Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1923)
- Date
- 1923-02-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Veite 6 Nr. 8. Der JSraettt 33. Kebruar 1SSS sich jedoch völlig! unzugänglich und erklärten, daß die Araber sich an den Wahlen nicht be¬ Kernaver. Sin lalmuSMorallrelk ln Kanada. Jgtontzeat, 15. Dez. Der hier erscheinende „Jewish Lhronicle" berichtet, daß in den Talmud i horaschulen der jüdischen Gemeinde sämtliche Lehrer die Arbeit niedergelegt haben. Sie waren dazu gezwungen, weil infolge der mangelnden Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder die Gehälter mangelhaft oder gar nicht ausgezahlt wurden, sodaß die Schulen nunmehr geschlossen sind. Bitter schreibt das genannte Organ hierzu: „Der hebräische Lehrer ist auch unter den besten Umständen fürchterlich unterbezahlt. Man hat immer erwartet, daß der hebräische Lehrer zwischen seinem hohen Idealismus und seinem niedrigen Gehalt ein Kompromiß schließen werde. Im europäischen Ghetto wurde dieses Kompromiß ein wenig dadurch kompensiert, daß der hebräische Lehrer in hohen Ehren gehalten wurde und daß er wenigstens an solchen Ehren das bezog, was rbm an weltlichen Gütern abging. Aber Kompromisse dieser Art in Amerika bedeuten den Hungertod ohne irgend eine Kompensation." Man erfährt aus der interessanten Mitteilung auch noch die merkwürdige Tatsache, daß der Erziehungsrat von Montreal in die Schulen zwar die modernsten Methoden eingeführt, dabei aber nur die Kleinigkeit vergessen hat, den Lehrern die Möglichkeit zur Anwendung dieser Methode zu geben. Trotzdem dürste unter dem Drucke des besseren Teiles der öffentlichen Meinung gerade durch die jetzt eingetretene Katastrophe das Gewissen der maßgebenden Kreise etwas aufgerüttelt und die Gewähr für eine bessere Fundierung des Erziehungswesens der Gemeinde geschaffen werden. Rumänien. Stilllegung 9er Universität. ZLrrkaresi, 4. Febr. Da die Bukarester Studenten ihre jüdischen Kommilitonen gewaltsam daran gehindert haben, die Vorlesungen zu besuchen, wurde die Universität Bukarest auf drei Tage geschloffen. Die jüdischen Kaufleute haben zum Zeichen des Protestes ihre Läden geschlossen. Der rumänische Justizminister erklärte, er werde strenge Maßnahmen ergreifen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und antisemttischeKundgebungen zu verhindern. Natästina. Brief aus Paläffina. Aerusakew, 12. Febr. Nach einem Berichte des „Kol Jacob", der aus authentischer Quelle stammen soll, wurde nunmehr in Sachen der jüdischen Anstalten die endgiltige Entscheidung getroffen. Danach sollen die jüdischen Anstalten rrurnpn in allem der Verwaltung und Oberaufsicht des Oberrnbbinates unterliegen und werden nur , solche Institutionen die Anerkennung der Negierung erhalten, deren Programm und Statuten erst vorn Oberrabbinate genehmigt And. Der Oberkommissar Herbert Samuel wurde bei seinem jüngsten Besuch in Gedera mit großen Ehren empfangen.- Auch Vertreter der Araber waren anwesend. Ein Scheich ergriff nach dem jüdischen. Redner das Wärt und hielt eine Lobrede auf die Juden und deren freundnachbarliche Beziehungen zu den Arabern, vergaß aber nicht, die Bemerkung einzuflechten, daß sich dieses nur auf die a l t e i n g! e s e s s e - neu Juden beziehe, weniger auf die neu eingelvanderten jungen Zionisten. Der Eindruck der Worte wurde aber bald jausgeglichen durch die schöne diplomatische' Antwort des Oberkommissars, der das .Positive in ■ allen Ansprachen sehr unterstrich, bezüglich der leisen Antingen aber auf die örtlichen Regierungsvertreter verwies, die mit Takt und Klugheit bereit wären, alle Differenzen zu schlichten. Im Hause des Kolonisten Liebermann wurden noch bei reichgedecktem Tische mehrere Reden gehalten. Dort trat ein anderer Scheich in Beduinenkleidung auf und nahm Stellung gegen die Worte seines ersten Stammesgenossen. Er sagte: „Wir wollen in Frieden und Freundschaft mit alle n Juden leben. Unser Wunsch geht dahin, daß unsre Brüder, die im Gefängnis zu Jerusalem schmachten, befreit werden." Der Oberkommissar versprach, der Bitte seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. In Jerusalemer Zeitungen wird ein herzzerreißender Hilferuf aus Jemen an die Bewohner Jerusalems veröffentlicht, in dem die Lage der Juden in Jemen in den trübsten Farben geschildert wird. „Unsere Leiden", so heißt es darin, „sind viel schlimmer als die unserer Väter in Mizrajim. Jetzt die Hände in den Schoß legen und unserer Not still zuschauen, wäre eine Sünde, die von Gott nie verziehen werden könnte!" Was die Jemeniten wünschen, ist, ihnen die Möglichkeit zu geben, aus der jemenitischen Hölle nach Palästina auszuwandern, und zwar wird die gesamte jemenitische Kolonie in Palästina aufgerufen, sich in geschlossener Organisation für dieses Rettungswerk einzusetzen. Nach den Erfahrungen, die man bis jetzt mit den jemenitischen Arbeitern in Palästina gernacht hat, wird man die Einwanderung dieser wetterfesten, arbeitsfrohen Menschen auch als einen Segen für das Heilige Land betrachten können. fierberf Samuel unö öle Araber. — Professor einftefn in Paläfflna. Jerusalem 31. Jan. Herbert Samuel hat dieser Tage nochmals versucht, den arabischen Boykott gegenüber den von der Regierung ausgeschriebenen allgemeinen Wahlen durch gütliches Zureden zu überwinden. Er empfing die arabischen Führer und suchte sie : von der Unklugheit ihrer Selbftausschaltung zu überzeugen. Die arabischen Führer erwiesen teiligen würden. Ein arabischer Aufruf, derm diesem Sinne gehalten ist, wurde von der Polizei inzwischen beschlagnahmt. Professor Einstein ist, von Java kommend, in Palästina angelangt. Er wurde in Jerusalem vom Oberkommissar empfangen. Einstein hielt eine Vorlesung im Jaffaer Gymnasium und nahm an einem ihm durch die Zionisten veranstalteten Empfangsabend teil. ... Amerika. TroRtofes aus Nußlang Zlew-Lork, 6. Febr. Der amerikanische Vertreter der jüdischen Hilfskomitees, der eigens nach Rußland geschickt, um die Dinge an Ort und Stelle zu prüfen, erzählt bei -seiner Rückkehr in seinem Berichte u. a. folgendes: ' In Moskau wurde das Hilfskomitee, das durch die jüdische religiöse Gemeinde gegründet worden worden war, durch das Justtzkommiffariat aufgelöst, ebenso wurden sämtliche Ortskomitees der ausländischen Hilfsorganisationen geschloffen. In Odessa wurde das Büro des von London aus erhaltenen Komitees für die ukrainischen Juden einer Durchsuchung unterzogen und dann geschlossen. Delegierten des Kown oer Heimlosen-Komttees, die in Rußland die Heimkehr der Flüchtlinge ordnen wollten, wurde auf Befehl der russischen Sowjetregierung das Visum versagt. Alle religiösen und gesellschaftlichen Institutionen in Rußland sind geschlossen. Die Macht übt eine kleine Gruppe sogenKmter „gelernter Juden" innerhalb der kommunistischen Partei aus. Von dieser Gruppe werden von nun an auch die Gelder verwaltet. Kein Wunder, daß unter den Umständen die Gelder aus Amerika sich verringern, und die Folge ist die Verringerung der Massen. Amerika. . Präfsaenf fiarfllng über 9as Judentum. Werv-Kork, 25. J-m. Präsident Harding hat an die Union der amerikanischen Gemeinden der Reformrichtung, die ihre Jubiläumsversammlung abhielt, ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Eines der Wunder der Menschheitsgeschichte ist die Stärke und Dauer des jüdischen Glaubens und der Einfluß und die Macht des jüdischen Volkes. Mein Empfinden ist, daß diese Dinge in großem M-aßstabe auf die jüdische Auffassung von einem persönlichen Gott und von der individuellen Verantwortlichkeit der Menschen zurückzuführen sind. Fast überall in der Welt ist das Bedürfnis nach einer Wiedererweckung der religiösen Beseelung und Hingabe -augenscheinlich: denn die Hingabe an dieses individuelle religiöse Ideal hat etwas zu geben, was weder der Patriotismus, noch die bürgerliche Tugend vom Menschen verlangen kann. Große D/e tfofjlenreftnung wächst fiirftterlift, Zentralheizung lässt leidet im Stift, m Das gas isf teuer und oft gesperrt, f ‘Drum scfjwöf icf) auf (Riesfiels Grudeherd* 0 Und gekauft f/abe idj tyn mir bei der Vertretung der 9irma ‘Walter ftiesefret & Co. m. b. Q. ßiebertwolkwity 304 bei ßeiptfg.