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Der Israelit · 1922-03-23 · Heft 12 (23.3.1922) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 12 (23.3.1922)
Date
1922-03-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr, 12 .Der JSraelit. 28. März 1932 der verbrannten Asche, aus den rauchenden Trümmern, die der Mensch in seinem Wahne und Hasse angerichtet, kann und muß die neue Reinheit ewporsteigen, um dem geschändeten Leben neuen Inhalt zu geben. Haben wir durch Tat und Gedanken die nötige Reinheit des Lebens uns errungen, dann darf uns die himmlische Botschaft des V-lN."k 22Y wn werden. „Der Mond, ist euch!" die Zeit ist in euere Hand gelegt. Ihr steht über der Zeit und ihrem Gesetze. Aller Zeiten Nöte waren nicht so stark, wie euer halber Schekel, der euch über Amaleks Zusammenbruch auf dem Pfade der Reinheit zur Höhe führt. Der Mond, der ewige, unwandelbare, war Zeuge der steten Geschickeswandlur-g von Völkern und Nationen, der Nissan-Mond leuchtete mit seinem blassen Lichte einem armen gedrückten Volk»', als es sich aus Not und Frohn mit dem Brote des Elendes auf dem Rücken rüstete, den Weg der Freiheit zu betreren, er wird Zeuge sein der grofen Stunde, da eine geknechtete Menschheit unter Führung Israels den Weg zur Sonne beschreiten wird. Es sind deren fünf, so lautet ein sinniges Midraschwort, die mit ntpm bezeichnet werden: Gott (nipin ^x), Esau (mr>nn xn), Israel (D^JD!wx"l), der heilige Tempel in Zion (ne**n ll'L')), undderNissan-Mond (NILN 'BHn? n^K"l). Und es kommt der „Erste" (Gott), um abzurechnen mit dem „Ersten" (Esau), zu erlösen das „Erste" (Jsral) und zu erbauen das „Erste" (Z on) am „Ersten der Monate der Jahre." nx tWKin \n insn nwjnn n .' -ru^rr ’iznrD ihpk-d nir *nn Wochenmndschav. Anarchie, Gewissenszwang oder — Recht? Die Flucht in öle Oeffentlichkeii, die der jugendliche Greis an der Spitze der Jerusalemer „Agudas Jisroel", Rabbi Chajim Sonnenfeld, durch die von ihm zu Lord Northeliffe entsandte Deputation in mannhafter Erkenntnis einer politisch-religiösen Notwendigkeit vollzogen hat, zieht ihre Wirkungen weiter. Während in Warschau und Wien, den Zentren agudistischen Lebens, insbesondere die Jugend in großen öffentlichen Versammlungen für die Jerusalemer Führer begeistert demonstriert und gegen die — jetzt wider besseres Wissen — noch immer fortgesetzten zionistischen Verleumdungen Protest eingelegt hat, erfährt die bisher in einseitigster Weise vom Zionismus beherrschte öffentliche Meinung Englands erfreulicher Weise nunmehr wenigstens durch die „Times", daß es außer- Die EntwiülungmögliOkeiten des Bergbaues in Syrien und Palästina. Dr. Paul Range schreibt in der „Zeit schrist für praktische Geologie^, Heft 8, 1931: Systematische geologisch-bergmännische Erforschung des Landes hat bisher noch nicht staltgefunden, ist aber zu empfehlen. Die bisherigen Funde an Erzen, Eisen, Mangan. Kupfer, Antimon, sind unbedeutend, nur find in früheren Zeiten im Libanon Eisenerze gefördert worden, die das Material zu den berühmten Damaszener Klingen lieferten. Bei Latakijeh wurden 1901—1907 jährlich 250 Tonnen Chromerz gewonnen, in Nordsyrten sind weitere Chromerzlagerstätten wahrscheinlich. Die Gewinnung nichimerallischer Bodenschätze hat bessere Aussichten, wenngleich die während des Krieges im Libanon aufgemachten Abbaue auf Kretdekohlen mit viel Schwefelkies- und Aschengehalt, sehr zerstückelt gelagert und von geringer Mächtigkeit kläglich etwa 100 Tonnen Förderung), in der Zukunft mit den eingesührten Kohlen nicht weiter im Wettbewerb bleiben werden. Asphalt kommt im Libanon bei Hasbeia sowie bei Latakijeh nnd an einigen Orten vor, so besonders am Toten Meer. Von großer Vedeutnng sind zahlreiche ASphaltkalke mit 10-25 v H. Bitumengehalt in der oberen Kreide, die tm Steinbruchsbetrieb gewonnen werden. Die Hauptvorkommen sind am Toten Meer, sowie bei Berseba und in Galiläa, wo während des Krieges Oelbestillationen eingerichtet worden sind, die halb der zionistischen Parteimaschinerie noch altmodische Juden giebt, denen Erez Jisroel nicht minder teuer wie den Zionisten ist, und die eben darum sich dagegen wehren, der Alleinherrschaft eines religionslosen Nationalismus auf dem einzigen Fleckchen Erde, dem ihre innigste Liebe gilt, unterworfen zu werden. Es gehört schon der ganze Hochmut und die ganze Verständnislosigkeit, die den Zionismus im Verkehr mit der organisierten Orthodoxie von jeher auszeichnet, dazu, um dieses Leitmotiv des ganzen Kampfes der „Agudas Jisroel" zu verkennen. Was will die Sonnenfeld'sche Gemeinde in Jerusalem anderes als — in Ruhe gelassen zu werden, ihre Autonomie aufrechtzuerhalten, ihre Kidduschin und Gittin durch Männer ihres Vertrauens zu regeln und nicht Institutionen zinsen zu müssen, die sie aus Gewissensgründen verwirft? Diese elementarsten Forderungen der Gewissensfreiheit wagt der Advokat des Oberrabbinats in der „Times" — Anarchte zu nennen! Man glaubt unsere Zwangspolittker vor Erlaß des preußischen Austrittsgesetzes zu hören, denen die Knechtung der orthodoxen Gewissen unerläßliche Vorbedingung für die Aufrechterhaltung der „religiösen Ordnung" schien. Sowie es damals ohne den Aufschrei des jüdischen Gewissens vor nicht jüdischen Staatslenkern und Parlamenten unmöglich gewesen wäre, das Heiligste zu retten und der deutschen Orthodoxie diejenige Bewegungsfreiheit zu schaffen, die allein ihr die fruchtbarste positive Arbeit nicht nur für sich, sondern auch für die auf ihren Schultern stehende sogen annte „Gemeinde-Orthodoxie", ja für ^2 zu Leisten — fo giebt es eben auch heute in Palästina keinen anderen Weg zur religiösen Freiheit wie denjenigen, den Rabbi Chajim Sonnenfeld im vollen Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit betreten hat. Die „Jüdische Rundschau" macht sich die Erwiderung auf unsere letzten Bemerkungen zu dem Gegenstand doch etwas zu leicht, wenn sie ganz unschuldig meint, „die zionistische Organisation sei über den Gedanken, die religiösen Rechte und Anschauungen irgendwelcher jüdischer Gruppen zu mißachten oder sie gar zu unterdrücken, erhaben." Man wolle nur nicht, daß das „jüdische Leben einem jüdisch-politischen Klerikalismus unterworfen werden solle, wie ihn gewisse orthodoxe Kreise aufrichten wollen." Wo sind denn diese „orthodoxen Kreise?" D-e um Rabbi Chajim Sonnenfeid, die ja. keinerlei Konsistorialverfaffung erstreben, können auch jetzt Aussicht auf wirtschaftliche Weiterentwicklung haben. Der Stein wurde mit Holz vermischt zur Etsenbahnfeuerung verwendet. Auch die Verwertung als Stamps-Asphalt zum Straßenbau kommt in Frage. In Verbindung mit diesen Kalken ift Erdöl in schwachen Spuren beobachtet worden, doch scheinen größere Vorkommen, nach denen z. B. im Jordantal sowie bei Kafrane an der Hedschasnahn und bei Konub (70 Kilometer südlich Hebron) gebohrt worden ist, nicht wahrscheinlich. Ebenfalls an die oberste Kreide gebunden sind Phosphatlager im Westjordanland und östlih bei Es Salt Die besseren Vorkommen enthalten etwa 80 v. H. phosphorsauren Kalk, die geringe»en 50-60 v. H. Die Mengen werden auf 60.000 Tonnen gutes und 20 000 Tonnen mittleres Phosphatgestein im Gesamtwerte 8 Mtll. Mark geschätzt, die als Düngemittel tm Lande selbst Absatz finden können. Kleinere Schweftlvorkommen finden sich in der Gegend des Toten Meeres, desgleichen Gips im Jordantal, ferner Marmor der als Baustein, jedoch von geringerer Güte, verwertet wird. Salz wird aus de« Saiseen bei Dschelui, östlich Aleppo, etwa 10000 Tonnen jährlich vor dem Kriege, gewonnen, sowie am Nord- und Süduser des Toten Meeres und ferner an der Küste des Mittelländischen Meeres in den Salzpfannen von Der el Balah südlich von Gaza. Größere Bedeutung und wirtschaftliche Aussichten für die Zukunft hat somit vielleicht nur der Chromerzbergbau und die Gewinnung der bituminösen Kalke zur Weiterverarbeitung auf Urteer und dessen Derivate. es doch gewiß nicht sein, und das Kuk'sche Bes Din, das allerdings in einer auch.von uns durchaus gebilligten Art und Weise das jüdische Eherecht in Palästina bisher zum Aerger der „Freidenker" aufrecht erhält, hat sich doch durch seine Keren Hajeßod-Propaganda und durch seinen Northcliffe Brief. das zionistische Wohlwollen in höchstem Maße verdient! Hier dichtet also die reinste Phantasie. Nicht minder oberflächlich ift das, was die Rundschau auf unsere Aeußerungen zur Jewish- Agency Frage zu erwidern weiß, und wir würden davon gar keine Notiz nehmen, wenn nicht inzwischen eine zionistische Sitzung in Berlin stattgefunden hätte. Die ^Rundschau" sagt: „Weniger neu ist das Verlangen der AgudaS Jisroel, in der Jewish Agency gleichberechtigter Vertreter zu sein. Wir haben es oft genug geschrieben, daß Rechte erworben werden müffen, aber nicht geschenkt werden. Die Agudas Jisroel soll durch Taten ihren Aufbauwillen zeigen, sie soll aufhören, den Kampf gegen den Zionismus, wenn sie ihn schon führen zu müssen meint, in die Sphäre der hohen Politik zu tragen und dieselben Kreise englischer Politiker, die heute arablsch und antizionistisch gestimmt sind, für ihre Forderungen zu interessieren, so wird, davon sind wir überzeugt, sich die Möglichkeit für ein erträgliches Zusammenarbeiten stets finden lasten. Angriffe auf den Zionismus allein können kein Recht auf Vertretung in der Jewish Agency geben. Vielleicht ist auch in vernünftigen Kreisen der Agudah langsam das Verständnis dafür durchgedrungen, daß die gegenwärtige Situation unmöglich ist und daß es nicht länger angeht, die Situation in Palästina durch Kämpfe, die in solcher Form geführt werden, weiter zu gefährden. Denn wenn sie am Schluffe ihrer Wochenrundschau, auf die wir, um die Situation nicht weiter zu verschärfen, sonst nicht eingehen, nach beiden Seiten zur Ruhe mahnt, so dürfen wir diese Ermahnung wohl nicht mißverstehen, wenn wir annehmen, daß sie sich vor allem an das der Agudah selbst nahestehende Lager wendet." Um mit der letzten Bemerkung zu beginnen, so haben wir allerdings nach beiden Seiten zur Ruhe gemahnt, wril wir der Meinung sind, daß der sittlich notwendige politische Kampf der Orthodoxie um ihre Freiheit nnd um ihr Recht auf Erez Jisroel mit einem möglichst geringen Aufwand von an und mn also mit reinen Mitteln, ohne wilde Leidenschaftlichkeit geführt werden sollte. Aber wie unvermeidlich dieser Kampf selber ist, davon zeugt die Rundschau-Antwort. Man mutet der „Agudas Jisroel" zu, die „Sphäre der hohen Pol-tik" den Zionisten zu überlassen, ihre p o l i ti s ch e n Forderungen schweigend in der Tasche zu behalten und abzuwarten, wieviel davon dann später in Form eines „erträglichen Zusammenarbeitens" durch die Gnade der allein zu politischen Aktionen berechtigten Zionisten verwirklicht werden kann. Was daraus herauskommt, vermag der „Misrachi" — siehe den Bericht über die Dele- »Mensch" und „Menschen". Zu dem homiletischen Artikel in der jüngsten Nummer unter obiger Ueberschrift ist nachzmragen, daß der Talmudausspruch '73) 3L>)'L> n3J V?’£,x nicht an den Satz in rpn, wo ans steht, anknüpft, sondern an den Satz: era ’m anxn ams “ipk. Dem Grundgedanken nach befindet sich die Auslegung im J)?3J) '5TiD und zwar in ver '3 niN nöxn von dem bekannten Gaon Rabbi Mordechat Benet b"27. (Kunstausichun der Berliner Logen). Die Berliner Logen N. O. B. V. planen eine Ausstellung für jüdische Kultur und Kunst in Bergan genheit und Gegenwart. Als Raum ist eine Abteilung im staatlichen Kunstgewerbemuseum in Berlin in Aussicht genommen. Die beabsichtigte Ausstellung soll alle Gegenstände der religiösen wie der profanen jüdischen Kultur enthalten. ('Ausgrabungen in Palästina). In der Pariser Akademie der Inschriften trug das Mitglied des Rates für die Altertümer in Jerusalem Nahum Slousch einen Bericht vor über die neuesten archäologischen Arbeiten in Palästtna. Die im Jahre 1920)21 zu Tiberias ausgeführten Grabungen brachten die berühmte Synagoge von Hamatha ans Licht, die in jüdischen und christlichen Chroniken seit dem 2. Jahrhundert erwähnt wird. Der Bau erinnert in seiner Anlage an den Tempel von Jerusalem. Zahlreiche Gegenstände des alten israelitischen Kultus wurden dabei entdeckt, darunter Mosaiken mit ihren met ischen Figuren, Marmorsäulen und Marmortafeln mit heiligen Zeichen. Die Arbeiten, die um das Heiligtum herum fortgesetzt wurden, haben zur Entdeckung einer jüdischen Gräberstadt mit Grabinschriften in griechischer Sprache geführt.

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