Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 31 (3.8.1922)
- Date
- 1922-08-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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«eite 4. fit. Si ..»uw. ini'n»'in ..... ltgatorisch ansah, die sie auch wohl, ähnlich. wie die Phönizier, ursprünglich angenommen und erst im Laufe der Zeit aufgegeben hatten. Weder ein Akt gewaltsamer Naturalisierung, geschweige denn religiöser Bekehrung, die ja, wie wir sahen, bei den Juden ganz unmöglich, scheint hier vorzultegen. Nur für den von jüdischen Eltern Geborenen ist die Mila national unerläßlich. Sie steht allen religiösen Vorschriften voran. Selbst der Sabbat tritt gegen sie zurück. Während alle Mizwoth und alle anderen „Zeichen des Bundes mit Gott" an örtliche und zeitliche Bedingungen geknüpft sind, bleibt sie konstant und unablösbar (vgl. Menachot 43 b, wo David Gott dankt, daß, wenn wie z. B. im Bade, alle „Zeichen" abgelegt werden, die Mila bleibt.") Eine „Mizwa jechidith", wie Raschi (zu Schebuot) sie bezeichnet eine - -, nicht Leremonte, sondern — Institution »ui Zoneris, weil nur ihre Uebertretung als „Lösung des Bundesverhältnisses", d. h. des Bandes, das die Nation unter sich und mit ihrem nationalen Ideal, ihrem Staatszweck, mit den Vorfahren und Nachkommen zusammenhält, und, als die jüdische Besonderheit katexochen, von anderen Völkern unterscheidet. Nicht eine Rasiengemeinschaft bildet die Basis dieser ethnographischen Gruppe, nicht gezüchteter Blutsadel, nichts Naturgegebenes, nichts Tiermäßjges, sondern die durch die Mila eingeimpfte Verpflichtung zur Selbstzucht und Aufzucht von Edelmenschen im Rahmen politischer Autonomie in Palästina oder im Hinblick auf ihre Wiedergewinnung in einer Zeit, in der die Völker alle, jedes in seinem Lande (Zephanja 2, 11), vor Gott sich beugen und der Minoritätenschatz garantiert sein wird nicht durch eine Entente der Stärkeren, sondern der Gerechten, der von den Lehren der Thora Erleuchteten Nicht Herkunft, sondern Zukunft, nicht gemeinsame Wurzel, sondern gemeinsames Ziel entscheidet, nicht des Blutes, sondern des sittlichen Strebens und pietätvoller Verpflichtung zu sittlicher Veredelung der Rasse, zu geistigem Fortschritt bis zum Schwinden des Rassendünkels. Um seines „Bundesblutes" willen wird Israel dieser Erlösung gewürdigt werden (Sacharja 9, 11). Im Blut in unseren Adern kreist das Leben des einzelnen (5. Mose 12, 23), das des jüdischen Volkes in dem „Blut des Bundes", dem Zeichen der jüdischen Nationalität. (Vgl. die Anwendung von Ezech. 16,6 auf die Mila) Daher all das jüdische Heldentum und Martyrium um der Mila willen auch nach der Makkabärzett (vgl. Schabbat 130 a, Roschhasch. 19 a.) Andererseits ist wohl ihre Eigenschaft als jüdisches Bundeszeichen der Grund, weshalb sie nicht, wie der Impfzwang, trotz ihrer hohen hygienischen 1 Kleines Feuilleton. Sas Tote Neer und die Salzproduktion. DaS Handelssekretariat der palästinensischen Regierung hat, wie arabische Blätter melden, einen Sach, verständigen mit der Prüfung des Toten Meeres auf seine Eignung zur Produktion von Salz beauftragt. Die Ergebnisse sind außerordentlich ermutigend. Der Sachverständige schätzt den Salzgehalt des Toren Meeres auf eine Menge, deren Wert heute auf 8000 Millionen Pfund Sterling zu berechnen ist. Die Gewinnung des Salzes ist technisch durchaus nicht schmierig und erfordert keine großen finanziellen Aust Wendungen. Der BerdunstungSprozetz vollzieht sich, sobald das Wasser in eigens gebaute geeignete Kanäle geleitet wird, unter der Wirkung der Sonne in natürlicher Weise. Aus ‘/4 Million Tonnen Natursalz lassen sich 1 Million Tonnen Speifesalz gewinnen, sodatz für die palästinensische Produktion leicht ein bedeutsamer Rang innerhalb der Salzproduktion der Welt errungen werden könnte. Da die ProduktionSkosten unoerhältniSmätzig geringer sind, als z. B. diejenigen von Staßfurt, so glaubt man, daß ein Wettbewerb selbst unter den heutigen, ungünstigen Valuta- Verhältnissen sehr wohl möglich wäre. Die Ausführung des Projektes setzt den Bau zweier neuer Bahnlinien voraus, von denen die eine das Salzmeer an dte Bahn nach Haifa anschlletzen, di? andere die Verbindung mir einem Hafen Herstellen müßte. Die Regierung ist bereit, Konzessionen zur Ausbeutung des SalzmcereS sowohl zur Gewinnung von Düngerfalzen als von Speisesalzen zu gewähren. •_ Der JSraelit. _ Bedeutung allgemeine Verbreitung gesunden hat (K. Alexander, Dte hygienische Bedeutung der Beschneidung). Welches das Verhältnis des von jüdischen Müttern Geborenen und noch nicht Beschnittenen, zu dem beschnittenen Juden ist, versinnbildlicht zutreffend der Midrasch (Ber. r. 11), in dem Gleichnis: „Wie der Weizen erst gemahlen und zu Brot gebacken werden muß, so wird der Jude seinem ideellen Lebenszweck zugeführt, durch die Beschneidung." Das von Natur Gegebene wird Stoff für die Aufgabe der Selbstveredelung durch Aufnahme in die Gemeinschaft des Prteftervolkes. Der unbeschnittene Jude wird, wie oben bemerkt, als nicht zur jüdischen Religionsgemeinschaft gehörig, angesehen. Ebenso gilt er, in nationalem Lichte betrachtet, als nicht allein nicht eonnatioral, sondern geradezu als antinational, als Lolksverräter. Sollte es einmal, der Konfessionslosigkeit entsprechend, in einem künftigen jüdischen Staat eine Nationslosigkeit geben,' wie man ja auch; von einer Vaterlandslosigkeit spricht, dann würde! auf Nation und Vaterland jeder Anspruch erheben dürfen, nur nicht der unbeschnittene Jude. Im Galuth steht ihm, dem, wie gesagt, weder nationalen, noch religiösen, sondern allenfalls Stammesjuden, wie jedem Juden in gewissen Grenzen die Wahl der Nationalität frei. Dte jüdische Nationalität, die durch die Beschneidung erworben wird, schließt, da sie, wie erwähnt derzeit im Galuth nicht politischen, sondern religiös-nationalen Charakter trägt, die Annahme einer politischen keineswegs aus. Fühlt sich aber auch z. B. der deutsche Jude als zur deutschen Nation gehörend, d. h. von der deutschen Staatstdee durchdrungen, so bekennt er doch durch die Mila eine übernationale Gesinnung in dem Glauben an und Wirken für eine Zukunft, in der Raffen- und Klafstn-, nationale und Glaubenskämpfe aufgehört haben, wo sein jüdisches Volk als par inter pares wieder auf eigenem Grund und Boden seine nationale Aufgabe aufnehmen und vollenden wird, „ein Reich von Priestern zu sein und ein heiliges Volk." Dte Pstege seiner national-jüdischen Güter verträgt sich sehr wohl mit hingebendtreuer nationaler Arbeit für seine deutsche Heimat. Für alles Gute und Edle anderer Völker wird sie ihn um so empfänglicher machen. Sie bleibt in seinem Herzen geborgen als seine „unirdische Heimat." Die Mila ist, gleichviel ob als „GlaubenSsiegel" — „der Gottesname soll auf jedem Einzelnen geschrieben stehn", Schemot r. 15 — oder als das national-jüdische Abzeichen aufgefaßt, kein Hindernis für Heimatsliebe und Patriotisj mus. Für das Judentum ist sie aber jedenfalls? r Äugust Ä«; eine Existenzfrage. Denn dieses ist weder Raffen» noch ausschließlich Glaubensgemeinschaft. Das. Physische wird durch die Mjla in den Dienst einer Idee gestellt, während gleichfalls durch sie dte Erhaltung der Idee, der Glaubenslehren durch Verknüpfung mit einer Nationalität gesichert wird. Somit sagt Zunz (Ges. Schr. II, 197) mit Recht: „Eine Abschaffung der Beschnetdung schneidet das Leben des Judentums mitten entzwei, ein Selbstmord ist keine Reform." Aus den Ledenserlnnemngen eines jüdischen Politikers. V. Die zwei Sachverständigen. Zufolge dieses Beschlusses der Ratskammer wurden Professor Dr. Theodor Nöldecke irr Straßiburg und Tr. August Wünsche in Dresden von den dortigen Gerichtsbehörden als die vom k. k. Landesgericht Wien bestellter! Sachverständigen im Ehrenbeleidigungsprozeß, Rohling contra Bloch in Eid genommen. Jetzt erst konnte ich zusammen mit meinem Rcchtsfreund Tr. Josef Ko pp zur Aufstellung des den Sachverständigen vorzulegenden Quästionärs schreiten. Es handelte sich zunächst und hauptsächlich darum, deu Sachverständigen hebräische Textstellen zur UÜbersetzung und, wo es notwendig ist, auch zur Erläuterung vorznlegen. Ich wählte weit über 400 Texte aus der talrnndisch^rabbinischen Literatur vom 2. bis znnt 18. Jahrhundert n. Ehr., und zwar teils solche, aus welche sich Rohling in seinen Schriften zum Beweise für seine Beschuldigungen bezieht, teils solche, welche zum Verständnis dieser Texte und zur Gewinnung eines vollständigen Bildes der jüdischen Anschauungen über Religion, Moral und Recht, wie sie sich irn Verlause der Jahrhunderte unter den verschiedenen Verhältnissen herausgebildet habet!, notwendig sind. Selbstverständlich waren nicht bloß die von Professor Rohling, sondern auch alle von Dr. Justus-Brirnan herangezogenen Texte, sowie die in der unter dem Namen Dr. Eckers erschienenen Schrift vorgeführten den Sachverständigen zur Uebersetzung vorgelegt. Diese Masse von Texten, die gedruckt 80 Foliospalten füllten, wurden nun von mir nach Gruppen, die sich nach der Natur der Sache ergaben, systematisch geordnet und noch spezielle Fragen eingesngt. Die betreffende Eingabe an das Landesgericht füllte 42 gedruckte 'Foliospalten. Das Landesgericht überrnittelre das Ganze. Ende Jänner 1885 den Sachverständigen. Er' Das Heilmittel.*) Zu den Bewohnern des Siädlchens, in das der Wundermann eingezogen war. gehörte ein böser Zweifler und Spötter, der den Vielgerühmten gründlich hineinlegen wollte. Er geht zu ihm und bittet um Heilung und Trost. „Ich leide", sagt er, „an zweierlei. Ich habe einen großen gehler, denn Ich kann nicht sagen die Wahrheit und das schmerzt mein Gemüt. Und ich kann nicht schmecken mit der Zunge und habe keinen Geschmack in meinem Mund". Der Rabbi betrachtet den Mann und meint: „Komm morgen, denn der Fall ist schwierig und ich muß Nachdenken. Aber wenn Gott will, roerd' ich dlr helfen". Als der Patient am nächsten Tage erscheint, nimmt der Wundermann eine Pille, die er angeferttgt hat, läßt den an der doppelten Krankheit Leidenden den Mund öffnen und schiebt ihm das ansehnliche Kügelchen hinein. Kaum hat der Mann die Pille zerbissen, als er mit der Miene des tiefsten Ekels das Medikament ausspuckt und wütend ausruft: „Was soll das heißen? DaS ist ja Pech, Schwefel und Petroleum, was ihr mir habt gegeben. Giftmischer! Hilfe! Pfui! Pfui"! „Nun, was schreist du"?, lacht Rabbi Lach. „Ist doch schon das Wunder geschehen! Denn du hast erstens die Wahrheit gesagt, es ist wirklich Pech, Schwefel *) Aus „Geschichten des Rabbi Lach, von Manuel Schnitzer". Das hübsche Bändchen enthält gute und weniger gute Anekdoten des" Mendele Steinpilz, genannt Rabbi Lach? erschienen bet W. Gente, Hamburg. - und Petroleum . . . und zweitens hast du schon den k rechten Geschmack auf der Zunge . . I (Ausgrabungen in Erez NiSroel). Bei den Ausgrabungen in B e t h - S ch o n, dte von amerikanischer Seite unternommen werden, sind in den letzten Tagen wertvolle Gegenstände zu Tage gefördert worden. Man fand Totensärge, die nicht aus Stein, sondern aus Lehm geformt nnd am einen Ende die Form eines menschlichen Kopfes aufweifen. Auch interessante Tongesäße kamen zum Vorschein, die nach Ansicht der Sachverständigen aus . der letzten kanaanitischen Periode stammen. Endlich wurde eine ägyptische Inschrift und zwar ägyptische Schrtftzüge auf einem schwarzen Erez Jisroel-Stein ausgegraben. ES heißt darauf, „daß der König Tot der 19. Dynastie daS Land erobert und eine Herrschaft dort aufgerichtet habe". Sabbat-Uvkang «na Hurgaag. nnninrow- Ortr Anfang Datum AuSgang Min. lÄ66§r Uhr Min. Frankfurt a. M. 7 10 5. 11. 8 55 Brrli« .... 7 80 August Ab 8 43 München . . . 7 15 8 29 Eöl« ..... 7 45 9 05 Stuttgart. . . 7 — S 44 Breslau 7 20 8 30 Nürnberg - . - 7 . — 8 87 Hambnr« . . . 8 T- » —