Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1923-04-19 · Heft 16 (19.4.1923) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 16 (19.4.1923)
Date
1923-04-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450238-2450252--70464-2527729
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ItzApril 18SS Ser WrssM. m iß Vrtt» 5 unter Schaffung der vierwMungs'technifchen Maßnahmen (Expositur), die notwendig erscheinen. Ter' Gouverneur verschaffte sich zuvor die Gewißheit, daß diese Forderung tatsächlich von der Majorität der Gemeinden gestellt ist und genehmigte das Statut, das dieser Forderung gerecht wird. (Schluß folgt.)' eotterpovaeuren «. ßaftricftttit. Deutsches Reich. Rabbinerfagung. HterwiH, 11. April. Am 28. März hielt der Oberfchlefische Rabbiner-Verpand in Gleiwitz eine Sitzung ab. Bei Beratung über die Bes o l - düng der R*achbirrer in den oberschlesischen Gemeinden wurde jedem Anwesenden zur Pflicht gemacht, ohne Beschönigung über seine Gehaltsverhältnisse zu berichten und sich bezüglich des Weiteren den Beschlüssen der Versammlung zu fügen. Namentlich sollte darüber berichtet werden, ob die Gemeinden den Beschluß des Vorstandes des Oberschlesischen Gemeindebundes vom 14. Januar 1923 einhalten. Nach diesem Beschluß sollten die Gemeinden, welche die Besoldung nach den staatlichen Sätzen bereits eingeführt hatten (in Deutsch-Oberschlesien, Beuthen, Gleiwitz, Hindenburg und Ratibor) diese Art der Besoldung beibehalten, und jene, die sie noch nicht hatten, sie einführen. Dabei sollte für den Rabbiner Gruppe X als das Mindeste gelten. Aus den Berichten ergab sich, daß bloß Beuthen, Gleiwitz und Hindenburg sich an den Beschluß des OSGB. halten und sogar über die Mindestgruppe hinaus gehen. In Oppeln wurde der Rabbiner wohl in die zehnte Gehaltsgruppe eingestuft, aber die Zahlung erfolgt mit einem Abzüge von 20 Prozent. Die Gemeinde Neiße hat ihrem Rabbiner, der als Beamter nach seinen Dienstjahren in Neiße bereits auf volle Pension Anspruch hätte, im Februar 80000 Mark, im Marz 150000 M. Gehalt und 30000 M. Vorschuß gezahlt. Die Versammlung nahm das ,Vorgehen von Oppeln und Neiße mit Entrüstung zur Kenntnis und beschloß, 1. über diese Gerneiuden bis! zur Abstellung des Mißstandes in der Besoldung des Rabbiners die Sperre insofern zu verhängen, als alle Rabbiner (auch außerhalb Oberschlesiens) aufgesordert werden sollen, in diesen Gemeinden keine Vorträge zu halten und im Falle der Behinderung des Ortsrabbiners keinerlei Funktion zu übernehmen; 2. diesen Gemeinden mitzuteilen, daß, im Fülle sie den vollen rechnerischen Nachweis erbringen, daß sie eine höhere Besoldung des Rabbiners nicht leisten können, der Oberschlesische Rabbiner-Verband bereit ist, Mittel zur Unterstützung der Gemeinden ans zu bringen. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde Herr Dir. Krengel-Ratibor zum Vorsitzenden, Herr Dr. O chs" Gleiwitz zum Kassensührer gewählt. Aus Sem Ruhrgeblßt! Essen, 13. April. In 'einer Eingabe des Magistrats der Stadt Bochum beim Zivilkommandanten gegen die Beschlagnahme des Vorhoss der Synagoge und eines Klassenzimmers der jüdischen Schule heißt es: „Durch die Beschlagnahme des Vorhofs der Synagoge sind die Gefühle der jüdischen-Mitbürger schwer verletzt, außerdem wird, wie uns mitgeteilt wird, die Abhaltung des Gottesdien st e s in der Synagoge dadurch unmöglich gemacht. Die Äusrechterhaltung eines geordneten Schulbetriebes in der Schule ist nicht möglich." Die juöenfeindliche Presse hat dieses Dokument nicht veröffentlicht/stattdessen weiß sie imMr von einer angeblichen besseren .Behandlung der Juden Vonseiten der Franzosen - zu berichten. DJelf-Höngreß Ittdifcfter trauen. Wie«, 15. April. Der „Council of Jewifh Momen", Amerika, ladet die jüdischen Frauen Europas und Amerikas zu einem Weltkongreß ein, der vom 0. bis 13. Mai in Wien stattsinden wird. Wie »die Einberuser mitteilen, will der Kongreß, der sich mit den Lebensfragen der jüdischen Frauen beschäftigen wird, den Jüdinnen Europas und Amerikas Gelegenheit geben, sich zu gemeinsamer Arbeit fester zusammenzuschließen. Das Prograrnim enthält Vorträge über Auswandererfürsorge (besonders für Frauen und Kinder), Kinder- und Frauenschutz, religiöse und pädagogische Fragen. Der „Council of Jewish Women" bittet wählt tst, daß jeder, dör Gelehrte wie der Late, mit Genuß und Borteil aus dem reichen Inhalte schöpft. Mit Genuß und Vorteil. Denn Lehmann'spricht aü8 warmfühlendem, für alles Gute und Hohe begeistertem Herzen und es gelingt ihm, in der Brust, an die er Hopft, gleichklingende Saiten miitänen zu lassen. Das ist bei S i t le n l e h r e n besonders wichtig. In Lehmanns „Sprüche der Väter" erhält der Leser eine Darstellung der jüdischen Ethik, die den Juden mit Stolz und Begeisterung erfüllen muh und darüber hinaus als Antrieb für das eigene Denken und Handeln fich auSwirkt. Außerdem gewinnt er ein treues Bild non dem Leben unserer Weisen, von den Kuliurzüständeu ihrer Zeit und einen Begriff von der Art unseres Schrifttums. So eignet fich das Werk nicht nur zur Lektüre für jeden Juden, sondern besonders auch für Schturoor» träge, für die es jetzt leider oft an Werken fehlt, auS denen die Teilnehmer mit Nutzen zu schöpfen vermögen. Wer diesem Buche eine SchabboS-Stunde widmet, verschafft fich einen wahren „Oneg SchabboS". Darum möchten wir wünschen, dah das Werk, das in deutlichem Drucke und überhaupt ln guter Ausstattung vorltegt, in vielen Häusern Eingang findet. ES wird gewiß bald als eine wertvolle Bereicherung geschätzt werden und großen Segen verbreiten. H. E. (Amerikanisches.) Das in New-York erscheinende agüdtstifche Wochenblatt, „Das jüdischeLicht", berichtet von einer Tanzveranstaltung, arrangiert von einem Komitee zur Erhaltung der Jeschiwa des Rabbi Schlome Kluger. Dos Blatt fragt, wie eS möglich fei und wie man in jüdischen Kreisen auf den Gedanken kommen könne, mit solchen unjüdischen Mitteln eine heilige jüdische Sache zu stützen und zu halten. Wenn das BergnütznngSkomitee das Bedürfnis verspürt, unter dem Deckmantel der „Jeschiwoh" jungen Leuten Gelegenheit zu bieten, das Tanzbein zu schwingen, so wäre es doch Ehrenpflicht der Jllchkwoleitung, die auf diese Weise gewonnenen Unterstützungsgeider zuriickMweisen. Will man durchaus tanzen, so sollen doch wenigstens nicht Jeschiwa und der Name Rabbi KlugerS damit in Verbindung gebracht werden. — Wir schließen uns dem Wunsche an und möchten seine Erfüllung nicht. allein auf Amerika beschränkt wissen. ... (Ein jüdischer Neger au der Wiener Universität.) Dieser Tage erschien in Wien ein Neger vor dem jüdischen Höchschulausschuß und sprach die Bitte aus, man möge ihn als Mitglied aufnehmen. Als man ihm erklärt hatte, daß. in einer jüdischstudentischen Korporation nur Juden Aufnahme finden, erwiderte er in einem gebrochenen Deutsch, er heiße Tahara Mehmod Tahara, sei JSraelit und studiere an der medizinischen Fakultät der Wiener Universität. Seine Eitern wohnen derzeit in Alexandrien. Der Höchschulausschuß ließ einige jüdische Studenten aus Palästina und Aegypten kommen, die sich mit dem Neger in arabischer Sprache verstöndigt haben. ES stellte fich heraus, daß her Negerstudent tatsächlich einer israelitischen Negerfamilie in Abessinien entstammt. Aamlliennachrichten. Geburten. Einen Sohn: Fritz Hirsch und Fran Delma geb. Kaufmann. Ladenburg. Verlobte. Berta Hetz, Max Halle, Verlobte. Nürnberg, :X(1' um rege Beschickung des Kongresses! durch die jüdischen Organisationen, und hofft, daß auch viele interessierte Einzelpersonen (jüdische Frauen, die von keiner Organisation delegiert werden) an dem Weltkongreß teilnehmen werden. Weitere Auskunft erteilt die Sekretärin des Council, Mrs. Elinor Sachs-Barr, c/o Anglo Austrian Bank, Vienna. Nack öen £x?effen. Warschau, 11. April. -Die Feiertage sind bis auf einzelne kleine Ueberfälle ans Nalewki in der Nacht von Samstag zu Sonntag ruhig, aber unter erklärlicher Panikstimmung in den Judenvierteln verlausen. 'Sie Angst legte sich, als man aus! den verstärkten Polizeipatvouillen ersehen konnte, daß es der Macht mit der Ausrechterhaltung der Ordnung ernst war. Unter den über fiinszig in den Spitälern liegenden jüdischen Verwundeten sind auch solche, für deren Leben gefürchtet tverden muß, doch sind bis jetzt keine Todesfälle zu verzeichnen. Von den festgenommenen Teilnehmern an den Exzessen sind alle wieder auf freiem Fuße. Bei vielen soll nicht einmal eine richtige Sistierung stattgefunden haben. Viele Studenten sollen auf Intervention rechtsstehender Ratmänner nach der Registrierung wieder aus der Liste der Teilnehmer gestrichen worden sein. Von einer regelrechten Untersuchung ist bis jetzt nichts zu hören. Warschau, 15. April. Der Sejmdeputierte Kirschbraun hatte Audienz beim Ministerpräsidenten Schikorski, dem er ein Bild der 'Donnerstag-Vorgänge entwarf. Der Premier gab seiner Entrüstung über die von ihm nicht erwarteten Geschehnisse rückhaltlosen Ausdruck, versprach bessere Schutzmaßregeln für die Zukunft und strenge Bestrafung der Schuldigen. Seine Erbitterung sei umso größer, als ihm die verantwortlichen Einberufer der Demonstration die Versicherung gegeben hatten, daß die Kundgebung durch keinerlei zesse gestört werden würde. Der Schaden in den jüdischen Geschäften beläuft sich nach oberflächlicher Schätzung auf 30 Millionen Mark. Der Kaufmännische Verband wird bei der Regierung aus Schadenersatz dringen. 'Der Jüdische Klub hat im Sejm, der jetzt seine zweite Session begann, eine dringende Interpellation über die blutigen Vorgänge eingebracht. In der Provinz, wo ebenfalls Protestdemonstrationen organisiert werden, herrscht unter den Juden Panikstimmung. In Mlawa, wo am Dienstag aus Anlaß des Jahrmarktes eine Protestkundgebung gegen Rußland in Szene gesetzt wurde, sind Juden vom Marktplatze ferngeblieben. Proteffe. Warschau, 15. April. Am 12. April, am Tage der Einbringung der Interpellation des Jüdischen Klub über die Judenexzesse gab die jüdische Bevölkerung durch eine halbtägige Arbeitsruhe ihrer Trauer Ausdruck. Zabbat-Mfang and Umgang. mxä pmn Ortr Anfang UhWttns Ausgang Fr ankfurt a. M 6 55 21. 5. 8 30 Berlin .... 7 15 April Jjar 7 58 Manche» . . . 7 — 7 51 Töl«. 7 05 8 35 Stuttgart. - . 7 — 8 08 BreSla» . . . — — — — RSrnbers. . . 7 — 8 - - - . — — — —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.