Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 40-41 (5.10.1922)
- Date
- 1922-10-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Organ des Sundes gesetzestrruer Wischer Kehrer Deutschlands Betrachtung zu unrw idj. | Von M. Hetz in Schlüchtern.! Wie liebliches Geläute klingt es durch die Reihe der ni2D Tooe hindurch: unnDttf svs „O herrliche Zeit unserer Freude". Jauchze,s frohlocke, du bedrängtes Herzhobt “JK n^ni; sei ja freudig!, vollkommen fröhlich und heiter!. Es ist ja rpDKn 37 das Fett der Ernte! Die- Scheunen find gefüllt, die Speicher vermöge kaum die Last des goldgelben Fruchtsegens zu tragen. Frohes Treiben in Tenne und Kelter, wo die reiche Weinernte aufbewahrt und verarbeitet wird. Verschwunden scheinen die Sorgen für den kommenden Winter, Kälte und Hunger brauchen wir nicht zu erdulden, denn alles, was das Herz begehrt, ist ja eingebracht und lacht uns an in seiner Fülle und seinem Segen. 'Ta plötzlich andere Töne. Erklingen da nicht die wuchtigen Sätze aus dem Küche des, Weisesten der Weisen, das rVDD in den jüdischen lRotteshäus''rn v"rlel>n wi^d, n77p> beißt es. Wir vermeinen nicht richtig zu verstehen. Was soll es bei der Betrachtung alles Seienden mit dem dauernden Ausrufe, welcher gleichsam als Refrain dieses Buches gelten kann: 7271 72.7, alles ist eitel und nichtig, es vergeht so schnell, wie es gekommen?! Was ich heute noch mein eigen nenne, weiß ich, ob ich es morgen noch besitzen werde?! Hat cs je einen Manschen gegeben, der größer an Weisheit und größer an Reichtum gewesen ist als Salomo, diesen allseitig verehrten König in Israel? Nicht nur die Söhne seines Volkes, alle ihn weit und breit umgebenden 'Nationen brachten ihm göttliche Huldigung entgegen. Es gab' keinen irdischen Genuß, den er nicht durchkostet hätte, keinen Wunsch, der ihm versagt geblieben tväre, und das Ergebnis all seines Su'chens und Forschen^ zu dem er gelangt ist, der Satz, den er trotz seines unbegrenzten Reichtums mtb bei seiner unermeßlichen Weisheit als selbstverständliche Wahrheit in seinem h"?hp Buche uns immer wieder «mtoeaenhält. der lautet 727 7271, alles ist eitel, alles Irdische kann jeden Augenblick seinen Wert für uns verlieren, alle Freude kann! jederzeit verfliegen, unsere ganze Kraft kann j schwinden wie die verwelkende Blume nnim nnron?o'D7K7 „Und der Vorzug des Men- ' sehen vor dem Tiere ist nichts, denn alles ist ' eitel." i So haben wir auf der einen Seite die , Freude, das fast an ausgelassenen Uebermut gren- , zende Jauchzen am heutigen Feste, auf der; anbercn Seite fcbod) die Mahnung von 727 72.7, von der Nichtigkeit und Vergänglichkeit alles Ir- | bischen, welche eine trübe, düstere Stimmung in uns wachrust. Was soll es mit diesem Gegensatz? Welches ist der AuÄveA der uns eine Anleitung gibt, wie wir unser Verhalten an diesem Feste einzurichten haben? Tie Antwort liegt in dem Gottesgebot, das an verschiedenen Stellen der NUN die Freude uns zur Pflicht macht. Und was für eine Freude?. ',7 '357 onnDttfl „Und Ihr sollt Euch freuen vor dem Ewigen, Eurem Gotte." 'n '357 „Vor Gott", das ist das Entscheidende an dieser Freude. Mit ihr die Innigkeit und die restlose Hingabe an Gott verbinden. Ist er doch die Ursache Deiner Wonne; nicht von selbst sind die Früchte gereift, die du nun genießest, sein Segen war notwendig, Tau und Regen mußte er bringen, damit r>12D gleichzeitig ein Erntefest für uni werden konnte: T7' nü'y» 7221 7nKi2n 722 7'p7K 'n 7212 '2. ,7vw 7K ri"N1 „Weil Gott Dich bei Deiner gesamten Ernte gesegnet, deshalb sei nur freudig". Wie der Sohn sich mit seinem Vater freut, wenn er als braves Kind die ihm gewährten Wohltaten richtig zu schätzen versteht und deswegen mit großer Liebe an den Vater hängt, so sollen auch wir bei jedem Genuß den Spender all dieses Guten nicht vergessen, in kindlicher Dankbarkeit ihm unsere Liebe e'ntgegenbringen, indem wir es als höchste Pflicht erkennen, seinen Willen zu erfüllen, seine Gebote mit nnour auszuführen. Dann kann unser Herz jauchzen, dann empfinden wir die lauterste, reinste Freude, dann erhält unser Leben einen köstlichen Inhalt, dann vermag auch Not uns nicht niederzudrücken, denn die Freude mit Gott und feinem Dienste ist ewig, weil 'Gott ewig ist. Und diese Freude kann ein jeder genießen: „Du, Dein Sohn, Deine Tochter, Dein Knecht, Deine Magd", selbst die von hartem Geschick betroffenen Witwen und Waisen, auch der fremd ist bei Dir und seine Heimat eingebüßt hat. Und sonderbar, von dieser Freude wollen nur die wenigsten unter uns etwas wissen, besonders in der jetzigen Zeit denkt man kaum der reinen' Freude mit Gott, die ebenso beglückend in der Hütte des Armen wie im Palaste des Reichen ihre Stätte finden kann, die nur der dürftigsten Mittel bedarf und dennoch Ewigkeitswerte in sich schließt. 'Denn mau Hat es verlernt, an dem Einsachen, an dem Geringen seine Freude zu haben, sich zu begeistern ,au dem fTDD Feste, am My '3öt£> und vor allem an NUN nnBttf, diesem Höhepunkte menschlichen freudigsten Gefühls, das Israel au'srufen läßt: Was wir auch verloren haben, Freiheit, Boden, Tempel, eines ist. uns durch die Reihe der Jahrhunderte erhalten geblieben: die min, unsere Verbindung mit Gott, v"7,7 Ify, unser Lebensbaum, an ben wir uns anklammern können, in trübsten Zeiten. Mögen sonst auch Tränen und Sorgen uns begleiten, mögen die Aussichten aus unsere Lebenszukunft noch so düster erscheinen, weg mit diesen Gedanken am 13n7vL> svs, die beste Stütze für unsere Lebenswanderung tst uns erhalten geblieben, die min. Mer leider nur die wenigsten sind dieser höchsten Freude mit der min fähig, weil die meisten sich nicht mehr für sie begeistern können. Und an diese wendet sich der weise König Salomo, der mehr Erfahrung und Klugheit besessen als wir alle, und iet spricht: Ihr vermeint durch euren Reichtum, durch eure Genüsse das Erdenglück euch erwerben zu können, arme, törichte Menschen, ihr seid bemitleidenswert; ihr habt gar keinen Reichtum, ihr genießt nur für kurze Zeit. Ich habe xs erfahren und weiß am besten ein Lied davon zu singen: 7271 7271, aber ist eitel. Diese Freuden vergehen, diese Genüsse werden euch mit der Zeit über, erscheinen euch fade und abgeschmackt, je mehr ihr sie in euch aufnehmet. JW3 .72.7 727 *7D „Am Schluß alles Denken?, als Ergebnis aller Erfahrung wird es richtig verstanden: Fürchte Gott und beobachte seine Gebote, denn das ist in Wahrheit der Mensch"; erst dann weiß er, wozu er lebt. Streben wir danch, dieses Ziel zu erreichen, diese n77ip-Wetsheit zu erkennen, ehe es zu spät ist, dann sprechen wir mit Recht: ni2D, das uns die Erhaltung Israels durch alle Not hindurch vor Augen führen will, und min n,7H welches die Erhaltung unseres geistigen Erbes, der mm uns predigt, sie beide sind für uns unnair svl, Jomme, was da wolle. Wenn die Zeiten noch so schlecht sind, dann rufen tvir mit der min im Arm jubelnd aus: 'nn nNT2 2^31 7'33 Wir freuen uns und jauchzen mit dieser mm, denn sie ist uns die Macht, die Kraft und das Licht! -.Zeschurim" Nntersiützungs-Derein einer Lehrer, Lehrerivllwen und LehrerVaisee. Mlösung der n"*i Wünsche erfolgte durch ftrou Schwarzschild, Schlüchtern; Frau Neu, Hanau, Herrck. Höxter, Jesberg; Landsberq, Hersfeld; Sonn und Spiro, Fulda; Bacharach, Reichensachchsen; Müller, Tann; Oppenheim, Rhina; Schuster, Eiterfeld; Katz, Gersfeld; Kahn, Angerode; Strauß, Burghaun; Bcrlinger, Maasbach; Freud enbergcr, Weden; Kütz, Babenhausen; Neumann, Cassel; Gaus, Niederanla; Bacharach, Cassel; Gantersheim er, Wüstensachsen; Rothschild, Zwingenberg; Ehrenreich- Langenselbold; Emanuel, Großkrotzenburg; Rapp, Kirchhain; .Grünewald, Schenklengsfew; Wiesenfelder, Breitenbach; Katzenstein, Soest; Sulzbacher, HanaU; Spier, Sontra- Aus Ach und Fern. Köln. (Versehentlich verspätet!) Der langjährige Vorsitzende und Mitbegründer des Zweigdereins Rheinland g. j. L., Herr Seminarlehrer Elias Gut-- Köln, hat sich leider veranlaßt gesehen, aus ärztliches Anraten seinen Posten, den er mit großer Gewissenhaftigkeit und vorbildlichem Eifer ausgefüllt hat, niederzulegen. Wir hoffen, daß Herr Gut bald wieder in der- Lage sein wird, seine Kräfte der Sache des Zweigvereins und der Mischen Lehrerschaft widmen zu können.