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Der Israelit · 1922-10-26 · Heft 43 (26.10.1922) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 43 (26.10.1922)
Date
1922-10-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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26. Oktober 1922 SOHVUANN- Theatap Das große Messe - Variete - Programm Sonntag Nachmittag 3 Uhr: FREMDENVORSTELLUNG. Kleine Preise Ganzes Programm Gross Frankfurt Weinklause. Tanzpalais. Große Oktober-Messe-Programme Wiener Kaffee Nachmittags und Abends Ungarische Zigeunerkapelle Banka Piste« man vom Mittelstand zu sagen pflegt, der erhaltende Teil. - Der bekannte Maler und Schriftsteller I. v. Bülow führte vor kurzem im „B. T/' in einem Artikel Über die Not der deutschen Intellektuellen aus, daß der Glauben an ein Wunder die einzige und letzte Hoffnung der Absterbenden fei. Dieses Wunder muß für die jüdischen Jntellkkluellen das Zusammengehörigkeitsbewutztsein — der Anderen sein.": Wie hat sich aber bas große Wunder zu äußern? Nun, indem sich alle die verschiedenen jüdischen Parteien, Gruppen, Grüppchen, Logen rc. zusammer.finden, um eine jüdische Bolksbank zu gründen, die z. B. dem notleidenden Arzte die Instrumente, ifvn Künstlern die Werke beleiht, die den Gelehrten und Rechtsanwälten Arbeit verschafft, die den jüdischen Mittelstand gegen alle Risiken, insbesondere gegen Krankheit versichert, die den kleinen Gewerbetreibenden den heute so schwer zu beschaffenden Kredit gibt,' die vielleicht konsumgenossenschaftlich Lebensmittel x. verschafft und was der Arbeiten noch mehr sind, leistet. (Eine solche Bank könnte auch vielleicht den notleidenden Gemeinden Kredit zum Unterhalt ihrer Institutionen, besonders der Schulen, geben, doch dies ist schon ein anderes Thema). Hat man jenen aber auf angedeutete Weise ge« Holsen, dann waren sie plötzlich (nolens — volens) an der jüdischen Sache interessiert und uns wäre auch geholfen, denn ihre Erhaltung ist Selbsterhaltungspflichl. Den Rentnern, den Armen und Kranken wäre aus diese Weise nicht zu helfen, denn ihre Unterstützung ist ja nicht produktiv. Hier müßten die jüdischen kapitalistischen Kreise einspringen und sich den valutanotleidenden Hilfsanstaiten gegenüber verpflichten für eine gewiffe Dauer von Jahren Goldmarkjahresbeiträge zu leisten, da ja noch so große Papiermarkftiftungen heutzutage wertlos sind — bezw. werben. Dies zu organisieren, wäre vielleicht auch eine Aufgabe der zu gründenden Volksbank. Ich würde mich freuen, wenn meine Zeilen Anlaß zu einer fruchtbaren Diskussion geben würden, aber noch mehr, wenn sie Anstoß zu einem recht schnellen, aktiv und passiv alte umfassenden Hilfswerk wären. Abraham den Jzroh. Frankfurter Berichte. Hin Sijum in der „Schneiderfchen Jeschiwa". „Die Thora ist auf der Wanderung", so sagte vor kurzem der Weise zu Radin. „Aus dem Osten wird sie mit Feuer und Schwert hinausgedrängt und westwäctS getrieben. Wohl dem Lande, wohl der Stadt, die der wandernden Thora ein Asyl bieten . . Unser Frankfurt kann für sich tn Anspruch nehmen, der von ofther auf der Wanderung begriffenen Thora ein Asyl geschaffen zu haben, mit dem es sich selbst das herrlichste Denkmal errichtet hat. Es ist dies die „Schnetdersche Jeschiwa"; eines der großen Wunder, wie sie nur die ewige Kraft der jüdischen Lehre hervorbringen kann. Ursprünglich waren es einige wenige junge Flüchtlinge aus der Hölle des Ostens, die sich hier um Rabbi Mosche Schneider, einen Mann von großem Idealismus und eben so großer Energie, schaarten, der in leiblicher wie geistiger Beziehung väterlich für sie sorgte. Wie? Das war feine Sache und sein Geheimnis. In seinem Hause speisten die Jünglinge täglich, er sorgte für Schuh und Kleid und er selbst lernte mit ihnen Tag ein Tag aus. Jetzt nach wenigen Jahren zählt die Aeschiwa über 80 junge Leute aus allen Gegenden dos Ostens, aber auch aus Deutschland und der Schweiz, von jungen Knaben bis Der JSraelit. zu Zwanzigern, die bereits im Besitze der RabbinatS-Autorifaiion find, und sie beansprucht neben der „deutschen" Breuerschen Jeschiwa ihren Ehrenplatz im Thoraieben unserer Stadt. Mit Rabbi Schneider wirken an der Jeschiwa noch zwei Lehrer, anerkannte Thoragrüßen echt, litauischer Observanz. Und es ist nicht nur ein Lernbetrieb von früh bis spät, daß die untere Ostendstraße von der Stimme der Thora widerhallt, sondern es hat sich auch echtes, rechtes Jrschiwaleben, mit eigenem Gottesdienst, mit eigenen Vereinen und Festanläffen, also ein eigenes in sich geschlossenes Thoramilteu herausgebildet, wie man es heute.auch im Osten leider nur noch an einzelnen Stellen kennt. Und all diese Bachurim werden auch wirtschaftlich vollkommen ausgehalten, die Lehrer gut besoldet. Wiedas in dieser Zeit der schweren Not zustande gebracht werden könnt?, das ist wiederum das Geheimnis des Rabbi Mosche Schneider und seines eifrigen Mitarbeiters Herrn Emarruel Kaufmann. Nun feierte die Jeschiwa einen Sijum, den dritten eit ihrem Bestehen, dteseSma! auf Traktat Gittin. Zur festgesetzten Stunde, Sonntag um 8 Uhr, war das Bekhamedrasch, Ostendstraße, vollgejüllt von Hörern und Gästen, die sich um die beiden Hadranredner, die Dozenten Rabbi Mosche Karpel und Rabbi Benzion Beer mann, gruppierten Man vergaß für eine Weile die Staör und ihr Getöse und daß noch andere Sorgen heute die Wrtt bedrücken und fühlte sich vollkommen nach Slabotko oder Teisch versetzt. Den sehr in die Tiefe gehenden halachischen Auseinandersetzungen fiis.te noch Rabbi Schneider in seiner feurigen Art ein paar zur Thorafreude mahnende Worte an und dann sangen die Bachurim im Chor mehrere Psalmen. Eine Weile später saß man an den langen, primitiv aber schön und sauber gedeckten langen Tafeln in der Behausung des Rabbi Schneider bet Speis und Trank, die in dieser Weise für die über hundert Teilnehmer aufzubringen, ein Wunder für sich darstellte. Bon. der gehobenen Stimmung, die ihren Höhepunkt tn einem gut organisierten und chasstdisch kunstvoll geleiteten Bachurimtanz fand, macht man sich keinen Begras. Tischreden wurden gehalten von Herrn Redakteur Schachnowltz, der aus Grund alter Erinnerungen und neuerer Beobachtungen auf seiner letzten litauischen Reise den Geist der östlichen Jeschiwa schilderte, und von zwei Bachurim, den Herren G i t t e l e r und Jud e lewitz, die in tiefgründigen halachischen Ausführungen ans der durchlernten Materie schönste Proben ernster Gelehrsamkeit ablegten. Eine besondere Ehre ward der Jestoersammlung durch daplötzliche Erscheinen des hier zufällig weilenden bekannten Wilnaer Rabbiners, Rabbi Chaim Oscher Grodzenki, mit seiner Begleitung zuteil, leider nur für kurze Minuten, da der Rabbi noch mit dem Nachtzug abreisen mußte. AIS der Berichterstatter kurz vorA Mitternacht das Haus verließ, sah eS darin noch lange nicht nach Abbau und Abbruch aus, und cs war ihm, als hätte erst jetzt daS vergangene Simchasthora-Fest seinen lebendigen Sinn erhalten. Hemoroschirrr der K. I. Hrtsgrrrppe. Von der Ortsgruppe der Agudas Jisroel ist ein Gemoro schiur in v'N2l 'DB eingerichtet worden, der allsabbatlich von */,1l bis % 12 Uhr unter Leitung der Herren Dr. Jsac B reu er und Dr. S. Ehr mann in den Räumen der Aguda stattfiudet. Arankfurt zur Zeit des ,Iossef Hinez". DieGeschichtsvorträge des Herrn Redakteur Schachnowitz im Mekor Chajim werden auch in diesem Winter fortgesetzt. Der erste Vortrag über daS Thema: „Der Verfasser des Joffes Omez und seine Zeit" findet diesen Sonntag, 0 Uhr abendS, im Bereinslokale, Langestraße 18, statt. Hrtsgruppe des Jüdischen Arauenöundes. Die genannte Ortsgruppe veranstaltet am Montag, den 30. Oktober abendS 6 Uhr, in den Räumen des MädchenktubS, Langestraße 30, eine Versammlung mit dem Gesamtthemar „Weshalb muß jede jüdische Frau dem jüdischen Frauenbund angehören"? Gäste sind herzlichst eingeladen. Am Dienstag, den 7. November, abendS 5l/i Uhr, beginnt ein unentgeltlicher KurS für ehrenamtlich^ Kassiererinnen, unter Leitung von Irl. Polio mit sch in den gleichen Räumen. Anmeldungen erbeten an die Geschäftstelle Langestr. 30. Zerre $mme gteroet. Samstags abends, pünktlich um 8 Uhr, findet in den Räumen der Agudas Jlsroel-Jugendgruppe eine nnsn nrrw statt. Sprechen werden die Her en Landau und GrüngraS über daS Thema „Krisis tn den jüdischen Jugendbewegungen und Z. E. I." Anschließend gemütliches Beisammensein. Mitglieder der Z. E. I. und der Jugendgruppe sind höflichst eingeladen. Gedenktafel in der Meakschnke der Israel. Mekigions-Hesellschaft. Im Schulgebäude der Realschule der Israelitischen Religtonsgesellschaft wird in nächster Zeit eine Gedenktafel für die Opfer des Krieges errichtet, die die Namen der gefallenen, vermißten und an den Kriegsfolgen gestorbenen ehemaligen Schüler tragen soll. Wenn auch anzunehmen ist, daß die Schule im Besitze der vollständigen Ltste ist, so könnten doch Namen mancher unserer Schüler, insbesondere solcher, die im Ausland ihrer Dienstpflicht genügtennicht bekannt geworden sein. Man bittet daher, solche Namen, die Nr. 48 Seite 7 i durch besondere Verhältnisse den mit der Liste Bej trauten entgangen fein könnten, Herrn Prof. Bon di, WolsSgangstr. v7, umgehend mitzuteilen. -enMajeaber. Verein Mekor Ghaiim. Freitag abend nach Schul: „Mikro"; Herr Redakt. Schachnowttz. Samstag nach Schul: „Dintrn"; Herr Rektor Falk. — n a ch m. £ Uhr, im Vereinslokale: „En Jakow". Ssonntag abend 6 Uhr: GeschichtSvortrag über „Der Joffes Omez und seine Zeit"; Herr Redakteur Schachnowitz. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro*; . Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag ab-rnd 6 Uhr und Sonntag früh ö‘/4 Uhr: „G.'moro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischnay"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich „Mischnälernen". Allabendlich „Schatz-Lernen"; Herr H. H a l p e r n. JahrzeitSsttftungslernen. Mittwoch: Zerline Mayer-Stiftung und Hannchen MoSbacher-Stiftung. Donnerstag: Greiel Gottlieb-Stifiung. Wgudas Sisrvel-Jngendkrnpp?, Montag Uhr: „Gemoroh-Sanhedrin"; Herr Dr. S. Eh r m a n n. — 8-9 Uhr: „Mischnajoth" für Fortgeschrittene; Herr Hermann Htrschberg. Dienstag abend 8-9 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. W. Hofmann. — 7,9 - V3io Uhr: „Dtntm" für Anfänger; Herr Ludwig Frank. Mittwoch abend 9—10 Uhr: „Mischnajoth" für Anfänger; Herr Dr. Rothschild. — 1/a«—7^10 Uhr: „Gemoroh Sanhedrtn; Herr Dr. Ehr mann.-- 9-10 Uhr: Bürostunde. Donnerstag abend 8 — 9 Uhr: „Mischnajoth" für Fortgeschrittene; Herr Herm. Hirschberg. — 9—10 Uhr: „19 Briefe von S. R.Hirsch"; Herr Dr. Ehr mann. — 6/49 Uhr: BücheruuSgabe. Freitag nach Schul: „Sidrahvortrag"; Herr Dir. Dr. Lange. — abends 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein. Samstag vorm. 7,10-1 Uhl: „Gemoro"; Herr alpern. — % 10 Uhr: „Gemoroschiur" der rtögruppe. — */*10—11 Uhr: „Gemoroh Sukkoih". Herr Dr.' I. Posen, Am Tiergarten 42. — 12—1 Uhr: „Thauroh mit Raschi"; Herr Lehrer Htrschberg. nachm. 3-4 Uhr: „Gemoro";Herr.Dr.W. Hofmann. —1 Stunde vor Nacht: „Gemoroh Sanhedrin"; Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisroel-Müdcheugrnppe. Montag abend, 9-10 Uhr: „Newijim"; Herr S. Unna, Kleine Obermainstr. 30. Dienstag abend 3—10 Uhr: „Dtntm"; Herr Dr. Weg er. Mittwoch abend ^9—1/*10 Uhr: „Lese- und Ausspracheabend"; Frau Dr. Munk, Leerbachstr. 4. Donner Stagabend 9—10 Uhr: „19 Briefe o. Hirsch" Herr Dr. Ehrmann. Samstag vorm. r/,13-1/,1 Uhrr „Tehlllim": Herr LouiS Kahn. — nachm. 4—5 Uhr: „Thauro"; Herr A. Htrschberg. Zeire Emuue Jisroel, Hanauerlandstr. IV. Alltäglich Montag bis Donnerstag inkl. 8 Uhr abendS in den Räumen der Aguda: „Dtntm". Montag und Mittwoch 7'/, Uhr abendS, Rechneigraben 5, unter Leitung deS Herrn Rabb. Weber: nw twn ktbj. Dienstag und Donnertag 8 Uhr abends, i» den Räumen der Aguda: QW2J. Verein jn rvD- GamStag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Friedberger Anlage, Herr Pros. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Ofteudtzratze 18 Sonntag vorm, von 8-7*10 Uhr, Montag, Dienstag und Donnerstag abends von l/,9-10 Uhr: „Gemoro" «Dp 822; Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. O"V-Verein. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abendS V»7 Uhr: „m 'M"; Herr Rabbiner S. Weber. HeLetzetterr. N) 712V- Freitag abend 4.45. Samstag morgen 8.—. SamStag na dm 4.—. Samstag abend 6.—. Wochengottesdlenst: M ararnS 6.30. Nachm. 4.30 Im Jüdische» Theater t>n „Löwenho^ wird diese Woche „Der Golem von Prag" gespielt, ein Glück, das das allgemeine Interest« seit langem beherrscht. Beginn 8 Uhr.

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