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Der Israelit · 1922-02-16 · Heft 7 (16.2.1922) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 7 (16.2.1922)
Date
1922-02-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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«eite « Nr. 7 Her Israelit. 1«. Februar MS iniu'ftc Befugnisse, sondern er sind eine Neihe non Gegenständerl der ansschließlkcherr Kompetenz des Oberkommissars Vorbehalten. Der Perfasftmgscntwurf soll, wie verlautet, irr beiden Gruppen der gesetzgebenden Körperschaften den arabischen Vertretern die Mehrheit sichern. Man will ferner irr dem Entwürfe versuchen, die Schwierigkeiten zu beseitigen, die sich aus den Naturatisationsbestimmuugen des Vertrages von Sövres für britische urrd ausländische Juden in Palästina ergeberr. Personalien. Gross Frankfurt am Esohenhclmep Turm TANZ-PALAST Kaffee ersten Ranges Weinklause 8g5Z SCHVnANKr- Theatep mit dem sensationellen großen VARIETE Programm ist heute das Tagesgespräch Täglich 7lja Uhr: Große Vorstellung. Näheres siehe die Anschlagsäulen. Mt», in voller Körper- und Geistesfrischü seinen 7*. GebürtSiog. Dorselve hat sich im Verein „Gegenseitigkeit^, wo er eine lange Reihe von Jahren bis 1921 mit aufopfernder, liebevoller Hingabe tätig war, die allgemeine Anerkennung und Beliebtheit erworben. Möge ihm ein recht hohes, glückliches Aller öeschieden sein! Berlin, 10. Febr. Wir lesen in der „Vossischen Zeitung" vom 6. Februar: Als die Verwaltung des Jüdischen Krankenhauses die Streikleitung darauf auf. merksam machte, daß bet weiterem Ausbleiben der elektrischen Stromzufuhr heute 225 Patienten, zum Teil Schwerkranke, entlaffen werden müßten, erwiderte die Streikleitüng, datz sie dagegen nichts machen könne, das Krankenhaus möge sich an den Magistrat wenden, damit dieser die Forderungen der Streckenden bewillige. Cassel, 9. Febr. Im noch nicht vollendeten 60. Lebensjahre verschied heute infolge eines Herzschlages Moses Rosenbaum. Mit ihm ist ein Mann dahin» gegangen,, dessen ganzes Leben Gott geweiht war,' solche werden immer seltener. Kaum fehlte er bet einem Gottesdienst, stets unterstützte er alle jüdischen Institutionen mit vollen Händen, immer “\f®s |ra beachtend. Das Andenken dieses wahrhasten Jehudi und guten Menschen wird stets in seiner Heimat und darüber hinaus fortlebem Cassel, 12. Febr. Zum 60. Geburtstage des unseren Lesern aus seinen interessanten kulturhistorisch-m Beiträgen wohlbekannten Herrn Ludwig Horwitz widmeten die Casteler „Neuesten Nachrichten" diesem verdienten Jugenderzieher und Geschichtsforscher einen sehr ehrenvollen Jeuilletonartikel. Horwitz wirkt seit 40 Jahren in Cassel als Lehrer und Kantor und entfaltet nebenbei eine reiche, literarische Tätigkeit. Bre-lau, 31. Jan. Herr Prof Dr. Albert Wohl au er ist plötzlich einem Herzschläge erlegen. Er stand erst im 64. Lebensjahre. Seit 1887 wirkte er als Gymnasialhilfslehrer am Breslauer Johannes. Gymnasium. Nach dem Tode des Geheimrat Dr. Freund, des langjährigen Stadtverordnerenvorstehers, der ebenso lange an der Spitze der hiesige» jüdischen Gemeinde gestanden Halle, wurde Albert Wohlauer an seiner Stelle zum Vorsitzenden des Repräsentanten« kollegtums gewählt, wo er eine überaus arbeitsreiche Tätigkeit entfaltete. Wi»n, IO. Febr. Die Wiener Orthodoxie hat einen schweren Verlust erlitten. Der in weilen Kreisen bekannte und hochverehrte Kunstmaler Prof. David Kohn ist im hohen Aller, viel zu früh aber angesichts seiner verdienstvollen jüdischen Wirlsamkeil abberusen worden. Pros. Kohn, der in Gesinnung und Lebens, sührung eine wahrhaft fromme und thoratreue Persönlichkeit war, hat sowohl auf dem Gebiete der Jugenderziehung als auch der jüdischen LiebeStätigkeit Hervorragendes geletstes. Insbesondere ist der Ausbau und die Leitung der hiesigen Talmud Tüoraschule sein Verdienst. Auch in seiner künstlerischen Tätigkeit kam sein jüdisches Empfinden zu voll, ndetem Ausdruck. Er malte, wie ein Trauerredner in der Trauersitz^ng aussührte, lernende Juden, und in diesen Gesichtszügen war alles Leid und Weh miteingeprägt, welches Ghetto und Golus in diese Profile mit scharfem Griff einzeichneten, aber aus den leuchtenden Augen funkelte Wissen und Gelehrsamkeit, glänzte Hoffnung und Glaube, strahlte Liebe, Verstehen und Verständnis. Die Teilnahme beim Heimgange des seltenen Mannes war eine allgemeine und die Trauer um ihn lies und aufrichtig. n"23N. Snefkasten. Angesichts der enormen Porto Erhöhung werden wir. in gröherrm Ausmaste als disher, die uns zugehenden zahlreichen Anfragen, denen Rückporto nicht deilteat, aus dem Wege des Briefkastens beantworten. Wir bitten die Anfragenden also, wenn sie unmittelbaren Bescheid nicht erhalten haben, die Briefkäst en Rubrik veo chten zu wollen. Zahlreichen Bestelle»n von Hirschs Pentateuch. Trotz unausgesetzter Reklamationen und Mahnungen liefert die Verlagsbuchhandlung nicht. Sie beruft sich daraus, daß sie von ihrer Buchbinderei im Stich gelassen werde und durch den Etsenbahnerstreik eine weitere Verzögerung entstanden sei. Wir hoffen, die Besteller im Lause des Monats in den Besitz der Bücher bringen zu können und bitten um Geduld. Buchhandlung <K. in Cassel. Ihre Karte vom 7. d. Mts. traf erst am 9. eit,, als die Nummer fertiggestellt war. Im übrigen ist der Bahnstreik ja abgebrochen und es ist anzunehmen, daß der allergrößte Teil der Abonnenten vorigen Samsiag wiederum im Besitze des Blaues war. D. S. Veranlassen Sie eine Buchhandlung, eine Anzeige in der Rubrik „Gesuchte Bücher" im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel zu erlaffen. S. G in Heidingsjetd. Von der gesandten Zahlung wurden 6 Mk. als Vorauszahlung für 1922 gulgebracht. M. R. in Wien 9. Die hübsche feuilletonistische Skizze Ihres Herrn Bruders ist angenommen und wir werden sie in einer der nächsten Nummern zum Abdruck gelangen lassen. Fräulein I. B. in Homburg. Wir haben schon vor mehreren Wochen einen stär.dtgen Mitarbeiter mit der Bearbeitung des Gegenstandes beauftragt, leider trat durch die Erkrankung des Herrn eine Verzögerung ein. Wir kommen aber in einigen Wochen auf die Angelegenheit zurück. Lehrer A M in Dettelbach. Wir werden das Manuskript vorläufig hier behalten und uns bemühen, es gelegentlich in Ihrem Sinne zu verwenden. S. Rin Tauberbischossheim. Sie sind bei uns nicht als Abonnent vorgemerkt, zweifellos also direkter Pvstabonnent. Ihre Reklamation muß daher unmittelbar an das Postamt in Tauberbifchofshetm gerichtet werden, während wir selbst in der Angelegenheit ganz einflußlos sind. Heinrich Sch. in Sauerbrunn. Wir bedauern sehr, Ihnen nicht dienen zu können. Die genannten Titel sind uns nickt bekannt. H. 1K in Bischofsheim. Ihre Darstellung scheint doch aus ganz tnowckueUe frühere Erfahrungen zurückzugehen und ist für die Beurteilung der gegenwärtigen Lage nicht maßgebend. Lehrer S. Wistner in Künzelsau. Ihrem Wunsche gemäß geben wir hierdurch brkanut, datz Sie Nachricht wünschen über den Aufenthalt oder das etwa erfolgte Ableben des Herrn Joachim Loewy aus Neschlau, Bezirk Rockyczau (Böhmen), etwa 78 Jahre alt. Ein Abonnement nach Brasilien, sofern Sie es selbst bezahlen, kostet zur Zeit 25 Mk. vierteljährlich. Sprechsaal. Vermischtes. Frankfurt a. M, 14. Febr. Herr Siegfried tzellgmann jun., Herrnrsweg SS, feiert am Ä. d. Butterpreise.*) Frankfurt a M-, iv. Jan. An die Redaktion des „Israelit". Es ist in Ihrem Blatte des Oefteren auf die religiösen Bedenken beim Genuß von nicht 1L>2 zubereiteter Butter hingewiesen worden. Man hat aber nicht nötig, sich darüber zu wundern, datz manche Leute diese, trotz der religiösen Bedenken, genießen, wenn man die Preispolitik ansieht, welche der, de kacto, Monopolinhaber des 1^2-Butterver. trtebes hier in Frankfurt verfolgt. Die Preisspanne zwischen Nir>2 und nickt -irr»2-Butter beträgt seit Aushebung der Zwangswirtschaft (1. 6. 31) im Allgemeinen 3—4 Mark per Pfund. Ist das Einkommen eines in der Molkerei derart grotz, datz es in solcher Höhe auf das einzelne Pfund auswirkt? Bet einer Erzeugung von nur 50 Pfd. pro Tag, ergäbe ein Aufschlag von 3 Mk. per Pfd. (bei sechs Arbeitstagen pro Woche) 3600 Mk. im Monat. Andere *) Wegen Raummangels verspätet. EKtraspesen als die Kosten für don “iöw entstehen in der Fabrikation nicht. Um die Mitte deS vorigen MonatS fingen die Butterpreise an, ihr hohes Niveau zu verlaffen und schon in der .letzten Woche des alten Jahres waren hier die Kleinverkausspretse für Molkereibutter, nicht ■W2, aus 42-44 Mk. das Pfd. zurückgegangen, aber heute noch, am 10. Januar, kostet *itso Butter 52 Mk. genau soviel als zur Zeit, da der allgemeine Markt seine höchsten Preise hatte. Hat derjenige, dem ein solches Monopol zufällt nicht als Jude die Verpflichtung, die Preise für 1P2. Erzeugnisse so zu gestatten, daß letztere nicht mit» verschulden, datz manche Jehudim ein Nahrungsmittel genießen, welches in religionsgesetzlicher Beziehung nicht ohne Bedenken ist und — wäre es nicht vielleicht auch die Pflicht der zuständigen KaschrauSkommisston, im Interesse der minderbegüterten Verbraucher die Preisbildung der ihr unterstehenden Erzeugnisse zu kontrollieren? L. M. (Der Gegenstand ist früher schon wiederholt erörtert worden; tatsächlich ist aber der Unwille Über die Preisaufschläge auf koschere Butter, nicht minder auch auf koscheres Fleisch, im Publikum ganz außerordentlich lebhaft! Die Produzenten werden sich zur Sache eingehend äußern müssen, damit der Oeffentlichkeit ein begründetes Urteil möglich wird Red.). Frankfurter Kerichtr. Urauerfeier für Wavörner Ar. Wo-et. Am letzten Sonntag fand im Bolksbtldungshetm eine von der Israelitischen Gemeinde veranstaltete Gedächtnisfeier für Rabbiner Dr. Nobel statt. ES spracken Justtzrat Dr. Blau, Dr. Richard M e r z b a ch und Rabbiner Dr. Seligmann. Die Persönlichkeit des Heimgegangenen schilderte insbesondere Rabbiner Dr. Baeck aus Berlin, der im Aufträge des All» gemeinen deutschen Rabbinerverbandes sprach. Für die Jugend ergriff Herr Erich Fromm das Wort. Ein« geleitet und beschlossen wurde die Feier durch Chorgesänge eines Schülerchors. Synagoaengemeinde Israelitische Neligions- HefePchaft. Die Verwaltungskommisstonen haben in den Gemeinderat folgende Herren gewählt: Jakob Best. Hofs (Lyriagogenkomitee), Simon Bock (Volksschule), Rechtsanwalt Dr. Breuer (THoraleHranstatt), Sally Goldschmidt (Fürsorge-Ausschuß), Emil H. Leh. mann (Kaschruskommlision), Hermann Levi (Sttftungskommtssion), Philipp Posen (Baukommtsfton), Hugo Rothschild (Frtedhofskommission), Leo Wreschner (Schulrat). Aeratrrngsstesse für ostzüdifche Alüchtlinge. Die B er a 1 u n g Sft e l l e, Lavgestrutze 30 iH. 3738), Sprechstunden vormittags 10—1 Uhr, nachmittags 4*/,—6 Uhr teilt uns folgendes mit: Infolge eines neuen Ministerialerlasses werden voraussichtlich Schwierigkeiten bei der Ausstellung von Arbeiter-LegitimationSkarten für ostjüdifche Arbeiter entstehen. Wir bitten deshalb alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts sich in solchen Fällen zwecks Beratung mit uns tn Verbindung zu setzen. App der Sestfchritt zum 50. Heöurtstag des Kerrn Navviner Ar. Aovel Kurz vor dem Ableben deS Herrn Rabbiner Dr. Nobel war uns die nachfolgende Besprechung der zu seinem SO. Geburtstag erschienenen Festschrift zugegangen. Sie sollte gerade in der Nummer veröffentlicht werden, die den allzuzufrühen Heimgang des Fünfzigjährigen melden mußte. Es bedarf nicht des Hin. weises, datz der durch die Festschrift Gefeierte keineswegs für deren Inhalt verantwortlich ist, zumal er ihn — wie uns von Eingeweihten versichert wird — auch vorher nicht gekannt hat. Umsoweniger jedoch darf die Preffe die Verunglimpfungen des gesetzestreue Judentums totschweigen, die in einem Aufsatz dieser Festschrift enthalten sind. Wenn Freunde eines Jubilars diesem eine Festschrift widmen, so ziemt es der Orffenilichkeit im allgeme'nen nicht, mit kritischer Sonde diese Freundesgabe zu untersuchen. Wenn aber literarische Kritik bei Festschriften im allgemeinen nicht angebracht ist, so veti langt andererseits das Taktgefühl von den Mitarbetern solcher Festschrift, daß ihre Beiträge nicht durch agaresstven Inhalt dazu zwingen, Stellung zu nehmen Leider ist dies bei de» anläßlich des 50jährtgen Geburtstages von Herrn Rabbiner Dr. Nobel von Martin Buber, Rudolf Hallo, Richard Koch u. a. m. veröffentlichten „Gabe" (Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M.) nicht beachtet worden. Die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter, die weder dem orthodoxen, noch dem konservativen Lager ongehört hat zwar in vollem Verständnis für die Eigenart euer Festschrift in den beiden ersten Abteilungen mildem

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