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Der Israelit · 1923-04-19 · Heft 16 (19.4.1923) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 16 (19.4.1923)
Date
1923-04-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 16 Der MraeM. Das Wese« des Judentums. Bon Leo Baeck. 3 neubearbeiteie Auflage. Frankfurt a. M. 1922. I. Kauffmann. XIII. u. 808 S. Die jüoifche Religion ist, fo sind die leitenden Gedanken des Berf., anders als die übrigen Religionen. Sie hat nicht nur einen Propheten, sondern eine Reihe von Propheten, die das Volk den dem MoseS am Sinai offenbarenden Lebensweg weisen und damit eS kehren wollen, Gott erkennen, denn Gott erkennt man, erlebt man, wenn man seinen Geboten folgt. Hat aber Israel nicht nur einen Propheten, so hat es auch keinen ReligionLsttster. Israel nimmt, religiös begriffen, eine Sonderstellung ein, „ein Volk, das für sich allein wohnt", diese Sonderstellung ist ihm durch sein Gesetz, das eben partikularistisch ist, angewiesen. Denn Israel ist „erwählt" worden, die Gotteslehre am Sinai entgegenzunehmen, sie zu wahren und zu hüten und deren ethische Wahrhei-en in die Völker zu tragen' und zu verbreiten; so wird die Offenbarung zu einer Weltreligion. Das Judenium hat keine Mythologie, die Weltschöpfung ist nicht durch eine Machtfrage tm Kampfe der Götter gegeneinander bewirkt worden.' «ott hat die Welt in „Liebe" geschaffen, „er sprach und '. eS ward", nach dem Wie hat der Jude nicht zu fragen.es ist dies eine Frage, die nie wird beantwortet werden.wird,.. also eine ganz umtzige. Da nun aber die jüdische Re-' ligion keine Mythologie hat, kann fie auch nicht aus einer heidnischen hervorgegangen sein, denn die Heid-' Nischen Religionen können wohl ethische Momente in: sich bergen, aber nicht eine Religion schaffen, die durch' und durch ethisch ist, und das ist eben die jüdische Re-' ligion. Auch die Gesetze, die so oft fälschlich Zeremontalgesetze genannt werden, sind ethisch, indem sie." zur Selbstbeherrschung erziehen und find zugleich Zäune,- die das Gesetz schätzen und erhalten. Die Bedeutung, die die später von den Rabbinen gebotenen „Zäune" für die Erhaltung der Thora in drangvoller Zeit gehabt, die das Judenium und das jüdische Haus mit seinem inner« Glück durch alle Stürme hindurch erhalten haben, schildert der Verfasser in glanzvoller Darstellungdiese sollte man selbst ganz Nachlesensie' gehört zu der schönsten Partie des Buchs. Es könnte' noch an viel Schönes, das dieses Buch enthält, erinnert werden, allein die Raumnot fordert Einschränkung. Möge das Gesagte zum Selbstlesen anregen. Allein Folgendes sehe ich mich veranlaßt zu beanstanden. Hillel (S. 47) scheint mir falsch beurteilt zu' sein. Hillel will nicht dem Am haarez die Möglichkeir fromm zu sein, absprechen, er spricht ihm nur die. Fähigkeit ab, ein Chasfid zu sein, oder meint viel-; leicht, er dürfe nicht nach außen hin die Eigengewohn-! heilen eines Chasstd zeigen. Damit fällt aber die' Parallele mit den späteren Kämpfen über den Wert oder Vorzug der Wtsienschaft weg. . Zu Mißverständnissen kann das nachgeahmte „Ichaber sage Euch", deS Paulus jS. 20), der mit dieser. Redensart die Bestimmungen des jüdischen Gesetzes abrogieren wollte, führen, was der Verfasser, der Me' Tradition für unantastbar hält, gewiß nicht den Rabbinen. imputteren wollte. Dieser Anlaß zu Mißverständnissen', hätte sollen vermieden werden, und ich will hoffen,' daß dem Verfafferdie Gelegenheit wird geboten werden,' in einer dritten Auflage diesen Fehler zu beseitigen. Sulzbach. Frankfurter Berichte. Aranziska Katz. Das Heim des jüdischen Frauenbundes in Neu-^ Isenburg hat einen schweren Verlust zu beklagen. Am. 8. April verschied nach kurzem, schweren Leiden, Me; langjährige Leiterin des Heims, Fräulein Franziska' Katz. Dreizehn Jahre hatte sie das Heim geleitet,' das aus kleinen Anfängen zu einer Anstatt mit großem verantwortungsvollen Ausgaben gewachsen war. Fräulein Katz gab ihrer Arbeit das Gepräge strengster, Pflichterfüllung und Rechtlichkeit und verband mitdiesen Eigenschaften mütterliche Fürsorge und warme: Hingabe für die ihr anvertrauten Zöglinge. So war! sie ihren Mitarbeiterinnen ein Vorbild zur Erfüllung? sozialer Aufgaben und den Kindern eine ireusorgende Mutter. Ihren praktischen Fähigkeiten und ihrem; zielbewußten Willen ist eS zu danken, daß das Heim all der Zeit schwerster wirtschaftlicher Nöte ständhalten konnte. Ihre Persönlichkeit ist das Bild eines Menschen, der mit unerschütterlkcher Strenge an sich selbst, sein Leben sozialen Erzichungsaufgaben gewidmet hat, und einen Weg ernster Arbeit und mancher Entsagunng gegangen ist. Gerade und aufrecht stand sie ihren Pflichten vor, ihr ja war jo, ihr nein war nein. Und in der Herbheit, die ihr Wesen umgab, lag viel ver. stehende und gütige Menschenliebe. Das Leben und Wirken von Fräulein Katz ist untrennbar verbunden mit dem Heim des jüdischen Frauenbundns, daihrer Persönlichkeit in herzlicher Dankbarkeit für immer ein treues, anerkennendes Erinnern bewahren wird. Zum dauernden Andenken an die Verstorbene hat die Hetmkommtsfion eine Franziska Katz-Sttftung errichtet, die für ErholungSundPenfionSzwecke der Beamtinnen des Heims verwendet werden soll. Versonatte«. Am 32. April feiert der Schuhmachermetster LouiS Grünwald, Thomasirrsstraße S. in voller Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Gleichzeitig werden es 4S Jahre, daß derselbe die Schuhmacherarbetten für das israelische Waisenhaus, Röderbergweg 87, liefert. Vereinskalenber. Verein Mekor Chajim. Samstag, nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4Vs Uhr, im Vereinslokale: „Mikro"; Herr Lehrer Goldschmidt. Sonntag abend Vs8 Uhr, im Bereinslskale Langestr. 18, Sefirohgedanken; Herr Red.S.Schachnowitz (anschl.Maariwgebet). Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag nachm, eine Stunde vor Mincho und Sonntag früh 9V± Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag nachm, eine Stunde vor Mincho: „Mischnah"; Herr Rektor Falk. Jahr zeitstiftungs lernen. Montag. Helene Mäher-Stiftung. Jeden Morgen nach Schul, Mischna (Mitgltederlernen) bez. Dinim (Herr Rektor Falk). Jeden abend 8% Uhr: Schaß-Lernen; Herr H. Halpern. " Agudas Jisroel - Fugeudgruppe. Freitag, 8—10 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr M. Novack. Samstag vorm. Vs 12—1 Uhr: „Gemoro"; Herr Halpern. — Vs 10 Uhr: „Gemorofchrur" der Ortsgruppe. — % 10—11 Uhr: „Gemoroh Sukkoth"; Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. — Vs 11 Uhr: „Chaej Odom-Schinr"; Herr Dr. W. H o f m a n n, EMnheimer Anlage 1. — 12—1 Uhr: „Thauroh mit Raschi"; Herr Lehrer Hirschberg. 2—4 Uhr: „Chumisch mit Raschi". — 343—344 Uhr: „Gemoroh Psochim"; Herr Dr. Ro thschild. — 4—5 Uhr: „Chaje Odom", „Hilchos Schabbos": Herr M. Novack. — nachm. 3—4 Uhr: „Gemoroh^; Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stunde vor Nacht: „Gemoroh Sanhedrin": Herr Dr. Ehrm a n n. Sonntag vorm. 8 Uhr: Chronisch mit Raschi; Herr Leop. Oppenheimer. Dienstag abend Vs9—Vs 10 Uhr: „Gemowh"; Herr Dr. W. Hofmann. — 8—9 Uhr: „Dinim" für Anfänger; Herr Ludwig Frank. — 9 Uhr: Bücherausgabe. Mittwoch morgens 347 Uhr: „Gemoroh-Sanhedrin"; Herr Dr. S. Ehr mann. — 9—10 Uhr: Bürostunde. — abends 9—10 Uhr: „Mischnajoth" u. „Suckah"; Herr Dr. Rothschild. Agudas Jisroel - Mädchengrnppe. Samstag vorm. Vs12—Vsl Uhr: „TehMm"; Herr id.Aprtt m$. Louis Kahn. — nachm 4—8 Uhr: „Thanrv"; - Herr A. Hirschbern. Montag abend 9—10 Uhr: „NÄoijint; Herr S. Unna, Kleine Obermainstr. 30. Dienstag abend 8Vs Uhr: „Dinim"; Herr Dr. Weg er. — 9 Uhr: Bücherausgabe. Donnerstag abend 9—10Uhr: „19Briefe V.S. R. Hirsch"; Herr Dr. S. Ehemann. Zcire Emune JrSroel, Rechneigrabenstr. 5. Dienstag, abends 8 Uhr, in den Räumen der A. J.-Jugendgr.: Generalversammlung. M°ntag V-K-V-S Uhr abends (0.nai. H( Mittwoch „ „ „ „ \ ggfpRpr Samstag 4-5 Uhr nachm J «ever. Donnerstag 8—10 Uhr abends: ö'sai Herr I. Landau. Verein m rW- Samstag nachm, nach „Mincha", im HÜrfaal Friedb. Anlage; Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Ostendstratze 18. Samstag 1 Stunde vor Nacht: Vortrag deS Herrn B. Rachelsohn. Sonntag vorm von 8—Vs 10 Uhr, Dienstag Mittwoch und Donnerstag abends von Vs 9—10 Uhr: „Gemoro" nvjs U22; Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer.' Alltäglich zwischen nmv und 3'*>3H8 Bl» 'n: Herr Rosenzweig. V*V-Berein. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends Vs7 Uhr: «vn Dv urü> SamStag 4 Uhr nachm; Herr-Rabbiner S. Weber. Talmud-Thora-Berein. Samstag, 11—12 Uhr: „Schulchan-Arnch"; Herr S. Unna. — 3 V* Uhr: „Raschi" zum Wochenabschn.; Herr Räbb.-Ass. Lipiuskh. 34 Stunde vor Nacht: „Mikro"; Herr S. Unna. Sonntag, vorm 9 Uhr: „Schulchan Aruch"; Herr Rabb.-Ms. Lipinskh. - 9V- Uhr: „Gemoro"; Herr S. Unna. Montag, 6*4 Uhr abends: „Ejn Jakauw"; Herr S. Unna. Mittwoch, 6V4 Uhr abends: „Chauwaus Halewowaus"; Herr Dr. Braun. Donnerstag, 8Vs Uhr abends: „Gemoro"; Herr S. Unna. . Bon Sonntag bis -Freitag einschl. vorm nach Schul: „Mischna"; Herr Oberksntor E. Groß, bezw. „Schulchan Aruch"; Herr S. Unna. Jeden Abend 34 Sturrden vor Nacht: „Pirkei OwauS"; Herr Dr. Braun. Schiurim in der Shnagoge HermeSweg. Dienstag, Mittwoch, Freitag vorm nach Schul: „Mischna"; Herr Herrn. Hirschvera. Montag und Donnerstag, vorm nach Schul: „Schulchan Aruch"; Herr Emil Gottlieb. In der Sefirazeit wochentags «4 Stunden vor Nacht: „Gemoro". Religionsschule Hermesweg 25/27. Heöetzeiterr. mXÖ N2V. Freitag abend 655. Samstag morgen 8.— Samstag nachm. 5.—. SamStag abend 8.2V Wochengottesdienst: Morgens 6.15. Nachm. 6.30 Tefillin-Legen am Morgen 4.—. Kamillennachrichten. Barmizwoh. 'Julius, Sohn des Herrn Siegfr- Halberstadt, Schützenstratze 8, Synagoge Friedberger Anlage. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren 'oder sonstige Angaben religionsgefetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Für Rechtsanwalt Dr. jur« 31 Jahre alt, Teilhaber großer Anwaltafirma, in hochgeachteter Position passende Lebensgefährtin gesucht. Die Dame müßte aus bestem jüdischen Hause, ansehnlich und repräsentationsfähig sein und wirkliche Charakteru. Herzensbildung besitzen. Entsprechend den Zeitverhältnissen größeres Vermögen erwünscht. Bekanntschaftsanbahnung müßte äußerst diskret erfolgen. Ausführliche Antwort erbeten unter H. U. 9910 an Rudolf Mosse, Annoncen-Exped., Hamburg. Alleinstehender Herr, gtÄ gesund u. rüstig, Witwer, alle Kinder verheiratet, wünscht sich mit einer streng religiösen Dame, rührig ohne^egHchei? Anhang wieder zu verheiraten. Offerten unter 10209 an die Expedition dies. Blattes. Suche für meine Schwester, geb., hübsches Mädchen aus erster streng frommer südd. Familie, 28 Jahre alt passenden Lebensgefährten mit eig. Geschäft oder in leitender Position. Mitgift:. Friedensaussteuer, 2 Zimmer u. Küche u. 10 Millionen { Mark. Tauschwohnung kann evtl, gestellt werden. > Offerten unter 10212 an die Expedition d. 81. I Merelaika, Roma» aus dem jüdischen Leven Galiziens von Sl. Schachnotvitz, Wer eine spannende, dabei künstlerisch wertvoll« und von jüdisch.Geiste erfüllte Unterhaltungslektüre sucht, der greife r« diesem Buche, das v. der gesamten'Presse glänzend besprochen wurde Grundpreis Mk. 1.5«.-drosch., Mk. 2.50.—geb. Schlüsselzahl d.B.V. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie durch den Berlag des Israelit" G. m. ö. H., Frankfurt a. M. Abrühcum, Rothschild u. Frau Dora geb. Cohn, Baumweg 14 zeigen dieA Geburt ihres Lohnes Hermann an und erlauben sich alle Verwandten, Freunden Bekannten zu dem am Freitag, den 20. April (4.Jjar stattfindenden So ch er einzuladen.

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