Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1923)
- Date
- 1923-01-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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18. Januar lfr3 Weisung seitens « des verst. Herrn William K l i n g e n st e i n in London die Möglichkeit einer für eine derartige Organisation immerhin erheblichen /Erhöhung d^r -Jahresanteile gegeben. Demgemäß konnte die Quote auf Mk. 1600.— festgesetzt werden. Ein Ehepaar erhält* wie üb- Teiles jedes Minderjährige Kind ein Viertel. Außerdem wurden aus dem Reservefonds eine Reihe von Zuwendungen gemacht in Höht von Mk. 1000.— an. Da die Achawa noch zwei Legate in Aussicht, hatso darf sie, wenn auch ihre Leistungen an der Geldentwertung gemessen, nur bescheiden sind, doch mit einemgewissen Maß von Vertrauen ins neue Geschäftssahr eintreten. für ditskS Jahr zur Verteilung gelangende Betrag beläuft sich infolge günstiger Umstände' auf Mk. 260.000.— gegen 36.000.— im Vorjahre. Da eine Anzahl von Pensionären, die sich in günstigerer finanzieller Lage befinden als zahlreiche andere auf ihren Anteil verzichtet haben, so ist es dem Vorstand ermöglicht, besonders hilfsbedürftige im Amte stehende Lehrer yöev Peyfionäre in einer noch weitgehenden Mise 'zu bedenken.' Gehörig begründete Gesuche wolle man innerhalb der nächsten zwei Wochen an den ersten Besitzenden richten. Geldsendungen überweise man am besten auf Postscheck-Konto 47 452 Mr die Achawa, Penstons- und HUfSkasse isr. Lehrer in Deutschland. NeprSlenlsnlenkolleglum Ser Deüffdi Jsraelltifdien öemeinSe. KsmSarg, 5. Januar. In der letzten Sitzung wurde der Antrag des Gemeindevorstandes auf NachbewilltgMg^ von'350000 Mk. für das.Armenwesen an-! genommen. Der Kommissar des. Gemeind evorstandes, I. H eck sch e-r wies/dakaüf hin, daß der! Bststand noch sehr großer Mittel bedürfe, wenn ' errdie^ von ihm. begonnene soziale «Fürsorge für - diesen ^schweren Winter' fottse'tzen .solle. Die gemischteFDchlzkMMWonlMW..MDW, Nö \ für die nächsten^ Monate bis einschließlich Februar mindestens noch 10 Millionen Mark nötig seien, wenn dem Mittelstand üW die schwere Zeit hinweggeholsen werden sollte. Die Finanzkommission hätte jedoch beschlossen, zunächst von einer Anleihe abzusehen und erst einmal an die Gebefreudigkeit der Hamburger Gemeindemitglieder zu appellieren, die hoffentlich auch in diesem Falle. nicht versagen werde. vis religiöfe Infoleran? in Sadtfen. Dresden, 15. Januar. Im Gegensätze zu dem Intoleranz-Edikt des sächsischen Kultusministeriums, wonach jüdische Schüler, die an hohen jüdischen Feiertagen dem Unterricht ferNbleiben, mit Karzerstrafen belegt werden, weisen Berliner Blätter aus einen Erlaß des Preußischen Unterrichtsministeriums vom 6. Mai 1859 — bestätigt durch spätere Erlasse vom 4. April 1868, 30. Januar 1869, 5. April 1884 und 18. Januar 1894 — hin, in dem es heißt, daß, im Gegensatz zur Auffassung des Prövinzialschulkollegtums, die Schulverwaltung den Ansprüchen jüdischer Eltern, die für die Sonnabende „ganz oder für die Stunden des GottesdiensteL" die Befreiung ihrer Kinder vom Schulbesuch wünschen, „die gebührende Berücksichtigung nicht versagen kann!" Also eine weit über die Schulversäumnts an den wenigen hohen Feiertagen hinausgehende Toleranz. — Man sollte sich in einem Lande mit unumschränkter sozialdemokratischer Regierungsgewalt die Verordnung aus dem damaligen „reaktionären Preußen" merken. vie Ma??08versvrgung. Amgsteiufmt, 10. Januar. Der „Verband der Mazzosbäckereten Deutschlands" schreibt uns: - «Unter dieser Überschrift ist in -Nummer 48 -es „Israelit" vom 30. November 1922 ein Der -»rarttt. . Leitartikel erschienen, den der Verband für Mazzosverforgung nicht unwidersprochen laffen kann': Jener Artikel enthält schon in seinem ersten Satz eine Unrichtigkeit insofern, als er behauptet, es würden von Seiten der Mazzosbäckereten außer der ursprünglich vertankten Anzahlung von Mk. 150.— pro Pfund wettere Mk. 250.— angefordert. Die Bekanntmachung der Mazzosbäckereien sagt vielmehr deutlich, daß statt Mk. 150.— pro Pfund Mk. 250.— eingefordert werden. Auch die Behauptung, d)ß ein MazzoSpreis von Mk. 350.— bis M. 400 — im Publikum Unwillen auslösen müsse, ist unrichtig. Das Publikum weist selbst, wie sehr die Mehlpreise und die sonstigen Unkosten (Kohlen, Löhne, Frachten) gestiegen find und kann sich ein vernünftiges Urteil über die Preisentwicklung der Mazzos bilden. Die einzelnen Mazzosbäckereten kaufen ihr Mehl im- Rahmen ihres Bedarfes und ihrer Geldmittel. Sie sind aber abhängig von den Mühlen und diese lehnen eS ab, Mehl im Voraus auf eine große Zeitspanne hin abzugeben. Diese Tatsache machte es den Bäckereien unmöglich, sich für ihren ganzen Bedarf für Voraus einzudrcken. Ein grundlegender Irrtum deS Verfassers des Artikels vom 30. November 1922 besteht insbesondere in seiner Anficht, hgß die großen^ Bäckereien, im Gegensatz zu den' Kleinbetrieben,; Ich zu billigen Preisen eingedeckt hätten und da-: her rechnerisch billiger 'liefern könnten. Gerade die großen Bäckereien ' haben vielmehr wegew ihres größeren Bedarfes viel größere Schwierigketten, ihn von den Mühlen zu erlangen. Ste^ Müssen weiterhin ein. außerordentliches Kapital besitzen, wenn-sie ihren ganzen Bedarf im Vor-; aus einkaufen wollten. Eine Großbäckerei z. B., die 400 Zentner Mehlpro Woche verarbeitet, braucht allein zur Bezahlung des Mehles wöchentlich 10000000.— Mark. Welche Summen wären stmacherfordMch, Mehl Wr, bic. ganze Backzeit im BöraUS anzuschaffen? — Der Verband der Mazzosbäckereten muß es im Jntereffe seiner kapitalschwachen Mitglieder verhüten, daß eine Preisunterbietung stattfindrt. Hierin liegt doch wahrlich nicht eine Bevorzugung der Großbetriebe. Alle Schlußfolgerungen, die der Schreiber des angefochtenen Artikels in jener Richtung gezogen hat, sind irrige Besonders zu mißbilligen ist die Unterstellung, daß die Großbäckereien ihrer Berechnung der diesjährigen Mazzospreiie den WiederbeschaffungSprets für den nächstjährigen Mehlankauf zu Grunde legen. Hierin wird den Großbäckereien, von deren „Riesen gewinnen" der Artikel spricht, der Vorwurf der unlauteren Preistreiberei gemacht, also der schwerste Vorwurf, der überhaupt gegen .einen Gewerbetreibenden gerichtet werden kann. Alle Mazzosbäckereten unterstehen den gesetzlich eingerichteten Preisprtzfungsstellen. Sie haben garnichts dagegen 'etnzuwenden, daß Nachprüfungen startfinden., Nur weisen fie es hierdurch entschieden zurück, daß ihnen in einer jüdischen Zeitung unbegründete Borwürfeschwerfter Art gemacht werden". (Wir glauben, in unseren Ausführungen die berechtigten Interessen der Bäckereien so weitg'hend gewürdigt zu haben, daß für eine Polemik wirklich kein Raum istes scheint uns aber müßig, darauf zurückzukommen, nachdem die Preisentwicklung inzwischen die ganze Grundlage .der Betrachtungen verschoben hat. Red.) Bejirhsfag Ser figudas Jisroei-Jugendorganifafion. Intim, 14. Jan. Am 18. Februar wird hlerselbst ein Bezirkstag der „Ag udas Jisroel-Jugendorganisation" im Saale des Bürgervereins stattfinden. Ar. 3 «rtt» » Frankfurter Berichte. Johann« Reichert Eine N2'.L>n in deS Wortes bester Bedeutung ist auS dem Dasein geschieden und hat nicht nur eine um fie klagende Familie, sondern auch einen großen KretS aufrichtig trauernder Freunde hinterlaffen. Eine b'n WH war sie als treue, aufopfernde, mitschaffende und helfende Gattin, MS liebevolle, fürsorgliche und hingehende Mutter, eine seltene Frau, die jüdisches Wissen mit moderner Bildung glücklich vereinigteeine im „geheimen Innerndurch und durch fromme, gotteSfürchtige Frau, eine vorbildliche Wohltnerin, die tm Stillen aber reichlich wirkte, Pairiarchtn an vornehmer Gastfreundschaft und vor allem ein „Heldenweib" tm geduldigen Ertragen der Leiden des Lebens. «Lerne leiden, ohne zu klagen,«, schien ihre Devise zu fein. Welch schwere GchickkalSschlSge fie auch erfahren muhte, wie schwer sie seeiich und körperlich zu leiden hatte, nie entfuhr ein Wort deS Zweifels oder Tadelander himmlischen Güte ihrem Munde. »Wer am 2*iy rao auS dem Leben scheidet, hat fein Werk vollendet«, sagt der Talmud, Am Tnv £mutbe in Winterfrost -er Monat BDff verkündet, der neue- Frühlings, weben unter schneebedeckter Rinde bringen wird. Da» Wort deS Propheten: 121 2j)p> «NS" VA2.1. In Zukunft wird Jakob Wurzel schlagen, grünen und blühen Israel und voll wirb sein die Erde vom Fruchtertrag«, wird sich auch an dieser jüdischen Mutter erfüllen, indem ihre Persönlichkeit, ihr Seelenleben und ihr« ideale Tätigkeit in den Herzen der Enkel und der Getreuen fort und neu ayfleben wird. Ihr Andenken wird immer N2127 sein! n"am Zgrrdas Iisroet Äugend- und MSdchengruppe. Laut BorstandSbefchluh vom 3. t. 23 ist der MitgliedSbeitrag für da» Jahr KS83 auf Mk. 100.- per Monat festgr setzt worden. Obwohl wir unsere stetig steigende Unkosten hiermit nicht decken können, haben wirken Beitrag nicht höher'bemessen, um allen Mitgliedern die Zahlung zu ermöglichen. Außerdem kann der, .Borstand aus Antrag in besonderen Fällen eine Ermäßigung eintreten laffen. Wir bitten unsere Mitglieder den Beitrag für das erste Halbjahr ü«83 mit Mi m.- auf unser Postscheckkonto No. 42823 zu überweisen oder DienStag und Mitwoch Abends im Bureau Hanauerlandstraße 17 zu zahlen/ damit die hohen Einzugsspefen erspart bleiben. An unsere zahlungsfähigen Mitglieder richten wir die Bitte, den Mindestbeitrag durch freiwillge Spenden zu erhöhen. Heschrchisvortrage im Meüor Ghaftm. Nächsten Sonntag, abends 6 Uhr, spricht Herr Red. S. Schachnowitz (Langestraße 18) über „Die Sabbaiai Zewi.Bewegung und ihre Nachwirkungen in Deutschland.« Sonntag, 28. Januar, findet ein Referat de» Herrn Rabbiner Dr. Bon di, Mainz, statt: „AuS der Geschichte deS jüdischen Kalenders." Heffentklche Worträge der A. I. Ingendgrnppe. Der vierte öffeutliche Vortrag der A. I. Jugend- und Mädchengruppe findet Sonntag, den 21. Januar, im Hörsaale Friedberger Anlage, 8«/4 Uhr abends, Schumannl Theatei» f Täglich 7 Va Uhr: 9 Das unübertreffliche I Januar-Variete-Programm P Jeden Sonntag Nachmittag 3 Uhr: W GROSSE FAMILIENVORSTELLUNG. | Kleine Preise Ungekürztes Programm 1 Weinklause I Tanzpalais Armin Berg I Das schönste Tanz- Dina Dietrich I etablissem. orig. Jazzu. d. große Programm. I band. Ballorchester □ □ Wiener Kaffee □ □ Nene ungarische Kapelle.