Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 32-33 (24.8.1922)
- Date
- 1922-08-24
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450189-2450220--69974-2527198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. i.t Seite o. 24. August 1922 -_ kundigler Anleitung das nötige Maß allgemeiner Bildung zu erwerben. Von den mittleren und großen orthodoxen Gemeinden könnten die einen unschwer '2—3, die anderen auch mehr solcher Jünglinge zur Versorgung übernehmen; dort wären -auch die Akademiker zu finden, um ihnen die nötige Anleitung zum Studium zu geben. Deshalb wäre es nicht empfehlenswert, etwa aus. Sparsamkeitsgründen die jungen Leute an kleinere Orte zu bringen, wo sie als Schochtim oder Chasonim ihren Unterhalt zu verdienen hätten. Dazu ist ihre Zeit zu kostbar. Die Auslagen aber, welche die Durchführung des Gedankens verursacht, wären in hohem Grade produktive Auch habe ich bereits auf privatem Wege von mehreren solcher Bachurim erfahren, die sich für solch eine Studienreise nach Deutschland freiwillig gemeldet haben und das Reisegeld selbst bezahlen würden (ebenso wie mir schon Möglichkeiten der Unterbringung und Verpflegung genannt worden sind). Cs entschließen sich eben die Eltern dort jetzt leichter als vor dem Kriege, ihre Söhne außer Landes zu schicken; denn die Gefahr, sie könnten durch die Berührung mit der westlichen Zivilisation dem Väterglauben entfremdet werden, ist heute in Erez Jisroel mindestens ebenso groß. So sind ja auch in den letzten Jahren nicht wenige dieser jungen Palästinenser nach Amerika gegangen, wo sie in den Zentren des jüdischen Lebens eine segensreiche, w e r b e n d e ^Tätigkeit als Rabbiner und Tajonim ausüben. Schließlich ist auch der moralische Gewinn nicht gering einzuschätzen, den die frisch aufblühenden .Jeschiwos Deutschlands zu erwarten hätten, wenn an ihren Sitz zu längerem Aufenthalte Jünglinge kamen, die bei ihrem Thoralernen aus dem Vollen zu schöpfen in der Lage Wären. (Der Gedanke, der nicht neu ist, sollte unter den veränderten Verhältnissen erwogen und diskutiert werden; daß vieles dafür, vieles aber mich dagegen spricht, liegt aus der Hand. Red.) MM Fischmann öder die Aguda. Im „Jiddischen Folk" in New-Iork, erklärt '' der Misrachiführer Rabbi Fischmann, daß er nur wegen Untätigkeit der misrachistischen Landesorganlsatlonen von der Leitung zurückgetreten sei. Er wäre dafür gewesen, daß sich Misrnchi der Aguda anschließe, wenn diese wirklich Aufbauarbeit leisten wollte. Sie tat aber nichts als zu Northcliffe gehen. Er habe Samuel seinerzeit gefragt, ob er den Agudisten eine Zusage gemacht hätte, was dieser verneint habe. —• Bei aller Anerkennung der sonstigen Tüchtigkeit des Rabbi Fischmann wollen wir bemerken, daß die Agluda merkwürdigerweise von manchen Gegjnern erst seit dem sv viel gescholtenen Besuch bei Northcliffe so ernst genommen wird. Seine Bemerkung wegen seines Besuches bei Samuel ist seitdem durch den Empfang bei Samuel überholt, aber noch mehr durch die seither erfolgten Ereignisse. Aus der palästinensischen »Agudus Moel." Jaffa. Nachdem die gefetzestreue Judenheit Jaffas affe möglichen Schritte unternommen hatte, um der öffentlichen Sabbachentweihung in der Arbeiterküche der dortigen Chaluzim entgegenzutreten, wandten sich ihre Vertreter dieser halb auch an die Stadtverwaltung von Tel- Awiw und erhielten von dieser folgendes, auch weitere Kreise interessierendes Antwortschreiben: „In Beantwortung Ihres geschätzten Schreiberls wegen der öffentlichen Sabbatentweihung in der Arbeiterküche gegenüber dem Kinematographentheater „Eden" beehren wir uns Ihnen mitznteilen, daß unsere Stadtverwaltung sich ernstlich mit dieser Frage beschäftigt hat und auch beschlossen hat, von ihrer Seite das Mögliche zu tun, um der Savbatentweihnng entgegenzutreten, doch haben wir als Stadtverwaltung keine andere Möglichkeit in dieser Sache etwas zu tun, als eine moralische Beeinflussung zu versuchen. Da aber die Arbeiterküche selbst abhängig ist von der zionistischen Leitung und diese nicht bloß die Kraft „Blätter? hat moralisch, sondern auch materiell einzügretfen — gestützt aus den Beschluß des 13. zionistischen Kongresses — keine solchen Institutionen zu fördern, welche jüdische Heiligtümer entweihen — haben Wir Utts an die zionistische Leitung gewandt und ihr eine Kopie des Briefes eingesandt. Wir würden Ihnen empfehlen, das nämliche zu tun. Mit vorzüglicher Hochachtung! gez. Dr. Mi ba sch an. Wenn auch dieses Schreiben ein erfreuliches Zeichen dafür ist, daß die Proteste der Orthodoxie nicht ganz wirkungslos verhallen, so herrscht doch Unzufriedenheit darüber, daß die Stadtverwaltung selbst sich auf die „moralische Beeinflussung der Sabbathentweiher" beschränken will; wenn auch dieser .Standpunkt-bei der ArbeiteMche berechtigt sein mag, so wird doch darauf hingewiesen, daß bei den unter der Regie der Stadtverwaltung stehenden Seebädern ebenfalls Karten am Sabbath verkauft werden; daß ferner dort, trotz des Protestes des Rabbinates ein Familienbad eingerichtet wurde. Das Mitglied unserer Jaffaer Ortsgruppe, Herr Sorach Barnet, einer der angesehensten Bürger, läßt auf eigene Kosten eine schöne Synagoge bauen, deren Eröffnung in einigen Wochen bereits stattfinden soll. Eines der rührigsten Mitglieder unserer Ortsgruppe ist Herr Zobel, der vor kurzem von Grodno hierher kam, tagsüber als Schmied seinen Lebensunterhalt verdient und jeden Sabbath in einer anderen Synagoge populäre Thoravortcäge hält, welche insbesondere bei der Jugend starken Anklang finden. Aus der Bewegung. Wien. 4. Aug. Die „Soziale Fürsorge' der Aguda Wien" beendet mit 1. August programmgemäß ihre Kurfürsorgeaktton. Ihre Arbeit war nicht nach der leider allseits üblich gewordenen Art, viele Tausende mit geringen Beträgen zu unterstützen, sondern sie war daraus bedacht, eine intensive, somit weniger auf die breite Masse gerichtete .Hilfstätigkeit zu entfalten und hat die stattliche Summe von zehn Millionen Kronen verausgabt. Die einzelnen Fälle wurden genau ärztlich und sozial recherchiert und es sind bereits durch die Aerzte der „Sozialen Fürsorge" einige von den Kurorten zurückgekehrte Rekonvaleszente untersucht und erfreuliche Erfolge konstatiert worden. Wien, 4. Aug. Der Vorstand der altberühmten israelitischen Kultusgemeinde in Przemhsl hat beschlossen, für das Aguda-Waisenhaus in Baden eine Subvention von pol. Mk. 20000 zu bewilligen. Nebst der materiellen Bedeutung dieser Subvention, ist der moralisch« Wert dieses Beschlusses hervorzuheben. Hoffentlich wird Przemysl beispielgebend sein für die übrigen Kultusgemeinden, die durch solche Subventwn den Fortbestand einer Institution ermöglichen, welche Kriegs- und Pogromwaisen vom Verderben rettet und sie zu guten Juden und nützlichen Menschen erzieht. Spendenlisten: Für unsere Hungernden in Eowjet-Rutzland. L Aachen: Fritz Sulmann 600. Abterode: N. N. 500. Ahrweiler: durch Abr. Baer: Mlly Levy 100, Jac. Schweitzer-Dernau 100. Attenkirchen: Carl Königheim 300. Antwerpen: Dir. Slagter 750. Aschassenburg: Bon Hochzeit Speher und Strauß-König 1200. BaMjurzburg: Im Hotel ParkhauS gesammelt Bad Homburg: Frau Tina Eisenmann 1000. Bad Kissingen: durch Rabb. Tr. Bamberger 3700, Gemeinde Geroda 570. Bad Soden: durch B. Wilenskh: N. N. 50, H. Schur-Antwerpen 300, I. Prewner 50, Tr. Wolf- Amsterdam 200, H. Lewi-Amsterdamm 400, H. Faktor-Amsterdamm. 400, H. Segal 200, B. Lerner-Antperpen 500, M. Wolf-Amsterdam 300. Bad Wildbad: Sammlung im Hotel Weil durch Max Hackenbroch 5700. Ballenstedt; Hermann Cohn 1000, durch denselben 20. Bamberg: I. und L. Gerst 200. Basel: R. N. 50 schweiz. Franken. Beerfelden: Sondheimer und Haas 150. B erlichin gen: Feodor Robera 300. Berlin: S. Saberski 100, K. S. 50, durch Rabb. Tr. Löwenthal 1000, Korn 50, Paul Ungar u. Co. 50, Leo Meyer 250, Tr. S. Kantorowicz 20, Israel Cohn 100, Geschw. Uhry 300, Fränze Braun 100, N. N. 125. Jos. Lewirrski 150, F. Tänzer 25, Sallh Grzebinasch 200, Louis Lamm 500, Notar Dr. Michael Meyer zur Genesung von Frau Steffi Meyer 300, Benno Schüler ö Dollars. Biblis: Rosalie Spies 150. Biebrich: N. N. 1000. Borken: M. Haas 50. B r e s l a n: A. Zepler 30, Teilsammlung d. Ortsurrd Jugendgruppen 16 365, Max Austerlitz 50, Hugo Redlich 100, Priklatsch 400, Siklo Sklarz 80. Bernh. Feilchenfeld 50. N. N. 550. Burg: N. N. 1000. B u r g h a s l a ch : Massenbacher und Schapiro, Sammlung I960. Burghaun: D. Adler 150. . Calcar: Andreas Jsaac, Gemeinde-Sammlung 805. Cassel: I. Friedenthal 100, N. N. 150, durch Buchhandlung B. Grünebaum, Versteigerung des Benfchens beim Siium des Ahawas Tauro-Vereins 1258, A. I. Jugendgruppe 300, R. N. 42, Dir. Plank 300. Celle: Oberlandesgerrchtsrat Dr. Katzenstoln 100. Coburg: Wilhelm Mannheimer 100. Danzig: L. Nachmann erste Sammelrate 8500. Darm stad t: d. Rabb. Dr. Marr: Berth. Bodenheimer 1500, Freitag 200, A. I. 245, R. N. 35. T elmenhorst: M. Driels 8050. Dessau: G. und N. Hesse 100. D u r l a ch: Philipp Süß-Karlsruhe 3000. Düsseldorf: Familie S. Lichtigfeld 1500. Ebelsbach: Sal. Hellmann 50. Edelsingen: Gemeindesammlung 470. E l l i n g e n : Moritz Schönwalter 2000. Emden: durch Jacob v. d. Walde: 500: H. v. d. Walde; je 200: Wolf Volk, Heinrich v. d. Walde; je 100: Ad. S. Gossels, Moses Gossels, E. Hartogsohn, Moses Fulda, Herm. Hartogsohn, S. Karseboom, S. v. d. Wyk; je 50: B. Apt, M. v. d. Berg, Ai. Bundheim, S. de Beer, M. Karseboom, Jos. Karseboom, Jak. Karseboom, Aron v. d. Wawe, Jakob v. d. Walde; je 20: Joel Hes, Berthold Schwarz, Minna v. d. Walde; 30 Mk.: Sim. Nordheimer; 75: Simon Josef v. d. Walde; 10: Rebekka Gossels. Fi schach: Jsak Gerstle 500, Albert Deller 500, Hugo Deller 200» Else Deller 50, Leopold Maier 600, Gebr. Maier 800, Jos. und Js. Mendle 500, Gebr. Schmid 200, Löwenberger u. Groß 200, Sam. Lemle 150, je 100: S. Metzger, M. Wortsmann, Leop. Götz, Sam. und Louis Götz, Eman. Mendle, Gebrüder Levi, Max Klopfer, M. S. uird u. H. Neufeld, David Gunz, Frau Hptl. Hirschnrnnn, Leop. Bach, A. Großberg; je 50 Mk.: N. N., Siegfried Lenrle, Simon Bravmann, Nathan Lüncke, Abr. Bravmann, Cantor Dorfzaun; je 30 Mark: Albert Fromm, A. Nußbaum; 20: N. N.; 15: Jsak Levi, Winter; je 10: Lina Bertihetmer, N. N., B. Brühl. (Gesammelt durch Frauen Cilli Gerstle und Clara Maier.) 8 o r ch h e i in: Moritz Heller 25. rrrnnkenthal: Haunah Schottland 50. Frankfurt a. M.: durch Julius Marcus 800, Beufchen-Versteigerung im Restaurant Salomon 700, E. Bodenheimer 200, Herr und Frau Dr. Siegfried Oppenheimer 3000, Berthold Heß u. Co. 1500, Carl Eibe 200, Regicrungö- und Baurat Sußmann 100, Carl Baer 200, Heinr. Kahn 300, durch Dzialowsky und Heidingsfeld (Nachtrag): N. N. dreimal 100, sechsmal 50, I. Pächter 50, Frau Köstnch 650, Bernhard Wolpe 300, Marcus Hirsch 2000, N. N. 5000, Dr. Elias Fink 50. Fritz Stern 1000, Norbert Mayer 500, QL R. 10 Dollars, L. W. 10 Dollars, Isidor Hirsch 100, Eugen Graß 500, Salo Rothschild 100, Josef Diamant 2000, Ungenannt 400, Hermann Frankenthal, Sammlung bei Begräbnis in Altenlotheim 120..50, Gustav Marx 100 schweiz. Franken. Jacob Strauß und Söhne 50 Dollars. lFreiburg i. Br.: R. L. Weil! 100, P. A. L. 100. F r i e s e n h e i m : Isaak Grerlsheimer 100. Fürth: durch Jugendgruppr R. N. 100, N. Singer 100, Ludwig Zuckermann 100, I. B. und E. F. aus Wanderung erspart 242, Ortsgruppe (Dr. R^t ^6100 el*~te ^atC ^0' Ortsgruppe zweite Fulda: Durch Prodinzialrabbiner Dr. L. Cahn, von Verlobung Nußbauni-Oppenheimcr 305, Frau Max Weinberg 100, Frau Wwe. Wohl-Burghaun 200, Provinzialrabb^rer Dr. Cahn 1000. Gaukönigshofen: Lehrer I. Bravmann 85. Gailingen: durch, Rabb. Dr. Spitz: Zahnarzt Jos. Ullmnnn 200, Martin Ullmann 10d, S. H. Weil 100, Mos. S. Neuburger 50, Jos. Ullniann 20, Martin Ullmann 100, S. H. Weil 100, Mos. Neuburger 50, Isidor Guggenheim 20. G e e st c in ü n d e: M. Feldbrand 40, Martin Wolf- Bremerhaven 60. Gelnhausen: Frau Jean Heymann ges. bei BnSmilv im Hause Siegm. Joseph-Meerhvlz 885, Kenn Heini ann 1000. Gemmingenr Hermann Oppenheimer 100. G e r s f e l d : Lehrer Katz 2000. Giebelstadt: Max Pfeuffcr 600. Grebenau: Michael Jacob I 100, derselbe Pater 1 und Bruder 320. G v o % * II m ft q b t: Joses Kahn 500. Gudensberg: durch Lehrer B. Perlstein 2350, derselbe 300. a a g: R. Singer und S. Jäger 1105. Hachenburg: E. Renhaus 300. Hagen: N. N. 300.