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Der Israelit · 1922-07-13 · Heft 28 (13.7.1922) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 28 (13.7.1922)
Date
1922-07-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum gsasjsgg Begründet ooo Dr. Lehmann in IDainz ssssa 63laiirgang. Q®a© Sranhturt a. M.. den 13 Juli 1922 17, Tammus 6682 M 2» Abonnement pro Bierteliavr: Tentschlonv vei den Postämtern sowie öei direkt. Bestellung u.RechnuitgSerteil. durch d. Verlag M. 22.60 viertelt., Volkslchulu. Religtonslehrer sowie Kultnsdeamte (n. direkt) M. 11.25 viertelt., Lschecko.Slowaket Kr. 15.— Ungar« Kr. 100.— vierteljiihlich, Dentich-Oesterreich Mk. 35.-, Polen (nur in deutscher Reichsmk.) Ml. 40.—Viertels., RnmSnien 18 Lei, Holland fl. 1.25. Skandinav. Sr. 2.50, Schweiz fs. 1.80, Frankreich n. Belgien Fr. 6.—. Englandl sd.Sp., Amerika 1 Doll, viertelt. Einzelnummer 2 Mk. Der Israelit erscheint jeden DonnerStag Inserate m e.-. für Stelle,isuchendeMk.4.-, für die sechsgesp. Col.-Z. etnschl. Teuergszschl.: Ausl.-Jns. Mk 16.- Pro Zeile. Rad. n. Tarif. Beilans.Jnseratauitr.tarisW. Preiserhöhung jederz. vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G.rn. b; H.. Frankfurt a-M., Gr. EfchenHeimerstr. SS, Tel. 5848, Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen'Exped. des In» nnd Auslands. Platzvorfchriften ohne Verbindlichkeit. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. Mt. No. 19802 — erfolgen au: Postsparkasse Wie« Nv. 78 «05 Postsparkaffenamt Budapest No. 18424 Postscheckamt Zürich Nr. VIII 7254 Postscheckamt Amsterdam No. 24 868 Böhmische Unionbank in Prag Ban ca Harmarosch Blank A Co. ln Bnearfcit Filiale deS Wiener Bankvereins in «gram ver llackdruck Ser flrtlhel und Correfponden?en des „Israelit“ if! nur unter genauer Quellenangabe, und, soweit es lick um größere Bufföhe handelt, nur nach vorheriger öenehmlgung gestattet. Wertvolle billige Sicher! Preise ab Juli: drosch. ged. Lehmann, Zamuel ha-vagid .... 50.-, 45.— 5khakh«vvNr, mmlaika ..... 30.—, 45,— .. Lurinienreven.... 30.-, 45.— „ Jenseits 30.-. 45.— „ Dudäus, der Baalscftem pon micbelstadt. . . 30.-, — 3m Indevrtaat der gftasareit (neu) . . . 30.—. 45zuzüglich Porto und Verpackung. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direkt durch den Verlag gegen Vorauszahlung oder unter Nachnahme. Alle Preise freibleibend. Reue preise: 5. st. filrscb, Israels Gebete (SWflttf mit deutscher Urvrrreirung u. krstiSrung) Inland, Deutsch-Oesterreich und Ungar« Mk. 15V — statt Ladenpreis Mk. 195.—. 5. st. stlrscd, versuche Wer Isroels Pflicbteti in der Zerstreuung (gftaiirew). Inland, Deutsch-Oesterreich und Ungarn Mk. 120.— statt Ladenpreis Mk. 162.50, zuzügl. Porto nnd Verpackung Ausland: Westländer 200°/», Tschecho.Slowakei 100°lo, Rumänien 50°/o Valuta-Zuschlag zuzügl. Porto, Verpackung und Ausfuhrgebühr. Frankfurt » M., 30. Juni 1922. Verlag des Zsraellt G. m. b. S. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Die englische PaläMnavolitik und der Zionismus. — 2. Homiletik: Dr. Ansbücher, Stuttgart: Wieviel uns ein Wort zu fügen vermag l — 3. Kleines Feuilleton: A. Mannheimer, Dettelbach: Jüdisches zur Reisezeit. — (Ausstellung jüdischer KultuSgegenstände). — (Ein Münzendenkmal des Judenschutzes). — 4. Wocheurundschau: Die Kölner Gräber. — Der Kampf gegen die jüdische Religion in Rußland. — 5. Aufsätze: M. Ascher, Neuchatel: Rituelle Verpflegung auf Ozeandampfern. — Hermann Seckbach, Frankfurt a. M.: Jüdische Tuberhilosen-Jürsorge. — 6. Korrespondenzen u. Nachrichten: Berlin (Die Auskunftspfltcht der Standesämter). — Warschau (Die Volkszählung in Polen). — Warschau (Eine Aguda-Delegation beim Beizer Rabbi). — Wilna (Antisemitische Exzesse). — Warschau (Die Unruhen in Wilna). — Budapest (Der Prozeß gegen hie Mörder von Orgovany). — Bafel (Tagung des thoratreuen Zentralvereins). — London (Notenaustausch zwischen dem Vatikan und der englischen Regierung). — Tunis. — Jerusalem (Die Beseitigung des jüdischen EherechlS in Erez Jisroel). — Jerusalem (Der Esrogim-Export aus Erez JiSroel). — Jerusalem (Der Sabbat im heiligen Lande). — Jerusalem (Jerusalemer Brief). — 7. Personalien. — 8. Briefkasten. — 9. Familiennachrichien. — 10. Frankfurter Berichte. — 11. Beretnska len der. — 13 Gebetzetten. — 13 Pädagogische Beilage: Arbeitögemetnschast der jüdischen Lehrerverbände und Vereine in D. R. — Zur Frage der Lehrerbildung. — Die Tagung des „Verbandes der jüdischen Lehrervereine" in Berlin. — Zur Lehrerbildungssrage. — 14. Feuilleton-Beilage: Verschollene Brüder. — Gehetzt und gejagt. — 15. Ktnderecke: Hawdala. — Ktdusch. — 16. AuS Nah und Fern. Die englische paWnapvM und der Zionismus. I. Das von der englischen Regierung soeben veröffentlichte Weißbuch über Palästina wird auf lange Zeit die Grundlage für die Gestaltung der Verhältnisse in Erez Jisroel bilden, zumal das Unterhaus die darin ntedergelegten Grundsätze, die Churchill in einer großen und sehr geschickten Rede umschrieb, mit ungeheurer Mehrheit gebilligt hat. Es seien daher zunächst, als Grundlage einer Besprechung, aus diesem Weißbuche die wichtigsten Stellen in wörtlichen Zitaten wiedergegeben. Unterm 3. Juni schrieb das Eolonial-Amt an die Zionistische Organisation u. a. folgendes: „Unter Artikel 4 des Mandatentwurfes, der dem Völkerbundrat unterbreitet ist, ist Ihrer Organisation eine besondere Stellung zugewiesen, in ihrer Eigenschaft als Agentur, die in dieser Hinsicht autonsrert wird, mit Ihrer Majestät Regierung zusammenzuarbeiten. Unter diesen Umständen erscheint es Mr. Churchill wesentlich, nicht nur, daß die erklärten Ziele und Absichten Ihrer Organisation mit der Politik der Regierung vereinbar seien, sondern daß diese Identität des Zieles, sowohl der Bevölkerung Palästinas, als auch derjenigen dieses Landes, ja der ganzen Welt, offenkundig gemacht wird. Mr. Churchill ist sicher, daß Sie diese Erwägung würdigen werden, und daß Sic gerne alles, was in Ihrer Macht steht, tun, um irgendwelche Mißverständnisse» die entstanden sein könnten, zu beseitigen. Er würde demgemäß erfreut sein, von Ihnen eine formelle V e r s i ch e - rung zu erhalten, daß Ihre Organisation die Politik akzeptiert, die in der beigeschlossenen D a t ft c l [ u n g auseinandergesetzt wird und daß sie entschlossenist,ihreeigneTätigkeitinUeberei>nstimmung damit zu führen." Ueber das Leigefügte Schriftstück, auf das man die Zionistische Organisation solchergestalt in der feierlichsten Weise verpflichtet hat, ist bereits kurz berichtet. Es wendet sich gegen die „übertriebenen Interpretationen der Bedeutung der Balfour-Erklärung" und sagt: „Unautorisierte Erklärungen sind gegeben worden, nach der Richtung, daß es angestrebter Zweck sei, ein gänzlich jüdisches Palästina zu schaffen. Phrasen sind gebraucht worden, wie die, daß Palästina so jüdisch werden solle, wie England englisch ist. Sr. Majestät Regierung betrachtet jede derartige Erwartung als unausführbar und hat ein solches Ziel nicht im Auge ... Sie möchte die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, daß die Ausdrücke der Balfour-Deklaration ntcht besagen, Palästina solle als Ganzes in ein jüdisch-nationales Heim verwandelt werden, sondern nur, daß ein solches Heim in Palästina gegründet werden solle." Nachdem die Regierungserklärung somit die arabischen Befürchtungen widerlegt hat, bemerkt sie dett Juden gegenüber folgendes: „Es ist notwendig, noch einmal zu betonen, daß die Balfour-Teclaration, bestätigt von der Konferenz der hauptsächlichen alliierten Mächte in San Remo und nochmals im Vertrag von Sövres, keinerAend e r u n g unterliegen kann. Während der letzten zwei oder drei Generationen haben die Juden in Palästina eine Gemeinschaft wiedergeschaffen, die jetzt 80 000 Seelen zählt, von denen Farmer oder Landarbeiter sind. Tiefe Gemeinschaft hat ihre eigenen politischen Organe, eine gewühlte Bersantmlung zur Leitung ihrer inneren Angelegenheiten gewählte Stadträte und eine Organisation für die Kontrolle ihrer Schulen. Sie hat ihr gewähltes Oberrabbinat und ihren rabbinischen Rat für die Leitung der religiösen Angelegenheiten. Ihre Geschäfte werden in hebräischer Sprache als der heimischen Sprache nesührt und eine hebräische Presse dient ihren Bedürfnissen. Sie hat ihr deutlich unterschiedenes geistiges Leben nnd entfaltet beträchtliche wirtschaftliche Aktivität. Diese Gemeinschaft nun mit ihrer städtischen und ländlichen Bevölkerung, ihre politischen, religiösen und sozialen Organisationen, ihrer eigenen Sprache,

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