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Der Israelit · 1922-05-11 · Heft 19 (11.5.1922) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 19 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 10 Getre 8. II.Mat 1923.___ wvllm die Scholle betreuen, neue Güter schaffen, ein neues Zion erleben. 'Das nationale Bewußtsein — so empfirrden sie, so sagjen sie — hat sie nach Erez Jisroel Getrieben. Mrd aber diese jun.qnationale Geiftesform/ auch ohne rr^nn ohne niSö JVnftn^ ausreichen, um den schweren Kampf mit der Wirklichkeit, den schweren'Kampf mit den JHk '11O', die auch unseren jungen Chaluzim nicht erspart bleiben, heil an Körper und Seele siegreich zu bestehen? Lias dreitausendjährige Geschichtsbuch der jüdischen Nation antwortet: „Nein!" Werden sie im Lande bleiben, unsere jungen Zionssöhne, wird die bessere Erkenntnis unseres nationalen Grundgefühls in ihrem Einzel- und Gesamtleben aufgehen? „Ja! Mir wünschen es! Wir hoffen es!" Wir werden aber nicht aufhören, ihnen zu sagen: Kinder, Freunde, Brüder, Genoffen! Nicht Nationalismus allein, nach, Art der Galuthvölker, nicht die Ideenwelt eines politisierten Volkstums, haben Euer Innerstes aufgewühlt, sondern Erez Jisroel, die ewige Heimstätte Go ttes ist es, deren Hauch Eure Sehnsucht und Ahnungen, Eure verborgene jüdische Neschonroh unbewußt mitbelebt und beflügelt hat. In Jisraelland wir! Euer nationales Leben jüdische geadelt fein müssen. Eure nationale Volksgeschichte ist die Thora, deren Gesetze müsset ihr und das Land untertan sein. Wird unsere Stimme gehört werden? Wird das Werk gelingen? Das dreitausendjährige Geschichtsbuch der jüdischen Nation antwortet: W^nn Gott düs Haus Israels bauen wird, werden die Bauleute nicht vergeblich sich bemühen. Nach dem Einzüge der Engländer haben drei wichtige Vorkommnisse eine. Neuorientierung der palästinensischen Judenheit zur Folge gehabt. Las erste war: die Errichtung des Waad Hair als Repräsentanz der jüdischen Stadtgemeinde von Jerusalem. Das zweite: die Schöpfung des Waad Leumi als präsumtive, höchste Instanz der palästineust schen Indentert. In beiden Fällen wurde mit der alten Tradition gebrochen, in öffentlichen Angelegenheiten auch die angesehensten Rabbiner und die Vorsteher verschiedener Landsmannschaften ein gewichtiges Wort mitsprechen zu lassen. Durch intensive einseitige Konstituierungstechnik und Konstruierung dieser Instanzen, war es dorr vornherein ausgeschlossen, daß den thoratreuen Anhäng.'ru i.ns alten und neuen Jischuw, die ihm gebührende Position und Einflußnahme zuerkannl werde. Nur so kann man es verstehen, daß selbst die mehr oder weniger zionistisch orientierten, gesetzestrenen Misrachisten und Charedinr, sogar die bekanntlich sehr gemäßigten Sephardim, Jemeniten und Bucharim, anläßlich der jüngsten Delegiertenversammlung nicht mitmachen konnten. Der misrachistische Flügel dieses Chavedimkreises hat sich allerdings bald wieder dem Waad Leumi angeschikossen. Das ändert aber nichts an dein Tatbestand. In diesem K a lk ü l liegt der Schwerpunkt des Konfliktes und der Zerrissenheit, von denen zur Zeit die Gemüter bewegt und ergriffen sind. — Das dritte und wichtigste Ereignis war: Die Konstituierung des M. i s r a d H a r a b a n n t h. M kann mit Genugtuung konstatiert werden, daß in offizieller Hinsicht das Ansehen und die Autorität der Rabbiner unter der Regierung Sir Herbert Samuels sich merklich gehoben hat. 'Der Umstand jedoch, dag man von parteiischer Seite sich bemigfetet dieses Rabbinat mit Privilegien einer ZMNWautorität auszustatten, hat den bedauerlicheir^Riß unter den sonst intim untereinan-, der befreundeten raMnischen Autoritäten von Jerusalem verursacht. Diese Entwicklung der 'Tinge hat auch eine gute Seite. Sie hat uns die Pflicht des Handelns so nahe an den Leib gebracht, daß wir ihr nicht mehr ausweichen können. Mir haben in zahllosen Berfammlungen und organisatorischen Arbeiten „81 giift* viel Wer Jischuw beraten, und bei allen unvergänglichen Verdiensten, die das gesetzestrene Judentum der ganzen Diaspora um den Jischuw, insbesondere um den thoratreuen Jischuw sich erworben hat, haben wir doch auch viele ^ahre, die Jahre der grundlegenden Arbeit nicht nach Gebühr ausgenutzt. Die erste Organisation für die wirtschaftliche Besiedelung des Helligen Landes wurde vor 70 Jahren in Frankfurt a. O. unter dem Namen „pxrT 21V'" gegründet Einige Jahre später schreibt Rabbi Hirsch Kalischer: Unsere Pflicht, Pflicht der Thoratreuen ist es, die Grundsteine für den Aufbau von Erez Jisroel zu sammeln und von Anfang an zu befestigen. Dann wird alles nach den Vorschriften der Thora eingerichtet sein. Nach dem Fundament richtet sich das Gebäude, auf welchem es steht. Rabbi Hirsch Kalischer schließt mit den Worten: b'2V?221, der Einsichtige muß das begreifen. (Fortsetzung folgt.) Bezirkstag der AgudasMoelZugend- Srganifalion fiirSWesland Sonntag, den 14. Mi, mittags 12 Ahr. Bezirkstag in Emden Hotel Central Es sprechen die Herren : Rabbiner Dr. Blum-Emden Lehrer Klein-Norden Lehrer N u h d a - Wilhelmshaven Dr. Cohen-Köln Llnsere Gegner. VII. Die Berliner jüdische Presse (Nr. 17 vom 28. April 1922) berichtet unter dem Titel „Neuer orthodoxer Protest gegen de Haan" folgende bereits in gekürzter Form vom I. C. B. verbreitete Nachricht: „Die Proteste der Judenheit aller Richtungen gegen die politischen Treibereien der Aguda nehmen zu. Aus Erez Jisroel wird erneut berichtet: ' Die großen Jeschiwos und Anstalten des alten Jischuw in Jerusalem haben einen Protest gegen die Deputation de Haans erlassen, in denrdas Vorgehen der Deputation als eine in der Geschichte Israel noch nicht dagewesene Niederträchtigkeit, und als eine Ohrfeige für die ganze Nation bezeichnet wird. Ter Protest ist von folgenden Anstalten unterzeichnet: Der Stadtausschutz (Waad Hair) der Aschrenasim-- gemeindc in Jerusalem. Der allgemeine Waad Kneffeth Israel in Jerusalem. Die große Jeschiwah Tvrath Clmjim. Tie Vorstände der Talmud Thora und Jeschiwah Chaje Olam. Die Jeschiwah Schaar Schamajitn nebst Unterabteilungen. Krankenhaus Bikkur Cholim. Chewray Kadischah des Kolels Ehabad. Kolel von Wilna Sanwth-Kurland-Livland. Die Kolels von Rußland und Wolhynien. Der besondere Ausschuß des Kolels Chabad sowie ungefähr 15 andere Anstalten." Hierzu bemerkt die Redaktion: „Mr sind gespannt, ob die orthodoxe Presse (es ist erfreulich, daß das misrachistische Organ ohne weiteres die agudistische Presse mit der orthodoxen indentisiziert) auch von diesen, Protest behaupten wird, daß er sich gegen die Zionisten richten wird." Wir hatten gehofft, daß unsere kurzen diesbezüglichen Bemerkungen in der letzten Nummer unserer Blätter uns' der unangenehmen Aufgabe überhoben hatten, hier eine der gröbsten Fälschungen in der neuerlichen Verräter- Kampagne gegen die Aguda aufzudecken, leider sind wir nunmehr gezwungen, an Hand authentischen Materials den Beweis zu führen, daß in der Tat die oben genannten Anstalten nicht egen den Zionismus protestiert haben und zwar eshalb, weil der ganze Protest nichts anderes als das Machwerk einiger obskurer Gegner der Aguda darstellt. Es scheint aber auch die Berliner ,/Jüdische Presse" eine dunkle Ahnung davon gehabt zu haben, daß bei diesem Protest nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, denn sie läßt gerade, die im Original (Haarez und Toar Hajom) vorhandene für deutsche Leser interessanteste Unterschrift des Kolel Hod (Holland und Deutschland) weg, wohl weil sie wußte, daß eine auch nur oberflächliche Kenntnis der Jerusalemer Verhältnisse genügt, um zu erkennen, daß es sich hier sicher nur um eine bewußte Irreführung der Diaspora handeln müsse. Zur Klarstellung lassen wir zunächst eine Uebersetzung eines! Artikels des Herrn I. L. Chagis, eines angesehenen Großkaufmanns in Jerusalem über diese Angelegenheit erfolgen. (Kol Israel Nr. 4). „Nach dem Tode meines Vaters sah ich einige Bettelbriefe, die ein Bettler mit allen möglichen Besteuerungen über die Vorzüge seiner Persönlichkeit in der Welt verbreitete, zur Bekräftigung fügte er eine größere Zahl von Unterschriften hervorragender Persönlichkeiten Jerusalems bei, darunter auch.der Name meines Vaters. Ich ärgerte mich begreiflicherweise sehr, da das ganze eine Fälschung war. Der Mann lebt schon längst nicht mehr. Nun plötzlich ist dieselbe Sache in vergrößertem Maßstabe aufgetaucht unter dem Namen ,T)esfentticher Protest" and statt wie jener Bettler aus materieller Not noch lediglich aus Haß und Streitsucht. Die Schreiber dieses Protestes schämten sich nicht, angeblich Unterschriften von einer Reihe von Anstalten, Äothe Midraschim und einem Stadtviertel unter einem Protest gegen die längst als lügenhaft erwiesene Anschuldigung zu zeigen, daß die Delegation des Waad hoir hoafchkenafl sich gegen das nationale Heim und gegen die Sehnsucht des jüdischen Volkes gewendet hätte. Es war hier wohl die Absicht vorwaltend, den Leser in der Diaspora zu täuschen und ihn glauben zu machen, daß sich auch quasi Orthodoxe auf der gegnerischen Seite befinden. Von der Fälschung dieser Unterschriften ganz abgesehen—eine Sache die noch zu besprechen sein wird so ist doch der Ausspruch unseren Weisen bekannt, daß deshalb in der Thora die unreinen Vögel mit ihrem Namen genannt sind (u. nicht die reinen) weil die Zahl der reinen größer ist. In Jerusalem sind jetzt etwa 76 Stadtquartiere, etwa 506 Bothe Midraschim und mehr als 56 Anstalten. Wenn also in der Tat trotz aller numnehr zwei Monate andauernden Versuche, Proteste zu inszenieren, sich 32 Organisationen gefunden hätten, welche diesen Protest unterzeichnen, so wäre dies ja der überzeugendste Beweis, daß die weitaus überwiegende Majorität des orthodoxen Jerusalem sich denr Proteste nicht anschlietzl, sondern aus Seiten der Delegation steht. Es ist ferner zu bemerken, daß, wer die Dinge kennt, weiß, daß es Persönlichkeiten gibt, welche an der Spitze einer Reihe von Organisationen stehen, so daß von ein oder zwei Leuten eine Reihe von Organisationen vertreten werden könnte. Der Schreiben dieser Zeilen z. B. ist Vorstand von 9 verschiedenen Organisationen u. wenn er einen solchen Protest unterschreiben würde, so würden also 9 Organisationen vertreten sein. Mer nunmehr die Unterschriften selbst. Die erste lautet: Der Waad hoir der Aschkenasimgem eind e in Jerusalem. Man muß nur den Namen dieser Bereinigung nennen, deren Rabbiner Rabbi Chajim Svnnenseld, deren Vorsteher die Mitglieder der Nvrthcliffe Delegation waren, uni zu wissen, daß es sich hier nur um eine einfache, noch dazu dumme Fälschung handeln kann. 2. Der allgemeine Waad knesseth Israel in Jerusalem. Ich kenne die Vorsteher und w e i ß, daß sie diesen Protest nicht unterschrieben haben. 3. D e n Ko l e l C h a b ad. Ich bin selbst Mtgliod des Vorstandes und weiß, daß wir nicht unterschrieben haben. Das nämlich gilt von Schaare Chesed, dessen Vorstand ich ebenfalls angehöre. Man hat ferner unter dem Protest die Verwaltung der Synagoge des Rabbi Jehuda Hachosid gestellt. Eine solche Organisation gibt es nicht. Einen der Vorsteher der Synagoge, den ich frug, ob er damit gemeint, zürnte mir wegen dieses Verdachtes. -So ist es ferner bei einer Reihe der unterschriebenen „Synagogen", wo weder die Vorsteher noch die Beter etwas von der Sache wissen, als wie wenn die Synagogen in a u e r n Hände hätten, um die Sache zu unterschreiben. Man ist heut zu Tage leider genötigt, Tinge zu versuchen, die früher als selbstverständlich halten. Taruni fühle ich mich verpflichtet, Zeugenschafl für eine Sache abzulegen, die hier allseitig bekannt ist daß näinlich die Orthodoxie Jerusalems nicht gegen die Northcliffe-Telegation protestiert, sondern daß sie alle einmütig sich um die Fahne scharen, die die drei verehrten Teilnehmer der Delegation aufgehißt haben. Alle Proteste dagegen sind entweder erzwungen oder gefälscht oder sie stammen von jenen Pseudo-

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