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Der Israelit · 1922-08-31 · Heft 34-35 (31.8.1922) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 34-35 (31.8.1922)
Date
1922-08-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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c.v-L. Die Mitglieder des 'Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer in Hessen werden nochmals .gebeten, den Jahresbeitrag von 40 M. umgehend an bas Postscheck-Konto Nr. 11480 Frankfurt a. M. einsenden zu wollen. Groß-Bieberau, H. S u l z b a ch e r, Rechrre r. VerhMlutWberi-t über die Generalversammlung des Vereins der jnd. Lehrer in den Rsbbinats- Sezirken Gmden-Sldenbnrg- Bremen am 18. 3uni 1922 in Emden Zu der diesjährigen Versammlung waren die Mitglieder des Vereins recht zahlreich erschienen. Pünktlich eröffnete der Vorsitzende Wolff-Aurich die Verhandlungen, indem er die Anwesenden begrüßt und insbesondere Herrn Landrabbiner Blum willkommen heißt und seinem Wirken im hiesigen Bezirk reichen Erfolg wünscht. Landrabbiner Blum dankt für ben Willkommengruß und verspricht ein "IVV der jüdischen Einrichtungen im Bezirke zu fein, wozu er die Mithilfe der Lehrer erbittet. Herr Synagogen vorsteh er I. Pels begrüßt die Versammlung namens der Gemeinde Emden und wünscht den Verhandlungen befielt Erfolg. Darauf erstattet Wolff-Aurich den Jahresbericht und gedenk», dabei der Not in vielen Häusern oer Religionslehrer, von der wir in unferm Bezirke, da tvir staatlich angestellt find, G. l. verschont geblieben sind; ebenso sind im Bezirk Oldenburg dank der tatkräftigen Bemühungen des Landrabbiners Di\ de Haas jetzt die. Lehrergehälter nach staatlichen Grundsätzen geregelt. Dankend erwähnt er die Hilfe des .Bundes gesetzestreuer Gemeinden und des Zentral- Berbandes. Wenn auch dir Art und Weise, wie jene Vereine helfend' eingreifen, an und für sich nicht gebilligt wird, so ist doch die Hauptsache, daß etwas für die uotleideudeu Kollegen geschehen ist. Im allgemeinen ist es ja beschämend, wie wellig selbst leistungsfähige Gemeinden sich um die Not ihrer ReligionKlehrer kümmern. Alsdann folgt der Bortrag von Wolff-Aurich über das Thema: „Jüdische Erziehnngsschule". Redner stellt zunächst fest, daß unter den Schularten. die der R. S. G. E. vorgesehen hat, ' für unseren Bezirk nur die Bekenntnisschule in Betracht kommell kann, die fast durchweg dem religiösen Sinne der Erziehungsberechtigten entspricht, und die für Öie Provinz Hannover durch die Schulordnung vom 5. Februar 1854 in der öffentlichen jüdischen Volksschule ihren weiteren Ausbau erhalten kann. In ländlichen Schulverbänden, die auf positivem Boden des Christentums stehell, hat eine Bewegung eingesetzt, die für den vieldeutigen Namen „Bekenntnisschule", den Ausdruck „evangelische Erziehnngsschule" feft- 'gelegt wissen will, weil durch ihn Zlveck und Ziel ohne weiteres erkennbar werden. „Evangelischie Erziehurrgisschule" lautet darum in vielen Kreisen die Parole. Es ist selbstverständlich, daß die evangelische Erziehungsschule kein Platz zur Heranbildung jüdischer Kinder ist, ttnd daß solche Schnlverbände alle Mittel anwenden werden, um die Aufnahme Andersgläubiger zu hintertreiben. Insbesondere sei. auf den Umstand Gewicht zu legen, daß ein Lehrer-jüdischen Glaubens wohl niemals an einer derartigen Schulart Anstellung finden würde. Solche Wahrnehmungen und Erwägnngen aber müßten für die Lehrerschaft unseres Aufsichtsbezirkes ein Fingerzeig für die Richtung sein, die auch sie einzuschlagen hat. „Jüdische Erziehungsschule" sei auch unsere Losung. Wenn sich aber auch gegenwärtig der Erreichung dieses Zieles große Widerstände entgegenstellen werden, weil die Vertreter dieser Bestrebungen vorläufig noch eine Minderheit bilden, so müßten wir doch nach des Referenten Meinung stets auf der Hut sein, und jeder Bewegung in dieser Richtung fördernd zur Seite treten. Um einer leichtfertigen Auflösung von ' bestehenden jüdischen Volksschulen entgegenzuwirken, müssen wir die Forderung erheben, daß jedes jüdische Schulkind in einer lehrerloien Synagogengemeinde wenigstens im Religionsunterrichte einer benachbarten jüdischen Erziehnngsschnle zugewiesen wird, und daß die betreffenden Gemeinden für die Kosten aufzukom- ■ men haben. Tie lehrerlosen Gemeinden müssen es fühlen, daß ihnen bei Auflösung ihrer Bekenntnisschulen Kosten und Mühseligkeiten nicht ' erspart bleiben. ) Nur die jüdische Erziehnngsschule ist gerade in dieser leidenschaftlich aufgeregten Zeit der rechte Ort zur Ausbildung des jüdischen Kindes und der Entfaltung aller seiner Seelenkräfte, und Schande trifft die Gemeinden, die die Regierung in der letzten Zeit zur Auflösung ihrer Schule gedrängt haben; bei ihnen vermissen wir gänzlich den Geist, der in den Alten lebt. Schließlich kommt der Vortragende zu dem Schluß: „Im Interesse der Gemeinden, sowie zum Wöhle des Gesamtjudentums und der jüdischen Lehrerschaft treten wir für die jüdische Erziehnngsschule ein und erstreben die Erhaltung und den weiteren Ausbau unserer jetzigen öffentlichen Volksschule nach neuzeitichen, pädagogischen Grundsätzen." Tie rege Besprechung des Vortrages zeigte, mit welchem Interesse die Hörer den zeitgemäßen Ausführungen gefolgt waren. Nach einer kurzen Pause folgte dann der zweite Vortrag von Meyberg-Oldenburg über „Religiöse Erzieh ungs fragen nach dem Kriege". Große Aufgaben ans dem Gebiete der religiösen Erziehung warten nach dem Weltkrieg ihrer Erledigung. Die Herzen öffneten sich bereitwilliger zur Hilfe, die Gemüter wurden empfänglicher. Diese Stimmung für tiefere Eindrücke auf Herz, Gemüt und Charakter fruchtbar zu gestalten, sollte mehr noch als bisher Ziel der religiösen Erziehung sein. Speisegesetze und Festtage, Gesetze, die das tägliche Leben regeln und in die geschäftliche Tätigkeit eingreifen, sind eine heilsame Vorschule für Enthaltsamkeit und Selbstzucht. Dos hat der Krieg so recht zum Bewußtsein gebracht. Tie mancherlei Entbehrungen in dein selben, die Anforderungen an den einzelnen beweisen den hohen, erzieherischen Wert der Religionsgesetze. Des Lehrers Einfluß ist man immer sicher. Lurch ihn auch auf das Haus zu wirken, muß das nächste Ziel sein. In den Dienst der religiösen Erziehung könnte auch das Wandern gestellt werden, das neben anderen Vorteilen des Kindes Freude an Gottes Natur stärken soll. Der Lehrer führe seine Schüler oft ins Freie, zum mindesten an solchen Tagen ivie z. B. Chamischoh oßor b'schwat, rvo iir der sich verjüngenden Natur die fröhliche Jugend Gott gelehrt werden kann. Solche und ähnliche Tage wären die beste Ergänzung in der religiösen Unterweisung, wären praktische Religion. Ferner hat uns der Krieg in der Uebung der Wohltätigkeit vor uugeähnte Ausgaben gestellt. Nicht früh gering müßte daher auch heule die Jugend zu Krankenbesuch, Nachtwache, Taharoh, Nähen, Anfertigung des Oraun herangezogen und diese heiligen Pflichten durch sie wieder Gemeingut der Judenheit werden, und nicht bezahlteil Personen oder Vereinerr überlassen bleiben. Die Lehre von. der Gleichheit im Leben und Tod und von dem Eintreten für einander tvird dadurch dem jugendlichen Gemüt zeitig eingepflanzt. Diese Gleichheit, die der Krieg noch lauter gepredigt, hat auch dem seiuem Wesen nach uns fremdartig anmutenden Ostjnden gegenüber zu gelten. Das Kind muß begreifen lernen, daß wir uns als eine große Familie betrachten, deren Glieder trotz der verschiedenartigen Anlagen in Eintracht leben können, und die sich durch ihre Vorzüge und Fehler einander ergänzen müssen. Ferner ist bei der schulentlassenen Jugend auf die ungeheuere Gefahr für die Bestand des Judentums hinzuweisen, die ihm durch Eingehen einer Mischehe droht. In den Entwicklungsjahren sind die Einwirkungen auf das Seelen- und Gemütsleben am eindrucksvollsten. Tu müßten Elternhaus und Schule ganz besonders Hand noch er auf hii jüdische' Text sek , Schreib phischer In iveist B oflf rtcfij zu wir sprechen üimpath Norden Lesebuck dieser n Ei, Verdien sich inn in den Wichtig sind es dos Ägi fucbeu) bedingu eignete Kurse ei fnmtnis des Agi keine F für sein halben zu süh rer an biest möchten gleichgil zubieten bei wäh Mi kann, w den, die kann au das Ler erhalten werden ten We nicht zu nicht zu 121 "!^ Herz, zi zu lerne znüben > Lehre i, Be, -nieder ' Begeiste an anve Talmud rufen fu fordernd das Gel bedeutet

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