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Der Israelit · 1922-06-01 · Heft 22 (1.6.1922) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 22 (1.6.1922)
Date
1922-06-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Serftteneß*. Nr. 22 Sette 8 A^racl <3 E G R: IST 5 » ■t,. BERLIN C SPANDAU 6'Rf'STA A S S E Wäsche>Aussfatfungen Damen-, Herren- und Kinder-Wäsche Anfertigung in eigenen Werkstätten Wohnung s » Einrichtungen Ständige Ausstellung eingerichteter Zimmer von einfacher bis zu vornehmster Art Vier Stockwerke Möbel Gardinen - Möbelstoffe - Teppiche * Beleuchtungskörper bischen Religionsgesellschaft in Deutschland noch nicht ausgesprochen. Aber einerseits liegt dem Verbände neben dem Gemeindebund unter den neuen politischen Berhkiltnissen nur ein geringes Betätigungsfeld, anderseits wuchsen trotz Einschränkung des Bürobetriebs die Kosten unverhältnismäßig, sodatz die Ausgaben nicht mehr durch regelmäßige Beiträge der Gemeinden ge« deckt wurden. Nachdem nun auch die Repräsentanten der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands durch Ablehnung weiterer Veitragsleistung für den Verband schon jetzt die Unterhaltung des unentbehrlichen Büros unmöglich gemacht haben, glaubte die Mehrheit in der letzten Ausschußsitzung die Weiterführung der Geschäfte nicht verantworten zu können und faßte aus diesem Grunde den eingangs berichteten Beschluß. Die wichtige apologetische Tätigkeit, die der Verband bisher entfaltet hat, wird jedoch deshalb nicht aufhören. Es ist gelungen, für ihre Fortführung eine selbständige Form zu finden, und einen Grundstock für die Bestreitung der Ausgaben der nächsten Zukunft aus privaten Mitteln aufzubringen. Hoffentlich wird dieser Aufgabe die dauerde tatkräftige Unterstützung auch seitens der Gemeinden nicht fehlen." ... Das Verschwinden des Verbandes aus dem öffentlichen Leben wird jedenfalls zu einer weiteren Vereinfachung der Verhältnisse führen und damit dem Frieden dienen. Umso dringlicher erscheint allerdings, daß die Organisationsfrage für Preußen und Hessen in dem hier ofe erörterten Sinne einer gerechten Lösung endlich entgegmgcführt wird. Länger als ein Jahr wird man auf dem Wege öffentlicher Sammlungen die noch vorhandenen jüdischen Lehrer und Beamten nicht über Waffer halten können. Sen Märtyrern Kölns anläßlich 9er NulöeckNng ihrer sterblichen lisberrsste von Dr. I. WoHlgemutH in Berlin. „Von dem Feste der Freiheit, die zum Traum geworden, bis zum Feste der Thora, für die sie starben," zählten die Kinder Israels die Tage der Sefira, zählten sie oft in Todesangst und Grauen, im EUeben des furchtbarsten Geschicks ihrer Brüder in verzweifelter Beratung, ob und wie sie sich und ihren Lieben selbst den Tod geben sollten, um der Versuchung zu entgehen, sich durch Marter und Folter das Bekenntnis zu dem fremden Gotte erpressen zu lassen. Sie lasen am Peffachfeste das Frühltugslied, das Lied der Freude, das Lied der Lieder, das Lied der Liebe, die Gott und Israel verbindet. Aber sie lasen es wie den Schwanengesang, den der Held anstimmt, wenn er dem Tod geweiht. Das Heldenvolk sang feinem Gotte: Lege mich wie ein Kleinod an dein Herz, lege mich wie ein Kleinod an deinen Arm, denn herb wie der Tod ist die Liebe: Blick auf die Vielen, die um den Glauben an den Einig-Einzigen wurden erschlagen, ehern wie der Scheol ist der Eifer, schau die Unzähligen, die um die Treue zu dir sanken ins Grab; ihre Gluten loderndes Feuer, sieh', die Flammen des Holzstoßes spielen um die Leiber, deren Mund sich noch einmal öffnet zum Sch'maJisroel! Sind das nicht Flammen des Göttlichen, Flammen, dem Ewigen geweiht?! Und so ertönt seid vielen hundert Jahren mitten in die Festesfreude hinein der Nus: „Zählet die Tage" nicht nur als Ausdruck der Sehnsucht, mit der wir den Schlußstein der Befreiung unseres Volkes, den Tag der göttlichen Offenbarung erwarten, auch im Aufruf zur Trauer zählet diese Tage, denn mit Blut sind sie gezeichnet in Eurer Geschichte, die Tage, an denen unzählige Gemeinden hinsanken von dem Schwert der Kreuzzugshorden, an denen die Blutlüze fast alljährlich neue Opfer forderte, an denen die Lüge der Brunnenverpestung zu beispiellosen Greueln führte, und die Judenheit ganzer Landstriche, besonders Süddeutschlands, der Ausrottung pretsgegeben wurde. In jedem Geschlecht freilich standen die Vorkämpfer des die Feindesltebe verkündenden christlichen Bekenntnisses gegen Israel auf, es zu vertilgen, und so ist das Flehen zum Allerbarmer, daß er in Erbarmen gedenke der frommen Gemeinden, die ihr Leben htngegebcn für die Heiligung des göttlichen Namens, in den Gemeinden des polnischen Ritus zum allsabtzatlichen Gebet geworden. Aber in den Stätten, die der Schauplatz der ersten blutigsten Verfolgungen im Zeichen des Kreuzes waren, ist die Erinnerung an jene Sefirazeit besonders lebendig geblieben und an dem einen Sabbat vor Schowuaus sammelt sich die ganze Inbrunst des Gedenkens an die Holden und Geliebten, die im Leben zum göttlichen Dienste vereint auch im Tode nicht von einander ließen und in der Sefirazeit Heroen des Glaubens, Heilige wurden. Es wäre gut, wenn wir das Heldentum jener Märtyrer uns starker und anhaltender vor Augen führten zum mindesten zu dieser Zeit, die besonders ihrem Gedenken geweiht, wenn wir, wie der Prophet Joel zu seinen Zeitgenossen spricht: „Zerreißet auch das Herz und nicht das Gewand", dazu aufriefen, uns nicht mit den äußeren Zeichen der Trauer zu begnügen, sondern sie uns tief auf die Tafel unseres Herzens schrieben, daß sie einem auf sein vermeintlich so starkes jüdisches Empfinden stolzen Geschlecht den Abstand zeigte zwischen den Glaubenshelden der Vergangenheit und der in Wahrheit bis auf einen Bruchteil der Gesinnung und Betätigung den materiellsten Interessen hingegebenen Judenheit der Gegenwart. 'Die Märtyrer aus längst vergangenen Tagen haben uns ein sicktbares Zeichen geschickt, die Erde gab ihre Toten wieder. In Köln, der urkundlich ältesten hochberühmten jüdischen Gemeinde Deutschlands ward ein Gräberfeld' aufgedeckt, aus den Zeiten der Kreuzzügs stammend, ein unübersehbares, viele Tausende der in Jahrhunderten dort Bestatteten fassend, und in von diesen sollte das Land verschont bleiben Ferner möchte ich Hinweisen auf Kömn wo von Rabbi Gedalja Lipschütz, Berlin 6644, S. 35a, welcher die von Herrn Rabbiner Dr. Kanter gestellte Frage bereits behandelt. Er macht auf die Stelle Hiob 38, 8 *6 my aufmerksam, welche der Jbn Esra z. St. mit den Worten erklärt: r'2 I2y Mir I2y my vh mp vi'2 un myo mws) nban am*»; er weist auch hin auf die Stelle Kidduschin 33a: ny ’pnenn, welches auch den Sinn von 72y hat. Auch Rabbi Nathan Adler b"ar in vb na»w macht darauf aufmerksam, daß die Handschrift d;e Lesart piy? hat und daß diese richtig ist, die Annahme, daß ein Schreib- resp. Druäfehler vorliegt, ist unbegründet, denn das aramäische my ist die Uebersetzung des heb. rätschen my. Adler 7"D führt ebenfalls als Beweis die Stelle anr nmi j« itwt, welche der Targum mit p2 mjn übersetzt. Es ist somit kein Zweifel, daß die Lesart pW richtig ist und mit der Talmuderklärung conform geht. Auch 7MD) pip, Karlsruhe 5515 (am Schluffe des Werkes) hat die von Herrn Dr. Kanter mitgeteilte Schwierigkeit bereits festgestellt und teilt aus einer alten Pergamenthandschrift des Thumisch mit Targum mit, daß dort pi*y» steht, eine Korrektur, die er selbst — zu seiner Freude — bereits vorgenommen hatte, die aber iAjyß^ nicht nötig In meinem )"p°Exerriplar, das von meinem Vater, Rabbi Simcho Bamberger stammt, hat er beigeschrieben: h p»jn W 7y BIX nrfrm iE© s"y 2"y 2"o f)i praSiiö }öSt. Leider besitze ich das Buch nicht und konnte die Stelle nicht Nachlesen. Der Vollständigkeit halber weise ich noch hin auf Rabbi Schimcho Schefler in vi7,7Zi8 nno, München i648, S. 104, der die Lesart Sabionetta für die richtigere hält, was jedoch nach dem Vorhergesagten unhaltbar ist' Schönianke, 23. Isar 5682. Rabbiner Dr. M. L. Bau?bergtr. Herr Dr. K. übersetzt den Targum „und die, welche mit. dem Schwerte töten, werden aus eurem Lande nicht verschwinden". Diese Uebersetzung ist aber nicht zutreffend und muß wie folgt lauten : „Und die mit dem Schwerte täten, werden in eurem Lande (M3JHK3 und nicht nsyitto) nicht vorüber ziehe n". Belege: 1) 1. B. M, Kap. 15 V. 17: „Als nun die Sonne untergegangen und dichte Dunkelheit war, siehe, ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, welche hindurchging zwischen diesen Jleischstücken"; Onklos: pdn pw© p2 xiy n. 2) Daniel, Kap. 3, V. 27: iv nm pnsmy*6(„un&Brandgeruch nichtanstegekommen".) 3) Könige 2, Kap. 4, V. 8: ns» NB 'm „und es geschah, so oft er durchreiste; Onklos: mv-pyo {an. 4) Ezechiel, Kap. 39, V. 15: p782 Q'lBiyn royv „Und es werden hindurchziehen durch das Land die Durchsuchenden"; Onklos: umix ny. Obschon nun das aramäische Wort pi»y> auch weitere Bedeutungen hat, wie „Verschwinden" ferner „Plündern" (Vergleiche Jesaja, Kap. 10, B. 6: 'lyt*: ntny), so läßt doch die von Herrn Dr. K. behandelnde Targumstelle eine andere Uebersetzung der Worte *6: p2yiK2 |W „und sie werden euer Land nicht durchziehen", keinesfalls zu und kollidiert somit nicht im geringsten mit der Auffassung unserer Talmudweisen oder mit der Verheißung des Segens. Jakob Teßler, Nürnberg. Zur „schwierigen Targumstelle" in Lev. 26, 6, von der in einer der letzten Nr. des „Israelit" die Rede ist, möchte ich bemerkendaß bereits Rabbi Natan Adler V: in seinem i^ riJ’W zur St darauf htngewiesen hat, daß piy hier die Bedeutung von ..vorübergehen, durchziehen" Hai, und verschiedene Beispiele dazu angeführt. Ich möchte noch auf Ta. Jes. 45, 14 . . . toc jw yby und Ez. 39, 15 pixn pyi arm'iyi Hinweisen. Einer Korrektur pll?' - pi2y' bedarf es wirklich nicht. Die Schwierigkeit ist wohl für Herrn Dr. Kanter dadurch entstanden, daß er, wie aus Ihrer Notiz zu ersehen ist, poyiND gelesen bat, während die meisten Drucke J2yiX2 haben, was auch richtiger ist. Von diesen Partikeln eben hängt etz ab, ob 'iy vorübergehen oder „weichen, verschwinden, bedeutet." Uebrigens soll hier noch erwähnt werden, daß im Tg. jrw, die Lesart auch p2yiK2 lautet. Ferner, daß Tg. Unkelos ed Berliner (nach Sabionetta) x? K2H2 p^öpi: p5yi»2 pia'yv aufweist, welche aber, wie ausgeführt, nicht bedingt ist. Berlin Dr. Samuel Grünberg, Dozent am Rabbiner-Seminar. * » ♦ Aus die Anfrage des Herrn Rabbiner Dr. Kanter erlaube ich mir zu bemerken, daß ich ein Püin in kleinem Format habe, zusammengebunden mit einem Werke BpV ur d dann -piy gedruckt in Prag v'i^sy'7 7017,1 yjm ab^oo mn n"jn wbo, In diesem lautet der ovin auf den in Rede stehenden Vers in inpru wörtlich wie folgt: dvom (nicht 1'Zvi) mni ri^i jviwi uyi82 Kö7ty jntn pjroo p^y’ xb X21N2 (sic!) p^tDp^i syix sv nrw'2 xxvn Die grammatikalische Schreibweise in diesem besonders was das Vorhandensein oder Fehlen eines Jod betrifft, ist nicht immer sehr genau, io daß kein großer Wert darauf zu legen ist, ob das p*ry mit Jod geschrieben ist oder nicht, denn auch steht mit Jod. Jedenfalls steht hier statt pl^y das Wort jYry

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