Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 24 (15.6.1922)
- Date
- 1922-06-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Rashi 1× ep/1002670
- Tiberias 1× ep/1048138
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gfc 13 Seite M Junr iWL Acht'dafür Hergegeben, daß „trefs" und „chomez" am Peffachfeste im heiligen Lande gegessen wird, gewiß find die Beamten nicht eingesetzt, daß sie öffentlich Sabbat entweihen. Soll wenigstens die Welt erfahren, daß die Schandtaten in Palästina nicht mit euerm Wiffen und Willen geschehen. Durch den Protestschrei kann Palästina gerettet werden, das alte Judentum, für das wir unzählige Opfer gebracht haben. Außerdem muß die Eiwanderung von orthodoxen Elementen in Palästina gefördert werden, denn nur von diesem Zustuß kann uns Hilfe erstehen. Unser Land fleht euch an: Kommet und reicht uns die helfende Hand gegen die Zerstörer und Religionsentweiher. Auch an die Wischen Zeitungen wenden wir uns mit dem Rufe, die Leser über die Vorgänge aufzuklären und kraft des Etnfluffes, den sie auf das Publikum besitzen, dem geistigen Ruin entgegenzuarbeiten. Wenn Amerika, das vor drei, vier Jahrzehnten noch so thoraarm war, daß kein Vater wagte, feine Kinder dahin zu schicken, jetzt dank der Propaganda-Arbeit von einem neuen jüdischen Geiste belebt ist, um wie viel mehr und reger müßte die Propaganda nach dieser Richtung hin für Palästina wirken. Im gleichen Maße, wie man dahin gearbeitet hat, den Kredit für die Pogromlän-er einzustellen, bis das Blutvergießen dort aufgehört, muß jetzt dahin gewirkt werden, daß die Unterstützung den nationalen Institutionen solange versagt bleibt, bis die Attentate auf die Religion endlich aushören. Und noch ein Wort an die zionistischen Führer! Ihr kommt im Namen der nationalen Einheit und am Ende geht es doch nur darauf hinaus, den Klall-Begriff zu zerstören, das Judentum in Stücke zu reißen, die Kluft zwischen Religiösen und Nationalen zu erweitern. Glaubt ihr, auf diese Weise das Einheitsband um die Nation zu schlingen, wähnt ihr alle religiöse Empfinden im Volke soweit zerstört, daß der Nationalismus noch das einzige Band bilde? Es ist schwerer Irrtum. Die jüdische Nation hängt in ihrer weitaus größten Mehrheit an Thora und Glauben und kein Opfer scheint ihr zu schwer, wenn es um die Religion geht. Es ist Irrtum zu glauben, daß mit dem kleinen Häuflein auf der linken Seite das Volk abtrünnig geworden wäre. „Tausende werden abfallen, aber kein Jota der Thora wird aufgehoben." Ist es nicht beschämend, daß just zur Zeit, da eure Genossen in den Ländern im Namen des Judentums religiöse Rechte, die Rücksicht auf Sabbat und Feiertag von den Staaten verlangen, daß zur gleichen Zeit einer euerer Generäle in Palästina öffentlich mitten in einem jüdischen Viertel den Sabbat entweiht und auf Vorhaltungen die eine Antwort hat: „Wir stören euch in euerer Religionsübunz nicht." Wie schmerzlich und beschämend, solche Worte aus dem Munde eines Mannes zu vernehmen, der vom Grlde des jüdischen Volkes unterhalten wird. Die Antwort auf diese Vorgänge und Er- . scheinungen muß vom ganzen jüdischen Volke im Lande und in der Diaspora gegeben werden. Jahresfeier des Agu-a-MaiseOauses ln Baden. Sonntag, 28. Mai, Rofch Chaudefch Siwcm, fand anläßlichch der ersten Jahresfeier seit der Eröffnung des! Badener Aguda - Waisenhauses, eine öffentlrchfi Prüfung der Waisenkinder, statt. Herr Oberrabbiuer Reich, Baden, prüfte die Kinder im Beisein vieler Gäste, im Talmud (Perel Hamafkid), Chumisch, und Raschi, und wir alles entzückt über die großartigen Fortschritte, welche die Kinder in jeder Hinsicht machten. ZM Garten, wo sich ein großes Publikum ansammelte, sprach Direktor Philipp Friedenau, den Gästen für ihr Erscheinen den besten Dank aus, worauf Herr Oberrabbiuer Reich die eigentliche Feierrede hielt. In zündenden und hinreißenden Worten sprach er Wer die Bedeutung und Denkwürdigkeit des Tages, und konnte die Erziehung der Kinder dieser Anstalt der Aguda allen Gemeinden und Schulen als Musterbild anempsehlen. Herr Oberkantor Kreufsstein dirigierte eine» schönen Chor, und trug einige ergreifende Stücke vor. Zum Schluß erhielten die Kinder eine vorzügliche Bewirtung. Als Vertreter der Aguda-Zentrake waren anwesend die Herren Lipe Türkt, Sam. Wüstenbaum, M. Brody und H. Stroh. Die Eultus- - gemeinde Baden, ließ sich vertreten durch den Präses' Herr Alexander Braun, D. Daniel und Jac. Kohn. Die Aguda Ortsgruppe, durch die Herren Weismann un!d Bernat Löwy, die Jugend gruppen durch die Herren Perlstein, Komet und Spitser. An Spenden lief eine bedeutende Summe ein. Herr Kalew, Baden spendete 3 Milchziegen. Nie Bevölkerung Palästinas. Folgende Bevölkerungsziffer wurde unter Berücksichtigung der Religionen in approximativen Schätzungen am 1. Januar 1922 festgestellt : Distrikt Moyamedaner Christen Juden Anm. Total Jerusalem . . . 137,457 37,063 33,874 25,378 12 Samarttrwer 208,394 Jaffa. 119,407 15,250 160,047 Gaza. Galliläa (Liberias 67.548 585 311 — 68,444 Safed, Nazar) . 61,826 13.130 11,924 1925 88,605 Phönizien (Haifa, Drusen Sichron Jakob) 68,988 19,915 9,738 5318 Drwen 103,059 Samaria.... 103,539 1,901 ~ 158 Samaritaner 103,588 Beerscheba . . . 26.516 205 38 — 26,759 Total. 585.271 88,049 81,263 7218 761,796 Städte mit über 10,090 Einwohnern: Jerusalem . . 64,000 Jaffa .... Haifa .... 45,000 34,100 Nablus . . . 20.638 Hebron .... Gaza .... Safed .... 16,332 14,981 12,500 Ramleh . . . 10,068 Neue Agnvalkteratur. In gewohnter vorzüglicher Ausstattung repräsentiert sich das MssanMar - Doppelheft des' Organes unserer polnischen Jugendorganisation der „Diglenu", welcher an der.Spitze einen Ueberblick über die polnische Delegationsitagnng und die dabei gewonnenen Eindrücke bringt. Die wissenschaftlichen Artikel von Rabbiner Grünewald-Budapest und Rabbiner Gütern tag und RaMner Plotzki wechsln mit poetischen und prosaischen Bildern aus! der chassidischen Welt. Originell wird den westeuropäischen Lesern ein dramatischer Einakter Vorkommen, welcher in die Kriegsschrecknisse Jerusalems führt (und einen Jerusalemiüfchen Gesinnungsgenossen zum Verfasser hat). Ueber die Aufgaben der Agüdas Jisroel in Palästina verbreitet sich! Jakob Liebfchütz aus Tiberias. Das' zirka 60 Seiten starke Heft ist aufs wärmste zur Lektüre zu empfehlen. Auch außer Men regelmäßigen Publikationen zeichnet sich insbesondere unsere polnische Jugendorganisation durch eine literarische Fruchtbarkeit aus!, die den westeuropäischen Jugendorganisationen und deren Führern vorbildlich sein dürste. So bringt der neue, von der JUgendgruPpe Lodz gegründete Verlag „©fljuto“ gleich 3 im Jargon geschrieene vorzügliche Broschüre auf den Büchermarkt. In einem orthodox-literarischen Samelbuch „Frühling" findet sich in vorzüglicher äußerer Aus!- stattung eine gediegene Zuscnmnenstellung der literarischen Erzeugnisse moderner gesetzeslreuer Schriftsteller. Der nämliche Verlag berichtet in' einer Broschüre „Unsere Bewegung" über die Entstehstehung und Entwicklung der Lodzer Jugendgruppe, deren Führer E. G. FrredensohU wendet sich in einer weiteren Broschüre „An die Jugend" mit warmen Worten an seine jugendlichen Genossen. Leider haben sich in diese Broschüre eine Reihe sinnentstellender Druckfehler eingeschlichen. Von hebräisch! geschriebenen Publikationen ist neben der zweiten Nummer des litauischen „H aschowua" vor allem die vorn Rabbinischen Rat der polnischen Landesorganisation herausgegebene Zeitschrift „Degel Hatora" zu nennen, dessen jüngste Nummer über 40 Seiten vorzugsweise talmudische Themen behandelt. Während sich an dieser Publikation die hervorragendsten rabbinischen Autoritäten Polens beteilige, ist das monatliche Organ „Bet Midrasch", (ebenfalls' in Warschau im Verlag des Rabbiners Altmann erschienen) ftir die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Schüler, der von der Aguda eingerichteten großen Jeschiwa — Mesiwto gedaulo — bestimmt. Inzwischen ist auch — wegen Erkrankung des Herausgebers verzögert, — das zweite Heft des litauischen „T w u n a" erschienen, in dem eine die Agudofrage behandelte Artikelserie fortgesetzt wird, welche noch an anderer Stelle eingend gewürdigt werden soll. Das Wochenorgan unserer Jerusalemer Jugendgruppc „K o l I i s r o e l" erfreut sich steigeriderBleliebtheit und wird auch erfreulicherweise von gegnerischer Seite nicht totgeschwiegen. Ein hocherfreulWes Symptom für die Verbreitung des Ägudogedankens, mich im Westen, bedeutet das Erscheinen eines englischen Agudoorgans in London, dessen 2. Nummer uns bereits vorliegt, „The Voice os Is-rael" erscheint 2-sprachig, jiddisch! und englisch. Die Lektüre dieses Organs ist deshalb besonders instruktiv, weil sie die eigenartigen jüdischen Verhältnisse Englands beleuchtet nni> in der Tat aufweist, daß, wenn irgendwo, so hier die Organisation der GcsetzeÄreuen das Erfordernis der Stunde darstellt. Erziehungsfragen bilden neben dem Palästinensischen einen Hauptteil der jüngsten Nummer. Wir hören, daß die Zeitung schon heute in der jüdischen Bevölkernng, insbesondere des Castend, sich starke Sylnpathie errungen hat. Schließlich sei noch eine Agudopublikation erwähnt, die einem längst gehegten Wunsche der deutschen Ortsgruppen Rechnung trägt. Die Leitung des' deutschen Gruppenverbandes hat den Vorständen der Ortsgruppen die erste Mnnrner des Nachrichtendienstes der Agudas Jisroel zukommen lassen, welcher in gedrängter Kürze die neuesten Vorgänge innerhalb der Agudo berichtet und den Lesern Gelegenheit gibt, sich selbst ein Urteil zu bilden, ob der Vorwurf berechtigt ist, als ob die Aguda eine bloße „politische Kampfesvrganisntion" sei. Die neue Nummer des „Haderech" ist bereits in Vorbereitung und werden lvir über deren Inhalt in einem weiteren Artikel berichten. Stellengesuche. Kom miS (aus Altmetollbranche) sucht möglichst Alt-Eisen u. Metall-Lager- und Bürotätigkeit (Schreibmasch.) — (aus Schuhbranche), Schuhfabrik oder Schuhgroßhandlung, Kontor und Lager. Bäcker (Gesellenprüfung „gut"), Bäckerei-Konditorei. Landwirt. Lehrstelle auf jüd. Gut für 17jährigen Bewerber gesucht. Agudasi Jisroel Jugendorganisation. Angestellten-Fürsorge Cöln a. Rhein.