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Der Israelit · 1922-03-30 · Heft 13 (30.3.1922) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 13 (30.3.1922)
Date
1922-03-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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so. März 1923. ©et & tatet ii. Nr. 1« Seite 3 MFrsraew SE6RM 81 5 » * BERLIN C k SPANOAUERSTRASSE Wäsche-Ausslailungen Damen-, Herren- und Kinder-Wäsche Anfertigung in eigenen Werkstätten Wohnungs-Einrichiungen Ständige Ausstellung eingerichteter Zimmer von einfacher bis zu vornehmster Art Vier Stockwerke Möbel Gardinen ♦ Möbelstoffe . Teppiche ♦ Beleuchtungskörper gibt, so sollte er in gleichen Tellen den Schriftleitern der Leipziger „Familiengeschichtlichen Blätter" und der. „Wiener Illustrierten Zeitung" zuerkannt werden. — Allein dürfte man zunächst die Herren um ihre werten Namen bitten?... Die Reorganisation der Franlsnrter Jeschiwa. (Schluß.) In den Lehrplan ist täglich eine Uebungsstunde unter Aufsicht eines Dozenten etnqefügt, um die Selbsttätigkeit der Hörer zu fördern. Daneben Schiurim in Dinlm und “p^n. Abteilung 3 besteht aus jungen Hörern, die wohl keine Anfänger aber noch nicht soweit sinddaß sie den Anforderungen der Abt 1 gerecht werden können. Ihre Lshraufgaben sind die gleichen wie die der Abt. 2. Abteilung 4 ist für jugendliche Anfänger gebildet, die erst in das Lernen ein geführt werden müss n. Ihr Unterricht ist von Haupt- und Nebenschiur losgelöst. Es gilt hier^ die ersten Schwierigkeiten zu überwinden und Verständnis für tatmudische Gedankengänge zu erschließen. Dies geschieht in täglich 4—5-stünd. Talmud-Unterricht. Dintm und Tenach-Schturtm sind in die Talmudstunden ein gefügt. Es ergibt sich von selber, daß bei längerem erfolgreichem Besuch der Jeschtwa je nach Begabung und Fleiß ein allmählicher Nebergang aus den einzelnen Gruppen in eine höhere erfolgen kann und muß. Die 4. Abt. stellt sich nur als eine Vorbereitung zur Jeschtwa dar. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt, wenn sie ihre Schüler schließlich einer höheren Abteilung zuführen kann. Hier ist ein längerer Aufenthalt auf der Jeschtwa geradezu Vorbedingung. Diese 4. Abt. ist solange nötig, als auch solche jugendliche Schüler für die Jeschtwa angemeldet werden, die noch gar keine oder doch nur sehr geringe talmudische Vorbildung gehabt haben. Für die Frankfurter Kinder sollte (insofern sie die Realschule der Frankfurter Religionsgesellichaft bksuchl haben, was jedoch auch nicht immer der Fall ist) die 4. Abteilung allmählich in Fortfall kommen. Zu diesem Zoccke sind die Schiurim für Schüler seit 2 Jahren ins Leben gerufen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, die Kinder der Realschule so früh wie möglich, je nach Begabung, in den Talmud einzuführen. Diele Schiurim ergänzen und unterstützen den Talmud-Unterricht an der Schule und wollen die Kinder so weit fördern, daß sie nach Verlassen der Schule entweder in Abt. 1 oder Abt. 3 eintreten können. Die bisherigen Erfolge dieser Schiurim sind recht befriedigend. Es kann den Frankfurter Eltern nicht warm genug ans Herz gelegt werden, ihre Kinder (schon von der 1. Vorschulklasse ab) an diesen Schiurim teilnehmen zu lassen. Der Unterricht erfolgt in 9 Abteilungen, für die unteren Klassen in 4, für die oberen mindestens 3 Wochenstunden. In Folge der größeren Zahl von Gruppen können auch bei verhältnismäßig geringer. Stundenzahl befriedigende Erfolge erzielt werden. Für diejenigen Schüler, die auf eine höhere Schule überg-hen, besieht noch eine 10. Abt., die in 5 Wochenstunden weiter gefordert wird, in der Erwartung, daß einige von Ihnen alsdann nach dem Abtturiu.m die Jeschtwa besuchen werden. Um die im Vorstehenden entwickelten Aufgaben lösen zu können, hat die Jeschtwa 1. zur Erteilung der Schiurim (neben dem Leiter und dessen Stellvertreter Dr. Joseph Breuer) 4 Dozenten im Hauptamt verpflichtet. Es sind dies die Herren Dr. Rosenblüth, Dr. Posen, Joffe und Rakow. Die Schiurim für Schüler werden von Dozenten im Nebenamt erteilt (von den Herren S. Schachnowitz, Dr. M. Lange, Dr. Breuer, Adler, Rottenberg, Hamburger, Weil) 2. den selbständigen Hörern einen Lehrsaal zum ständigen Aufenthalt eingerichtet. Eine auserlesene Bibliothek, bestehend aus früheren Beständen der Jeschtwa, zu denen nunmehr auch in dankenswerter Weise die Mainz'sche Bibliothek, sowie aus der der Gemeinde gehörigen Roth child'schen Bibliothek eine Gruppe tlvinudischer Literatur hinzukamen, steht ihnen daselbst unter Wahrung einer fest geregelten Benutzungsordnung zur Verfügung. Damit ist ein Rahmen geschaffen, der des weiteren Ausbaues wohl noch sehr fähig ist, aber den augenblicklichen Anforderungen gerecht wird. Es ergibt sich von selber, daß bet der Lehrverfassung der oben charakterisierten Gruppen auch die Aufnahme von außerordentlichen Hörern (wir denken, dabei vor allem an Studierende der hiesigen Universität) recht wohl möglich ist, da sie je nach Vorkenntnis in eine der bestehenden Abteilungen eintreten und entsprechend der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit an dem einen oder anderen Schiur sich beteiligen können. Die Jeschtwa ist nunmehr ln der Lage, den an sie herantretenden Aufgaben zu geuügen. Sie hat sich mit ihrer Reorganisation die Möglichverstanden und wohl auch oft vernachlässigt. Der Sinn ist, kurz gesagt, folgender: Fällt da stö ar auf Freitag, so sind wir gezwungen, an diesem Tage auf! den morgigen röty zu kochen, sowie auch andere Bor-! bereirungen zu treffen Hierdurch erhält aber der Jomrof einen etwas werktägigen Anstrich. Wir be-! reiten daher schon am Erew-Jomiof ein kleines Mahl, l gewöhnlich bestehend aus Brot und ein wenig.Fleisch j und stellen dies zurück Das Mahl bildet nun den Anfang des Kochens, die Speiseberdiung am Freitag nur die Fortsetzung, die Vollendung, kein Neukochrn, wodurch der Feiertag sich werklägig ausnähme. Eruwe Tawschiltn, zu Deutsch „Verbindung der Gerichte", bedeutet also, dah jenes Mahl von av> my mit dem am Freilag bereiteten „in Verbindung" tritt. Jenes ist der Anfang, dieses die Vollendung des Kochens. Man schiebe das Eruwe Tawschilin nicht bis! in die Nachmittagstunde hinein; es kann früh schon be- 1 sorgt werden. (Kommenden der aus Freitag und D2& fällt, ist am Donnerstag ma av my, also an diesem Tage Eruwe Tawschilin zu machen). (Forts, folgt). Kleines Ieuillelon. Roch ein Wort an Max Vrod. Von Dr. M. Elias. Wir haben wieder einmal eine Ohrfeige bekommen. Für unsere Vertrauensseligkeit; für die Freude, mit der wir Sie als „Hetmkehrenden" begrüßten. Wir sahen darin — eine. Novität aus dem Munde eines Zionisten — einen großzügigen Versuch zur Apologie des alten, immer noch levendigen Judentums der Thora und des Talmuds. ^Ueber Vieles sahen wir hinweg. Sie haben uns eines Besseren belehrt. Das war alles nur Bluff. Nicht nur in „Handkommentaren", die wenigstens „vom Publikum ziemlich unbeachtet" sind, nicht nur „im Dunkel der Universitäten" arbeitet man an der „Verbanalafierung und der Herabwürdigung jüdischen Geistes". Sie können das auch ganz gut und im Lichte breitester Oeffenrlichkeit, wie Sie in Nr. 9 der Jüdischen Rundschau gezeigt haben. Bernfeld hat es Ihnen angetan, Sie müssen seine Entdeckung un'.er die Massen tragen: „Der Widerstand, den die zadokk'tischen Priester bei der Festsetzung ihrer ausschließlichen Tempelherrschast seitens einiger levitischer Familien unter der Führung der Korachiden fanden, wurde in den priesterltchen Kreisen als Auflehnung gegen Gott gebrandmarkt. Diesem Unterfangen ist die Erzählung von d.r Rotte Korach gewidmet .... In dieser uird die leviii'chs Familie der Korachiden als eine gegen Gott und die Prresterordnung verschworene Schar geschildert, „die noch zu Moses Zeit ihren Untergang gefunden habe, während diese hochgeachtete Sängerfamilie, der wir eine Reihe der schönsten Psalmen zu verdanken haben, noch im Zeitalter der Chronik, somit etwa ein halbes Jahrhundert nach Esra und Nehemia, in hohem Ansehen stand". Wo bleibt Ihr glühender Zorn über die Gelehrten des „theologischen Schnittwarengeschästes" 9 Sie geben zwar zu, daß die bibdkritischen Daten bestritten werden können, holten Sie aber doch für wahrscheinlich genug, um sie als Argument für Ihre Ausführungen zu verwenden. „Gibt man sie zu, so hat man es mit dem grandiosesten (sic!) und scheußlichsten Beispiel einer literarischen Verketzerung zu tun, das die Weltgeschichte kennt". Und Sie trauern, daß „dieim heiligen Pentateuch" Vorkommen kann. Sie können sich aber trösten. Derjenige, für den das Pentateuch heilig ist, fleht in seinen Erzählungen kdn scheußliches B tsplel literarischer Verketzerung. Es wäre aber vielleicht angezeigt, die Redaktion Ihrer Zeitung zu bitten, nach solchen Expektorationen über den Mann, der der größte Jude und Mensch war und über das Buch, das allen Gläubigen gleich heilig ist. nicht über die „Denunztationsmethode der Orthodoxen" zu klagen, wie dies in Nr. 9 vorgekommen ist. (Radium im Esthcrbriche). Zu Nr. 10 des „Israelit" vom 9. März 19*? hat Herr Rabbiner Dr. Kanter eine Erklärung des Talmud Megillah über nnnDi in angeführt, wonach unter in ein seltener Stein zu verstehen sei, der eine intensive Leuchtkraft habe. Herr De. Kanter hat nun unter Umstellung der Buchstaben nn in nn erklärt, daß nach Wirkunasweise' und Woriklang hierunter nichts anderes als Radium zu verstehen sei; denn „welches Mineral leuchtet sonst so hell wie die Sonne am Mittag'? Herr Dr. Kanter ist offenbar über Voxkommen und Natur des Radiums nicht orientiert. Radium kommt nur spurenweise in der Natur vor, sodaß aus vielen Zentnern des Pechblendenerzes nur Bruchteile eines Zentigramms gewonnen werden Radium sendet wohl Strahlen von einzigartiger, chemischer und physikalischer Wirkung aus, aber keine Leuchtstrahlen, die Strahlen sind unsichtbar, von einer Lichtwirkung kann also keine Rede sem. Das Radium wurde vor einigen Jahren erst entdeckt und der Entdecker hat dem Metall den Namen Radium gegeben nach dem lateinischen Wort „radius“ ©trat)t; weil es (unsichtbare) Strahlen aussendet. Die ganze Erklärung des Herrn Dr. Kanter dürste daher wohl nicht zutreffen. San.-Rat Dr. A. Stern-Frankfurt a. M.

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