auch der Vers: „Ein Leuchter . ist das Gebot, aber die Thora ein Licht." Das Gebot ist mit dem Leuchter verglichen, die Thora aber mit dem Lichte selbst. Wisset, meine Freunde! Diejenigen, welche sich beim Tyoralernenabmühcn, haben — abgesehen von ihrem Verdienst um die Thora — noch ein sehr großes Verdienst: sie stärken hierdurch den Gottesglauben in der Welt. Denn da, wo man nicht tief in die Thora eindringt, wird sie allmählich ganz aufhörcn und dann wird die Gottesleugnung vermehrt. Dann spricht man: „Gott sieht uns nicht, Gott hat das Land verlassen." . Und im Laufe der Zeit geht es werter von Sturz zu Sturz, und man kommt zur völligen Leugnung Gottes, nach dem Worte des Schriftverses: „Hütet euch, daß euer Herz nicht betört werde und ihr abweichet und fremden Göttern dienet." , Rascht erklärt hierzu: „und ihr abweichet von der; Thora und hierdurch dienet fremden Göttern, denn; dadurch, daß der Mensch sich von der Thora trennt, geht er weiter und hangt dem Götzendienst an." Und deshalb, Ihr rnerne Kr«tznds, machst Tuch ’ »Blätter* stark in der Thora, werdet zu Helden, daß Ihr zu den Ersten im Reiche gehöret. Wenn die göttliche Herrlichkeit in seinem Reiche, in der Welt, sich offenbart, dann wird — wenn man sich so ausdrücken dürste — Er gewissermaßen in Seinem großen Lehrhause in Jerusalem fitzen, und alle Gerechten der Welt sitzen vor ihm und einem jeden verleiht man ein Strahlen des Antlitzes nach Maßgabe der Thora, die er besitzt. Mancher gleicht dem Lichte der Sterne, wie es heißt: „und die, welche die Vielen zur Gerechttgkeit führen, werden sein wie die Sterne. Manche gleichen dem Lichte des Mondes usw." Es bemerkt der Talmud zu dem Verse: „Und wieder werdet ihr (den Unterschied) sehen . . . zwischen dem, der Gott dient und dem, der ihm nicht gedient hat" das wird selbst auf zwei Gerechte angewandt, von denen aber der eine ihm mehr gedient hat, wenn er z. B. seinen Abschnitt 101 mal gelernt hat, während der andere es nur 100 mal tat. Obwohl diesem nur ein einziges Mal fehlt, so ist doch ein Unterschied zu erkennen im Strahlen des Antlitzes. Selbstverständlich wird der große Unterschied zu erkennen sein zwischen dem, der mit vielen Traktaten oder mit einer ganzen Ordnung O"®) vertraut ist und dem, der nur eine oberflächliche Kenntnis in einem- Traktat oder einer Vorschrift besitzt. In Wahrheit ist jeder verpflichtet, sich beim Thoralernen zu bemühen, je nach seiner Begabung, die Gott ihm verliehen hat. Und wer größere Begabung hat und könnte ein wahrhaft Großer in der Thora sein, ist aber zu lässig hierzu, der muß sich dafür vor Gott rechtfertigen. Wir alle bitten: „Gib uns unseren Anteil an deiner Lehre." In vielen heiligen Büchern, besonders im heiligen ^oharbuche, wird ausgeführt: Als Israel am Sinai stand, waren dort alle Seelen anwesend, und Gott gab einer jeden ihren besonderen Anteil an der Lehre, und ein jeder kann diesen seinen Anteil erlangen, wenn er nur nicht zu lässig ist, sich darum zu bemühen. Unsere Weisen s. A. haben uns die Regel überliefert: (Wenn jemand sagt) „ich habe mich bemüht, aber nicht gefunden," so glaube es nicht." Deshalb ist es richtig, ja Pflicht, daß jeder von euch in seiner Jugend einige Jahre der Thora weihe, denn das wird ihm eine Grundlage für fein ganzes Leben sein. Sprechen wir doch täglich: „Und erleuchte unsere Augen durch deine Lehre — damit wir nicht für immer und ewig beschämt werden." Denn wem Gott geraden Verstand verlieh, daß er viele Traktate, vielleicht den ganzen Talmud, hätte lernen körmen, er aber war hierzu zu nachlässig in dieser Welt, da der böse Trieb ihn überredete, er genüge schon damit seiner Pflicht, ein guter Jehudi zu sein, daß er nur etwas oberflächliches Wissen besitzt, dieser wird hierdurch große Schande haben. Und diese Schande wird nicht ein oder zwei oder mehrere Jahre währen, sondern immer. Das ist es, wenn wir sagen, „lasse uns nicht für immer und ewig beschämt werden." Deshalb, meine Freunde, bemühet Euch beim Thoralernen. Der Allgütige gebe Eurem Studium Erfolg, daß Ihr zum Ruhme und zur Zierde in dieser Welt in Deutschland werdet, besonders aber in der künfttgen Welt vor dem Heiligen, — gelobt sei Er. Möge an Euch "sich das Schrifttvort erfüllen: „Und ihr seid stark, eure Hände mögen nicht ernratten, denn es gibt einen Lohn für euer Tun." Israel Meir Hakohen aus Radin. Aufgaben ber Agudas Zisroel in Grez Zisroel (Spezialbericht aus Palästina für die Agudablätter.) (Schluß). Ter Zustrom des jüdischen Elementes nach Erez Zsroel ist unaufhaltsam drrrch das von Gott ^beschlossene Schicksal unseres Volkes im Sturm der weltgeschichtlichen Ereignisse unabwendbar bestimmt, und dies drückt auch der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes unserer Väter den Stempel auf. Wenn man Erez Zsroel nicht zum Massengrabe verhungerter und verkommener jüdischer Kinder machen will, müssen .Existenzmöglichkeiten hier geschaffen werden, Möglichkeiten des Broterwerbs, um den Vertriebenen, Verfolgten und vom Schicksal Gepeitschten einen Platz zu sichern, wo sie ihr Haupt nach so vielen Bitternissen, verarmt und verwaist, endlich ruhig hinlegen können; so erwächst nun die immense Pflicht und Aufgabe aller Juden, die mit Herz und Seele an unserer heiligen Emunah, an unserer Thora hakdoschah Längen, die mit vollem göttlichen Vertrauen auf die Bestimmung unseres' Volkes Hinblicken,Erez Zsroel, den Makoin peletah der gehetzten und gepeitscht iS April iE ten jüdischen Brüder zu einem Makom hakodesch zu machen, der jedem Arbeit suchenden, - Arbeit - findenden Jehudi in Erez Zsroel auch die Gelegenheit, die Möglichkeit bietet, im Sinne und Geiste unserer heiligen Thoras Mjoscheh misinaj zu leben. Tier verzweifelte, ' fast leidenschaftlich-wilde Kampf von Tausenden jüdischer Kinder um das tägliche Brot, um eine ehrliche Existenz bringt leider viele von dem Wege ab, der zur Erhaltung, zur. Erweckung des' jüdischen Gedankens' führt und das' ist hier in Erez Zsroel viel trauriger, von weit katastrophaleren Folgen begleitet, als in Chuz Laarez. Viel jüdische Familienväter und junge Leute, die von der Aguda ausgerüstet und mit Geldmitteln versehen nach Erez Zsroel kamen, mußten, da man ihnen hier keine weitere Arbeitsgelegenheit bieten konnte, bei Institutionen und Kewuzoth des -anderen Lagers Schutz und Unterstützung .suchen und find dem Geiste der Aguda, dem Geiste des gesetzestreuen Judentums entfremdet worden; sv erging es auch vielen Hunderten, die frommen glaubenstreuen Familien entstammen, aus glaubenstreuer Sphäre mit den besten Vorsätzen nach Erez Israel kamen. Ausgeflvgene, verirrte Vögel können niemals mit schönen, noch so wahren Worten an einem Ort gesammelt werden, nur wenn man ihnen Körner und Brosamen streut. Unter diesen Auspizien, nach genauer Prüfung mrd in Erkenntnis! der Lage und der sich logischerweise entwickelnden bevorstehenden Verhältnisse sind wir an das' schwierige, aber für das jüdische Leben und gefetzestreue Streben unabwendbar notwendige Werk der Sammlung und Organisierung der Ansche Emunah geschritten, jener Juden, die mit Herz und Hand an dem Bau der Heimstätte des jüdisch-göttlichen Geistes in Erez Zsroel Mitarbeiten wollen, welche den willenlos auf Abwege Geratenen den Wieg zu Gottes Gesetzesheiligtum . bahnen und den im Geiste unserer Thora Lebenden die Last des Lebens, den Kampf mit der Versuchung erleichtern wollen. Wienn heute die Welt vvn dem Wählspruche des „Binjan Haarez" in allen Tonarten widerhallt, so will die Agudas Zisroel zu dem Binjan des geistigen Miikdasch, zum Aufbau jenes' Zion schreiten, vvn welchem das Wort Gottes ansgeht. Ter Umstand, daß die Institutionen der praktischen Palästinaarbeit der nicht auf der Basis der Thora unbedingt stehenden Orgrnisatton teils schon Schiffb'ruch erlitten, teils zu versagen drohen, läßt eben an das gesetzestreue, Grez Zsroel liebende Judentum mit unausweichlicherem Imperativ die Ausgabe herantreten, jetzt, eben jetzt in diesen dem Judentum im Allgemeinen und dem Zischuw Haarez in besonderen, so krittschen Momenten ans Werk zu schreiten und mit allen zu Gebote stehenden Kräften und Mitteln die moralische, ethische und materielle Fundierung des in Erez Zsroel bereits ansässigen und hier nach Zuflucht suchenden Juden stützen und fördern zu helfen. Nur das kann den wahren Kidusch'Häschem bringen, selbst in den wankenden Kreisen das Bewußtsein, die Erkenntnis erwecken, daß: „Im Haschern lo jiwneh bajith . . daß jedes Aufbauwerk in Erez Israel, das die heiligen Traditionen unseres Volkes und das „Das Mosche misinaj" ignoriert, schon in sich den Keim der Unhaltbarkeit, des Zerfalles, trägt. Ter Sttllstand der Agudas Jisro el-Aktion in Erez Zsroel, die anhaltende, durch die Valutaverhältnisse Ost- und Mitteleuropas verursachte relative Passivität unserer Organisation auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Arbeit hier, hat leider den Gedanken der Aguda sowohl in Ieruscholajim als auch in Jaffa, den geistigen und wirtschaftlichen Zentren des Landes, nicht im erforderlichen Maße entfalten lassen. Wenn wir es ehrlich mit unserem Werke meinen, wollen wir den Müt aufbringen, der Wahrheit klar ins Auge zu sehen. Selbst bei manchen , streng glaichMtreuen Wmorn, die unfy:MKchcmW