Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1923-04-19 · Heft 16 (19.4.1923) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 16 (19.4.1923)
Date
1923-04-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450238-2450252--70465-2527730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kette 6 Nr. IS. «in—w—m—i nurfin.iiMPi inn wi»—eaMMMfcww— 9» »inW Wass-nstrotestverftünttckÄiI, dis stkr z Montag angesetzt ist, sprechen die Deputierten * Feldmann, Hartglas, Kirschbraun, Rabbiner , Lewin, Thon und Senator Trusker.! Vom Jüdischen Klub ergeht auch eine Erj klärung und ein Aufruf an die polnische Mer völkerung. Im Stad träte wurde die Dringlichkeit! einer ähnlichen Interpellation vom Präsidenten! nicht anerkannt, weil nur 40 gegen 37 Rat-! mäuner dafür gestimmt hatten. , Jagd auf ttelmfofe. Warschau, 11. April. i Obwohl der Termin für den Aufenthalt! der Heiml-sien in Warschau erst am 15. April abläuft, w 'den schon an den Feiertagen Razzias auf die „I >mden" abgehalten. Von den 400 Sistierten wurden 300, die bereits im Besitze von Schiffskarten nach Anrerika sind, freigelassen. 50 Personen wurden gleich an die russische Grenze abgeschoben. Warschau, 14. April. Die Razzias auf die Heimlosen zumeist russische und litauische Jirden — nehmen verstärkten Umfang an. Die Gefaßten werden über die russische Grenze geschoben. Vom Wiener und Danziger Bahnhofe gehen täglich Flüchtlingszüge ab, die die Heimlosen auS Polen weg- -ringen. Kitcrrrerr. Das ,3ü0iiche Leben." «ßorvno, 10. Npru'.!T>as Organ der orthodoxen Judenheit Litauens, „D>as! jüdische Leben", das infolge finanzieller Schwierigkeiten längere Zeit eingestellt war, erscheint von neuem. In der ersten Nummer des wiedererwachten Blattes ist eine scharfe Abrechnung mit all den Elementen enthalten, die die Arbeiten der Achduth-Organisation stören und die mit der ^jüdischen -Einheit" im Munde die wahre Einigkeit Hintertreiben. Haben doch die gleichen Herren, die andauernd von der „nationalen Vereinigung" sprechen, durch ihren Vertrauensmann, den Vizepräsidenten des jüdischen Nationalrates, Finkelstein, bekanntgegeben: „Wir werden eine vereinigte jüdische Front nicht zulassen und koste es jauch zwei jüdische!Deputierte." Bei den jetzigen neuen Wahlen für den neuen. Sejm (der alte ist aufgelöst), erklärte ' man sich auf der nationalen Seite für eine Vereinigung der Wahlliste mit der des Achduth unter der Bedingung, daß Dr. Rachmilewitsch als Kandidat ausscheide. Darauf konnte aber die Orthodoxie nicht eingehen und so kam die vereinigte Wahlliste nicht zustande. Alle Welt weißso führt der Artikel aus, daß!Tr. Rachmilewitsch zu den befähigtesten und arbeitskräftigsten Männern im litauischen Judentum gehöre, der unter den schwierigsten Verhältnissen in Wilna wie in Kowno für die jüdischen Rechte mit wahrer Aufopferung eintrat, während die Kandidatenliste der anderen Parteien aus Leuten besteht, die entweder gar keine Fühlung mit den Massen haben und ihre Assimilationszwecke verfolgen oder jungen zionistischen Heißspornen, deren politisches Programm garnicht festgelegt ist. Nach all dem kann in der jüdischen Oeffentlichkeit gar kein Zweifel darüber herrschen, wer die jüdische Wahlarbeit zersplittert hat und wer schuld an den getrennten Wahllisten trägt. Auf Dr. Rachmilewitsch konnten die Orthodoxen zu Gunsten der so gearteten Kandidaten keineswegs verzichten. Daß die Versuche zum Zusammengehen eines Tages jämmerlich zusammenbrechen müssen, war leicht vorauszusehen. Dem schwer um Recht und Stellung kämpfenden litauischen Judentum zgcht damit eine prozentual angemessene Vertretung im Landtage verloren. (Mehe auch Leitartikel. Red.). Der A-Äaettt *~nrTfTrrrrr‘ frnrrwTr nminum, iw—rwrinif—n—■—uw—niliiMfiwiinTir ‘T~r~fr England. Aus Sem ruffiftfien Paradies. Lo«do«, 13. April. Nach einer Meldung des Moskauer Korrespondenten der „Chicago Tribüne" haben die „jüdischen" Arbeiter in Homel beschlossen, während des Peßachfestes zu arbeiten und gegen die Begehung des Festes Denwnstrationen zu veranstalten. Der „jüdische" Urbeiterrat in Charkow hat beschlossen, die Synagogen/ die Centren der Reaktion sind, zu schließen und sie als Mittelpunkte der kommunistischen Erziehung wieder zu eröffnen." Der nächste Schlag gegen die Religion, den die Sowjetregierung Vorhaben soll, ist die Reform des Kalenders, die mit der Abschaffung des Freitags, Samstags und Sonntags als religiöser Feiertage für Mohammedaner, Juden und Christen verknüpft sein soll. Rujfiftfte ßrobheifen- London, 15. April. Tie zweite Antwortnote der russischen Sowjetregierung auf die englische Intervention in Sachen der Religionsverfolgungen in Rußland ist, nach Mitteilungen englischer Blätter, in solch unhöflicher Form gehalten, daß sich das englische Außenministerium weigerte, sie entgegenzunehmen. KttMarrd. Das wüten 9er ruffifdien ReligionsfelnDi. WosKarr, 10. April. Die Moskauer „Prawda" gießt die ganze Schale ihres Zornes auf die amerikanischen Rabbiner aus, die es ebenfalls gewagt haben, gegen die Religionsverfolgungen in Rußland und die Hinrichtung des katholischen Geistlichen zu protestieren.!Tie Zeitung fragt, ob die Juden schon die ihnen von der katholischen Kirche zugefügten Leiden vergessen hätten und verspricht, im Bedarfsfälle auch gegen die russischen Rabbiner wie gegen die Geistlichen anderer Konfessionen. mit dem Henker vorzugehen. j Der jüdische „CwMes" nennt die Synagoge die letzte Burg des Klerikalismus und empfiehlt, die Beschlagnahme des großen jüdischen Tempels in Moskau für einen A r b e i t e r k l u b. Diese Anregung wird voraussichtlich auf die Tagesordnung der nächsten kommunistischen Konferenz gestellt werden. In vielen Städten Rußlands, so auch in Charkow, snrd fast sämtliche Bethäuser für gesellschaftliche und Arbeiterzwecke requiriert worden. Türkei. Stacht. Smyrna, 4. April. Infolge der ungeheuren Steuern, die die Kemaliften der jüdischen Gemeinde auferlegt! haben und der zwangsweisen Einpressung sogar älterer Männer in die Armee verlassen die Juden fluchtartig die Stadt. {faläßina. Befcbmeräen. Jerusalem, 4. April. Im „Haarez" wird Klage darüber geführt, daß in der Stadtverwaltung, die Juden in offensichtlich provozierender Weise boykottiert werden. Wie man sich auch in den arabischen Kreisen zur jüdischen Autonomie stellt, darf doch nicht unberücksichtigt bleiben, daß Jerusalem über 40000 Juden in seinen Mauern beherbergt, fast die Hälfte der gesamten jüdischen Bevölkerung im Lande. Die meisten Steuern werden von Juden aufgebracht. Trotzdem sind in der Stadtverwaltung unter 149 Beamten nicht mehr als sieben Juden tätig. Die Verkehrssprache in den Aemtern ist arabisch, nebenbei auch englisch. Für hebräisch istzwar ein Sekretär angestellt, IS.ÄpMLvW riiAinnjwuar» uw" am^ti^wyniniMiiin.'BuiiiHHii—nawiiwi um mwnwiiMmmmm—mmmar. { aSer 6* ft* mit Mbsvm MHMu r überbürdet ist. Unter den tausenden von..Arbeitern, die die Stadt beschäftigt, befand sich bis jetzt kein einziger Jude. Erst auf hie Reklamation des jüdischen Arbeiterverbandes! an die Zentralregierung, wurden chm ein paar Brocken zuteil, und zwar die Pflasterarbeiten in Meah Scherrim. Die Baumeister und Unternehmer sind durchwegs Araber. ITjie Arbeitsvergebung wird zumeist nur in den arabischen Zeitungen oder garnicht veröffentlicht, sodaß die arabischen Unternehmer ohne jeden Konkurrenzkampf dastehen. Die.Steuerquittungen werden in arabischer und englischer Sprache ausgefertiat, hebräische Worte sind ausgeschlossen. — So Weit der „Haarez". Es sollte, wenn sich die Dinge so verhalten, von zuständiger Seite gegen diese gewollten Zurücksetzungen wirklich etwas geschehen. Ein neuer Schritt 5er Araber. Jerusalem, 3. April. Die Arabische Delegation, eben aus London zurückgekchrt, hat sich, wie mitgeteilt wird, dein arabischen Aktionskomitee angeschlossen und zusammen mit diesem einen eingehenden Arbeitsplan zusammengestellt. Zunächst ergeht eine Eingabe an die Regierung, in der gewünscht wird, 1. daß die arabischen Polizeibeamten, die die Demonstration gestört hätten, (wie bei uns gemeldet, wurde den Demonstranten das Eindringen in die jüdischen Viertel verwehrt), allesamt entlassen werden, ebenso die höheren Beamten der Administration, die das Vorgehen der Polizei gebilligt haben; 2. daß alle Araber, die im Laufe der Demonstration verhaftet wurden, wieder in Freiheit gesetzt werden. Außerdem soll an einem der nächsten Tage ein eintägiger Trauerstreik als Protest gegen das Vorgehen der Regierung proklamiert werden. Im Zusammenhang damit wird aus Jaffa berichtet, daß dort für den Empfang der Arabi-. schen Delegation, die wohl alle Städte ^Palästinas mit ihrem Besuche beehrt, ein feierlicher Empfang vorbereitet wird, wobei alles Geschäft und alle Arbeit ruhen werde. Man darf hoffen, daß, wie in Jerusalem, auch in Jaffa, und überall die Behörden auf ihrem Posten sein und ihre volle Kflicht tun werden. Einen ausgezeichneten Eindruck machte es auch, daß am Rüstetag zum Nissanneumonde, da nach hiesigem Brauch die Friedhöfe massenhaft von Juden besucht werden, ein starkes Polizeiaufgebot auf dem Oelberge anwesend war, um die frommen Beter vor jeder Belästigung zu schützen. A«rerUr«. Die amerihanifdien ElnroanBerungsquofen- Acw-B-rk, 2. April. Tie Behörden genehmigten den Uebertrag der noch nicht erschöpften Einwanderungsquoten- Beßarabiens, Pinsks, Esthlands, Lettlands und Ostgaliziens auf Polen und Ruß l a n d. Infolgedessen können aus diesen Ländern 4000 Personen noch einwandern. Im Jahre 1922 sind 49803 jüdische Einwanderer angekommen, von denen 403 zurückgewiesen wurden. Personalien. München, 10. April. In unsere Gemeinde Ohel Jakob ist unmittelbar mit Beginn des heiligen n&B bv schwere Trauer eingezogen) sie hat ein bewährtes, thoratreues Mitglied in Nathan Katzen» stetn verloren. Der Verblichene war mehr als 2S Jahre im Dienste der Erziehung gestanden und genoß vor allem als Lehrer an dem Joel'schen Erziehungs» instttut in Pfungstadt verdiente Anerkennung und ganz besonders Anhänglichkeit und Liebe bei seinen Schülern. Das Interesse und Liebe für diesen Beruf hat er auch dann nicht verloren, als er vor ungefähr 16 Jahren, durch äußere Verhältnisse gezwungen, denselben mit dem eines Assekuranzbeamten vertauschte und seinen Wohnsitz in München nahm. Hier schloß er sich sofort Ohel Jakob an und dem Schulwesen der Gemeinde kam seme reiche pädagogische Erfahrung zugute, wie Herr Rabbiner Dr. Eyrentre« am Grabe in warmen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.