Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1922-06-15 · Heft 24 (15.6.1922) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 24 (15.6.1922)
Date
1922-06-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450189-2450212--69843-2527058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

4 nt. i* 15.Jitm.iJ8«. ummmu M SMßizsriUK LMAWlüWll SM..WS« Asrsl. Aeöer die MatweudigKeiL tmfetet redaLtioueüeu Aeteitiguug an den AgudaötLtteru. Zehn Jahre ist es her, seit Agudas Jisroel ihre segensreiche Wirksamkeit zu entfalten be gann. Die stille Saat, die damals' unsere '7>inz minn in die uufncchwelählgen Herzen aller wahrer: streute, keimte im Laufe der Zeit zusehends. Wer vor 2 Jahren aus der in Zürich tagender! Weltkonferenz Zeuge sein durfte, als weite Kreise der Schweizer Judenheit mit außerordentlich regem Interesse der Entwicklung und Betätigung unserer Organisation begegneten, mußte gestehen, daß Agudas Jisroel lebt'und zum Wurzel fassenden Baume ausreift, der auch dem mächtigsten Ansturnr von außen Widerstand zu bieten vermag. — Um die Anteilnahme unserer Organisations!- genosserr an der Organifationstätigkeit aber ständig rege erhalten zu können, bedürfen wir einer eigenen Zeitschrift, die in unserem Sinne die Interessen bon Agudas Jisroel zu vertreten imstande ist. Solange die Agudazentrale ihr Domizil in Zürich aufgeschlagen hatte, entfaltete sich auch Leben in den Agudagnlppen unseres Landes; nran war ständig orientiert über die Vorgänge innerhalb der Bewegung und so nur konnte eine hingebungsvolle Anteilnahme an der Erfüllung unserer Ausgaben seitens der Mitglieder hervorgerufen werden. Durch Verbreitung eines selbständigen Organs der A.-J. Deutschlands und der Schweiz hoffen wir, daß in den Kreisen unserer Freunde von neuem wieder in tatkräftiger Mitarbeit sich auswirkende Begeisterung für unsere heilige Sache wach werde. Agudas Jisroel ist nicht nur eine Hilfsaktion, die in Sammeltätigkeit, im Leisten von materiellen Unterstützungen ihre einzige Aufgabe erblickt, sondern letzten Endes doch eine I d e en g e m e i n s ch a f t, die sich erst dauernd als lebensfähig erweisen wird, wenn alle unsere Gesinnungsgenossen die moralische Verpflichtung sichten, mitzubauen an denr großen Werk der Verwirklichung des Agudas- gedankeiis. Als Mittel zur Erreichung dieses hohen Zieles mögen diese Agudablätter dienen. Wir beabsichtigen ferner, durch Herausgabe dieses Organs neue Anhänger und Freunde unserer Bewegung auch in weiteren gesetzestreu orientierten Kreisen der Schweiz zu gewinnen, henu viele wissen noch wenig von der allseitigen und erfolgreichen Tätigkeit unserer Organisation, andere wieder stehen ihr skeptisch gegenüber, weil die gegnerische Presse sie nicht über den ratsächlichen Stand und Wert von Agudas Jisroel zu informieren wußte. Auch der Aufklärung von Mißhelligkeiten in den Ansichten eigener Gesinnungsgenossen, sowie in der Auftassungswci.se nichtagudistischer Zeitschriften, nutze die Herausgabe dieses Blattes. So wie die Schweiz im Bölkerleben in letzter Zeit eine segensreiche, vermittelnde Rolle spielt, 10 wollen auch wir in der Gesamtorganisation der Agudas-Jisroel eine friedfertige Stellung einnehmen, wo es gilt, Gegensätze auszugleichen. Wir können uns nicht mit der zerstö ren d e n Kampfesweise befreunde n, die leider auch in gewissen Kreisen unserer Gesinnungsgenossen gepflegt wird. Wohl sind auch wir erfüllt von dem für Gottes Recht eifernden Pinchasgeist, wohl sind auch wir beseelt von dem heiligen Willen, dem Agudagedanken zum Siege zu verhelfen, doch mahnen uns in erster Linie die Worte UN)erer Weiten ,Tr.ro Dipcn nmsn r,s 2ms ern in liebevoller .Hinneigung zu unserm Bruder, dessen Eigenart und Wesen kennenzulernen, sein Denken und Fühlen begreifen zu wollen und dann nach planmäßiger, zielbewußter Zurechtlegung in milder, menschenfreundlicher Weise, ihrp'ge* * Mit der heutigen ummer der „Blätter" werden dieselben auch zum offiziellen Organ der schwer- Winnen suchen. Wir als Agudas Jisroel wollen den andern beweisen, daß e§ uns darum zu tun ist, stets nur Friedfertigkeit zu betätigen, wenngleich auch die Kinder v..,, IXIV' iTO verschieden geartet und ihre Anschauungen mannigfach schatttert sind. An der Mäßigung in Form und AuAdruck unserer Aeußerungen, am Vermeiden jeglicher gehässigen, entzweienden BekämpftmgA- Methode sollen dann alle erkennen, daß dieses unser Streben wahrhaft empfunden ist. Wir unternehmen eine Vevöftentlich-ung dieser Zeitschrift nur in der Hoffnung, daß die Mitglieder aller Ortsgruppen der Schweiz durch rege Beteiligung uns ihre ideelle wie finanzielle Unterstützung nach, Möglichkeit angedeihen lassen. Die Agudablätter werden als' periodisches Organ vorerst alle 14 Tage erscheinen. In Anbetracht der Notwendigkeit, wieder Begeisterung und Interesse für unsere Sache zu entfachen und in der Erwartung, daß recht viele Glaubensgenossen unseres Landes dieses Blatt abonnieren, haben wir den Bezugspreis pro Vierteljahr -aus nur 1.9 Fr. festgesetzt.. Die verehrt. Abonnenten werden höflich ersucht, beiliegenden Einzahlungsschiein auf 1.9 jOrt. für das erste Vierteljahr einzusenden. Anregungen, Vorschläge und Wünsche betreffs weiterer Ausgestaltung unseres Nachrichlenteils sind uns sehr erwünscht. Die Redaktion'. Hermann Lieber, Zürich, Gartenstr. 11. Zürich, 16. Mai. Das Agudabureau teilt uns soeben mit; „Tas Komitee des Kriegswaisenfonds, welches im Laufe der letzten Kahre dank der regen Tätigkeit seiner Mitglieder die schöne Summe von 40000 Fr. in der Schweiz gesammelt bat, beabsichtigt nunmehr in Baden. bei Men ein komfortabel eingerichtetes Anwesen zu erwerben, das dann, in ein Kriegswaisenhaus umgewandelt, ungefähr 100 Doppelwaisen aus der Ukraine eine Heimat bieten könnte." Bei dieser Gelegenheit sei hervorgehoben, daß ein anderes am selben Ort eingerichtetes Waisenhaus, in welchem eine vorzügliche Leitung 59 Knaben jedmögliche geistige wre physische Pflege angedeihen läßt, auch nur durch die finanzielle Hilfsleistung dieses Kriegswaisenfonds ins Dasein treten konnte. Zürich, 18. Mai. Aus demselben Bureau geht uns die Nachricht zu: „Tie seit einem Jahre bestehenden Gesellschaften welche eine Entwicklung des Hünserbaues sowte den Ankauf von Land in Palästina anstreben, sind von der englischen Negierung als Aktiengesellschaften bestätigt worden. Die Unternehmer dieses p«n pi gaben Aktien heraus, die auch hier aufgelegt sind. Wir erwarten, daß recht viele Interessenten zur Abnahme sich bereit erklären." Zürich, 20. Mai. Bor einigen Monaten fand eine ausgedehnte Sammlung von Kleidungsstücken für ukrainische Flüchtlinge, die in Polen zum vorübergehenden Aufenthalt genötigt würben, in weiten Kreisen der Schweizer Judenheit statt. Bor kurzem erreichte uns nachstehendes Dankschreiben, dem wir die Bestätigung Mer oen Empfang einer Teilsendung der Kleidersammlung entnehmen: „Sehr geehrte Herren! Wir haben Ihnen vorgestern den Empfang der 13 Kisten Kleidungsstücke für unsere ukrainischen Brüder bestätigt. Wie unendlich groß die Wohltat ist, die-Sie hierdurch armen beklagenswerten Brüdern erweisen» läßt sich ckaum schildern. So eine Unterstützung mit Kleidern und Schuhen ist bedeutend wichtiger und viel mehr zutreffend, als eine Unterstützung in barem Gelde. Viele, die aus Mangel an Kleidungsstücken sich nicht aus der Straße zeigen und somit nichts verdienen .können, erlangen auf diese Weise indirekt wieeine Erwerbsmöglichkeit. Leider gibt es solche in tiefstes Elend bersunkene Menschen nicht blos unter unseren ukrainischen, sondern auch unter -den polnischen Juden. Es wäre bestimmt keine kleine nuto, wenn man manchen von den letzteren, den allerärmsten unter ihnen, Kleidungsstücke schenken sollte. Wir können es aber nicht tun, da wir von Ihnen die Direktive - bekommen haben, die Gegenstände ausschließlich unter die ukrainischen Juden zu verteilen. Sollten Sie aber damit einverstanden sein, daß wir vom erteilten Austrage gewisse Ausnahmen machen, um in den dringendsten Fällen auch hiesigen armen Juden etwas zukommen zu lassen, dann bitten wir, uns davon telegraphisch zu verständigen. Centrale der Szlojmej Emunej Jisroel. Aus der Mensa Academika 8er V X fl- Men/1. Juni Nach langen Entbehrungen und Leiden griffen die thoratreuen Studenten zur Selbsthilfe und gründeten vor einigen Jahren eine eigene Stätte, die ihnen zweimal täglich eine streng ^V2-Verpflegung nebst ungestörter Ausübung der traditionellen Gebräuche gewährt. Diese für sie lebenswichtige Anstalt droht infolge Erschöpfung aller Geldmittel zusammenzubreche". Das Defizit der Mensa stieg infolge der großen Teuerung derart, daß die kleine Zahl der Herren, denen die Erhaltung dieser wichtigen Anstalt fast allein zu verdanken ist/ keinesfalls imstande sind, die Millionenausgaben selbst zu decken, wodurch die Weiterführung des Betriebes in absehbarer Zeit stark gefährdet werden kann. Um dem DtPn 71711 einer Auflassung der einzigen Stätte, die frommen Hochschülern die Möglichkeit gibt, NV2 speisen zu können, rechtzeitig vorzubeugen, wendet sich die Msvsa der B. I. A. mit einem Appell an das Pflichtgefühl und die vielbewährte Opferwilligkeit unserer Gesinnungsgenossen, in der Hoffnung, daß jeder gesetzes treue Jude ihr beistehen wird, um ein wichtiges Akttvum der frommen Studentenschaft vor einem Zusammenbruch zu bewahren. Spenden sind zu richten an die Redaktion des „Israelit" und an die Leitung der Mensa academioa judaica ritualis der Vereinigung jüdischer Akademiker in Wien H, Im Werd 18. Ein vom Kuratorium erlassener Aufruf ist unterzeichnet von den besten Männern der Wiener Orthodoxie. Wien. An Stelle von Herrn S. Bettelheim, der aus persönlichen Gründen von der Schristleitnng der „Jüdischen Presse" zurückgetreten ist, hat Herr Jacob Joel Brau n dieselbe Übernommen. Hamburg. Am 25. Jjar war öffentlicher Vortragsabend der Ortsgruppe. Es sprachen Rabbiner Tr. Klein-Nürnberg über „Lebendiges Judentum" und Wolf S. Jacobson-Hamburg Wer „Ortsgruppe Und Weltorganisation". Trotz drückender Hitze war der große Saal des Logenheims überfüllt, und viele fanden keinen Einlaß. Die Vorträge wurden mit Aufmerksamkeit angehört und erregten starkes Interesse, welcher Umstand sich durch den Beitritt zahlreicher neuer Mitglieder bekundet. Es besteht begründete Hoffnung, daß die Ortsgruppe Grog-Hamburg auch in der Folge eine Tätigkeit entwickeln wird, die ihrer Bedeutung entspricht. Buenos Aires; In der hier erscheinenden „Jüdischen Zeitung" befindet sich eine ergreifende Schilderung der beiden Sederabende, die die hiesige Ortsgruppe der Agudas Jisroel für über 300 Emigranten eingerichtet hat. - Postscheckkonti: GrupHenverband tzer Agudas Jisroel inDeutschland, Halberstadt; Postscheckkonto 18901 Berlin. Palilstin azentra le der Agutzas Jisroel in Deutschland, Frankfurt a. M.: Postscheckkonto 53900 Frankfurt a. M. Agudas Jisroel Jugendorganisation, Cöln am Rhein: Postscheckkonto „Fritz Cahen" 66124 Cöln a. Rh. Kriegswaisenfond 8er Agudas Jisroel, Halderstadt: Postscheckkonto „Direktion der Diskonto-Gesellschaft" .1250 Berlin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.