Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 24 (15.6.1922)
- Date
- 1922-06-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2450189-2450212--69840-2527055- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
=ss Nummer 13. 15. I«ni 19SS. TIQ. Jahrgang 19. Siwan 5682. herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Iisroel sür Deutschland. Dem grauenhaften Tode langsamen Verhungerns mit allen Schrecknissen und Verzweiflungen menschlichen Leidens sind in Rußland auch hunberttansende Juden ausgefetzt. Das außergewöhnliche Unglück bedarf zu seiner erfolgreiche« HeKampfnng eiuer außergewöhnlichen Tat. Kaum jemals in unserer tausendjährigen Geschichte wandte sich Gott eindringlicher an uns als in diesen Tagen: «Stehe nicht still bei dem Blnte Deines Nächsten!" Wir muffen alles tun, was wir irgend vermögen! Wir dürfen den Besitz nicht höher bewerten als das Leben unseres Bruders, sonst bekunden wir damit, daß unser eigenes Leben dem Werte irdischer Güter nicht gleich kommt. Unsere Väter lösten lebenbedrohte Gefangene mit Gold und Edelsteinen, mit ihrem Halde« Uermöge« ««*> dürfen wir zurückstehen, da der gellende Schrei mit dem Untergänge ringender Gemeinden, der Kinder und Frauen, der Thorajünger und Greise, der Hilferuf eines ganzen Volkes zu uns dringt? Was wollen wir antworten, wenn uns am Gerichtstage die Frage wird, wo die Abertausende unserer Brüder und Schwestern geblieben sind? Wer möchte bei dieser Frage bestehen, mögen auch viele gute Werke sein Leben zieren, wenn er nicht hier sein Bestes getan hat, wenn er nicht mithalf kematnas jodau, kewirkas haschem ascher nosan lau! Denn den Opfergaben für das Heiligtum gleich, ftk-höher als der Kan des Heiligtums selbst» ist die Errettung von Menschenleben zu achten! Gott reicht uns die Hand zu einer höchsten Tat! Wir wollen diese Hand nicht zurückweisen, wollen jedes Opfer bringen, um die Hungernden zu speisen, damit ste lebe« samt ihren Kinder« und jene«» die noch ans ihnen erstehen werden. Wir wollen alles aufbieten, daß sie am Leben bleibenfodaß auch ste des Glückes de^Geulah und der Wiederkehr non Gottes Herrlichkeit auf Erden teilhaftig werden können. Dem ungeheuren Ausmaße der uns geworden Aufgabe entsprechend, muß ßch unsere Hilfeleistung gestalten! Uur äußerste und schnellste Krastanfpannung eines jeglichen vermagMin Ziele M führen! Unsere Gabe« mäßen reichlicher und gewaltiger stießen als je Msr! Mcht nur ans unserem Einkommen, sondern auch aus unserem Keßtz! Snippenverband der Agudas Moel Halberstadt Postscheck-Konto Berlin 18901 * * * Der Zentralrat der „Agudas Jisroel« hat sämtliche Landesorganisationen, darunter auch die deutsche, aufgerufen Sammlungen für die gefährdeten jüdischen Brüder im Osten im weitesten Umfange zu organisieren und er wird in enger Fühlung mit den großen internationalen Hilfsorganisationen dafür Sorge tragen, daß die gespendeten Beträge im Sinne der Agudas Jisroel unverzüglich sichere Verwendung finden. Ale Zentralsamwelstelke Mr Deutschland ist der Kruppenverband der Agudas Iisroel in Kaköerstadt, Postscheck-Konto, Merlin 189 01. Sämtliche Hrts- und Iugendgruppen nehmen Meiträge und Zeichnungen entgegen. H Erwünscht ist neben möglichst erheblichen Mnrk-Zuwrndnngen, die Zetchnnng uonlO Dollar Kebensmittrl- Uakelen in großer Anzahl. Die Lrbensmillrt-Uakete werde» ab amerikanischen Keberrsmitteldepots in Rußland selbst versandt.