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Der Israelit · 1922-06-15 · Heft 24 (15.6.1922) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 24 (15.6.1922)
Date
1922-06-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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mtt s nt. 13. .«lütter? Sie AgM-Deputation bei Herbert Samuel. lieber dm Verlauf der am 30. Mai stattgefundenen Besprechung von Ber tretern der Aguvas Iisroel urrd zwar der Herren Soliciter Landau-London, Rabbiner Horovicz-Jerusalem, Rabbiner Dr. Pinchas' Kohn-Wien, Sally Guggenheim-Basel, R. Lunza-Rew York und 5>arry Gooomann-London mit Sir Herbert Samuel wird uns berichtet: „Mr. Lans au, der die Delegation einflchrte, wies darauf hin, daß Vertreter der Aguva vor einigen Monaten im Colonial Office vorgesprochen und dort ein Memorandum überreicht hätten. Es war darin verlangt, daß der Agudas Jisroel eine Vertretung in der in ß 4 des Mandat-Entwurfes erwähnten Jewish Agency zugestanden und außerdem, daß der autonomen orthodoxen Gemeinde Jerusalems unter Leitung von Rabbiner Sonnenseld die gleichen Rechte und Privilegien bewilligt werden sollten, wie dem allgemeinen Waad hoir. Beide Angelegenheiten wolle man nun Sir Herbert Samuel unterbreiten, und man hoffe, daß er feine §Ufe leihen werde, um zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen. Die Aguda lehne es aus erkennbaren Gründer: ab, sich mit der Zionistischen Organisation zu verschmelzen, mit deren An schaumigen sie nicht übereiustimme u::O andererseits könne keine Mische Agentur sich als' Vertreterin des jüdischen Volkes betrachten, ohne entsprechende Vertretung dev Orthodoxie. Die aschkenafische Gemeinde von Jerusalem werde gezwungen, sich gegen ihren Willen von Körperschaften vertreten zu lassen, an deren Wahl sie nicht teilgenommen, weil sie beiden Körperschaft«? aus politischen und religiösen Gründen die Anerkennung versagen müsse. Sir Herbert Samuel erklärte hieraus, daß es der Wunsch der bri tischen Regierung sei, die Jewish Agency so umfassend wie möglich zu gestalten und er glaube, daß dies auch der Wunsch der Zionistischen Organisation sei. Es könne gar kerne Rede von einem zionistischen Monopol sein, sondern die Jewish Agency müsse die Gesamt-Judercheit repräsentieren und die Orthodoxie müsse darin in entsprechender Weise vertreten sein. Wie diese Agenmr zusammengesetzt sein werde, das sei eine Frage, die mit - den britischen Behörden und mit der Zionistischen Organisation diskutiert werden müsse. Hinsichtlich vcr Situation in Palästina sagte Sir Herbert Samuel, daß die jüdische Gemeinschaft in Palästina eine einheitliche Organisation wünsche, um ihre Ansichten zu vertreten und die palästinensische Regierung teile diesen Wunsch. So wie die Moslems, die Katholiken und die griechische Kirche jede eine Exekutive hätten, so sollten auch die Juden eine Organisation besitzen, Dies bedeute nicht, daß Minoritäten nicht die vollste Freiheit haben sollten, aber sie könnten nicht die regierungsseitige Anerkennung sinder:. „Ich fand die Lage in Palästina desorganisiert, mit einer Anzahl von Oberrabbinern, und es war wesentlich, eine Gemeinschaft und eine Organisation zu errichten. Mer ich wiederhole, daß die Gemeinde von Rabbi Sonnenfeld volle Freiheit hat, ihre eigenen inneren Angelegenheiten zu verwalten. Mr. Norman Bentwitch bemüht sich zu einem Kompromiß zu gelangen, um der Sonnenfeld-Gemeinde eine Art Autonomie innerhalb der gesamten Gruppe zu verleihen." Rabbiner Horovicz sagte, daß die Orthodoxie den Wunsch des; Oberkommissars, Einheit in Palästina zu schaffen, vollkommen würdige, aber Friede könne nur herbeigesührt werden, wenn den Wünschender Minoritäten die gebührende Be- . achtung gesche nkt tu erb e. EH handelte sich hiev nicht etwa um Mißtrauen oder Verdacht gegenüber den gegenwärtig im Amt befindlichen rabbinischen Autoritäten, aber die Institutionen blieben, wahrend die Personen wechseln könnte n. Aus diesem und aus anderen Gründen fordere die aschkenasische Gemeinde Unabhängigkeit für sich, u. a. auch deshalb, weil sie dem Waad haleumi, der heute die höchste Autorität in politischien und religiösen Fragen für sich in Anspruch nehme, keinerlei Vertrauen entgegenbringen könne. Sr. Exzellenz erwiderte, daß die Angitzlegenheit noch nicht erledigt sei irnd daß er sie lvieder ausnehmen werde, sofort bei seiner Rückkehr nach Palästina. „Wir müssen ein Mittel finden, um die Einheit des ganzen zu sichern ohne die Gewissen der Minderheit zu vergewaltigen. Dies ist ziemlich schwer." Mr. Landau sagte, daß die Orthodoxie mn die Gelegenheit erwarte, um chren gebührenden Anteil an der Arbeit für Palästina zu nehmen, aber sie sei abgeschreckt durch das von den Zionisten, zu denen sie kein Vertrauen habe, ausgeübte Monopol. Geben Sie uns die Gelegenheit, Ihnen die Hilfe von Millionen orthodoxer Juden zu bringen, vielleicht s/4 des jüdischer: Volkes." Die Unterhaltung dauerte % Stunde und Sir Herbert zeigte außerordentliches Interesse für die Wünsche der Aguda, denen er feine errrsteste Aufmerksamkeit zu widmen versprach. Die „Times" schreibt unter her Überschrift: „Kein zionistisches Monopol:" „Sir Herbert Samuel hat vor seiner Abreise nach! dem Kontinent eine Deputation der Agudas Jisroel, der Organisation der unabhängiger: orthodoxer: Judenheit, wichtige Er- Häninftm abgegeben. Die britische Regierung wünsche, daß die jüdische Agentur so umfassend wie möglich sein soll und er glaube, daß dies auch der Wunsch der Zionistischen Organisation sei. Es könne keine Rede von einem zionistischen Monopol sein, die jüdische Agenturen müsse vielmehr alle Juden, einfchlieWich der Orthodoxie, umfassen. Die Zusammensetzung der Agentur weroc Gegenstand der Diskussion mit der britischen Regierung und der zionistische:: Organisation sein müssen. Me palästinazentrale -er Agu-as Mr»el, Ir«nkst»rt am Main sucht zum baldigen Eintrittspätestens t. Juli, tüchtige und an selbständiges Arbeiten gewöhnte DaMWLeiiunzdesMos. Perfektes Stenograph, und Schreibmafch. Bedingung. Gest. Meldungen find a« Herrn Di*. Oppenheimer, E9Oii«nfieiineranla0« 31 richte». Die Vorgänge in Jerusalem. Auf die wiederholt gestellte Frage, warum die orthodoxe Presse die Sabbatschändungen und andere Nettgionsentweihungen durch die bekannten Kretfe in Palästina so in aller Oeffentlichkeit behandelt, gibt der in Jerusalem erscheinende TWW olgende Antwort: Man fragt, welcher Nutzen bei diesen Veröffentlichungen hrrauskomme? Verursachen doch die Mitteilungen den Frommen tiefen Schmerz, während sie die Radikalen nur zu neuen Schandtaten herausfordern. Viele sind sogar der Meinung, daß durch diese Mitteilung eine Entmutigung in der Diaspora eintritt und der orthodoxen Einwanderung Einhalt getan wird, da viele Familien schon aus Angst, in einer Sphäre MJunlissr des Unglaubens ihre Kinder zu vergiften, vor der Einwanderung zurückschrecken. Allein solche Einwättde mußte man auch bei der Veröffentlichung der Pogrombertchte ans Rußland und der Ukraine vernehmen. Sollten, so fragte man sich, diese Schreckensnachrichten -auf die Pogromhklden Eindruck machen, oder könnten sie uns in die Lage setzen, dem Schrecken ein Ende zu bereiten? Jndeffen sind all' diese Vorhaltungen unbegründet. Wohl wußte man, daß die direkte Wirkung auf Mörder und Opfer ausbleiberr würde, darum sollte aber nicht minder das ganze Volk in all' seinen Teilen aufgerüttelt und zu einem Schmerzensschrei veranlaßt werden, das europäische Gewissen mußte geweckt werden, daß überall da, wohin sich Recht und Gerechtigkeit geflüchtet, sich die Geister und Kräfte zur Abwehr sammeln. Zweck der Publikation ist, daß die europäischen Staaten den Pogromländern ede materielle und moralische Unterstützung ver« agen, allsolange dort das Menschenrecht mit Füßen getreten und unschuldiges Blut vergossen wird. Bis zu einem gewissen Grade wurde das Ziel auch erreicht. Die gleichen Ziele find eS aber auch, die sich die orthodoxe Preffe gesetzt hat, wenn sie ihren Protest hinausschrett gegen die Attentate, die nicht in der Ukraine oder Polen durch Petljura, Deniktn usw., sondern in unseren Erez Jisroel durch diejenigen, die sich als unsere Nationalhelden oerieren, verübt werden. Wohl wissen wir, daß diese traurigen Helden vor unseren Protesten nicht zurückschrecken und daß. die Nachrichten auf der anderen Seite den Treugesinnten viel Kummer bereiten werden, das Ziel geht aber dahin, die jüdische Oeffentlichkeit der Diaspora zu einem Proteste aufzurufen. ' Wir wenden uns an die Rabbiner und Führer in allen Ländern. Ihr, die ihr die Fahne der Thora an zwei Jahrraufende hoch haltet, an euch ist es mit stammenden Protesten der Religionsentweihung in Palästina entgegenzutreten, euch obliegt es, dem Volke klar zu machen, daß mit den Geldern, die der einfache Jude in der Absicht hergibt, das Land aufzubauen, das Land geistig ruiniert und verunreinigt wird, junge Seelen vergiftet werden. Es ist heute nicht die Zeit, zu schweigen. Es geht nicht UM Parteifragen, sondern um den Bestand ö des Judentums im Herzpunkt der Nation, im heiligen Lande und in der helligen Stadt. Wenn die russischen Rabbiner einen Fasttag angesetzt haben als Demonstration gegen die Religionsverunglimpsung von Seiten der Bolschewisten und Kommunisten, um wie viel mehr muß es geschehen mit Hinblick auf die Vorgänge im heiligen Lande. Wir sprechen nicht von der Sabbateutweihung irgendwo in Amerika oder im Westen Europas, )ie einen Ausfluß der Assimilation darstellt, prechen auch nicht von kleinen Kaufieuten, Arbeitern, Handwerkern, die ihrer Meinung nach vom Existenzkampf zur Sabbatverletzung gezwungen sind, es ist hier vielmehr die Rede von unerhörten Sabbatentweihungen durch die Beaustragten des jüdischen Volkes, die vom jüdischen Gelde erhalten werden und die ohne jeglichen Zwang und ohne Ursache sozusagen aus Trotz und innerer Ueberzeugung den Sabbat und alle anderen Heiligtümer Israels mit Füßen treten. Schweigen von Seiten der Rabbiner der Welt bedeutet in diesem Falle Preisgabe des heiligen Landes, Preisgabe der jungen Generation an die Feinde der Religion Und noch ein Wort an das orthodoxe Judentum in Amerika. Teuere Brüder! Auch ihr dürft nicht schweigen. Wenn die Petljura-Horden in der Ukraine Thorarollen entweihten und verbrannten, so habt ihr Protest erhoben, daß es die Welt gehört hat. So dürft ihr auch jetzt -nicht schweigen, da jüdische Huligans die heiligen Buchstaben entweihen. Verlangt von den Kührrrn der .Bewegung Rechenschaft über die von euchgesprndeten Gelder. Gewiß habt ihr das Geld

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