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Der Israelit · 1922-04-11 · Heft 15-16 (11.4.1922) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 15-16 (11.4.1922)
Date
1922-04-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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11 April ISA Zum Schulbeginn empfehleich nochmals das vortrefflich bewährte Hilfsönch für den Talmudunterrtcht (7008 in hdd eingefnhrt und bestens empfohlen von den anerkanntesten Autoritäten und zwar von Herrn Rabbiner Kahnemann, Powinesch, Herrn Direktor Dr.Carlebach, Hamburg und noch mehreren anderen Kapazitäten. Der zweite Teil befindet sich im Druck und wird demnächst erscheinen.?>u beziehen durch alle Buchhandlungen sowie vom Verfasser G-Äverhani Frankfurt a. M. Witteisbackier Allee 76 Frankfurter Keriiytr. Hlosa Kahn Wir haben eine gute Frau begraben, gut und treu, schlicht, bescheiden und tüchtig, als Gattin, Mutter und Mensch mustergültig, das war Frau Rosa Kahn, geb. Wolfsberger in des Wortes wahrster Bedeutung. In schwerer Zeit an die Spitze einer Anzahl tätiger Frauen tretend, hat sie die Nähstube der Jüdischen Frauenvereinigung e. V. mit Umsicht und tiefem Verständnis für die Not der Armen geleitet und ihre Kraft und Zeit bis in die letzten Tage ihres Lebens dieser ihr liebgewordenen Arbeit gewidmet) Dankbarkeit und Erinnerung folgen ihr in die ewige Ruhe. Esther Smelitzky Ein schlichtes und doch unendlich großes Menschenleben ist im Glanz des Nissanmondes zu Ende gegangen. Ein jüdisches Mädchen aus Lirtauen, das jahrzehntelang in fremdem Land von seiner Hände Arbeit sich genährt, jüngere Schwestern betreut, alte Eltern gestützt und versorgt, schließlich erkrankt und nach Jahren des Ringens dem Ueberwinder Tod erlegen ist — ein Alllagsschicksal möchte es scheinen und als Schicksal verdient es diesen Namen. Aber an diesem Erleben hat sich in höchster Aktivität ein starker, ganz auf die Mtzwohtai eingestellter, von reinstem jüdischen Seelenadel erfüllter Geist entfallet, wie er in solcher Schönheit wirklich nur aus echtestem Thora- Milieu emporwachsen kann. Wo Esther Swetitzky hinkam, einerlei ob sie a s Arbeiterin oder als Heilung, suchende erschien, säete sie Segenskeirns aus, erspähte sie mit förmlicher Virtuosität Gelegenheiten, um Gebeugte aufzurfichien, Hungernde zu speisen, Verlassene zu beraten, kurz GemilusChesed an Armen und Reichen zu üben, wie es nur ihr scharfer, praktischer Blick und ihr liebreiches Gemüt zuwege bringen konnten. Entstieg ja ihre Tat im Kleinsten und Größten der Tiefe einer die ganze Persönlichkeit erfassenden Gottesliebe, die sich in jeder Lebensregung, im Segensspruch und Geber, in der Lebendigkeit der Mtzwoh'Erfüllung und im Verkehr mit Jung und Alt in seltener Innigkeit auswirkte. Und wie ihr Leben eine Heiligung des Gottesnamens war, so ist sie als jüdische Heldtn dem Tode entgegengegangen und als eine np*!St gestorben. In vollem, klaren Bewußtsein Abschied nehmend von der Vergänglichkeit und sie doch mit lausend kleinen Liebeszeichen für die Zurückbleiben, den adelnd, ist es ihr beschieden gewesen, auch den letzten Moment irdischen Seins, der sonst nichts ist als schmerzhaftes Erliegen, zu freier sittlicher Tat zu erheben. Wer dieses Sterben einer namenlosen, unscheinbaren Tochter des jüdischen Volkes gesehen, der har den alten Satz in besonderem Sinne verstehen gelernt: D'np oruvö3 D’pnx. „Die Gerechten leben auch im Sterben- und er wird, wenn er solches Menschenleben und -sterben überdenkt, in den Ruf ausbrechen müssen: n33B> oyn nirx! Heil dem Volke, in dessen Schoße, als Frucht der göttlichen Thora, solche Kinder erblühen. n"3ttjn. Aeflachvortrage in der Agndas Jisroel. Für die Peffachwoche sind in oer Agudas Jisroel folgende Vornäge und Veranstaltungen vorgesehen^: Freitag, den 14. April um 4 Uhr nachm., findet im Veretnslokale Hanauerlandftr. 17. ein Vortrag des Herrn Jacob Rosenheim über „Schir haschirtm" statt. Am Donnerstag, den 20. April (letzten Peffachtag) spricht eine Stunde vor Nacht im Bereinslokal Herr Redakteur Schachnowitz über „Das Lied am Meere". Sonntag, den 16. April, abends Vs9 Uhr, findet auf Veranstaltung der Orts- und Jugendgruppe in der Liederhalle Langestr. 26, ein öffentlicher Vortrag über das Thema „Agudas Jisroel" statt. Es sprechen Herr Rabbiner Benzion Beermann und Herr Jacob Rosenhetm. Nach Pessach finden die „Gemoroh-Schturim" des Herrn Dr. Ehrmann nicht mehr abends,sondern jeden Morgen von Montag bis Freilag um 8/47 Uhr statt. Weratrrrigsste§e für oflzüdische Alüchlkirrgs. Die „Beratungsstelle", über deren segensreiche Tätigkeit wir in voriger Stummer berichteten, erläßt nunmehr einen Aufruf, worin sie die Frankfurter Judenhett zu kräftiger finanzieller Hilfeleistung auffordert. Das HilfSwerk beansprucht monatlich im Durchschnitt 50- 60.000 Mark. Zuwendungen werden auf Postscheckkonto Nr. 62011 (Israelitischer Hilfsverein für Beratungsstelle) erbeten. Der JSraeltt. Die Ileifchpreise. Schon vor Veröffentlichung des in voriger Nummer abgedruckten Hilferufs aus dem Publikum gegen die unerhörten.Pretsausschläge aus Koscherflersch sind, wie uns mitgeleilt wird, die Vorstände der hiesigen Synagogengemeinden gegen die ihrer Aufsicht unterstehenden Metzgereien eingeschritlen und haben unter Androhung schärfster Maßnahmen die Herabsetzung des Preises von 50 Mk. auf 46 Mk. gefordert. Dieser letztere Preis ist von Sachverständigen als angemessen bezeichnet worden. Es ist zuversichtlich zu hoffen, daß die Metzgereien die verlangte Pretsverminderung noch vor den Feiertagen durchführen, damit die Anrufung der staatlichen Behörden oder der Gerichte vermieden werden kann. Erholungsheim Der Verein „Erholungsheim für Jsr. Uralten Baden-Baden E. V., Sitz Frankfurt a. Nt.", hielt dieser Tage seine Mitgliederversammlung in Frankfurt a. M. ab, zu der auch von auswärts her Interesse bekundet wurde. Aus dem Bericht für das Vorjahr entnehmen wir, daß etwa 100 Frauen und Mädchen aus dem Mittelstand in dem Erholungsheim. Erholung und Kräftigung fanden. Der ärztliche Bericht lautet durchaus^ günstig. Anmeldungen für die frühen Sommermonaten können nach den uns zirgegangenen Mitteilungen noch an Frau Cohn, Frankfurt n. M., Ostendstraße 6, gerichtet Werdern Der Verpflegrmgsbeitrng, der für jede Insassin zu letzten ist, beläuft sich in diesem Jahr aus 600 Mk. bei einer Stnr von vier Wochen. Es ist zu hossen, daß auch in diesem Jahr die Anstalt, die vielleicht irr der Lage sein wird, ihren Betrieb zu vergrößern, zur Linderung mancher Not beitragen kann. Spenden werden an das Postscheckkonto 37 der Firma I. Tretzsnß '& Ev. mir dem Zusatz „für .Erholungsheim Baden-Baden" erbeten. Dorthin können - auch ' Mitglieder-Aurrreldungen gerichtet werden, die im klebrigen auch Herr Michael M. Mainz, Franlsart a. M., Ostenestraße 6, und Herr Rechtsanwalt Howlvitz Frankfurt a. M.. Bockenheimer Landstraße 3, entgegennimmt. Die Schneidersche Jeschiwah. Wer eine östliche Jeschiwah mit all ihrem bauten geräuschvollen Getriebe sehen will, braucht nichr erst die umständliche Fahrt nach zrowuo oder Wilna zu machen, man gehl die Ostendstraße entlang und bleibt unweit der Stelle, wo sie von der Promenade avgelöst--Nnrd, vor dein einfachen Hause stehen das t',:» Stück Litauen im besten nnt> jüdischsten Sinne in sich birgt. Wenn wir eintreten, werden wir zlinüchst kann! beachtet. Tie 70 oder SO jungen Leute es sind Zwan zigjährige und auch Kinder von 12 14 Jahren darunter haven in ihrer tauten Auseinandersetzung mit Rowo und Abaje, mit ..Maharschoo" und ,.Maharani Schisst' keine Zeit, »och Sinn für uns. Ei» herrlicher Anblick, wie sic Klein und Groß in (Gruppen vor den Folianten sitzen und mir den Händen ans. fahren, um die hochgehenden Wellen im Meere des Talmuds zu teilen und sich, durch die Untiefen Bahn zu macheu. Es sind Bachurim dabei, die bereits hervorragendes Wissen, ihr eigen »eiiiien, sogar solche, die schon im Besitze von Rabbinatsaulvrisation sind. Aber auch junge Kinder, so gesund und srischlvaiigig, als bewegten sie sich ans dem Eise, „.nommen d i e auch mit'?" fragten wir ditcit der drei Lehrer, der gerade die Aussicht hatte. Lkatt der Antwort winkt er den Zwölfjährigen herbei, und wir erleben ei» Wunder. Ter Junge lernt Traktat „Gittin" und weiß nicht nur alles Gekernte mit Taussaus und anderen Kommentaren auswendig herzusagen, sondern er entwickelt eigene Meinungen, zieht Parallelen und macht Vergleiche mit Logik und Scharre, die uns frappiert. . Wir find keine Freunde von Wunderderkindern. aber in der Jeschiwah hat der „Jlui" selten noch enttäuscht. . . Der Kleine bildet natürlich nicht den Enrchsehnirr. aber auch der Durchschnitt ist vortrefflich und eröffnet Perspektiven, die mau in Deutschland hundert Jahre lang nicht mehr zu stellen gewagt hat. F-ast alle Schüler samt den Lehrern sind aus dem Osten, aber Dentschland und Frankfurt, die Stadt, die scholl eine b t ü y e n d e I e s ch i lv n h besitzt, hat ihnen die ’icrx geboten und wird die Früchte genießen. Und es gehörte wahrlich .»'rast dazu, dieses Thorawunder ans der westlichen Erde hervorznzanberu. Der Leiter, »?. Bl <> f 'ch e h S ch » e i'- der. besitzt, diesen Optimismus, der ihn nicht ermüden und verzweifeln läßt bei der Aufbringuag der Mittel für Verpflegung der jungen Leute und Besoldung der Lehrer, die ihm als hervorragende „Tat mide Ehaschvmim" kräftig zur Seite stehen. Es sollte uns allen eine Ehrensache sein, diesen Optimismus durch reiche Unterstützung z» belohnen und zu rechtfertigen. Sereln-kalender. «Verein Mekor Chajim. Vorträge am Pessach. I. Tag abends 7 Uhr, Hörsaal Frtedberger Anlage: Vortrag des Herrn B. Rachelsohn über „Pessach Mizrajim und Peffach daraus". Jchabbos Chaul h a n> o d, nachm. 1'/,Uhr, Lange- _si. str. 18: Bonrag 'ev £rrn Rektor Falk. Nr. 15 u. 16 Seite 5 Cross Frankfurt am Eschenheimer Turm TANZ-PALAST Kaffee ersten Ranges Weinklause » „ nur Stiftsträsse SCHUMANN- Theater mit dem sensationellen großen Programm ist heute das Tagesgespräch Täglich 7V2 Uhr: Große Vorstellung. Näheres siehe die Anschlagsäulen. Sonntag, 16. April, 7 Uhr, Langestr. 18: „Pijutiln zum 7. Pessachtage'L Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Mittwoch nvO, abends llU Uhr, Hörsaal Frtedberger Anlage: „Schir haschirtm": Herr Redakteur Schachnomitz. Allmorgendttch „Mischnalcrnen". Samstag '2'vV O, 4'/» Uhr, Langestr. 18: „Mikro": Herr Dr. Hofmann. Jahrzeit st tftung Sternen: Montag, 17. April: Auguste Bier-Stiftung. Dienstag, 18. April: Jda Weil-Stistung. Freitag, 21. April: Gleichen Wallerstein-Stiftung und Rabbiner Dr. Julius Lorsch Stiftung. Sonntag, 23. April: Adelheid Schwab-Siiftung. Dienstag, L5. April: Abraham Sender-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. (Festvoorträge siehe „Frankfurter Berichte"). Samstag vorm. Uhr: „Chaje Odom"; Herr Dr. W. H o f m a n n, Eschenheimer Anlage 1. — 11% Uhr: „Mischna"; Herr A. Htrschberg. — 11% Uhr: „Schaß"? Herr H. Holpern. — nachm. 3 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. — % Stunde vor Nacht: „Sidrah' vortrag". Herren und Damen. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumtsch mit Raschi": Herr Leopold Oppenheimer. Montagabend8 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; Herr Herm. Hirschberg. — 9 Uhr: „Sukkoh"; Herr Veop. Oppenheimer. — Sprechstunde des AngestelltenausschuffeS. Agudas Jisroel-Mädchengrnppe. SamStag vorm. 10V, Uhr: „Tehtlltm": Herr Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thanro"; Herr Lehrer Hirschberg. Beret« fr, m1?. Sam Stag nachm, nach „Mtncha", Hörsaai Frtedberger Anlage. Geshamidrasch, Ostendstraße 18. Mittwoch, 1. Peffach, eine Stunde vor Nacht: „Ha^adah"; Herr H.^Halpern. samsrag nachm. 5 Uhr: „Halachischer Vortrag": Herr H. Halpern. Sonnrag sruy 8—9 Uhr, Montag u. Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro-Schtur" Köp «33; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Täglich »/, Stunde vor Nacht „B*m "n"; Herr Rofenzweig. Hevetzeile» IVIVN ^1N Eruw Tawschtlin. Vorabendgottesdtenst 7.—. morgens 8.—. nachmittags 5.—. Donnerstag <xbenb 8.—. Freitag abend 6.45. Samstag morgen 8.—. SamStag nachm. 5.—. Halachischer Vortrag. SamStag abend 8.05. Wochengottesdienst: Morgens 6.30. Nachm. 6.30

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