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Der Israelit · 1922-09-21 · Heft 38 (21.9.1922) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 38 (21.9.1922)
Date
1922-09-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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*5* M September-IS» Ausharren im Galuth bis zur Errichtung eines nicht auf Rassengefühl, sondern auf Gvttrslehre allein mit denkender Absicht begründeten Staates. eomrponaenrrn u. Nachrichten. Deutsches Reich. 3m 5rsge der MsrroLversorgllng. AranKfnrL a. M.- 17. September. Durch eine Notiz in der vorigen Nummer des „Israelit" ist bereits auf die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht worden, denen infolge der z. Zt. herrschenden Kapitalnot und Preisteuerung die Mazzosversorgung im nächsten Jahre begegnen kann. Unter diesen Umständen werden' alle diejenigen jüdischen Gemeinden, die der ausreichenden Versorgung ihrer Mitglieder mit Mazzos sicher sein wollen, gut daran tun, ihrerseits den rechtzeitigen Einkauf von Mehl in die Hand zu nehmen und mit einer geeigneten Mazzosbäckerei alsdann in ein festes Vertragsverhältnis zu treten. Da die wenigsten Bäckereien in der Lage sind, die nötigen Kapitalien aufzubringen, die heute dazu gehören, um größere Mengen des erforderlichen Mehles etnzukaufen, so besteht die Gefahr, daß die Bäcker sich bei ihrem Einkauf aus ein Minimum beschränken und dann nicht imstande sind, den Ansprüchen des konsumierenden Publikums zu genügen. V., . r . **-*P.^ - Schörrksnke, 16. September. Herr Rabb. Dr. Bamberger schreibt uns: Von einem Rundschreiben einer süddeutschen Mazzosfabrik, welche von ihren Kunden Vorauszahlung verlangt und Zinsvergütung in Aussicht stellt, habe ich auch Nachricht bekommen. Nach meinen Informationen durch den ersten Vorsitzenden des Verbands deutscher Mazzosbäckereien hat der Verband ein solches Rundschreiben nicht erlassen. Das betreffende Rundschreiben geht von einer Bäckerei aus, die dem Verbände nicht angehört. Der Verband selbst wird im Oktober bei seiner Generalversammlung die Frage behandeln und einen Modus finden, welcher eine Verletzung der Reltgionsvorschrift des -nv'« rpm ausschließt. vor öeu Berliner öemeinöewstilen. Werkt«, 10. September. Die bevorstehenden Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde beschäftigen die Parteien bereits recht lebhaft. Die Liberalen sind sich klar darüber, daß es mit ihrer traditionellen Mehrheit auf der Gemeindestube vorbei ist. Sie suchen zu retten, was zu retten ist, indem sie zunächst eine Hinausschiebung der Wahlen Vorschlägen. Daß sie damit bet den andern Parteien keine Gegenliebe finden, liegt auf der Hand. In einer dieser Tage stattgehabten Aussprache haben die Vertreter der konservativen und der nationalistischen Fraktion erklärt, daß sie jeden Aufschub für ungesetzlich halten und nicht zulasten werden. Nunmehr richten sich die liberalen Bemühungen darauf, eine Kompromtßliste zustande zu bringen, um den Wahlkampf gänzlich zu vermeiden. Zönodalwalilen. KarlsruHe, 15. Sept. In her Neuen Badischen Landeszeitung Mannheim, wird bekannt gegeben, daß im Monat November die Wahl der weltlichen Abgeordneten zur verfassunggebenden außerordentlichen Israelitischen Synode stattfindet. Der Israel«. Ungarn. Was in Ungarn als iäilig gilt. Alrtdapest, 17. September. .. Az Ujsag" bringt unter dem 14. dss. die Meldung von einemG eh ei merlaß des Ministers des Innern über die Ausweisung der jüdischen Rasse angehörigen fremden Staatsbürger. In dem vom 31. August als streng vertraulich bezeichneten Runderlaß an die Leiter der Verwaltungsämter und Polizeibehörden heißt es, daß. als die unerwünschten Elemente, die unbedingt aus dem Lande entfernt werden. müßten, lediglich die Ausländer jüdischer Rasse, also nicht nur Juden, sondern auch getaufte Juden, anzunehmen seien. Diese sollen im Wege des Schubs aus dem Lande entfernt werden, auch wenn sie ein Geschäft, Unternehmen oder Grundbesitz im Lande haben, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob das Vermögen vor oder nach dem Kriege erworben ist. Eine Aufenthalt sbewilltgung dürfe Personen jüdischer Rasse, die nicht dem ungarischen Staatsverband angehören, unter keinen Umständen erteilt werden, auch wenn sie noch so lange in Ungarn ansässig seien. Die Auslandsjuden, gegen die ein Strafverfahren im Gange war oder noch anhängig ist, sind schleunigst zu internieren. Die Liste dieser fremden Staatsangehörigen muß bis zum 15. Oktober dem Minister unterbreitet, werden. Die Amtsleiter werden verpflichtet, bei der Durchführung der erwähnten Weisungen mit tunlichster Diskretion vorzugehen, damit die betreffenden Elemente weder im Inland, noch im Ausland Lärm schlagen können. Der Minister des Innern Iwan Rakowsky gab Abgeordneten gegenüber im Ganzen den Sachverhalt zu, meinte aber, der Inhalt der Verordnung sei in entstellter Form wiedergegeben. Der Erlaß bezieht sich auf solche ausländische Staatsangehörige, ohne Rücksicht auf ihre Beschäftigung, deren Verweilen im Lande in einer Zeit, in der die eigene Bevölkerung notleide, vom Standpunkte des Landes unerwünscht und schädlich sei. Derartige Elemente fordere man zum Verlassen des Landes auf, und nur in begründeten Fällen werden die Verwaltungsbehörden das Schubv erfahren Legen sie in Anspruch nehmen. Also stimmt die Sache alles in allem und um „Begründung" der Fälle werden gewiß die Verwaltungsbehörden nicht in Verlegenheit kommen. «f:8 rüK; •’> i? :;;;;;; : Kchnretx. Der ODIherimnü- Genf, 10. September. Der Völkerbund hat sich in mehreren Sitzungen mit den Minderheitsrechten, auch der Juden im Osten befaßt. Eine systematische Wühlarbeit gegen die Aufrechterhaltung und den Ausbau der Minderheitsrechte entfaltet der Lettländifche Vertreter, dessen Regierung entgegen dem ursprünglich gegebenen Versprechen sich bisher den Bestimmungen der übrigen Ostverträge hinsichtlich der Rechte der Minderheiten noch nicht unterworfen hat. Von jüdischer Seite sind Lucien Wolff als Vertreter des Joint Foreign Comittee und Leo Motzkin für die Jüdischen Delegationen in Paris hier eingetroffen. (I. C. B.) Genf, 16. Sept. Eine Abordnung der jüdischen Minderheiten richtete an das Bölkerbundsekretariat ein Schreiben um dessen Aufmerksamkeit auf die antisemitischen Ausschreitungen in Kattowitz zu lenken und um Anwendung des für dringende Fälle vorgesehenen Völkerbundsverfahrens zum Schutz von Minderheiten zu bitten. Das Bölkerbundssekretariat übermittelte das Schreiben der polnischen Regierung mit dem Ersuchen um Rückäußerung. Ar. 38 Sette 5 Der Völkerbund und das PaMlna-Mandal. — Die öflerreithiftfien Optionen. $enf, 14. Sept. Der Rat des Völkerbundes hat einen ausführlichen Fragebogen ansgearbeitet, auf Grund dessen die Mandatarmacht Wer ihre bisherige Tätigkeit in Palästina dem Völkerbund Bericht erstatten soll. Die Fragen schließen sich ziemlich eng dem Wortlaute des Mandates an; so wird z. B. gefragt, welche Maßregeln getroffen worden sind, um das j'üdisch^nationale Heim zu errichten,- welches die Wirkung dieser Maßnahmen ist und welche Schritte ergriffen worden sind, um die bürgerlichen und religiösen Rechte der Einwohner Palästinas ohne Rücksicht auf Rasse und Religion z>u sichern. Weiter wird gefragt, was geschehen. ift> um die Mitwirkung aller Juden herbeiziuft'lhren, die gewillt sind, an der Errichtung des jüdisch-nationalen Heimes mit* zuwirken. Lucien Wolfs hat den: Völkerbund ein Memorandmn unterbreitet, worin gegen die fälschliche Auslegung von Artikel 80 des Vertrages von St. German durch die österreichische Regierung zum Nachteile der österr. Juden Verwahrung eingeleitet und der Völkerbund gebeten wird, eine authentische Interpretation des erwähnten Paragraphen zu geben. Ualästina. VerfaUung un9 Bürgerrecht in PaläfJina. Jerusalem, 5. September. Die neue Verfassung wird am nächsten Montag feierlich verkündet werden. Um die Unzufriedenheit der arabischen Nationalisten mit der verfassungsmäßigen Festlegung der Balfourerklärung zum Ausdruck zu bringen, wird die arabische Bevölkerung ausgefordert, an diesem Tage ihre Läden zu schließen und zu streiken. Auch die Verfügung des Oberkommiffars, welche die Bevölkerung Palästinas auffordert, im Laufe der nächsten zwei Monate das palästinensische Bürgerrecht zu erwerben, wird von arabischer Seite boykottiert. Dagegen dürfte schon mit Rücksicht auf die unmittelbar bevorstehenden Wahlen zum gesetzgebenden Rate von jüdischer Seite jedenfalls allseitig von der Gelegenheit Gebrauch gemacht werden, die politischen Rechte im neuen Palästina zu erlangen. Als Vorbereitung für die Wahlen ist eine Volkszählung angeordnet. Vermischtes. Merzia, 13. Aug. Es ist heilsam zu erkennen daß gerade so wie die Verwurzelung des Einzelnen in seiner Familie eine Sicherung seines Lebensausbaues bedeutet wie auch für die Familie selbst eine Erhöhung ihres Zweckes nnd Wertes, daß ebenso die Beziehung der jüdischen Familie zur jüdischen Gemeinde einen Grundpfeiler des jüdischen Zusammenlebens und einen Träger der Erbaltung des Judentums in sich schließt. Nach dieser Richtung hat die M er zig er Gemeinde von jeher eine im Verhältnis zu ihrer Größe besondere Stellung im Kreise der jüdischen Gemeinden West- Deutschlands eingenommen. Sicherlich ist dies zum I freie Uerelnlgunp für die Interessen des ortft. Jutfentums u. Wir haben durch Entsendung eines sachverständigen Vertreters nach dem Osten eine zunächst kleinere Anzahl von Bor TEFILLIN «8 § erworben, die allen religtonsgesetzltchen Ansprüchen ent« g sprechen und von uns unmittelbar an solche Besteller abg gegeben werden sollen, die ihrer zur Ausübnng der Mizwa f für sich selbst vedürsen. Ans die von uns jeweils festzu- 8 setzenden Preise gewähren mir ans Antrag denjenigen Be« L stellern, die die entsprechenden Nachweise liesern, notwendigen I Falles einen von unserer Subventions-Kommission zu be« L messenden Zuschuß. Der vorhandene Vorrat ist vorläufig gering, wird jedoch fortlaufend ergänzt. Schriftliche Bestellungen, die unter allen Umständen die ehrenwörtltche Versicherung enthalten müflen, daß der Besteller die Tefillin für sich oder seine Söhne braucht «ud sich verpflichtet, sie nicht weiter zu veräußern, wolle man an unser Büro richten. Das Nachsehen und Ans bessern von n"0 besorgt anftz Gewissenhafteste unser ivlv Herr Chaim Färber, Frankfurt a. M., Uhlandstraße 38. ' (8403 freie Vereinigung für die Interessen des oitii. Judentums l V.' Frankfurt a. M.» Schützenstraße 14

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