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Der Israelit · 1922-05-11 · Heft 19 (11.5.1922) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 19 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Hwmmer 1v. 11. Mai 1982. VIII. Jahrgang 13. Ijar 5882. herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Jisroel für Deutschland. M nnfere Vmder in Sowjet-Rußland! Allmählich und bruchstückweise lichtet sich das Dunkel, das über dem Schicksal der Millionen unglücklicher Menschen tief im Innern des von der Kulturwelt fast abgeschnittenen großen russischen Reiches lastet. Die Schreckensbilder, die in der Tagespresse von einzelnen nach dem Innern Rußlands entsandten Zeitungsberichterstattern entrollt werden, zeichnen allgemein menschliches Elend, das uns alle als Menschen aufs tiefste erschüttert und zur tätigen Hilfeleistung aufrust. Wieviel jüdisches Elend in der rgeheuren Hölle der unendlichen Hungerbezirke im verborgenen jammert, wissen wir nicht. Aber einzelne Nachrichten und Hilferufe dringen doch zu uns. Der in dqr jüdischen Welt bekannte Rabbi von Lubaw it sch, der seit dem Beginn ' der Schreckenstage in Rostow a. Don sich befindet, hat an die Aguda die Aufforderung ergehen lassen, den ohne Kleidung und Nahrung darbenden Jüngern der innerrussischen Jeschiwaus und Talmud Thoras zu Hilfe zu eilen und es zu ermöglichen, daß unter den rn und für sich schwierigen Verhältnissen Limud Hathora sich erhalte. Es bieten sich Wege, um Nahrungsmittel-Transporte ungefährdet und sicher in die rechten Hände gelangen \x lassen und wir dürfen nicht säumen, von diesen MWichkeiten Gebrauch zu machen. Auch die internationale Organisation des Roten Kreuzes veranstaltet seit einiger Zeit im Innern Rußlands Kinderspeisungen, an denen tausendevonjüdischen Kindern unter Wahrung der Kaschruß-Vorschriften teilnehmen. Es ist Ehrenpflicht der jüdischen Gesamtheit, sich an diesem Werke der Lebensrettung kräftig zu beteiligen. Darüber hinaus gilt es, soweit die eigenen Kräfte nur irgendwie reichen, aus dem ungeheuren Ozean des Jammers, in den die Ostjudenheit zu versinken droht, noch diesen oder jenen Tropfen mit den Mitteln wahrhaft jüdischer Liebe, der nichts zu schwer und nichts zu klein ist, zu trocknen. Ob auch Millionen mit dem Tode ringen, es gilt doch noch immer die Wahrheit des alten jüdischen Wortes: damekajem nelescli achas mijissroel keilu kijam olom molei, „Die Rettung eines Menschenlebens gilt einer Wettenretlung gleich." So ergeht denn unser Ruf an alle Landesorganisationen, Orts- und Jugendgruppen der Aguda, überall Sammlungen zur Rettung der rMchen Zudenheit vom Sungertode zu veranstalten. Die Gelder wolle man der von jeder Landesorganisation zu bezeichnenden Zentralstelle einsenden, die ihrerseits verpflichtet ist, den Gesamtbetrag der Eingänge wöchentlich dem Zentralbureau in Wien, II. Malzgasse 12 a, zu melden. Namens des Zentralrates der Aguda: Sas Sreruliv-Siirea»: Ser sefchDSMende Ausschuß: gez. i.A.: Solicitor I. Landau, London. Dr.P.Kohn, Wien, AHornstein, Wien, I. Rosen heim, Frankfurt a.M. Zuwendungen aus DeuWand an den Gmppenvechand der Agudas Asm! in Halberstadt Postscheckkonto Berlin 18901 Inhaltsübersicht. Nachrichten über die Aktion. — Rabbiner CH. Sonnenfeld bei Herbert Samuel. — Beratungen der Palästina-Zentrale. — Die polnische Landesorganisation der Agudas Jisroel an die Konferenz in Genua. — Aufbau Palästinas und die Orthodoxie. — Unsere Gegner. — Aus der Bewegung. — Spendenlisten. Nachrichten über die HilsS-Attion. Wien, 7. April. hiesige Agad \* orgcm „£ie Jüdische Presse" schreibt zum Ausrufe des Zentralrates: Wir halten es für überflüssig, dem noch etwas hinzuzufügen, umso besser ist es, daß wir in die Lage gesetzt sind, mit. relativ geringen Mitteln ernstlich helfend einzugreifen. Mit einem 10 Dollar-Paket kann sich dort eine Familie über einen Monat ernähren, nachdem die amerikanische Hilfsaktion die Leberts mittet unter öem v Selbstkostenpreis rerabreicht. An die Spitze der Aktion des Zentralrates in Wien, hat sich in selbstloser Weise Herr Abraham Hornstein aus Kiew gestellt. Es lvird unsere Leser freuen zu hören, daß die Aguda durch edle Freunde bereits in die Lage gesetzt ist, über 21/2 Millionen Kronen Lebensmittel anzuweisen. Ein Nnhrungsmirtelpaket der „Aguda" für Rußland zum Preise von 10 To klar enthalt: 50 Kilo Mehl, 25 Kilo Reis, 10 Kilo Zucker, 3 Kilo Tee, 1 Kilo Kakao, 3 Kilo Pflanzenfett, H) Büchsen Kondensmilch. Tie Zustellung der Pakete an die Empfänger vollständig franko ist gesichert. Der Versand der Lebe ns mittelpakete. Wien, 5. Mai. Fast Tag für Tag gehen von der Wiener Zentrale der Agudas Jisroel Sendungen nach Sowjetrußland ad. Bisher wurden 63 große Sendungen abgeschickt und zlvar insbesondere nach den Städten Jitonia, Skwira, Rnzin, Biala Czerkow, Zlatopol, Faßtow, Prista- Wodisa und Pogrebitschew. Tie Ueberweisnng der Lebensmittet in Zehn Dollar-Paketen geschieht in der Weise, daß ans Grund des Uebereinkommens des Hilfskcmitees mit einer^ amerikanischen Kinderhilfsorganisation, die hereits in Rußland in verschiedenen Depots lagernden Lebensmittel an die Adressaten telegraphisch überwiesen werden, sobald der Gegemvert bei der Wiener Vertretung der Organisation durch die Aguda in Dollar erlegt ist. Tie Lebensmittel werden zu den Einkaufspreisen berechnet und stellen einen mehrfachen Wert des Erstehungspreises dar. In der Hauptsache werden, wenn irgendwie tunlich, fvlgenoe Lebensrnittel abgegeben: Mehl, Reis, Zucker, Kondensmilch, Kochsett, Tee, Kakao usw. Sieben Millionen Kronen bisher in Wien gesammelt! Wien, 5. Mai. Trotzdem die Organisation der Sammlung noch nicht begonnen hat, sind diese Woche wieder lVs Millionen öfterr. Kronen eingelaufen. Bei den Spenden von Korporationen steht die altehrwürdige Preßburger Gemeinde mit 3 Millionen dö. Kronen an der Spitze. Es freut uns, die altberühmte Gemeinde, die Vor kaum zehn Jahren nach der Brandkatastrophe selbst, als Bittende mrstrat, wieder, wie einst, als Helferin und Ir weem

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