Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1923)
- Date
- 1923-04-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Geile 6 Nr. 15. wober jung und alt miteinander wetteiferten, um diesen Tag dem geliebten Lehrer zu einem wirklichen .Ehrentag zu machen. Im Jahre 1909 trat L. in den wohlverdienten Ruhestand. Das Andenken an den freundlichen und gütigen Mann wird in der Gemeinde Jever fortleben. n"32t:n Vrleflafien. S. W. in F. Eingesandte Note für die Ukraine empfangen. Altes Mitglied in M. Nach Vereinbarung mit dem Verein verkehren wir seit dem 1. Januar unmittelbar mit den einzelnen Mitgliedern. Uns bietet sich leider kein anderer Weg, um zu unseren Abonnementsgeldern zu kommen, d. h. um die Existenz des Blattes aufrecht zu erhalten als die Erhebung durch Nachnahme. Wir mühten unseren Abonnenten sonst jahrelange Kredite gewähren und über ein Betriebskapital von Hunderten von Millionen verfügen, um durchhallen zu können. Die Einsicht in den zwingenden Charakter dieser Verhältnisse dürfen wir von unseren Monnenten wohl erwarten. S. W. in F. 1 Lst. f. Ukraine erhalten. Kantor A. D. in Rstnbrg. Ihre Beanstandung ist insofern berechtigt, als infolge eines Druckfehlers ein „Viertel" des Tages angegeben war. Es hätte richtig heißen müssen „während des ersten Drittels des Tages". Dagegen war die Zeit mit 9 Uhr 15 Minuten ganz richtig angegeben. I. L. London. Wir haben Ihre Zusendung, für die wir Ihnen bestens danken, dem Autor des Artikels zugeschukt, der Ihnen direkte Antwort zukommen läßt. nD’nP. Nachdem beide Parteien zu Worte gekommen sind, sollte man die Sache für dieses Jahr endlich ruhen lassen. Erich Rosenthal in Loblenz. 900 Mk. für Abonnement, 2100 Mk. für Agudo verbucht! Sjjcherbesprechmigen. Neueste Geschichte -es jüdische» Volkes, von Prof. Dr. Martin Philippson. Bd. I. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Frankfurt a. M, 1932. I. Kauffmann XV! u. 407 S. Preis brosch. 220 Mk., geb. 340 Mk. Nach dem im Jahre 1916 erfolgten Tode des Berfaflers der „Neuesten Geschichte des Judentums", hat die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums", Dr. Rieger mit der Herausgabe einer zweiten Auflage betraut, die nach Notizen im Hand, exemplar des Verfassers vermehrt und berichtigt wurde. Die Aufgabe war den richtigen Händen anvertraut. Im vorliegenden ersten Band führt der Berfasier den Leser von den ersten Anfängen der ersten Emanzipaitonsregunpen, also von der großen Revolution im Jahre 1789 bis vor den Beginn der antisemitischen Bewegung, also bis um das Jahr 1875. In knappen Worten weiß der Berfasier viel zu sagen, er entrollt uns ein Bild der Kämpfe, die die Judenheit um ihre Existenzberechtigung und ihre Anerkennung als vollgiltige Staatsbürger beharrlich ausfocht und durchsetzte in allen Teilen der Kulturwelt. Wir staunen und ve« wundern sie ob ihres AuSharrenS in allen Widerwärtigkeiten, wie fie durch Enttäuschung und Vertragsbruch und Woribruch sich nicht entmutigen ließ im Kampf um ihr Recht. Und wir lesen es gern in diesem Buche, denn cs ist von einer wohltuenden Wärme durchleuchtet, die den Leser erhebt und ihm wohltut. Der Berfasier fühlt mit seinem Volke und dies spricht sich auch in dem Zürn auS, mit dem er die Feiglinge überschüttet, die sich aus der Front flüchteten und ihren Schutz beim Taufbecken suchten. Auch die Salons der Jüdinnen in Berlin und Wien werden mit der Verachtung bedacht, die fie verdienen. So sehr nun auch diese Darstellung der neuzeitlichen politischen Geschichte der Juden ungeteilte Anerkennung verdient, so sehr fordert die Behandlung der Kämpfe innerhalb der Judenheit während dieser Zeit manchen Widerspruch heraus, der Kampf zwischen Orthodoxie (man verzeihe mir dieses für jüdische Verhältniffe ganz unzutreffende Wort).' und Reform. Daß der Berfasier ein Anhänger der Reform ist und darum kein Verteidiger der Orthodoxie sein kann, ist selbstverständlich. Ebenso ist von einem Geschtchtsschreiber nicht zu verlangen, daß er nur Tatsachen aufzähle und sich selbst jedes Urteils über sie enthalte. DaS wäre nur eine Aufzählung von Geschehnissen und keine Geschichte. In diesem Sinne darf es keine objektive Geschichtsschreibung geben. Aber der Geschichtsschreiber muß soviel Objektivität besitzen, daß er die Gegner seines Standpunktes gerecht beurteilt und in diesem Punkte läßt der Berfasier manches vermissen. Jedoch nicht etwa aus Mangel an Gerechtigkeitsgefühl, sondern aus Mangel an Verständnis der Bewegungen innerhalb der Judenheit und der Führer der gesetzestreuen Menge. Wenn der Berfasier die Orthodoxie in eine Alt-, Neu- und Halb-Orthodoxie etnteilt, so mutz man fich doch erstaunt fragen: Was. denkt fich derBerfaffer dabei? Etwa Gegner der Bildung, Freunde der Bildung und was noch weiter? - Wer find nun die Der Israelit 13. April vm Halborihodoxen? Doch, der Berfasier nennt fie: Michael Sachs und sein Anhang! Da hört doch wirklich alles auf! Der^ Berfasier scheint nicht zu wissen, daß jededem Bibel, Talmud und die autoritativen Deztsoren maßgebend für die Führung fernes Lebens find, auf dem Boden der Orthodoxie steht. Oder find vielleicht Bernays und Plesiner als Freunde der Bildung Neuorthodore und stehen im Gegensatz zu R. Aktba Eger und R. Mosche Sofer? Wie werden aber die Gegner des Hamburger Tempels, der nach dem Verfasser für die ganze Weiterentwicklung der deutschen und damit der ganzen Judenheil von großer Bedeutung ist, von dem Verfasser behandelt? Den Chacham Bernays als Talmudist, Orientalist, Philosoph und klassischer Philologe anerkannt, der gegen den Bau des Tempels in seiner Gemeinde Verwahrung etnlegte, tut er mit der Bezeichnung „Mystiker" und „Krummkopf" ab und wirft ihm „Untätigkeit" und „praktische Unfähigkeit" vor, wie es der klägliche Zustand der orthodoxen Schule beweise. Ein durchaus unzutreffender Vorwurf. Als der Chacham Bernays nach Hamburg kam, war es sein erstes, die Talmud- Thora in eine zeitgemäße höhere Volksschule umzuwandeln, deren entlassene Schuljugend sich tnbezug auf ihre Kenntnisse mit den entlassenen Schülern der städtischen Schulen (höhere öffeniltche Schulen außer dem humanistischen Johaneum gab es damals in Hamburg noch nicht), messen konnten und ein schönes Maß jüdischer Bildung besaßen. Daß nun gar die Entrüstung über das angeblich geringe Matz der Kenntnis des Chumisch der entlassenen Schüler mit ein Grund für die Gründung der Tewpekgemetnde gewesen sei, wird wohl niemand glauben. Den „Tempelherren" wird wohl das „Wenige" noch viel zuviel gewesen sein. Diejenigen aber, die sich dem Proteste Bernays anschlossen, bezeichnet der Verfasser als teils unbekannte, teils unbedeutende Persönlichkeiten. Welcher Maßstab stand dem Verfasser für die Kapazität der unter dem Protest verzeichneten n"7> zu Gebote? Manche der Unterzeichner waren möglicherweise nicht von Wettenruf, aber darauf kommt es nicht an. Sicherlich waren diese kompetent über das zu urteilen, was nach der jüdischen Lehre zulässig oder nicht zulässig, mindestens so kompetent wie die wirklich Talmudkundigen unter den geistlich?« Parteifreunden der Reform und unbedingt kompetenter als die anderen Reformrabbiner, die für die Tempelbestrebungen eintraten. Die Mißachtung, mit der die Bekämpfer der Reform in ihren Anfängen behandelt werden, zeigt, daß die Darstellung der Geschichte der Reform, wie sie im vorliegenden Werke behandelt wird, nicht auf der Höhe der Sachlichkeit steht. ES ließe sich ja noch vieles vorführen, aber wir begnügen uns mit dem Gesagten. Daß die Reform nicht aufgebaut, sondern nur zerstört hat, daß sie auf dem eigensten Gebiet, dem der Synagoge, versagt hat, das bekundet die Leere der Synagogen an den Sabbaten, in denen die Orgel noch tätig und das Gebetbuch verstümmelt ist. Das jüdische Leben in oeu Häusern ist geschwunden, wo die Reform tätig war. In Amerika, das dem Verfasser als Ideal vorschwebt, da es dort, keine Zwangsgemeinden gibt — in diesem Punkt stimmen wir mit dem Verfasser überein — sehen sich die Rabbiner der Reformgemeinden vor ein erschreckendes Vakuum gestellt und ersinnen die groteskesten Pläne, das Publikum für „Rabbiner und Kanzel" zu gewinnen, wie der letzte Bericht der Versammlung der Reformrabbiner der Vereinigten Staaten kundgtbt. Nur die Orthodoxie hat Positives geschaffen, ihre Gemeinden blühen, in ihnen pulsiert jüdisches Leben und hier müßte eine Geschichte der Reform einsetzen und das 'Wie? und Warum? zu erörtern versuchen, aber diese Aufgabe kann nur einer lösen, vor dem die Quellen der jüdischen Lehre offen liegen und der Verständnis hat für die Männer, die auf beiden Seiten den Kampf ausgenommen haben. Prof. A. Sulzbach. *. Brüderlichkeit. Roman von Walter B l ö m. Leipzig und Zürich, 1932. Grethlein u. Co. Blöm, der gewandte Erzähler, der hellsichtige, klare SchUderer, strebt in dem Roman „Brüderlichkeit" eine Regeneration des akademischen Lebens, insbesondere der Korpsverbindüngen an. Führer soll die akademische Jugend werden beim Wiederaufbau des darniederliegenden Vaterlandes, Hand in Hand mit dem Arbeiter, dem sie hohe geistige Ziele eröffne, soll sie diesem erhabenen Ziele zustreben. Der alte rückständige Formelkram falle, Brüderlichkeit im vollsten Sinne des Wortes sei Richtschnur. Erfüllt mit Liesen Ideen kehrt der Held des Romans, HanS Joachim Eichrodt nach vierjährigem Kriegsdienste, in dem er alS Flieger-Offizier 24 Luftsiege erkämpft und höchste Ehrenzeichen erworben, auS zweijähriges. Gefangenschaft in England voll Sehnsucht zur geliebten aima mater zurück. Doch was findet er? Das gewaltige Geschehen ist ohne Eindruck geblieben bei diesen Studenten, die doch mit einer einzigen Ausnahme alle im Feld gewesen. Mensuren, Kneipen, — Kneipen, Mensuren, erstarrt im StandelSdünkel, durchseucht von Rassenhaß, von Antisemitismus schlimmster Art. Gleichsam alS Illustration steht im Mittelpunkt der Erzählung das tragische Geschick deS jüdischen Korpsstudenten, des gelausten Juden, den aberdas Taufwaffer nicht retten konnte. Nicht hilft, daß seine KriegSlaufbahn ruhmvoll gewesen, Offizier — trotz Jude, geschmückt mit hohen Ehrenzeichen, nicht, daß er Ü I mustergültiger Burschenschafter, der beste Fechter deS Korps — er bleibt der gehaßte, aufdringliche Semit, — fichtbare und unsichtbare Hakenkreuze umdrängen, vernichten ihn. Er bezahlt den falschen Ehrgeiz mit feinem jungen Leben, fällt Im Duell mit einem Hakenkreuzler, mit — klingt eS nicht wie Hohn — mit dem einzigen Studenten, der fich seiner Krtegspflicht zu entziehen gewußt. Nicht zu übersehen ist die vorzüglich ausgearbettete Figur des katholischen Studentenseelsorgers, der zu richtiger Zeit mit feinem Takt und geschickter Hand die Lösung des Konfliktes vermittelt. Und da die jüngere Studentenschaft sich zu den Ideen des Haupthelden bekennt, klingt der Roman doch etwas versöhnlich aus. Das Buch Deutororrorrnrrm Uebersetzt und erklärt von Dr. D. Hoffmann. Zweiter Halbband Deut. XII 16-rXXXl. Berlin 1922. Verlag von M. Poppelauer. Mit tiefer Wehmut öegiützen wir dieses Fragment, das uns die Frucht der letzten Lebensarbeit der Heimgegangenen großen Meisters bietet. Mit dem Ende von 'J'n ist ihm die Jeder entsunken — ovri v? war sein letztes Wort. Leider scheint es mehr alS fraglich, ob fich für die beiden ausstehenden Abschnitte und vor allem für die Einleitung ein kongenialer Bearbeiter finden wird. Der Kommentar selbst scheint doch eine gewisse Ermüdung zu verraten, insofern größere Exkurse ganz fehlen und nur die Einzelheiten mit bewährter Meisterschaft behandelt werden. Frankfurter Krrichte. ßßewras »Schomer Mz«o " Auf kommenden Mittwoch, den 18. April, abends 8Vs Uhr ist nach dem Hörfunk an der Friedberger Anlage die Gründungsversammlung eines neuen Vereins einberufen, der im Kreise der Shnagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" der altjüdischen Liebestätigkeit, dem ms idit nibw ein bisher wenig beachtetes Gebiet der Mizwo-Tatigkeit erschließen soll. Der Wach-Dienst bei Verstorbene» rst bisher fast ausschließlich durch bezahlte Kräfte ausgeübt worden, wobei sich angesichts der veränderten Erwerbsverhältnisse - mehr und mehr bedauerliche Schwierigkeiten und Mißstände gezeigt haben. Diese Wahrnehmung veranlagte die Friedhofskommission der Israelitischen Religionsgesellschaft, in Uebereinstimmung mit dem Rabbinat, die Gründung eines Vereines anzuregen, dessen Mitglieder sich verpflichten, sowohl in den Wohnungen (auf besonderen Wunsch), als insbesondere aus dem Friedhofe in der Zeit zwischen Beistellung und Begräbnis den Wachdienst mxc wechselweise zu übernehmen. In einer am Rosch Chodesch Nissan stattgehabten vorbereitenden Versammlung, zu der etwa siebzig junge Leute erschienen waren, legte Herr Rabbiner Dr. Breuer rn eindrucksvollen Worten den Ernst und die Bedeutung der hier der Erfüllung harrenden, v'2 rii'vs'wrrv - dar, und es wurde eine Kommission gewählt, mit dem Aufträge, Satzungen auszuarbeiten und der nunmehr einberufenen Gründungsversammluny vorzulegen. Dem Verein kann jedes männliche Gemeindemitglied nach 'Vollendung des achtzehnten Lebensjahres beitreten. Größter Wert ist darauf zu legen, daß nicht nur angestellte Kaufleute und Beamte, die wohl iü der Regel nur während der Abend- und Nachtstunden Wachen, übernehmen können, sondern auch selb strndigeGewerbetreibende und Akademiker sich meft>en, damit auch während der Tageszeit der Organisierung deS ehrenamtlichen . Wach-Dienstes keine Schwierigkeiten erwachsen. Gewiß wird diese neue Gelegenheit, einer der edelsten, in stiller' Hingebung zu vollziehende» Wischen Mizwos die Kräfte zu weihen, viele opferbereite Annehmer bei Jung und Alt finden und int 77. uh,. Schumann-Theater Uhr. Das autssergewölmllcli reichhaltige Messe-Variet6-Programm Sonntag nachmittag 3 Uhr : Große Familienvorst'ellung Kleine Preise — — Ganzes Programm. s uirf Groß-Frankfurt 8Uh!? Irma r. Körfy, Ilse Petersen, Dr. Allos W emtuauac das große M ä r z p r o g ramm. T'nn7nsi1sife TanzTorführungen, Palaisballorchester 1 all£,\iaia » Donnerstag,Samstag,Sonnt. Eiiüafi 7 Uhr. WiAtiPr ITnffpp Original ungarische Zigemier- Wiencr Ikmipc kapelle Q-yallay Per i. ~ Wie wunderbar und natürlich wirkt ein Haarttfatw sei es Transformation oder Perrücke, wenn ei» in hautähnlichem Stoff gestochener Scheitel darin ist. Diese Art Haarersatz mit tamporiertem Scheitel «w bestem Material und in feinster natürlicher Ausführung ist, eine Spezialität der Firma Ed. Trost» Berlin W GQ, Nnrnbergerstr. 60, Ecke Tanentzien- Kraße 7».