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Der Israelit · 1923-02-08 · Heft 6 (8.2.1923) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 6 (8.2.1923)
Date
1923-02-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Brr Asrsrrsr. Bett« 4. Nr. G Mf fco* NsSSs« auf de» Bergen ... ganz so wie man dasselbe Phänomen, a n d e r s w o a l s d i e wildeI a $ b Wo tans usw. erklärte." (S. 291). Nein, Herr Torczyner, Jesaja, den Sie zitieren, sagt etwas glanz anderes, er sagt nämlich: „'Ter Herr hat einen Schwindelgeist in Ihrem Innern ausgegossen." (19, 14). 2. In der .Bision, die Ezechiel am babylonischen Flusse Kebar hatte, heißt es (1, 24): „Und ich hörte die Stimme ihrer Flügel gleich der Sitimme mächtiger Gewässer c/'iP gleich der Stimme des Allmächtigen." (Vgl. Ez. 10, 5, einen Satz, den, wie grundsätzlich alles, was er nicht in seine Gletscherpresse zwängen kann, seinen Lesern zu verheimlichen, Herr T. den traurigen Mut hat). Er weiß ganz genau, daß die „Stimme des Allmächtigen" die Donnerstimme bezeichnet. Aber das hindert ihn nicht, zu dekretieren (S. 286), daß es die Stimme des Hermon „des Berges der Sturmfluten" sei. Zwar heißt „der Berg im Norden Palästinas" in der heiligen Schrift Libanon, ein Name, der etwa 70 Mal in der Bibel erwähnt wird und weißer Berg d. h. Schneeberg bedeutet. Zwar nennt die Schrift an etwa 15 Stetten den Hermon, den höchsten Berg des Libanon bezw. Antilibanon. Aber alles das erzählt Herr T. seinen Lesern nicht, denn sie würden ihm sonst nicht ohne weiteres glauben, daß der Berg im Norden Palästinas Sch. geheißen habe. Ter -Verfasser scheint zwar zuweilen der Wahrheit die Ehre zu geben, denn-er erwähnt z. B., daß der Hermon Ps. 29, 6 Sirjon genannt wird. Mer der Schein trügtdenn Herr T. verschweigt, daß der Hermon nicht nur Ps. 29, 6, sondern auch Deut. 3, 9 mit dem sidonischen Nameu Sirjon bezeichnet wird, d. h., wie die Kommentatoren erklären, Panzer, wegen seiner Form, und daß er dort auch mit dem eMoritischen Namen Senir genannt wird, eine Angabe, die durch die Keilschriften bestätigt wird, denn assyrisch heißt es Saniru. Er verschweigt das und beteuert mit dem ernstesten Gesicht von der Welt, daß der „sonst unerklärte Name des Hermon 'Sirjon Ps. 29, 6 Sch-adjon zu sprechen! ist." (S. 286) Ob Sirjon oder Schaden, ob Schikron oder Schakron, das ist Herrn T. ganz gleich, er versteht es, Hochgebirgs- und Gletscherblumen aus jedem Text zu gewinnen. (Schluß folgt.) Lonrrpouäenre« «. OacmMe«. Deutsches Reich. verbsnS der jüäifdien Jugenönereine Deuffditands- Aerkin, 5. Febr. Auf der letzten Vorstandssitzung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands wurde zugleich mit dem Palästina-Dezernat, ein Dezernat für das deutsch-jüdische Jnteressen-Bereich geschaffen. Als Aufgabe dieses Dezernates ist der Versuch gedacht, eine den örtlichen Gegebenheiten angemeffene soziale Tätigkeit seitens der Jugend zu organisieren. ES gilt in erster Reihe, sich der jungen Lehrlinge, die ohne Anschluß zu haben, von Land- und Kleinstädten in die Großstadt kommen, anzunehmen. Aber auch auf Akademiker und andere Berufe, nicht zuletzt auf jüngere, der Schule noch nicht entwachsende Jugend soll sich die materielle und geistige Fürsorge erstrecken. Zur Ausbildung der Helfer find Borträge und Kurse vorgesehen. kine Stimme Ser Vernunft in ösvern. Mürnöerg, 5. Febr. In dem hier erscheinenden „Fränkischen Kurier" ist ein „Ausruf an das deutsche Volk" abgedruckt, der u. a. folgende Mahnungen zur Vernunft enthält: „Deutschland befindet sich in Not. Welcher politischen oder religiösen Ueberzeugung die Deutschen auch sein mögen, mehr als je zuvor muffen sie jetzt und künftig einig sein und die Abwehr vornehmen, um zum Wiederaufbau schreiten zu können. Wer Zwietracht und Haß sät, Deutsche gegen Deutsche auswiegelt, handelt treulos und verraterisch am Vaterlande. Engherzigkeit und Abschließung führen zur Auspeitschung wildester Leidenschaften, der Zersplitterung und Kleinstaaterei, der Bedeutungslosigkeit, dem Endziel der Franzosen und Belgier. .Deshalb kann nicht scharf genug die deutsch-völkische und national-soz ialistische Bewegung verurteilt werden. -- Lewer wird in dieser Beziehung auch auf vielen deutschen Höchschulen und Universitäten sehr stark gefehlt. Jeder Deutsche ist sich bewußt des Wertes der Wissenschaft, der wir in erster Linie im In- und Auslande unsere Achtung verdanken. Gleichviel welcher poliltschen oder religiösen Richtung wir angehören, wir wünschen und sollen arbeiten, alle ohne Ausnahme, an dem Siege des Geistes und der Wissenschaft, zugleich im Sinne echter Menschenliebe. Zur Menschenliebe mit allem Drange zur Erforschung des Llchtes und der Wahrheit gehört aber auch die Duldung, in dem Mitmenschen einen Gleichberechtigten zu sehen. Möge die ganze deutsche Studentenschaft gewiß sein, auch Israeliten würden gerne dazu beitragen, daß die Not unter den Studenten aufhört, sie während der Zeit ihrer Ausbildung keinen Mangel leiden. Aber gefordert muß werden beim Gedenken unserer Reichsetnhett, die alle Deutschen einen soll, und unserer Treukundgebung an die Bewohner der besetzten Gebiete, daß auch von den wahrhaft vaterländisch, weitsichtig und großzügig denkenden Profefforen, Dozenten und Studenten dafür eingetreten wird, daß nunmehr die Schranke geöffnet, das Trennende gebannt wird, auch Israeliten Mitglieder der Verbindungen und der Studentenausschüsse werden und in diesen ihre Liebe zum großen deutschen Vaterlande und für die Pflege der Wissenschaft zum Segen des ganzen Volkes und zum Danke für das in sie gesetzte Vertrauen voll und ganz entfalten können. Damit hält zugleich der wahre deutsche Geist im Sinne allgemeiner Menschenliebe in den deutschen Hochschulen und Universitäten und von dort ausgehend im ganzen Volke seinen Einzug. Dann werden auch alle Dentschen mit vermehrter Lust und Liebe am Vaterlande hängen und dieses wieder groß und mächtig werden." Letirertsgung. Hlderrörrrg, 2. Febr. Am 14. Januar fand in Wilhelmshaven die 3. Tagung der isr. Lehrer des ehemaligen Herzogtums Oldenburg statt. Ein reichhaltiges Programm füllte den Tag aus. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Landrabbtners Herrn Dr. de Haas folgte der Vortrag des Herrn Bernheim, Varel über „die Entwicklung des liturgischen Gesanges und seine Pflege durch die Jugend." Der Referent führte in feffelnder Weise ältere und neuere Komponisten des Synagogen-Gesanges den Zuhörern vor, machte auf viele Schönheiten in ihren Werken aufmerksam und zeigte an der Hand von Beispielen, wie die Jugend für den Synagogen-Gejang heranzuztehen ist. Eine rege Aussprache brachte viel Anregung und zeigte, wie viel Jntereffe für das Thema vorhanden war. Es folgen die Referate über „die Stellung des Hebräischen im Religionsunterricht" von Herrn Freund, Delmenhorst und 8 1*38 über „Grammatik im Hebr. Unterricht" von Herrn Meyberg, Oldenburg. Wiezu erwarten, kam zu den Themen eine rege Aussprache über das neuerschienene Buch von Dr. Dan. Fink jlV?, die viel für und wider brachte. Jedenfalls ergab die Debatte, daß das Werk für unsere Schulen bei den wenigen wöchentlichen Reltgionsstunden z. Zt. nicht zu verwerten sei, bet all den vielen Vorzügen, die nicht zu vergessen sind. Den Schluß der Konferenz bildete ein interessanter talmudischer Vortrag des Herrn Dr. de Haas über einen Abschnitt aus dem Tr. N2VN wi. Der Abend versammelte eine zahlreiche Gemeinde zum Elternabend. In dankenswerter Weise war es den Kollegen durch die Gastfreiheit der Wilhelmshavener Gemeinde ermöglicht , worden, die Nacht in Wilhelmshaven zu verbringen, sodaß auch sie vollzählig am Elternabend tetlnehmen konnten. Ein Referat „Schule und Elternhaus" von Dr. de Haas eröffnete dem Abend und brachte eine rege Aussprache von " allen Setten zu stände. Mit Befriedigung' kann die Oldenburgische Lehrerschaft auf ihre dritte Tagung zurückvlicken, umsomehr als die übliche leidige Aussprache über Gehaltsfragen auf dieser Konferenz nicht berührt zu werden brauchtedenn die Oldenburger jüdischen Lehrer sind alle nach den staatlichen Gehaltsätzen 7., 8. und 9 Gruppe etngrupptert. Möge dieses ein Ansporn für manche jüdische Gemeinde Deutschlands sein, zum Segen der jüdischen Schule, zum Segen des Judentums! Noten. Die ekieSarlm ln Polen- Warschau, 1. Februar. Ein Aufruf des Erziehungsamtes im Verband „Schlome Emune Jisroel" wendet sich an die Führer, Leiter und Lehrer in Polen, der Chedartmfrage ihre erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist gelungen, in das Gesetz über die Zwangsschule eine Bestimmung etnzubringen, die die chederbesuchenden Kmder vom Schulzwange befreit. Dagegen wird gefordert, daß in den Chedartmmindestens zwei Stunden täglich nach einem bestimmten Lehrplan den profanen Disziplinen gewidmet seien. Außerdem ist eine Reihe von Vorschriften hygienischer und pädagogischer Art für die Chederschule vorgesehen. Selbstverständlich muß es jetzt eine Ehrenpflicht - für die Orthodoxie sein, auf der Höhe der Aufgabe zu bleiben und die Chederschuien unter diesen günstigen staatlichen Verhältniffen so auszubauen, daß die Kinder nicht gezwungen sind, aus denselben in die Zwangsschule zu flüchten. In allen Städten, wo sich zentrale Chederschuien und Talmud Thoras befinden, muß mit aller Strenge darauf gesehen werden, daß die genannten Bedingungen eingehalten werden, wo solche Schulen noch nicht vorhanden sind, müssen sie unter den genannten Voraussetzungen schleunigst gegründet werden! Selbstverständlich muß nach wie vor das Hauptgewicht auf die religiösen Fächer und Thorawissenschaft gelegt werden. Bezüglich der profanen Lehrgegenstände ist vom Erziehungsamt bereits eine Broschüre herausgegeben worden, die in übersichtlicher Zusammenstellung den Schulleitern genau den Weg zeigt. Es soll aber setzt auch ein Handbuch für die Hauptfächer, die jebräischen und die religiösen, in Cheder und Talmud Thoraschule ausgearbettet werden, und zu diesem Zwecke werden sämtliche Schulleiter in Polen ausgefordert, ihre Erfahrungen, Wünsche und Anregungen dem Erztehungsamte rntizuteilen. Durch diese Meinungsäußerungen wird das Material gewonnen, das zur Zusammenstellung eines nach allen Richtungen hin befriedigenden Lehrplanes erforderlich ist. Auch die Rabbiner und geistigen Führer in Polen werden um ihre Ratschläge und Meinungen gebeten, deren Wort aus alle Fälle in Erztchttngtzfragm chwer ins Gewicht fallen muß. Das Erztehungsamt erklärt sich in Permanenz und wird innerhalb der Agudas Schlome Emune Jisroel als

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