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Der Israelit · 1923-02-22 · Heft 8 (22.2.1923) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 8 (22.2.1923)
Date
1923-02-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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WMMWWWWMWMWM 22. Februar 1923 ■ ' „ ■ -.. ■■;-• - und kraftvolle Telle der Menschheit Ziehen zugrunde an ihrem religiösen Nihilismus. Cs Bedarf einer Wiederbelebung! der aufrichtigen persönlichen Beziehungien zwischen Gott und Mensch, eine Wiederherstellung! der ewigen -Grundlage des Glaubens. In diesem Gefühle und in dem Bewußtsein der großen Schuld, in der die anderen Religionen zum jüdischen Glauben stehen, hätte ich gerne die Gelegenheit gesucht, meine Uebcrzeugungcn in dieser Hinsicht in Ihrem Kreise auszudrücken. Die Welt braucht die erneute Sicherheit des Glaublens an den Allmächtigen und die Ruhe, die aus diesem Glauben fließt." Vermischtes. Frankfurt a. M., 16. Febr. Wer über den Aufenthalt des Herrn Markus Silbermann, Safed, der von seiner Frau noch immer gesucht wird, etwas Zweckdienliches mitteilen kann, wolle Nachricht der Redaktion des „JSraelit", Frankfurt a. M., zukommen lasten. Berlin. 10. Febr. Heft 5 der „Jüdischen Jugendbl älter Berlin" ist erschienen. Es enthält einen Chamischo-Offor-Brief: „Habt doch Sonne im Herzen!", „Die Familie Omejn", eine launige Darstellung der Dinim über Omen, „Soll ich heute beten?", eine kurze Besprechung der persönlichen Werte des Gebetes, ausgewählte Pschotim zur Sidra von R. Josef Wolf, sowie schließlich nyniK, eine klare Ueberstcht über "das System und die Dinim der Schomrim — und endlich die Kalender-Erinnerungen und Rätsel, Berlin, 18. Jan. Einen scharfen Protest gegen die Einteilung von Zeugen in Staatsbürger und Juden erließ gestern der Verteidiger in einer Strafsache gegen den Arbeiter Bildebrandt und den Bauarbeiter Richard Ranindie aus der Untersuchungshaf, dem Schöffengericht Berlin-Mitte vorgeführt wurden, um sich wegen unbefugter Amisausübung, Nötigung und unbefugten Waffenbesitzes zu verantworten. Die beiden Angeklagten hatten in der Grenadier st raße bei verschiedenen dort wohnhaften Juden unter Bedrohung mit Pistolen Haussuchungen vorgenommen, und dabei erhebliche Geldbeträge beschlagnahmt. In, dem gegen sie erlaffenen Eröffnungsbeschluß heißt eS wörtlich, „daß beide Angeklagte das Judenviertel in der Grenadier ft ratze" absuchten, angeblich um eine Schiebung aufzudecken und indem Bildebrandt die Juden mit vorgehaltenen Pistolen gezwungen habe, die Wohnung zu öffnen". Gegen diese immerhin eigenartige Form erhob der Verteidiger, Rechtsanwalt Döntg, energischen Einspruch. Es sei bisher nicht Äblich gewesen, in dieser allgemeinen Form, nur von den Juden zu sprechen. Das sei bisher nirgends üblich gewesen und erwecke den Anschein, als wenn es sich um eine beabsichtigte Unterscheidung von Juden und anderen Staatsbürgern handelt. Im übrigen seien die Geschädigten tatsächlich keine Galizier, sondern seien seit vielen Jahren in Deutschland ansässig. Das Gericht erkannte auf je sieben Wochen Gefängnis. Düsseldorf, 16. Febr. Im Verein Lew Thauro, Düffeldorf, wird jeden SamStag vorm. 1 Stunde nach dem Gottesdienst „Mischnajolh" gelernt. Fürth, 18. Febr. Am rwa p"B> beging der Verein „Auhave Thor a" hier das Fest seines 25jährigen Bestehens. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit wurde die Feier auf eine akademische beschränkt. Namens der Borstandschaft begrüßte Herr Meier Königshöfer die zahlreich erschienenen BereinSabgeordneten, Mitglieder und Gäste und warf einen Rückblick auf die Bestrebungen und Leistungen des Vereins im abgelaufenen Zeitabschnitte. Er gedachte dankbar der Personen, die dem Verein ihr Wissen und ihre Kraft geliehen und so wesentlich zur .Erhaltung und Stärkung von Limud Thora in unserer altehrwürdigen Gemeinde beigetragen haben. In der hierauf folgenden Festrede schilderte Herr Dr. Deutsch, dem im Vereine mit dem sel. Herrn Dr. Deffau ein bedeutender Anteil an der Gründung und den Leistungen deS Vereins zukomm», in geistvollen Darlegungen Plan und Methoden des echten Limud Thora, wie es allein geeignet ist, die Gemüter zu gewinnen, zum Guten anzuregen und das Wort i\T av a'Bnro zur Wahrheit zu machen. Bibel- und Talmudforfchunq müßten in solchen Vereinen als ausschltetzltche Quelle der Erkenntnis gepflegt werden, dazu, wie ehemals, die moral.philosophischen Schriften unseres Bekenntnisses, weniger die philosophischen und literarhistorischen, die bei der Unglrichartigkeit der Hörer mehr verwirrend als aufklärend wirken. In diesem Rahmen bewegte sich das geistige Leben der wk Ti der Vergangenheit und das sei auch die Bahn zur Erreichung des im Wochenabschnitt bezeichneten Zieles: — w ntw>ön mi na Tnn rot. Der Bortrag löste große Begeisterung aus. Möge eS dem Verein gelingen, wie bisher, weiter als Fahnenträger für alle Bestrebungen, die Limud Thora zum Zwecke haben, zu dienen, um so den alten Ruhm unserer Gemeinde alS mir, Dipa aufrecht zu erhalten. Schneidemühl, 14. Febr. Frau Taube Goldflein wohnhaft zuletzt in Zegzebbei (Warschau) mit - Der Jsraeltt. 3 Kinder» wird gesucht. ' Auskunft erbeten an Rabb. I. Nobel. Hamburg, 14. Jan. Den ersten der fünf akademischen Borrräge „Zur Judenfrage" hielt vor einigen Tagen im großen Hörfaat der Universität Prof. Dr. Franz Oppenheimer, Frankfurt a. M., über: Die Juden und der Staat. Eine sehr starke Hörerschaft war der Einladung des Komitees gefolgt. Der Redner trat vom wissenschaftlichen Standpunkt aus an das Problem heran und entwickelte den Begriff „Staat" soziologisch. Der Staat ist eine Lebens- und Sprachgemeinschaft, in der Raffen- und Reltgionsunterschtede nicht ausschlaggebend sind und sein können. Wenn die Juden in der ganzen Welt und besonders in Deutschland zu ihrem Staat stehen wie im Jahre 1.914, so sei das ein Beweis dafür, daß sie den Staat als Gemeinschaft anerkennen und unterstützen. Der Redner berührte im weiteren Ber lauf seiner reichhaltigen AuS. führungen auch die zionistische Bewegung, die man besonders jetzt verstehen könne, da bei vielen Juden eine seelische Trennung vom „Macht"staat einaeireten sei. Der Redner meinte aber warnend, daß kein Mensch sich seinem Mutterboden entziehen könne und daß daher das Staatsgefühl wohl finken aber nicht verschwinden werde; Trennung ohne Schmerz ist nicht möglich. Sprechsaal. Spenden - Verzeichnisse für alle Zweige jüdischer Wohltätigkeit. Mit innigem Bedauern vermisten schon längere Zeit wertere Kreise unserer wohltätigen Glaubensgenossen die ausführliche Beröffenilichung, bezw. die Extrabeilage der Spendenverze-chniffe für alle Zweige jüdischer Wohltätigkeit, begründet von Bezirksrabbiner Dr. Adolf Saloenöi in Dürckheim, Distrtktsrabbiner Narhan Bamberger in Würzburg u. a. Die geschaffene Lage der heutigen Verhältniffe bedingt allerdings hohe Druckkdsten re., so daß nunmehr — mit Ausnahme der Spenden zur Agudas-JtSroel — eine kurze öffentliche Rechnungsablage über die Sammeltätigkeiten im „Israelit" erfolgt. —. Was die Herren Dr. Salvendi und Nathan Bamberger auf dem Gebiete dieses Liebeswertes geleistet haben, wissen die Spender vollauf zu würdigen. Die edle Teilnahme an allem Leid ihrer Brüder gewann lebendige Form durch ihre schwärmerische Liebe zur Scholle des heiligen Landes. So entstand Ihre große, über Jahrzehnte ansgedehnte, mit zäher Kraft und heiligem Eifer verfolgte Arbeit für das heilige Land, wovon auch ihre geschaffenen Spendenverzeichniffe Zeugnis ablegen können. Die Liebe und kindliche Pietät ihrer verehrten Herren Söhne haben diese B älter und ihre Ziele weiter gefördert. Daß nun heutzutage die Beilagen der Spendenverzeichniffe infolge der hohen Druckkosten rc. nicht mehr in der früheren Weise erscheinen können, ist nur glaublich. Allein bet dem bekannten Wohltätigkeitssinn unserer Glaubensbrüder, sowie in Anbetracht des erhöhten Wohlstandes weiterer Kreise, dürften auch die Spenden des Liebeswerkes heute reichlicher fließen als je und daher die Ausgaben für Papier, Druckkoften rc. gerade nicht besonders in die Wagschale fallen. Vielleicht dürfte aber auch folgende Anregung angebracht fein, die Spendrnverzeichniffe in kurzen Fortsetzungen, nach und nach in der Feuilleton-Beilage oder in einem anderen Teile des „Israelit" ausführlich, wie früher, zur Veröffentlichung zu bringen. ES dürfte dies sicherlich ein Ansporn zur jüdischen Wohltätigkeit sein, dieses Werk edelster Menschenliebe zu unterstützen und bei unseren ed len Brüdern und Schwestern aufrichtiges Mitleid und Hilfe erwecken! X. 9. Adar 5683 . s heim, Hartungstr., stattfindende TRA (JUNG ihrer Kinder BETTI und MAX beehren sich bekanntzugeben Frau Leopold Schwarzschild Willy Würzburg u. Frau Mamburg. Die am 25. Februar 1923 Statt Karten- Die Trauung unserer Kinder Ruth und Albert findet, s. ff. «?., Dienstag, den 27. Februar 1923, im Brüder Vereinshaus, 11. Adar 5688 Kurfürstenstr. 116, Berlin, statt. Levi Alexander n. Frau Jdm geh. Weichselbaum Johanna Weicheeibaum geb. Eichembronner. Freandl. zugedachte Telegramme erbitten wir, za Gunsten des Krankenhauses, Berlin, abzulösen. Äo. 8 Seile? Sriefkasten. L. in N. 55,000 M. sind bei uns etngegangen. Der Betrag wird vorschrifts gemäß der Deutsch-Holländischen Palästina.Verwaltung zur Mazzosbeschaffung für Anijp Erez Jtsroel überwiesen. H. M. in L. Es gibt in New York keinen ersten Rabbiner. Wir nennen Ihnen den Rabbiner der unaarischen Gemeinde, Herrn Dr. Philipp Klein, New- York 75 W, IlÜtk. Street. L. K, Reutlingen. Sie schulden uns bis 1. 4. 23 Mk. 1658. H. A., Köln. Mk. 30.000 für Ukraine erhallen. E <K. in Nürnberg. Wir erhielten per Post, scheckkonto 1000 M. Nach Gutschrift des Betrage» schulden Sie unS bis 31. März noch 1007.50 Mk. Kamiliennachnchten. Bnrwizwohsei r Heinrich, Sohn des Herrn Adolf Stoffmacher Offenboch a. M., Taunusstr. 47, in der Synagoge Offenbach, Goerhestratze 1. 34. 3. 23. Verlobte. Frl. Selma Berg. Tauberrettersheim, mit Herrn Jakob Strauß, Bad Mergentheim. Frankfurter Kerichtr. Henerakversammluug des Talmud thoravereins. Am Sonntag den 18. d. Mts. fand unter oem Vorsitz des Herrn Jakob H a m b u r g c r die diesjährige Generalversammlung des Tnlmudtoravereins im Vor Ml der Synagoge am Bvrueptatz statt. Aus dem Bericht des Vorsitzenden ist besonders erwähnenswert der lebhafte Besuch der bisherigen sowie die Nachfrage nach neuen Schiurim, sodas; der Verein die Zahl seiner Schiurim von 30 ans 45 in der Woche steigern konnte. Die Schiuriiu finden vornehmlich in den Räumen und Rebenräumen der Synagoge am Börneplatz, Tlnubscher Synagoge, Synagoge am Hcrme^weg nnd der Mä n nahmt feit taste statt. Die Zahl der Schüler nnd regelmäßigen Teilnehmer ist um über 25gestiegen, die Zahl der Mitglieder insgesamt aus weit über 000, sodaß der Talmuotoraverein heute als einer der größten und leistungsfähigsten Lernvereine in Deutschland betrachtet werden kann. Der von dem Kassierer Herrn Breslau vorgetragene Kassenbericht ergab, daß es gelungen ist, trotz der gewaltig gestiegenen Spesen für Dozemengehälter, Dächer etc. mit einem kleinen Neberjchuß ins neue Etatsjahr zu treten, und daß die Öpferwilligkeit der Mitglieder auch ein Jvrtschreiteii in den bisherigen Leistimgen ermöglichen werde. Nach Wiederwahl der turnusmäßig aus dem Vorstand nusscheidenden hochverdienten Mitglieder, der Herren A. Dorfzaun und Raphael Weil durch Akklamation wurde dem Vorstand Entlastung erteilt und an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten ausscheidenden Herrn Salo Motra Herr Abraham Borustein. Gemäß Antrag des Vorstandes wurde nach längerer Diskussion beschlossen, den Halbjahresbeitrag für das erste Halbjahr 1923 aus 000 Alk. festzusetzen. s)JHt einem Appell des Herrn Dvrfzaun und des Vorsitzenden, unermüdlich weiter für Limud hatauro tätig zu sein, schloß die Generalversammlung. Als nächste öffentliche Veranstaltung findet ittiir kommenden Sabbat eine Stunde vor Ausgang ein Vortrag des Herrn I. B. Levy über die Megillat Esther im Hörsaal der Synagoge am Börneplatz statt. Agudas Iisroet Iugendgruppe Die diesen Sonntag stattfindeude Wohltätigkeit»« feter muß trotz verlängter Polizeistunde aus technischen Gründen um halb 6 Uhr beginnen. — Während der einzelnen Programmnummern müffen die Saaltüren geschloffen bleiben, um Störungen zu vermeiden. Büffet ist vorhanden. Der Vorabend des -m B»*in «pst (Donnerstag, 15. Februar), vereinigte die in jüngster Zeit neu hinzugekommenen Mitglieder in den Räumen der Aguda» Jtsroel, Hanauerlandstr. 17, zu einer gemütlichen Zusammenkunft, die im Zeichen des vaiv ytk r»aosw nn&tpa stand. Nach einer schönen Begrüßungsansprache des Herrn Gerfon Schn erb wechselten musikalische und rezitatortfche Darbietungen in bunter Folge miteinander ab. Eine Scherztombola, die den Betrag von 56d3 (!!) Mark ergab, hob die Stimmung noch weiter. Die Schlußworte des Herrn Dr. S. Ehrmann ernteten ebenfalls reichen Beifall. Nach gemeknsam gesungenem nwan TP trennte man sich in 7% uh,. Schumann-Theater? uhr. Der Löwen —Ringkampf Sonntag Nachmittag 3 Uhr: GROSSE FREMDENVORSTELLUNG. Suhl? Groß-Frankfurt Ä Weinklause Das fahrende Cabaret. Wiener Kaffee. Weinrestaurant.

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