Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1923)
- Date
- 1923-01-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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»er AAraew. Mir 1 »eile 5 4. Haimar 1«3 UiLenrat aevlattt zu haben. NeMadsmE wurde rum Tode verurteilt. Die Presse der Rechten hat ihren Ton ein wenig gemäßigt. Der Tag veÄief den Befürchtungen zum Trotze ruhig. durchzusetztztt. Jedenfalls wird es gut sein, daß die raLLinischen Kreise der ganzen Welt der Angelegenheit bereits jetzt ihre Aufmerksamkeit zirwenden. gitmmv endgültige Enfredifunö 9er JTIinoritäten ln Litauen. Kowno, 25. Dez. Der litauische Sejim hat den Beschluß der Wahlprüsungskommission, durch den die meisten Mandate der Minderheiten annulliert werden, bestätigt. Damit ist dem Gewaltakt der Kommission die feierliche Sanktion erteilt, und die Vertreter der Minderheiten werden, auch soweit sie zugelassen worden sind, beim Parlament fernbleiben. . Aettlüttv. nnfifemififdie Sfuöenfenhraroalte. Kiga, 26. Dez. Die Rigaer Blätter berichten: In der lettländischen Hochschule in Riga war es bereits vor einigen Tagen zu*Zusammenstößen zwischen jüdischen und ntchtjüdtschen Studenten gekommen, die eine jüdische Wahlversammlung zu den bevorstehenden Studentenratswahlen störten, Die Exzesse haben sich wiederholt und nahmen einen stürmischen Charakter an. Die Gerüchte, als seien während der Exzesse mehrere Personen so schwer verletzt worden, daß sie im städtischen Krankenhause hätten vmergebracht werden müssen, entsprechen nicht den Tatsachen. Mitlerweile ist ein Erlaß des Ministers des Innern erschienen, der sich scharf gegen Ausschreitungen wendet und ihre Unterdrückung mit allen Mitteln ankündigt. , Dazu schreibt die „Rig. Rdsch." : Hoffen wir, daß die energischen Maßnahmen des Innenministeriums diesen bedauerlichen Auswüchsen eines der Kriegspsychose entstammenden Faustrechtsbewußtseins nunmehr rasch ein Ende bereiten. Daß auch die weitesten Kreise der Bevölkerung die richtige Einstellung zu diesen Ausschreitungen gewinnen, muß Sorge und Pflicht der gesamten lettländischen Presse sein. Rumänien. , nnfitemififdie nusfdireifunaen in Rumänien- Bukarest, 8. Dez. Im Zusammenhang mi^ antisemitischen Kundgebungen und Ausschreitungen der Studentenschaft in Klausenberg und Bukarest, zog in Jassy, einer Stadt mit überwiegend jüdischer Bevölkerung, nach einer studentischen Versammlung eine 2600 Personen zählende Volksmenge vor die Blätter „Optnta" und „Lumea" und zertrümmerte die Redaktionen und Druckereien vollständig. Der Schaden beziffert sich auf Millionen. Sämtliche jüdische Geschäfte sind geschlossen. Nachmittags kam es zu neuen Unruhen und Zusammenstößen, bei welchen viele Personen versetzt wurden. Türkei. eine Reform Bes iBBifdmn £iierech(s? London, 25. Dez. Aus Künstantinvpel wird gemeldet, daß düs dortige Bes Din im Begriffe sei, wieder einmal auf den alten Plan des französischen Konsistoriums zurückzugretfen und durch Einführung „bedingrer" Kidduschin (W, ptPHp) Möglichkeiten zur Scheidung jüdischer Ehrn in Abwesenheit des Ehemannes und gegen dessen Willen zu schaffen! Jener Plan ist vor Jahren daran gescheitert, daß Baron Edmund von Rothschild in Paris sich zum Wortführer der orthodoxen Kretse in aller Welt machte, die in den angedeuteten Plänen ein Attentat auf dteHeiltgkeil und Unantastbarkeit der jüdischen Ehe erblickten. Es bleibt abzuwarten, welchen Weg das Bes Din in Konstantinvpel beschreiten wird, um seine angeblichen Reformierungsabsichteü AoUrrnv. Die Sommerzeit und der Sabbat. Amsterdam, 25. Dez. Mehrere jüdische Organisationen haben sich an das Ministerium des Innern mit der Bitte gewendet, die Wiedereinführung der Sommerzeit tm kommenden Frühjahr aözulehnen. Durch die Sommerzeit werden die jüdischen Geschäftsinhaber, die ihre Betriebe am Sabbat geschloffen halten, verhindert, nach Sabbatausgang ihre Läden und Büros noch zu öffnen, woraus ihnen schwere. Verluste entstehen. Es ist erfreulich, daß man hier in Holland Nicht zu befürchten braucht, durch diese Eingabe etwa das Gegenteil der erhofften Wirkung zu erzielen, vielmehr wird man in gerechter Würdigung der hier vorgetragenen Argumente diesen und andern in Betracht kommenden Erwägungen gewiß wohlwollend entgegenkommen. Amerika. Die Jahrestagung des orthodoxen Rabbineroerbandes in Rmeriha. Werv-Hork, 20. Dez. Unter dem Borsitz von Rabbi Lewinthal fand in Chicago die Jahresversammlung des Verbandes orthodoxer Rabbiner Amerikas statt. U. a. wurde beschlossen, die Rabbinen zu regelmäßigem Besuche der kleinen rabbinerlosen Gemeinden anzuregen, die Aufmerksamkeit der Rabbinen auf die oft mangelhaften Kaschrusverhältnisse der Wohltätigkeitsinstttutionen zu lenken und eine entschiedene Abwehr der neuerdings wieder stärker hervortretenden Anschläge der Reformer auf das jüdische Eherecht vorzuber.eiten. Die Konferenz beschloß ferner, wenn möglich eine Delegation nach Europa zu entsenden, um auf eine Verständigung zwischen Agudas Jisroel und Misracht hinzuwirken. Die Konferenz protestierte gegen die vielfach leichtfertige Art und Weise der Aufnahme von Gerim von der vorherigen Erfüllung der 'religionsgesetzlichen Vorschriften abhängig zu machen. Die Konferenz sprach sich für einen jüdischen Weltkongreß aus, vorausgesetzt, daß dabet alle orthodoxen Organisationen der Welt einheitlich. Vorgehen würden. Brandeis-öruppe und jioniffifdie Organisation New-York, 20. Dez. In einer anfangs des Monats stattgrhabten Konferenz von namhaften Vertretern der Brandetsgruppe und der zionistischen Organisation, woran auch der aus Europa zurückgekehrte Mr. Sol. Rosenbloom wieder tellnahm, wurde beschlossen, daß beide Organisationen eine gemeinsame Kampagne zu Gunsten des Ruthenbergschen Elektrifizierungs-Planes unternehmen sollen. Die -Einzelheiten der Kampagne werden von einem viergliedrigen Ausschuß beider Organisationen ansgearbeitet. Personalien. Oomburg (Pfalz), 27. Dez. Wir haben heute irr tztestger Gemeinde, Aron Wetter zu Grabe getrasM. Derselbe war ein hochangesehruor, aufrichtiger und religiöser Jehudi, hochangesehen insbesondere auch bet allen Behörden infolge seiner Intelligenz und marmhasten Auftretens. Eine ungeheure Beteiligung aller Stände und Behörden, insbesondere seiner Berufskollegen von Nah und Fern legten beredtes Zeugnis ab, wie beliebt und in welch hoher Achtung der leider so rasch Verstorbene stand. An den hohen Feiertagen übte er alljährlich zu aller Zufriedenheit die Hilfschasonstelle aus und im Gemillus Hachesed war er geradezu vorbildlich. Er tat mehr im Stillen als manche ahnren Und ‘n verlieh ihm die Mittel, Anderen zu Helfen und Tränen zu trocknen. Besonders betätigte ec die own» rojart nute. Sein Andenken wird uns zum Segen gereichen rvaiün. Plauen, 26 Dez. Zu einem wahren Gemeindeseste gestattete sich der 80. Geburtstag des Seniors und Vaters unserer Gemeinde, Herrn Meyer Hummel, den er in vollster körperlicher und geistiger Frische am isr Dezember beging. In einem Festgottesdienste am voraufgehenden Sabbat,' würdigte Herr Prediger Hel mann dessen Verdienste um unsere ReligtonSgerneinde. Am Geburtslage selbst.wurde der Jubilar, ein Zeichen seiner allgemeinen Belt.'btheit, mit Aufmerksamkeiten förmlich überschüttet. Des Abends vereinigte dann ein Kommers alle Kretse unserer Gemeinde. In eindrucksvoller Rede seierre Herr Vorsteher Adolf Simon Herrn Hammel als ersten Juden Plauenß, der sich tm Jahre 1869 hier niederltetz, nachdem infolge blutiger Austreibung der früheren Gemeinde, Plauen über 400 Jahre keine Juden besah. Im Verein mit mehreren später hinzugekommenen Gleichgesinnten habe Herr Hammel unter großen Opfern unsere Reltgtonsgemeinde begründet, an deren Bestrebungen er noch bis zum heutigen Hage den regsten Anteil nimmt. Auch habe der Jubilar durch seine strenge Rechtlichkeit für das Judentum in hiesiger Stadt Ptonierdienste geleistet. Zum Zeichen besten verlas Herr Simon zwei Glückwunschschreiben und zwar seitens des Vorsitzenden der Demokratischen Partei Sachsens, Herrn Staatsministers a. D. Günther und. des Kaufmännischen Vereins, hier. Ferner überreichte Herr Simon dem Jubilar eine ansehnliche Ehrengabe. Ans den wetteren Ansprachen sei noch die des Vorsitzenden der „Chebra Kadischa", Herrn PohoryleS hervorgehoben, der ausführte, wie der 80jäyrige Greis noch jetzt, wenn die ernste Pflicht ruft, an heiligem Eifer alle jüngeren Mitglieder übertreffe und seine Ernennung zum Ehrenmitglied unter Ueberreichung eines herrlichen Diploms bekannt ggb. Schöne Gesänge und Deklamationen umrahmten die allen Teilnehmern unvergeßliche Feier. Dieburg, 23. Dez Am 33. KiSlew wurde hier Frau Zeriine Darmstädter zu Grabe getragen, unter großer Beteiligung der ganzen jüdischen und christlichen Bevölkerung Dieburgs und vieler auswärtigen Freunde. Bet dieser Frau konnte man nicht sagen: „Im engen KreiS verengert sich der Sinn", denn sie verkörperte den TypuS des „EscheS Chat!" nach jeder Richtung. Sie war stark im Wollen und groß im Können. Sie war immer versöhnend und ven Frieden suchend. Sie war geliebt und verehrt von Mann und Kinde n und Schwiegerkmdern, die ihr im np-iit rwv nachstreben. Herr Lehrer Kaufmann und Herr Löb in Dteburp, welche Frau Darmstadter tu ihrem täglichen Wirken und in ihrem vollendeten Sein schon immer erkannten, sprachen an ihrer Bahre er aretfende und tiefempfundene Worte und deS Abschiedes. rj"am Baden, 15. Dez. Unser ehrwürdiges Oberhaupt, Herr Oberrabbinec Wilhelm Reich, feierte am 35. d. Mts. seinen 70. Geburtstag. Herr Oberrabbtner Reich blickt auf eine 43 jährige segensreiche Wirksamkeit in unserer Gemeinde zurück und erfreut sich einer wohlverdienten allgemeinen Hochschätzung. ÜKünchen-Gladbach, 19. Dez. Am Schabbo» Chanuckoh beging die Synagogengemetnde München- Gladbach das seltene Fest des 50 jährigen AmtSjubiläuws ihres ersten Vorsitzenden, Herrn I. B. Jonas. Der FestqotteSdtenst am Freilag abend versammelte die Gemeinde um ihren greisen Führer, um ihm ihre Anhänglichkeit, Dankbarkeit und Wertschätzung zu bekunden. Mit dem von Herrn Kantor Feldmann und dem Synagogenchor stimmungsvoll vorgetragenen BegrützungSgefang „Boruck habboh" geleiteten der Vorstand, die Repräsentanten und Beamten der Gemeinde, den Jubilar in die festlich geschmückte Synagoge zu dem Ehrensitz. Nach dem Entzünden der Chanuckalichter und dem gemeinsamen Gesang de» MoauS zur sprach namens ins Vorstandes das Borstandsmtiglied Herr Dr. Eichelberg die herzlichsten Glückwünsche aus und dankte dem Jubilar für sein langjähriges, segensreiches und hingebungsvolles Wirken zum besten der Gemeinde, welches namentlich beim Bau der Synagoge, in der Erweiterung des Friedhofes und in der Entwicklung der Prtvatelementararbeit feinen Ausdruck gefunden hat. Die Gemeinde ' sei stolz auf diesen sorgsamen Leiter und Führer und wünsche, daß er ihr noch lange erhIlten bleiben möge. Für bas Reptäseniannrnkollegium und die Wohltiitigkettsyereine sprach Herr S. Benedix. Herr Rabbiner Dr. Gelles hielt die Festpredtgt und hob hervor, daß Glaubens neu?, Friede und Nächstenliebe die Ideale feien, die der Jubilar stets zu feinen Lebensprinzipten gemacht habe uns vis ihn befähigten, tu stiner hohen Aufgabe als treuer Führer der Gemeinde ein leachteudes Vorbild zu sc in. Am SamSiag vormittag versammelten sich die Beamten der Gemeinde in der Wohnung des Jubilars, um ihrem väterlich neuen Vorsteher die Glückwünsche darzubrtngen. Zahlreiche persönliche und schriftliche Gratulationen setteyS der Behörden und der Einwohnerschaft sämtlicher Konfessionen zeugen von der Wertschätzung, der-n Herr Jonas und mit ihm die ganze Gemeinde sich ersrevt. Mögen all die guten Wünsche sich erfüllen. Bad Kisfingeu, 8. Dez. Dem den Lesern de» „Israelit" wohlbekannten Herrn Dr. M ü n z, Badearzt in Ktssingen, ist seitens der bayrischen Regierung die Auszeichnung als Sanitärsrat verlieh?« worden. Sriestasten. H. Klub in Berlin. Wir bedauern, keine Freikx'mp are abgeben zu können.