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Der Israelit · 1922-07-13 · Heft 28 (13.7.1922) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 28 (13.7.1922)
Date
1922-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Der JSrseM. Seite S Nr. __ ihren eigenen Sitten, ihrem eigenen Leben, hat in der Tat nationale Charatterzüge. Wenn gefragt wird, was unter der Entwicklung des jüdischnationalen Heimes in Palästina verstanden werde, io mag geantwortet werden, dast es sich nicht mit die "Auferlegung einer jüdischen 'Nationalität gegenüber den Einwohnern Palästinas im Ganzen handelt, sondern um die weitere Entwicklung der bestehende n j ü d i s ch e n G e m c i n s ch a s t mit dem Beistände der ^uden in den anderen Teilen der Welt, so dast sie ern Zentrum werden mag. an dem das jüdische Volk als Ganzes ans G r ü u d e n d e r R e l i g i o n u n d d e r Nasse Interesse nehmen nnd in das es seinen Stolz senen kann. Aber damit diese Gemeinschaft die beste Aussicht ans freie Entfaltung habe, und den: jüdischen Volke eine volle Gelegenheit biete, seine Fähigkeiten zu entwickeln, ist es wesentlich, dast es wisse, daß es in Palästina von rechtswegen und nicht blost geduldet sich befindet. Tas ist der Grund, weshalb es notwendig ist, dast die Existenz e i n e s j ü d i s ch - n a t i ounten Heimev in Paliistina intrrnatiu it a l garantiert w e r d e u n d da st s o r m e i l anerkannt werden sollte, es beruhe a n t alte r h iftoris ch e r V e r k n ü p f n n g. Dies also ist die Interpretation,, welche Sr. Majestät Regierung der Teelarativn von 1017 gibt und so ausgesastt, glaubt der Staatssekretär, dast sie nichts enthält oder bedingt, wnS der arabischen B e d ü l - kernng Palästinas B e u it ruhigung oder den I ii d e n Eutt ä u f ch u n g bereiten kann." E; wird dann ausgeführt, daß eine aus schließlich aus Mitgliedern des neuge wählten gesetzgebenden Rates bestehend Sonder-Kom Mission zusammen mit der Vermal tung die Ein Wanderungsangelegenheiten regele. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten behält sich die englische Regierung die Entscheidung vor. Die arabische Delegation lehnt in einem Briefe vom 17. Juni diese englische Regierungs-! erklärung als ungenügend ab, beschwert sich über die Rutenberg-Konzession, den Gebrauch der hebräischen Sprache, den „Strom der jüdischen Einwanderung" und über den Einfluß der zionistischen Kommission. Dagegen schreibt die Zionistische Organisation unterm 18. Juni, sie „versichere Sr. M ajestä t Negierung, daß die Tätigkeit der Zionistischen Organisation im Einklang mit der Politik, die in der Erklärung vom 3. Juni 1922 dargelegt ist, werde geführt werden." Das letzte Schriftstück ist ein Schreiben Churchills vom 26. Juni an die arabische Delegation, worin er schreibt: „Der Staatssekretär glaubt, daß diese neue Definition der Regierungs- Politik, verbunden mit der formellen Versicherung, die von der Zionistischen Organisation erlangt worden ist, die Befürchtungen der arabischen Bevölkerung hinsichtlich des Zweckes und Sinnes der britischen Politik in Palästina endlich beschwichtigen sollte." Wieviel uns ein Wort zu sagen vermag! Von Rabbiner Dr. Ansbacher in Stuttgart. Unsere Thauro wird mit einer Perlenkrone — .Tip* OUUBö* Tßö — verglichen. Wie die Perlen und Diamanten an einer Krone sich einander ergänzen und ihren strahlenden Glanz steigern, so kommt auch jedes einzelne Wort unsrer. Thauro erst vollkommen zur Geltung, wenn wir die an verschiedenen Stellen austretenden gleichen Worte in Beziehung zueinander bringen, was von je Aufgabe der NTvv war, wodurch oft der bei keinem anderen Werke zu beobachtende Mifln NN zu erkennen ist. Einige Proben aus den lausenden Stdros. 1. In 7N8'X"s tritt das Wort (rtan) auf, das sich IN NIL 's wiederholt. iBv b'vs tsx s'rr -ib\s* — ^21, was nicht festen Verschluß an sich hat, sin soti ist (im unreinen Zelte) unrein. Scheinbar zwei ganz verschiedene Bedeutungen. Vielleicht ließe sich durch folgenden Ge-- dankengang eine Brücke bilden: Der'Ztzissaden mahnt ' Wochemnds-au. Sie Seiner Gräber. Der bekannte jüdische Gelehrte, Professor Dr. A. S. Uahuda, ord. Prof. a. d. Universität Madrid, schreibt uns: Aus den Zeitungen erfahre ich, vast der alte jüdische Friedhof aus dem 13. Jahrhundert bei Gra bmineu zum Zwecke Der Ausführung eines Eisenbahnbaues bei .sfiiln a. R. gefunden werden fei, und dast Vorbereitungen getroffen werden sollen, um die Gebeine der dorr beerdigten Märtyrer, die den .urenzzügen zum Opfer gefallen find, nach eiuem andern Ort zu überführen. Wohl sollte mau glauben, dast auch bei Eisenbahrrbanti'u die Pflicht der Pietät gewahrt werden würde, Sie man Märtyrern schuldig ist, welche in heldenmütiger Weife für ihre religiösen und sittlichen Ueberzeugungen den grausamsten Tod erlitten haben. In man sollte erwarten, dast gerade christliche Behörden und sogar kirchliche Auwriräten, die oft in beredten 'Worten die fanatischen Ausbrüche des B-Melaiiers und die unmenschlichen Schlächtereien, die im Reimen des auf weltliche Machtmittel gestiihten .N re uz es begangen worden find, verurteilen, . sich für die Schonung nnd Erhaltung eines so heiligen und rührenden Denkmals einfeyen würden: dnst gerade sie eine solche Gelegenheit mit besonderem Eifer ergreifen würden, um durch die T n t die Ehrlichkeit und E r n sc - h a f l i g keil des Wortes zu beweisen. So hoffe ich, dnst nicht nur die jüdische Gemeinde .n'ölns, sondern dast dir jüdischen Gemeinden des ganzen Rheinlandes alles tun werden, um die öffentliche Meinung dafür zu gewinnen, dast der Friedhof bei den Eifenbahnarbeilen umgangen wird, fo dast die Reste von großen Männernf die im finsteren Mittelalter Leuchten des Geistes, Stützen der Moral und unvergleichliche Beispiele einer Reinheit der Gefinnnng, einer hohen Sittlichkeit nnd einer unerschütterlichen Gerechtigkeit gewesen find, wie sie damals in jenen von Aamnifmi und Tannüm’nni Mördern und Plünderern durchzogenen Ländern nicht zu finden waren, nicht auch im Tode narb langen Jahrhunderten aus ihrer Ruhe gestört wer- In diesem Sinne, glaube ich, sollten Sie einen Appell an die jüdischen Gemeinden des Rheinlandes richten, nnd glaube, dast Sie hierbei der Nnterstühnng des gefnmmren Judentums sicher sein ton- Alan sollte keinen Stein nngewendet lassen, damit nur jene Steine an ihrem Plaste bleiben, die von religiösem und sittlichem Heldenmut, zeugen, die den mtUum&dbafett Glauben des jüdischen Volles an eine Besserung der Menschen bezeugen, nnd die als Warnung gegen den Glauben an einen dauernden Erfolg des Fanatismus und einer verbrecherischen Versolgnngswnt dienen tonnen. Tenn das Ideal, für welches jene Taufende von Märtyrern mitsamt ihren Führern nnd Meistern gefallen find, war die Weisung des Propheten Micha (8,8) die stets die Grundlage der.jüdischen Religion nnd der jüdischen Maral war: r:b -cn rrrx'- usre 2'pbs zv. Als kleine Beisteuer zu den erforderlichen Spe- . uns zur Selbstbeherrschung und Unterordnung, was Korach ablehnte und mit dem vollständig au§ nbsn hergesiellten Tallis, das angeblich keine Zizis mehr brauche, andeuten wollte. „Die ganze Gemeinde ist heilig", ein Attribut, das sich auch der Heiligsten keiner selbst zulegte. Dadurch aber ließ er gerade seine eigene U n re i n h e it erkennen. Sollte dies vielleicht auch das Geheimnis der nach Korachs Ausstand verkündeten ms 'sfeiu? vitssi 'Tritt xrco eweso. Die sich ganz rein dünken, werden durch diesen Wahn unrein, die dagegen ihre Fehlbarkeit erkennen und zur Reinigung hlntreten, empfangen eben dadurch ihre Reinheit GiiL TE2 ps "wx .. wer also in sich nicht dieSeibstbeherrschung liEit heißt festhalten, ansparmen) besitzt, die ihm der (n^EN) vor Augen führen soll, ist unrein. 2. In rnvv 's sagen die Stämme Reuben und God □Tä6n *oy: i;n:, „wir wollen gerüstet unseren Brüdern voranzrehen". Das Wort uru treffen wir noch zweimal in der Thauro. Die Söhne Jakobs sagen zu Joses uns ins s"X U3, eines Mannes Söhne sind mir und und schließlich inMegillas Echoh vmm uj?e;s in;, „wir haben gefehlt und waren untreu" (Kap. 3, 42.) Eine zeitgemäße Betrachtung dürfte die drei Stellen «neinanderreihen. Man führt heute in manchen Kreisen die Redensart von der Einheit des Judentums im Mund, „wir sind alle Söhne eines Vaters". Aber in der Stammesangehörigkeit erschöpft sich noch nicht der Wert des Bolljuden, wir wollen für unsere Brüder auch kämpfen und mit ihnen das heilige Band als wirklich heiliges Band erringen Helsen. Doch auch dies läßt sich nicht im sogenannten Schutz- und Trutz-Judentun! erreichen, wir müssen auch unsere Fehler bekennen i:nöi iws uni und uns bemühen, besser und stärker in unserer jüdischen Kraft ' und des Landes für die Dauer würdig zu . _ 13. Juli 1883. sen überreiche ich Ihnen einen Scheck aus 500 Mk. von mir und einen aus 500 Mk. von niemer Frau." Soviel bekannt, sind noch immer Bemühungen im Gange, um die Behörden zur Einstellung der Grabungen und unversehrten Erhaltung des Geländes zu veranlassen. Der Brief zeigt jedenfalls, welches Aussehen die Angelegenheit in der ganzen Welt erregt und wie sehr die Seele der jüdischen Gesamtheit an einer befriedigenden Lösung mitbeteiligt ist. Inzwischen veröffentlichen wir im Anzeigenteil dieser Nummer einen Ausruf der beiden Kölner Synagogengemeinden, aus dem sich ergibt, daß die Behörden einen ansehnlichen Teil des Geländes fürFriedhofszwecke zur Verfügung gestellt haben. Um dieses Gelände vorschrtftsgemäß als Eigentum zu erwerben und' um die unendlich mühevollen und kostspieligen Ausgrabungs- und Umöettungsarbeiten durchzuführen, sind gewaltige Gummen erforderlich, die aufzubringen, Ehrenpflicht Ser Gesarrrtjrrdenheit ist. Auch unsere Brüder in England, Amerika, Holland, Sch wetz insbesondere die dortigen Raöbtnate möchten wir auffordern, Sammlungen zu veranstalten und das Ergebnis einer der in dem Inserate genannten Stellen zu übermitteln. Ner Kampf gegen die jüdische Religion in Rußland. „Ter Kamps mit dem Klerikalismus im allgemeinen und mit dem Ctzeder im besonderen nimmt in Nordwesten einen scharfen nnd realen Charakter an. Man hat eingesehen, daß die langen Trosches während der letzten fünf Jahre während des Kampfes mit deni Cheder zu nichts Wirklichem geführt haben. Im Gegenteil: Tank gewissen Ursachen haben die Chadonm sich verstärkt und die Jeschiwaus verinehrt. Endlich gehen wir nun zu Taten über." Dies ist der Anfang eines Leitartikels des berüchtigten jüdisch-kommunistischen Organs „Emmes", wobei charakteristisch ist, daß ' aus lanter Haß gegen die hebräische Sprache sogar die unvermeidlichen hebräischen Ausdrücke, trotz der jüdischen Buchstaben, ins Jiddische umgeformt und förmlich verunstaltet sind. Was sind das nun für Taten, die der „Emmes" verkündet? Bor allem gehören dazu die Resolutionen der Minsker Kulturkonferenz, auf der man beschlossen hat, die Chadorim aufzuheben, die Kinder in die Sowjet-Schulen zu bringen und zur Ausführung dieser Beschlüsse eine neungliedrige Sonderkommission zu bilden. In der Tat sind im Laufe einiger Wochen 130 Knaben aus den Chadorim in die Sowjet- Schulen überführt worden. Man hat, um das zu erreichen, selbstverständlich ben stärksten werden. Dies ist der tiefste Sinn des selbstvergessenden bescheidenen u,*u gegenüber dem stolzen, chauvinistischen 3. Zu 'ppv 's unter den Wanderstationen der Wüste lesen wir nbnpoz um rrrcno U'vn. Sie brachen auf von Charoiw und lagerten in Makheloth. Letzterer Ausdruck findet sich scheinbar in nanz anderem Sinne (Psalm 68, 27) D’pVs 1202 „in Versammlungen lobet Gott". Ein Zusammenhang dürste sich auf folgende Weise ergeben. Jüdische Versammlungen nnd Vereinigungen sollen nicht entstehen, nur zum Zwcck der Abwehr oder gar, um an der jüdischen Lehre selbst Kritik zu üben, sondern rnmp aus Eifer nach dem Gottesrvorte (Jes. 66, 2 '-*1 hv -i->n) soll man sich ermannen und in Bereinigungen, sich zusammenchließen, solche '^np», „Vereinigungen dienen zum Lobe Haschems". Keim KeirNeton. Jüdisches zm Reisezett. Von M. Mannheimer in Dettelbach. Des Juden ureigenste Welt ist sein Haus. Der Satz dürfte wohl unumstritten sein. Wie ein kleines Heiligtum steht es da, ern verjüngter Tempel, ein vpv spipfc, in dem Vater und Mutter gleich Priester und Priesterttt wirken, die Pforte geschmückt mit dem Symbol heiliger Denkungsart und frommerHandlungswLisv, der der Tisch ein Altar, um den die Kinder gleich OelbanuissprößUngen sich sammeln, alle

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