Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1922)
- Date
- 1922-02-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 0 Nr. 6 Del egie eien btVfer K’tUrrcit ebetisv imY brr amen- fniiiH'(H' ,,v>a{ac-/7 (dutten r-o schließlich ab, an beut oon der x'sviVl fie'chassettett .U'utra'ou iimY i-iiatioitvbüro teilenuebunnt. Xa and) die namenUiei) für Polen änderst wichtige - o r 1 hod o x e Xr.qaui'alion non nornherein nicht geladen war, io ist da-5 ivrflrbuiö der .stonfere»^ oraaniiatorisch w c r 11 o a. (iin (stmigraliona-- bi'uo der JCA Ylbü wäre auch ohne besondere Kottsecenz dl haben gewestm. ömlenberg und 9ie RuH (ehe 6efellf(fraf(. H^ariS/ 10. Januar. Hier wurde vor kurzem eine Ruststseh-jüdische (»esellschasr gegründet, stlns der (stründnrrgsversammUlug sprach auch der bekannte Rechtsanwalt G r u > e n b e r g , und »ahm cheiegenheit, geaen versteckten Atttiseiniti^nttls einzilntreten. Itt einenr Berichte, den Pros. I i » k o iifer die P a st - s r a g e f ü r d i e r n s s i s eh e n e i nt l o s e n erstattete, waren so viel versteckte Eingriffe auf In. den und Jude nt um enthalten, dast die Abwehr nötig war. Aus der Straßburger Orthodoxie- Strahl)arg. 9. Januar. "9(111 Sonntag, 8. Januar, fand die diesjährige (steneraiveriainmtnng der Oommunando israelite Ez Cliajim früher Israelitische Retigionsgesetlschastn statt, stin^ dein vom Präsi-- dentetr erstatteten Jahresbericht feien die folgenden Angaben mitgeteilt: die Zahl der Mckglieder hat seit dem l<> jährigeir Bestehen der isteststlschasr jetzt znm ersten Rial die Zahl 109 erreicht. Das Budget ichliestt in dein- und stluvgaben mit 51 000 Iraner ein schönes Zetlguis für die Spserwickigteit der Mitglieder. Der neue Rabbiner, Herr br. Brnnsthwig, hat sein Amt im April letzten Jahres angetretett, nachdent sein Borgänger, Rabb. Jos. Bnttenwieser pensioniert worden war. Unter Aussicht des Rabbiimts stehen jelck eine Mengerei, eitle Bäckerei, eine Milchhandltmg und ein Restaurant. Mit den nengewäh.tett Mitgliedern zum Vorstand besteht derselbe jetzt atis den Herren Ackermann jitit., Dr. Cohn, Jules Lern), Leopold stevy und S. Stranst. Die vonr Herrn Rabbiner geleitete Retigiotisschtlle, au der außer ihm noch drei stst'hrfiäftc wirkten, wird von 53 Kindern besucht. Jfcliäjtwa« Die verurteilten jüöifcfien Pol?iffen freigefproeben Ar'rujakem, 27. Januar.. Xas B e r tt s u u g s g e r t ch t hat drei jüdische Polizisten, die vor kurzem wegen ihrer kräftigen Rotwehr bei dett Unruhen des \2. Roveinber zu langjähriger Ztvattgsarbeit verurteilt worderr waren, s r e i g e s p r o rf) c n. Cs herrscht grvse Besriedignng in der jüdischen Be- .vv'.keruug, da matt das erstinstanzliche Urteil allgemein als Jehlsprnch nrtd unerträgliche Provokation eiupsuttden hat. Butzbach, 24 Jan. Vergangenen Dienstag haben wir mit Frau Leh er Emil Spiro eine Esches Chajil zu Grabe getratren, deren ganz s Leben nichts anderes als Erfüllung jüdischer Pflicht gewesen ist. Sie wird deshttib nicht nur vom Kreise ihrer Familie und der Freunde, sondern von der ganzen Gemeinde und Umgegend aufrichtigen Herzens innig betrauert. Sie entstammte der bekannten Familie Rothschild aus Alsfeld und wurde schon im Elternhause im Geiste oer Menschenliebe erzogen. So ward sie die würdige Gattin ihres Mannes, des leider so früh von uns gegangenen und in weilen Kreisen bekannten Lehrers Emil Spiro s. A. Wenn ihr Mann seine berufliche Tätigkeit in Schute und Haus im Sinne der Thauro, Amanda und in GemiUus Chessed entfalten konnte, so konnte er das nur, weil die Gattin ihm als -ty zur Seite stand, weil ihr warmes Herz für alles Jüdische, für a' es Gute schlug. Alldem gab Herr Rabbiner Dr. Hirsch, feld aus Gießen in seinem Hesped tiefergreisöttd Ausdruck, n/-^x:ri. Der Israelit. Ste tin, 27. Jan. Berliner Kircheneiubrecher haben in der vergangenen Nacht die Synaooge in Stettin schwer heimgesucht. Sie drückten einige Butzenscheiben an einem Fenster ein, riegelten dann einen Flügel auf und verjchuffien sich so Eintritt. Sie erbeuteten Silbersachcn von großem Werte: IO Thoraaufsätze im Gewicht von 4 Kilogramm, zwei Kronen, die auch mehrere Kilogramm wiegen, Becher und Leuchter und anderes mehr. Verschiedene Geräie, die sie beim Zerbrechen als unecht erkannten, ließen sie in Stücken liegen. Tretzsa, 31. Jan. Nachdem die hiesige israelitische Gemeinde seit nahezu einem halben Jahre ohne Vorstand war,' sind die in einer Gemeindeversammlung Gewählten, Handelsmann Levi Levi und Kaufmann Berthold Katz im Einverständnis mit dem Vorsteheramte der Israeliten in Marburg, vom Landratsamte in Ziegenhnin als Gemetudcätteste bestätigt und ver. pflichtet worden. Briefkasten. Angesichts der enormen Porto Erhöhung werden wir in grünerem Ausmane r.ls bisher, die uns zugehenden zahlreichen Anfragen, denen Rückporto nicht beilrent, auf dem Wege des Briefkastens beantworten. Wir ditten die Anfragenden also, wenn sie unmittelbaren Bescheid nicht erhalten Hal en, die B r ie f ka ft e n Rubrik veo chten zu wollen. „Gewerbeschule". Es gibt eine Industrieschule für tsraeitlische Mädchen in Breslau. Urber den Geist, der in religiöser Hinsicht in der Anstalt gepflegt wird, ist uns nichts bekannt. Wenn auch die Aussicht ans spätere Anstellung an einer jüdischen Gewerbeschule gering ist, so dürste eine gut ausgebildete jüdische Gewerbeschullehrerin doch insbesondere im Auslar de (Osten, Palästina), an Instituten oder in privater Betätigung ein lohnendes Arbeilsseld finden können. Dr. W. F. in Breslau. Der Artikel ist angenommen und wird soc-ald Platz vorhanden, zum Abdruck gelangen. Rabbiner De. L. in Berlin. Besprechungen über Bücher, die uns nicht unmittelbar von du Verlegern übersandt werden, können wir nicht veröffentlichen. S. W. Wien, Taborstr. Der „Israelit" liegt dort auf im Cafe Central, Taborstratze, Cafe Siller, Franz Jost fötal, Gasthaus Pinkas, Kl. Sperlgasse. Sprechsaal. Taanis. Liebe Redaktion! Ans meinen ausgedehnten Reisen kam ich jüngst auch in eine mittelsränkische Kehilloh. Daß ihre .Jüdischkeit altfränktsch ist, kann mutt nicht behaupten, sie ist heute kaum noch mitielfeänkisch. Var noch nicht allzulanger Zeit war hier noch eine Jeschiwoh unter Leitung eines großen Tatmid-Chocbom, doch ist hiervon heute garnichts n.-hr zu merken. Geort wird nach der sogen, mittelsränkischen Synagogenorsnung, die eigentlich eine Synagogenunordnung ist und bei welcher oie berühmte Tatet „Vorsicht, frisch gestrichen", fehlt. Zufällig kam ich heute am Assoroh belewes hier in Schul. Ich traute meinen Augen kaum, als ich vorne an der Misrachmand ein von Schammes kunstvoll entworfenes Plakat sah, mit der Aufschrift „Taanis". So etwas ist mir bet meinen vielen Reisen doch noch nie vorgekommen. Ich glaube, wenn ich einmal wieder herkomme, prangt ein Schild „Jom Kippur" an der Wand. Viel wichtiger wäre aber wohl ein Plakat, mit d-r Aufschrift „Schabbos", besonders wenn hier Pserdemarkt ist, denn dann ist regelmäßig auf dem Pferdemarkt am Schabbos dreifaches Minjan zu finden und in der Synagoge kaum einfaches Difficile est .satiram non scribere, dabei nennt sich diese Kehille noch orthodox. Molsche Schnorrer. Mühlheim a. SM-, 1» Jan. Ich suche re.„Samstag geschloffen". Man sollte meinen, daß derjenige Inhaber, der einen oder eine Angestellte für ein Samstag geschloffenes Geschäft sucht, in erster Linie auch mit darauf sieht, daß die freie Stelle, nur von solchen Leuten besetzt wird, die wirklich aus Schabbos und Jomtos frei reflektieren. Weit gefehlt. Wie schwer es echt jüdisch Gesinnten heute fällt, einen Platz zu erwischen, wo sie Samstags inklusive Freitag abend wirklich frei haben, davon haben die meisten keine Ahnung. Und dies alles, weil die Mehrzahl der sogenannten orthodoxen Geschäftsinhaber kein Interesse für dos haben, was ihre Angestellten außerhalb der Mschästszeil treiben und denken. Von den vielen andersgläubigen Angestellten garnicht zu reden, die die Schabbos geschlossenen Geschäfte bevölkern. Man gehe aber nur einmal, hier in 9. Februar 4983' Frankfurt, Samstag nachmittags durch so verschiedeen- Kaffeehäuser, um einen Teil der in Samstags geschlossenen Geschäften beschäftigten Jugend beim fidelsten Kartenspiel mit Zigarrette bewundern zu können. Dafür sind andere gezwungen, die immer dem Glauben der Väter treu gehlieben, Schabbos zu arbeiten, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt, wenn ste ihr tägliches Brot sich aus ehrbare Weise verdienen wollen. Einer für Viele! (Wir wissen nicht, ob der Herr Einsender mit seiner Beschwerde — soweit sie sich auf die Lage auf ,\bem Stellen markte bezieht — momentan im Rechte ist,- es dürste augenblicklich für gesetzestreue Firmen garnicht besonders leichr sein, ges tzesireues Personal für jeden in Betracht kommenden Posten zu finden. Red.). Kontrolle der Ritualgegenstände. nvntö und p^n, -mn '-,22 sind in vielen Gemeinden seit langer Zeit schon, teils durch Mangel an 2't2«, teils infolge der hohen Kosten nicht mehr auf ihre rituelle Brauchbarkeit hin untersucht worden. Dttrch Benutzung solcher heiligen rituellen Gebrauchsgegenstände ■'»"apn, welche den religionsgesetzlichen Vorschriften nich> mihr entsprechen, bleiben nicht nur die hochheiligen TiUlL unerfüllt, sondern auch die darüber gesprochenen rrai2 sind n^wS*? Mit Rücksicht aus die Dringirchkeil der Angelegenheit und um sorgenschwere 2^'.V2v zu beseitigen, hat der Bund gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns in seiner jüngsten Generniversammlung beschlossen, d-n bayerischen Gemeinden, welche einen zuvei lässigen N2D zur Durchsicht der rann '-,22 p^n und rrintö kommen lassen wollen, eventuell Zuschüsse zu gewähren. Gemeinden, welche niit oder ohne Zuwendung von Zuschüssen einen 1212 wünschen, ebenso zuverlässige D'-eid, welche sich bereit erk ären, zu dem erwähnten Zwecke d? Landgemeinden zu besuchen, wollen ihre diesbezüglichen Wünsche an Herrn Rabriner Dr. Bamberg er in Bad Kissingen mitieilen. 2'12'2, die sich in Land- oder Mittelgemeinden anzusiedeln gedenken, wollen dies ebenfalls dem genannten Herrn anzeigen. Frankfurter Kerichte. Wahken in der Israelitischen Hteligions- OtstMchaft. Der Vorstand der Synagogengemetnde Israelitische Religionsgesellschaft beruft durch Rundschreiben eine Gemeindeversammlung auf Sonntag, den -20. Februar, nachmittags 3 Uhr, nach der Aula der Realschule am Tier garien 8 ein. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht des Vorstandes, 2 Verschiedenes. Im Anschluß an die Gemeindeversammlung finden E r ganz ungswahlenzum Vor stände und Neuwahlen zum Gemeinderat statt. Gewählt werden sollen drei Vorstands- und sechs Gemeinderats' Mitglieder. Die c-5age des .jüdischen Leßrerstandes. Die „Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxenJudentums" beruft auf Dounersiag. den 16. Februar, abends 8'/4 Uhr, nach dir Aula der Realschule am Tiergart n 8, eine öffentliche Versammlung ein, in der Herr Lehrer I Lebermann aus' Darmstadt über das Thema: „Die Zukuirst des deutschen Judentums und die Lage des jüdischen Lehrer st andeö" referieren wird. An den Vortrag soll sich etne freie Aussprache anschlietzen. Angesichis der Bedeutung des Gegenstandes wüte ein starker Besuch der Versammlung aus allen Kreisen der Frankfurter jüdischen Bevölkerung überaus erwünscht. Aus dem IaAresöericht der Stzuügogengemcinde IsraeMische Hlertgionsgeseü'schast. (Wegen Raummangels wiederholt zurückgestellt.) Dem in der vorigen Nummer erwähnten Jahresberichte, den der Gemeindevorstand in der Generalversammlung erstattete, entnehmen wir einige interessante Stellen. Ueber das neueivgesührte Steuer s ystem äußert sich der Bericht wie folgt: „Bereits in dem der Generalversammlung vom 18. Dezember 1921 erstatteten vorläufigen Finanzbericht haben wir dargelfgt, in welcher Wei'e es gelang, den hochgesteigerten finanziellen Bedürfnissen unserer Gemeinde im Geschäftsjahre 4920/21 gerecht zu werden. Wenn es uns trotz aller bestehenden Schwierigkeiten möglich war, die zur Balanzierung des Gemeinde-, Haushaltes notwendigen enoru en Summen aufzubringen und unsere Jahresbilanz mit einem verhältnismäßig nicht sch ver ins Gewicht fallenden Fehlbetrag abzuschließen, so ist dies in erster Linie der Umwandlung unseres bisherigen Beitragssystems zu einem ans dem Din Thauro beruhenden religiösen Steuersystem zu danken, wozu uns die Generalversammlung vom 26. Dezember 1920 das Mittel in die Hand gegeben hatte. Die Erfahrungen,, die wir mit dieser freiwilligen Besteuerung V& (H 2"? bei erstmaliger Anwendung, also immer noch im