Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 15-16 (11.4.1922)
- Date
- 1922-04-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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11. April ISA. f kSette 8 ^No. 15 m. 16 Der JSraettt. ipostcn Eiche czanz unten in der ^auberqnssc, die erst-' Znaßv recht» im Wunderland. Um sie lji'irri- ,511 pimmmp brachte ich ü)r ei» paar Mdtzi'llösrip'n. Endlich tarn ich bei der Eiche an leise klopsre id) an. „Tu lm, iii-bu, iver ist da?" ,,3ch bin», Trou Eule, ituo iri] ltabe dir Dii’ besten Mnl’i'flövdjrii initiiebradil" und iri} überreichte sie ihr. Tie Ente blinzelte mit ihren grossen, runden Aucpii, schielte ivtch den .\llö*d)cn, aT> sie ans, danti blinzelte sie nach ntir. „Ach. liebe svrau Eule, saipe ich, „bitte, bitte, saiz mir dach ipbl e« nicht and) jüdisebe Teen, Die auch unser liebe» Pessuchfest und all Die andern schönen Teste kennen?" Und jetzt kommt da» izeoße (Pebciiimi» - abei versprecht mir sest, das; Tbr» Nientand sagen wollt, dann erzächl iri) tveiler. „Obs jndisri;e Teen gibt? wiederholte sie obs tvelche gibt? piatürliri), viele!" „Ta? arij sag mir schnei!, ivv ich sie sehen kann", ries iri) voll Trende. Tann blinzelte sie ivieder aus mich herunier und sagte, iri; müsse erst nach TraninlanD gel/en. Utid ich lies nach Tranmland wie ich dahin kam, iveis; ich nicht ich denke, Tn mußt die Angen sest schließen genau iveis; ich» nicht mehr, aber ich ivar dort, da» iveis; ich. Was ich iah? Ein gros;es Teld voll der niedlichsten Teen und Elschen, die hin und hereilten: sie trugen kleine Eichelschälchei! voll Tan lntD Staubtücher, gemacht an» seinstein Tvinngewebe. 2 ie eilten und liesen und ein kleine» Elschen ganz in heilgelb gerleidi’t, rannte gegen mich, satt siel e» liin.- ,,Ei, io geh dach an» Den! Weg," ries e» „Tn siebst, ivir -sind io beschäkligt!" „Ta, iva» macht Thr denn,;rug ich überrascht Teen arbeiten doch nicht?" „Wie, arbeiten nicht? biatürlich arbeiten ivir: iveist: Tn denn nicht, das; es bald Pessach ist'.-' Wir sind am grvsten hieine machen." „Am grvsten Reinenkachen ja, iva» macht Tbr denn hier rein?" „stc'a, unsre Wohnung meinte da» Elschen säst beleidigt. Täi bin in Zteilnng bei der guten Tee .E i nun el» seht ns sei die ivvhllt im H i m m e l s s 1 b l ü s seI H ä u » ri; e 11 da drüben unter dein grvsten Baum komm nstneti, ich zeig Tic unser Höiischeii." Tcl; svlgte ilir sv schnell ich kannte, bi» ivir am grvsten Baum ankamen. Tel) blickte umher ich sah kein Häuschen. Alle», was ich sehen konnte, war eine schmutzige Himmel» schlstsset--Blume: ich bückte mich und wollte sie pflücken. „Unset Hänschen, linier Häuschen," schrie. Elschen erschreckt „last doch sein, ich geh es eben rein machen." Tcl; lvar >'rstuuin also, das war ihr Hänschen. Ta» E'lsehen sing nun zu säubern an: jede» Blau nntsch es mit dem Zpiimge ivebe und dem Tan im Eichelschäkchen. E» gläkkeke all die Tällcheu - und Blättchen, staubte nochmals, dann uberstrich es jedes mit gelber Farbe und steh - hier war eine ivunderschöne, sns ch e Hi m m elssch l üsse!. Tch blickte umher und sah Narzissen-Teen reinigten Narcis und Eiuien-Teen reinigten Lilieuschlösser. Tee Bibletta halte - die grbstte Plage, ihr Veilchen hübsch sauber zu machen und ein kleines Elschen weinte bitterlich, sein Schneeglöckchen- Hänschen war sv schmntzig linb da», tvie Thr ivistt, soll eben schneeiveist seilt. Ettdliri;, enDlich ivaren sie fertig und eS ivar Erev-Pessach. Tie Teen luden mich ein znm Zeder, welchen sie unter einer grosten Ulme seierten. Ein großer Pilz war ihr Tisch: darüber ein Tischtuch aus allerseinslem Gewebe, welche» eine Zeiden raupe' eigens für den Zeder tisch gesponnen. Es war eine Herrliche Nacht und der Mond schien, so hell er nur konnte. Hunderte von (Mchivürmchen kamen hervor und steckten auch ihr Laternchen an, damit es recht hell und freudig auSfah, als die Teen lind Elfen um den Zedertisri; Plag nehmen. Teenmeiti, bereitet aus seitisten Rosinchen und sristhcm M'orgemau, stand ans dem Tisch, und M'azze» waren da, nicht groster al» ein Tehnpjennigstück. Tie lagen in einein .stvrbchen, das ans farbigem Zchils geflochten ivar. Tie Zederschnssel war wundervoll: sie ivar ganz klein, bereitet ans F-ceusklber. ßtjr ivistt ja, Teen sprechen und lachen in Zilbeetönen und daran» inachten sie die Lchnssel. - Ta war ein gebratenes Tanbenei und ein Zch'.alel van einein Bögelchen ivar der gebratene .ri.uochen. Tie Tränen, die Zchneeglöckchen-Elschen ivciine, als es sein Hänschen so schmutzig sah, standen jetzt in einer Biaiglvckchenschale und dienten als Lalzivasier. Zeht, Tbr »inder, sogar Tränen können nützlich sei». Petersilie und bittere Trauter waren auch da: Grün Elschen pflückte sie am selben Morgen. Ein alter Gnom gab Den Zeder: er lvar ganz in braun gekleidet und trug spitze Zehuhe lind einen hohen spitzigen Hut. Er trug die. Hagadah liicht in Teeitsprache, sondern in reinem Hebräisch vor, genau so, tute Thr sie leset. Es ivar alles zttin Entzücken ttnd ich horchte ooli Verwunderung auf das jüngste Tuchen ganz in hellroia, als es Bla nischtanv da Tikeriki! Tikeriki! Tch lulir ans: ich war in »leinein Bett!! War da» nicht ein große.» Ereignis? Vielleicht, ivenu Ihr die kluge, alte Enke besuche' unten in der szanbergasse und Ihr bringet ihr eilt- Mazzeklöschen — vielleicht sagt sie Euch, wie inan nach Traumland komint zu rechter Teil zum T^eu-Pessach. Aber saget ihr ja nicht, das; ich» Euch erzählte. Personalien. Gustav Haarburger m Berlin, 4. April. Am 1. April, den 3. Nissan, ist im blühenden Alter von 26 Jahren nach kürzer, schwerer Krankheit Zahnarzt Gustav Haarvurger in das Leben der Ewigkeit eingegangen. Drei Wochen hatten wir sum ihn gebangt und gezittert, harten mit den Waffen heißen Gebetes und dem hilfsbereiten Schutz ununterbrochener Pflege versucht, ihn dem Engel des Todes abzuringeu. bis wir auf Gottes Geheiß unterlagen und uns die Nachricht erschütterte, daß in der Tüv Nacht Gustav Haarbuiger seine reine Seele aus seinem reinen Körper ausgehaucht habe. Zu gewaltig ist noch der Schmerz, als daß wir jetzt schon ein vollkommenes Bild seines lauteren Charakters und seiner geschlossenen Persönlichkeit zu zeichnen vermöchten. Aber wenn man versuchen will, wenigstens einige Züge seines lieben Wesens auch schon jetzt in einem Worte festzuhalten, so ist eS der Satz ntjnjn NMv ^vi5; denn auch sein Leben war, wie das seines vor nun über drei Jahren Heimgegangenen Bruders Iwan Haarburger ein Hohelied von der Freude an der Pflichterfüllung. Ihm twar es nur selbstverständliche Pflicht, wenn er in eckt.jüdischem Eifer und mit eiserner Strenge gegen sich selbst jnpnö msos war wie nicht viele; wenn er jede erdenkliche Zeit, die er seinem Berufe entreißen konnte, dem Studium der min widmete. Ihm war es nur selbstverständliche Pflicht, die er mit innigster Liebe und Zartheit erfüllte, wenn er in rührender, unvergleichlicher Fürsorge seiner nun schwergeprüften Mutter zur Seite stand, wenn er mit der gewaltigen Kraft seiner tn min und nto' tief wurzelnden Ueberzeugung auf andere einzuwirken versuchte, er, der in seinem mir Milde gepaarten Gerechtigkeitssinn die rPSW N2N mit zu üben verstand wie fast keiner sonst. Und all dav tat er mit seinem sonnigen, heiteren, Liebe und Vers trauen erzwingenden und doch stets ernstem und zielbewutzten Wesen. Und wenn er jetzt auf Schritt und Tritt uns fehlt, seiner Mutter, feinen Brüdern, dem großen Kreis der ihm Nahestehenden und seinen vielen Freunden in der Vereinigung jüdischer Akademiker, an der er wie kein Zweiter hing und der er Kraft und Zeit stets mit Freuden opferte, so kann uns nur das Bewußtsein trösten, daß wir ihn unser nennen dursten. Seine vergängliche Hülle haben wir - schweigend, wie es der Nissan gebot — ins Grab gesenkt, aber mit goldenen Leitern wird der Name Gustav Haarburger V'5ft auf der Tafel der Erinnerung in unserem Herzen als der Name eines unserer Besten eingemeißelt bleiben. n"S3t:n. Zeilitzheim» 7. April. Am 25. März feierte Herr Lehrer N. Hirsch dahier, mit seinem 70. Geburtstag zugleich sein 50 jähriges Dienstjublläum. Die in der festlich geschmückten Synagoge abgehaltene Doppelfeter, an welcher außer der Kultusgemeinde auch die beiden Geistlichen, die Lehrer und der Bürgermeister des Ortes sich beteiligten, gestaltete sich zu einer etndrucksvollen und sehr erhebenden Feier, die Zeugnis ablegte von der außerordentlichen Beliebtheit und Wertschätzung, welche der Jubilar seitens der Gesamteinwohnerschaft feines Wirkungsortes genießt. Ihrer besonderen Verehrung und treuen Anhänglichkeit auch äußerlich Ausdruck verleihend, brachten Gemeinde, sowie alle ehemaligen Schüler ihrem Lehrer sehr wertvolle Jubiläumsgaben dar. Möge der Jubilar, der sich der besten Rüstigkeit erfreut, noch recht lange seiner Berufstätigkeit und seiner Gemeinde erhalten bleiben. Mannheim, 9. April. Am Sabbat, den 15. April, begeht Herr Hermann Rieder, hier, sein 25jähriges Dtenstjubiläum als Kantor an der hiesigen Klaus- Synagoge. Eschwege, 8. April. Kreisrabbiner Dr. M. F r e t e r hat eine Berufung als Oberrabbiner in Sofia erhalten und sich zur Annahme der Stelle entschlossen. Reine condensierte Vollmilch und Sahne fer den vielen Vorteilen, welehe li unogeii bietet. ist vor allem midi der billige Preis zu beachten. Vollmilch und Salme sind so stark eingedickt, daß .Milch biitterartigi- HesrbaftV-nbeit mit dem sehr hoben Fettgehalt, von li;l/1,-J7,lo angenommen hat: Hamogen enthält dadurch in einer Dose so viel nes Milchtet! nie zwei Dosen bei einem Fettgehalt von ca. S°'o. Durch dieses starke Eindicken wird Packmaterial, Arbeit und Fracht, gespart, w$s in II jeweils billioen Preise Voll Ramoyen deutlich zum Ausdruck kommt. Erhältlich in Apotheken und Drogerien: wo vergriffen, weisen wir Verkaufsstellen nach. Ausführliche Druckschriften und Kochrezepte für K.uuoge» kostenfrei direkt dnreh DEUTSCHE MILCHWERKE. ZWINGENBERG (HESSEN)