Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1922)
- Date
- 1922-07-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite « Nr. 38 Der JSraettt 13, Juti 1933 41/2 sh., Qualität I: 4 sh., II. Qual.: 3 HI. Qual.: 2 sh., IV. Qual. 1 sh., V. Qual. 81/., pence. Bon dem nach palästinensischer Schals insgesamt auf 500000 Stück ungefähr sich" 6e~ laufenden Welt-Jahresbedarf wachsen in Erez Jisroel z. Zt. 130000 Stück, wovon 100000 in jüdischen, 30000 in arabischen Händen sind. Trotzdem werden von der jüdischen Produktion nur 5000 Stück (?), von der arabischen 25 000 Stück exportiert, sodaß also 470 000 Esrogim aus Griechenland und Italien stammen und für den paläftinensischeu Export noch erobert werden könnten. Bet entsprechender Organtsaiolrr wäre hier noch für hundert? von jüdischen Familien auf dem Boden Erez Jtsroels eine wirtschaftliche Existenz zu schaffen. ver Sabbat im heiligen Lande. Jerusalem, 1. Juli. In Nr. 203 des „DaorHajam" veröffentlicht die zionistische Leitung den Lehrplan der von ihr neugegründeten Fremdenführer-Schule. Es heißt darin wörtlich: „Die Vorlesungen finden wahrend der fünf Wochentage von 6—8 Uhr abends statt. Der Sabbat und der Sonntag werden ausschließlich sowohl Fußwanderungen, als solchen zu Pferde oder zu Wagen gewidmet sein." (Siehe hierzu die Karlsbader Brschlüsse). „Kol Israel" schreibt: „Viele Leute haben bei uns lebhaft über Len Chillul Schabbos der Chaluzim in Giwas Schoul Klage geführt. Dem gegenüber köpnen wir zu unserer Freude Mitteilen, daß nach einer Nachricht aus Jaffa die Chaluzim während der letzten drei Sabbate in ihrer Küche aufgehört haben zu kochen. Auch eine andere bekannte öffentliche Institution hat das Ausschreiben von Zeugnissen am Sabbat eingestellt." 3erulalemer Briet Jerusalem, 25. Juni. Haussuchungen im Bezalel. — Oberrabbinat und Polizei. — Die Affäre Hodes. — Das Schicksal des zionistischen Schulwerkes. — Hebräisch und Englisch. DaS brutale Auftreten dir Polizei bet einer in der Bezalel-Schule vorgenommenen Haussuchung, sowie die damit im Zusammenhang stehenden Vorgänge haben namentlich in den jungjüdtschen Kreisen starke Erbitterung hervorgerufen. Es wird behauptet, daß der Bursche aus dem Bezalel, den die Polizei auf der Straße verhaftete, nur durch Schläge und Drohungen zu belastenden Angaben über das Vorhandensein von Waffen im Bezalel gezwungen worden sei, Angaben, die sich nachher als unrichtig erwiesen, der Polizei aber den Vorwand zur Haussuchung .gaben. Bei dieser sind dann ganz unnötigerweise nicht weniger als 5 Türen erbrochen worden, statt daß man diese Türen durch die ' Leitung des Bazalel hätte öffnen lassen. Die -ganze Angelegenheit bedarf jedenfalls aufs Dringendste der Aufklärung. Die trostlose Wirrnis im Innern der jüdischen Gemeinschaft wird jedoch viel stärker durch das bedauerliche Vorgehen gegen die zwei Mitglieder der Jeschiwas Tauras Chajim, Meir Samnttzer und Joses Hofmann, beleuchtet. Diese beiden Talmide Chachoim haben, übrigens ohlte jede Vollmacht von Setten des Waad hoir aschkenasi, unter dem Namen „Kol Godau!" eine Schrift drucken lassen, die erneut gegen die bekannten literarischen Aeußerungen Oberrabbiner Kuks Stellung nimmt und dabei vermutlich die Grenzen des schuldigen Respektes gröblich überschreitet. Das Oberrabbinat hat nun die Polizei in Bewegung gesetzt, anscheinend auch den Staatsanwalt, um das Erscheinen der Broschöre zu verhindern, und es verbreitete sich, da die Verfasser zur Vernehmung auf die Polizei gebracht wurden, das Gerücht, sie seien auf Veranlassung des Oberrabbinats ins Gefängnis geworfen worden. Letzeres ist nun gewiß nicht der Fall, allein es scheint bedauerlich genug, daß man in einem Kampfe, der doch immerhin auf einer Verschiedenheit der geistigen Einstellung zu grundlegenden jüdischen Fragen beruht, zum Kadi läuft und die sonst so verpönte Intervention der nichtjüdischen Gerichte herbeiführt. Man darf vielleicht annehmen, daß das übereifrige Sekretariat des Oberrabbinats, das sich auch sonst durch starke Aggressivität auszetchnet, für dieses Vorgehen verantwortlich ist, ohne daß die Zustimmung Rabbiner Kuks eingeholt worden wäre. Auf die gleiche Jnitative dürste auch die Veröffentlichung einer geradezu unqualifizierbaren Schmähschrift gegen „Kol Jsroel", Rabbi Chajim Sonnenfeld ete. zurückzuführen sein, als deren Verfasser ein krank im Hospital des Moschaw Sekenim liegender littauischer Talmid Chochom, Hodes, zeichnet. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist sämtlichen Lehrern der zionistischen Schulen zum 1. Oktober gekündigt worden, weil die Leitung angesichts der finanziellen Schwierigkeiten sich freie Hand bei der Gestattung des Budgets sichern will. Die Leiterin einer der wenigen nichtzlonistischen Schulen, der Eveltne de Rothschild-Schule, Miß Anny Landau, eine Dame von hoher Intelligenz und aufrichtiger Frömmigkeit, hat offenbar aus dem Gefühl der Opposition gegen die jnng-jüdisch-hebrätsche Gewaltherrschaft, zu einem Schritte sich hinreißen lassen, der objektiv nicht gebilligt werden kann. Nach den Bestimmungen des palästinensischen Prozeß-Rechtes werden gerichtliche Zustellungen an Juden in hebräischer Sprache abgefaßt. Miß Landau hat nun eine derartige Zustellung durch ihren Anwalt dem Gericht unter Protest zurückretchen lassen, indem sie erklärte, sie sei Engländerin und bestehe auf einer Vorladung in englischer Sprache. Der Gerichtsvorsitzende mußte diesen Einspruch natürlich zurückweisen, wird sich aber über diesen englijchen Chauvinismus einer seit Jahrzehnten in Jerusalem wirkenden jüdischen Schulleiterin seine eigenen Gedanken gemacht haben. Natürlich hat der Vorgang bei 'den hebräischen Lehrern die übliche wilde Protestbewegung hervorgerufen und es ist ein Glück für Miß Landau, daß sie z. Zt. in England weilt und daher vor tätlichen Angriffen wohl geschützt ist. Man kann zu alle diesen Dingen nur mit Wehmut sagen: C’est la guerrel Personalien. Hamburg, 4. Juli. Bor einigen Tagen verschied plötzlich infolge eines Herzschlages der sich hier allgemeiner Beliebtheit erfreuende Herr Isaak Nu ß b a u m m Aller von 73 Jahren. Wer hätte noch wenige Monate zuvor geglaubt, daß dieser jugendliche lebensfrohe Greis, der gleich einem Jüngling ungebeugt dahtnschriit, so schnell uns entrissen werden könnte. Besonders der engere Kreis seiner Freunde in der .Klaus" und der Langenfelder „Chewrah", zu deren ührtgsten Mitgliedern er von Anfang an zählte, betrauert in ihm den nie im Leben wankenden aufrechten Jehudt, der unier Aufopferung feiner ganzen Person, ttchkeit stets mit Feuereifer für 'pn umifi eintrat und jeder Konzession abhold war. Unterstützt wurde er darin von seiner gleichgesinnten Gattin und Kindern. So konnten wir noch vor drei Jahren seinen 70. Geburtstag im Kreise all der Seinen feiern und dabei — welch seltener Fall heutzutage — wahrnehmen, wie alle Familienmitglieder ohne Ausnahme eines Sinnes und eines Tuns mit dem glückstrahlenden Jubilare waren. Möge die schwergeprüfte hehre Gattin, die von allen hochverehrte rührige Borsitzende unserer Frauen- Chewra mit ihren Kindern und Enkeln Trost finden in dem Bewußtsein, daß der gure Name, den der Verdorbene htnterlaffen, bleiben und sem Wirken sich in rem gleichgerichteten von Kindern und Enkeln fortsetzen wird, auch wenn die irdische Hülle uns verlaffen hat. Altona, 10. Juli. Im 43. Lebensjahre verschied in Homburg v. d. H. Herr Dr. Sam. Möller und wurde nach Altona überführt. Unter außergewöhnlich großer Beteiligung der Gemeinden Altona-Hamburg and die Beisetzung in Altona statt. Bereits als Student zeichnete sich Dr. Sam. Möller durch seine wissenschaftlichen Arbeiten auf medizinischem Gebiete aus, wie durch seine Liebe zur Thora und Treue zum Judentum. Er erfreute sich als Arzt in den weitesten Kreisen seiner Kollegen eines besonderen Rufes, der! leine Würdigung im ärztlichen Verein Hamburg fand, in dem Herr Prof. Dr. Brauer in einem Nachrufe seine wissenschaftlichen Werke auf medizinischem Gebiet besonders hervonhob und betonte, daß seine Leistungen weit über das Durchschnittsmatz der Aerzte hinausgingen. Er war Mitbegründer des V. I. A. Während des Krieges erwarb er sich als Stabsarzt große Verdienste, indem er unter anderem die von der Regierung im besetzten Gebiet geschlossenen Mikwaus wieder herstellen ließ und auch sonst für die Gefangenen und jüdischen Soldaten aufopferungsvoll sorgte. Nachdem bereits in Homburg der zur Rabbinerkonserenz in Frankfurt a. M. anwesende Lehrer de8 Verstorbenen, Herr Rabbiner E. Duckesz, Altona, seine Verdienste hervorhob, würdigten in Altona an der Bahre des Verstorbenen die Herren Oberrabbiner Dr. Lern er, Altona und Dr. Spitzer, Hamburg, in tiefempfundenen Worten die Verdienste des Verstorbenen «no Herr Direktor Dr. Car leb ach hob sein Wirken als Schularzt und seine Verdienste um den V. I. A. hervor, während noch Herr Rabbiner Löwy und der Vor fitzende der Misrachi-Ortsgruppe Herr Alexander Adler ihm Worte des Abschiedes unter Schilderung seiner hervorragenden Eigenschaften nachriefen. Zum Schluffe gab als ältester Bruder, Herr Dr. med. Julius Möller dem Schmerze der Familie in ergreistnder Weise Ausdruck. Möge der Allgüttge die tiesgeveugte Gattin und schwergeprüften Eltern stärken. Villmar, 10. Juli. Eine herrsche Frau haben wir heute hier unrer überaus starker Beteiligung zu Grabe getragen. Frau Olga Ackermann, geb. Löb ist, kaum sechzigjä'hrig, in Homburg, wo sie Heilung gesucht hatte, ihrem Leiden erlegen. Wer die Liebe und nie versagende Güte dieser Frau gekannt, weiß, was der Garte, die Kinder und Enkel wie die Gemeinde verloren haben. Eine ideal veranlagte Natur, ein für alles Edle, Gute und Schöne warm schlagendes Herz, war sie der treue Schutzengel der Ihren und über deren Kreis hinaus erstreckte sich ihre liebende Fürsorge auf alle, die ihrer Hilfe und ihres Rales bedurften. Mit ihrer tiefen, schlichten Frömmigkeit wußte sie ihr Haus an der Seite ihres wackeren Gatten zu einem jüdischen Heiligtum zu gestalten, wo schwere Schickungen in Gottergebenheit überwunden und Glück in Bescheidenheit und Dankbarkeit gegen Ihn genoffen wurden. Am Freitag abend wurde sie sanft in die Ewigkeit hinübergeleitel. Ihre letzte Mizwohtat war das Lichtentzünden, wie ihr ganzes Leben ein Lichtspenden umr; ihre letzte Freude die an ihren Enkelkindern, die gerade gekommen waren, um die Großmutter zu besuchen,- mit segnend ansgebreiteten Händen sank sie dahtn in die Arme des Gatten und der Tochter. Möge dieser letzte Muttersegen erhalten und ihr Geist des Hauses Hüter sein, daß Kraft und Trost dem Gauen, Kindern und Enkeln wird im Angedenken an die Unvergeßliche. «Vsittfl. Dtvinsk (Dünaburg), 20. Juni. Im blühenden Alter von 45 Jahren ist der Vorsitzende der hiesigen Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Herr David Nachmann Klotz dahingegangkn. Der Verstorbene stand an der Spitze zahlreicher jüdisch-orthodoxer Institutionen und widmete seine bedeutende Begabung in opferfreudigster Hingabe allen kulturellen und politischen Ausgaben der Aguda. Sein Tod hat in allen Kreisen der lettischen Orthodorie tiefe Teilnahme hervorgerufen, die in einer Reihe warmherziger Traueransprachen zu lautem Ausdruck gelangten. Schweiz 1UD Großer Preisabbau Gästen ans valutaschwachen Ländern noch. extra ErmäDigung % Briefkasten. B. K in W. Die Entstehungsgeschichte des sonderbaren Minhag ist zwar sehr spaßig, aber so allbekannt, daß wir damit keinem mehr etwas Neues erzählen. Manuskript steht zu Ihrer Verfügung. M. D. in L. Das hebräische Rätsel ist nicht verständlich. K. R in S. Wir sind nicht in der Lage, die für Kultusbeamte bestimmte Preisermäßigung Gemeinde- Vorstehern und Getreidehändlern zu gewähren. So leid es uns tut, müffen wir daher ab 1. Oktober verzichten, falls Sie sich nicht bereit finden, die allgemein gültige Abonnementsgebühr zu entrichten. B. K. in Braunfchtveig. Ihrem Schreiben von, , Juli lagen die angekündtgten 4 Mk. nicht bei. Eine illustrierte Zeitschrift erschien in unserem Verlag nicht. i&. O. in Trenchtlingen. Wir verweisen aus die am Kopfe dieser Nummer abgedruckte Anzeige. I. R Belke in Sarluky. Wegen des Eintritts die hiesige Thoralehranstalt wenden Ste sich am besten an das Mitglied des Kuratoriums, Herrn Jos.