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Der Israelit · 1922-05-11 · Heft 19 (11.5.1922) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 19 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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i ä a t %.< 11. Mai 1921 Äelte Z «r. lö._ vejisroel wirken zu sehen. Hoffentlich werden^ die Preßburger Gemeindemitglieder selbst noch riu Bedeutendes zu dieser Summe hinzu fügen, um so die reiche Hilfe, die das jüdische Ausland bei der Brandkatastrophe bewiesen hat (es sind damals ea. K. 400.000, das hieße vier Millionen Svkol gesammelt worden), zu vergelten. Mn zweiter Stelle steht merkwürdigerweise die kleine Synagoge „Emnnas Owos" in der Storchengasse in Wien. Sie hat K 502.000 gesammelt. Dem Rabbiner Aron Weiß und dem tvackeren Vorstand sei hier der Dank im Namen der Aermsten der Armen ausgesprochen. 'An dritter Stelle folgt die Stumpersynagoge mit der ersten Sendung von K 255.000, dann die Jngendgruppe mit K 240.000. . H i l s s t ä ti g k ei t in der Schweiz. Zürich, 5. Mai. Das Jsr. Wochenblatt für die Schweiz schreibt: Hilfe für Rußland bezweckt der Aufruf, den im Inseratenteile dieser Nummer der Jüdische Hilfsverband in der Schweiz gemeinsam mit der Schweizer Agudas I i s r o e l nnd dem Lokalkomitee der Alliance Israelite Universelle publiziert, Hilfe ffir die hungernden Juden in Rußland und der Ukraine. Gar nicht warm genug kann dieser Ausruf unterstütn werden. Wir erseheil aus ihm, daß die Rettung eines Erwachsenen vom Hungertode monatlich 8 Fr., eines Kindes monatlich 5 Fr. kostet. Niemand darf sich der Pflicht entziehen, dem furchtbaren Hungerelend unserer Brüder im Osten abzrchelferi. Hier gibt es keinen Unterschied in der Richtung. Möge dein Aufnff lvärmster Erfolg beschiedcn sein! Rabbiner Eh. Sonnenseld bei Herbert Samuel. Jerusalem. Noch vor seiner Abreise nach London empfing der High Commissioner, Sir Herbert Samuel, am ziveiten Tag Chol Hmnoed Pessach tu einer einstündigen Audienz Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Sonnenseld, und die Herren B e r n st ein, Jung r e i s irnd Professor de Haan zu einer Aussprache über die A n g e lege n heilen des W a a d hoi r A s ch k e n a s i. Es besteht begründete Aussicht, daß die berechtigtet! Forderungen des Waad hoir Aschkenasi von den zuständigen Regierungsstellen anerkauttt werden. Veralungen der Palästina-Zentrale. Frankfurt a. M-, 23. April. Während des heutigen Tages fanden Beratungen der P a 1 n st i n n z ent r n 1 e der Agud a s I i S - r o e l statt, an denen neben den Mitgliedern der Zentrale die Herren Dr. Pinchas Kvhn- Ansbach, Tobias Bialer-Lodz nnd .Kalmann Pappenheim-Wien teilnahmen. Nachdem der Vorsitzende der Palästinazcntrale Herr Dr. Siegfrieh Oppenheimer insbesondere die ans weiter Ferne Herbeigeeilten begrüßt hatte, erstattet^ Herr Tobias Bialer Bericht über den Stand der „B inj an Haaretz Limited". Den Ausführungen entnehmen wir: Die „Binjan Haaretz Limited" mit dem Sitze in Jerusalem tvurde mit einem Kapitale von 15 000 Lstr. (eingeteilt in 1000 Aktien ä 15 Lstr.) gegründet!. Von dem Aktienkapitale sind bereits etwa 10 000 Lstr. fest placiert. Tie Gesellschaft ist bereits von der palästinensischen Landesregierung anerkannt und wird in kürzester Frist mir ihrer Tätigkeit beginnen. Sie hat zu diesem Behuse in Jaffa eine Reihe von Grundstücken erworben, auf denen Geschäftshäuser errichtet werden sollen. Tein Direktorium der Gesellschaft gehören u. a. an die Herren Bialer-Lodz, Woidilawsky-Warschan und Schocher-Jerusalem. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde auf 'Anregung des Herrn Kalmann Pappenheim-Wien die Errichtung eines Unterkunftshauses sü r Einwanderer in Jerusalem be* 's schlossen. Die notwendigen Mittel werden jeils von den polnischen und österreichischen, teils von der deutschen Palästinazentrale zur 'Verfügung gestellt. Mit der Inangriffnahme des Baues soll sofort begonnen werden. Mit großer Befriedigung wurde von der Umwandlung. des Jerusalemer Organs „K o l I i s r o e l" in ein Wochenblatt Kenntnis genommen. Lebhaft wurde begrüßt, daß von Seiten der Frankstirter Zentrale Schritte untere nommen wurden, um die „KolJisroel" in eigener Druckerei herzustellen. Tie Frage einer wirtschaftlichen Vertretung in Erez Jisroel wurde eingehend besprochen. Tie Realisierung des Planes ist in naher Zukunft zu erwarten. 'Ten Abschluß der Verhandlungen bildeten Besprechungen technischer Einzelheiten über die Ueberleitung einzelner Geschäftszweige der Palästinazentrale an die Keren H a j i schn m* Company. Sie polnische Lai -esorganisalion s ier Agudas Moel! an die Konferenz in Genua. Warschau. Die polnische Landesorganisation der Agudas' Jisroel sandte an den Vorsitzenden der Konferenz in Genua, sowie an den polnischen Minister Skirmund, dem Vertreter Polens in Genua eine Depesche folgenden Inhalts: „Die polnische Landeskonferenz der Agudas! Jisroel in Polen, welche vom 16. bis 19. Febr.j 1922 tagte, nahm unter anderem folgende Resolution an: Agudas Jisroel protestiert g egen die i n q u i s i t o r i s ch e n M a ß n a h - men, welche durch die russische Sow - j e t-R eg i e r ung, gegen .das jüdische Gesetz, die jüdisch-religiösen Institut r o u e u und gegen die R a b b i n c n ansgeübt roerben. "Agudas Jisroel wendet s i ch a rr das zivilisierte Europa mit der Birke, diese Gcwifsensbedrückuug zu beseitigen. Wir hoffen, daß die G e n n ci e r Kollferenz, kv elche sich die Völkerverbrüderung zur Aufgabe gestellt hat, an unserem Protest nicht achtlos Vorbeigehen wird. Namens der polnischen Landesorganisation der Agudas Jisroel, die Seimabgeordneten Rabbiner Perlmutter und Mendelsohn." j Aufbau Palästinas und die Orthodokie. Vortrag, gehalten in der Ortsgruppe der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., am 27. Nissan 5382 von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner I. Horovicz (Jerusalem), Frankfurt a. M. An das vorgeschriebene Thema „Ausbau Palästinas und die Orthodoxie" hat der sehr geehrte Vorsitzende einige aktuelle Fragen angelehnt, zu deren Beleuchtung es sich empfiehlt, einleitend einzelne Phasen aus der Entwicklungsgeschichte des palästinensischen Jischuw herausznheben, um die sich ergebenden Lehren für die Gegenwart abzuleiten. Tie Palästinaberichte der verschiedenen Perioden bestätigen, daß auch nach der Zer-, störung Jerusalems, nach der Vernichtung des jüdischen Staatswesens, Juden in Palästina ansässig waren. Zu Zeiten des Rn mb an hat die Besiedelung des heiligen Landes festere Formen angenommen. Ter eigentliche Jischuw beginnt vor zirka hundert Jahren, durch Schüler des Gaou von Wilna. Von da an macht der Jischuw zusehends große Fortschritte, Juden aller Länder ziehen in kleinen und größeren Scharen nach den mm« 22"iK; nach den vier Ländern: Jerusalem, Hebron, Tiberias und K a s s e d, die bald zu weltberühmten Zentren' i des heiligen Landes auZgebant werden. Diese werktätige Zionsliebe hat schon damals alle Schichten des jüdischen Volkes so mächttg ergriffen, daß sie nach 40 Jahren schon zu einer nationalen Jischuwbewegung sich entwickelt. Auch hervorragende Maskilim werden theoretisch nationale Zionsfreunde. 'Tie praktische JischMvarbeit dieser Kreise setzt jedoch erst um weitere 20 Jahre später ein. Geehrte Versammlung! Auch in der neuen Aera wollen wir uns folgendes stets gegenwärtig halten: Wenn eS heute einen jüdischen Jischuw in Erez Jisroel gibt; wenn es dort ein jüdisches Nationalvermögen gibt, wenn es heute eine jüdisch-nationale Sehnsucht, wenn es eine jüdische Metropole/ D^VT1 'LI', eine Schönheit Jerusalems gibt, ja, wenn es einen jüdischen Noziv in Erez Jisroel'gibt: so haben wir das alles unseren ersten Lhoratreuen Chal u z i m zu verdanken, die ohne jeden Polittzismus, lediglich zur Erfüllung der gottgebotenen Jischuwpflicht, sich dort niedergelassen Haben, um mit heiligem VD2 DITDö den Wiederaufbau Erez Jisroels in die Wege zu leiten. Und nicht zuletzt haben wir es zu verdanken, unseren Geaunim, Zadikim wachassidim, die den heiligen Trummerstätten Zion und Jerufcholaim zu jeder Zeit ihre wärmste Fürsorge zuwandten, damit die große Mizwah von JiscArw-Haa-rez auch nicht einen Tag unterbrochen werde. 'Tiefe Aufbauarbeit — pK DDD nannten sie bescheiden unseren Mvorderen hielt Stand allen politischen Stürmen, blieb von allen nationalen Eifersüchteleien und diplomatischen Wechselfällen unberührt. Rabbi Chajim Sonnenseld sagte einmal dem Dr. Chajim Weizmann: „Wir, die vor vielen Jahrzehnten eilt volles Jahr in Fischerbooten das Meer bereisen mußten, um nach Erez Jisroel zu gelangen und nachher auf Eseln nnd Kamelen reitend oder tagelang zu Fuß wänderten, um ein Obdach zu finden, wir, die in glühender Liebe zum Bäterboden. die unvermeidlichen pK "niD’ reichlich ausgekostet — haben für euch die Wege gebahnt, damit ihr in Eildampfenr, Expreßzügen und Automobilen in das | Land der Verheißung kommet und hier gemächliche Wohnungen vorsindet." Sämtliche, jüdischen Stadtviertel in allen Städten von Palästina — mit Ausnahme von Tel Abib in Jaffa — ebenso Häuser in den Kolonien — mit Ausnahme von Neubauten in den neuen Siedlungen und 'Farmen — sind Gründungen unserer alten glaubenstreuen Jischuwsauatiker, die zum großen Teile von Ihrem '312 DrD/ vom kargen Bissen Chalukabrot sparten, um Anteil zu haben an dem Wiederaufbau von Erez Jisroel. Und mit dein Bau der jüdischen Kolonien gründeten Sie zugleich Anstalten für 711122, min und D’lDn nib'Q3, eine ganze Reihe gemeinnütziger Institutionen, die noch heute von größter Wichtigkeit für den Gesamtjischuw sind. An dieser. Aufbauarbeit haben auch .Pekidim und Amarkailim zu Amsterdam, hat die westeuropäische Orthodoxie stets lebhaften Anteil genommen. Kenner der Verhältnisse sind heute der Ansicht, daß, wenn man das System der Chaluka, welches bei vielen Unternehmungen des neuen Jischuw, allerdings unter anderer Etikette, auch in neuester Zeit nachgeahmt wird, in ben jüngsten Jahrzehnten nicht so häßlich und bitter bekämpft haben würde, heute vielleicht schon halb Erez Jisroel im Besitze des jüdischen Volles wäre. In diesem Zusammenhang soll es aber mit Anerkennung erwähnt sein, daß das Mische Volk durch die zion. Bemühungen in den jüngsten zwei Jahren eine recht erhebliche Bereicherung an Grund und Boden in Erez Jisroel zu verzeichnen hat. Der wirtschaftliche Aufbau von Erez Jisroel schreitet fort! In den jüngsten zwei Jahren ist der Jischuw auch sonst zu neuem Leben erwacht. 20.000 junge Chalüzim sind neu angekommen. Auch sie

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