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Der Israelit · 1922-02-09 · Heft 6 (9.2.1922) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 6 (9.2.1922)
Date
1922-02-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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9 Februar INR Correspondctizeti«. Nachrichten. Deutsches Reich. ZLsrttu, 28. Jan. Unter dem Namen „Amodah" (Arbeit) wurde in Berlin eine unparteiische Palästina-Gesellschaft gegründet, die ungefähr das Programm des „Binjan haarez" verfolgt. Die Gesellschaft bezweckt die Förderung aller jüdischen Stadt- und Landarbeiten in Palästina. Zur Durchführung ihrer Aufgabe null sie landwirtschaftliche und industrielle Arbeiter in Fachkursen, Produktivgenossenschaften und auf Vcrmchsfarmen heranbilden, Palästinaauswanderer mit Werkzeugen und Inventar versehen, die Arbeitsvermittlung für Palästina pornehmen und einzelnen Kolonisationspionieren bei der Uebersiedelung nach Palästina langfristige Kredite gewähren. Als erste praktische Maßnahme hat die „Awodah" beschlossen, das Budget der in Epen geplanten Arbeitsknrse für jüdische Maurer zu garantieren. Bund gelefees’reuer israelischer Gemeinden Bayerns. Würzöurg, 1. Febr. Der „Bund gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns" veröffentlicht seinen Grnndungsanfrilf. Der Bund, der am 8. August. 1920 ins Öcbcit geritfen nmrde, dient ungefähr demjenigen Aufgabenkreise für Bayern, dem sich die „Freie Vereinigung für die Intercsseu des orthodoxen Judentums" innerhalb des deutschen Reiches widmet. Es gehören ihm bisher 107 Gemeinden und Vereine an. Um jedoch die nötigen Mittel für seine Tätigkeit zu erlangen, ist es dringend nötig, daß. auch einzelne Personen als außerordentliche Mitglieder beitreten. Man darf erwarten, daß alle gesetzestreuen Juden Bayerns diesem Ruse Folge leisten und ohne Ausnahme ihr Scherslein dazu beitragen werden, um dem Bunde die Lösung seiner'idealen Aufgaben dauernd zu ermöglichen. vom Rheinlanö-öerein- Köln, 10. Januar. . Am 8. Januar tagte die jährliche ordentliche Mitglieder-Versammlung des Vereins für die jüdischen Jnt.e reffen Rheinlands. Wie angekündigt war, so ereignete es sich. Die diesjährige Versammlung nmrde zu einem außerordentlich gut gelungenen Familienfest. Im vorigen Jahre hatte die Versammlung beschlossen, einen ganzen Tag für die diesjährige Sitzung zu bestimmen. Daher ergab sich die Notwendigkeit von selbst, für einen Imbiß zu sorgen, da doch die meisten Teilnehmer von auswärts zu kommen pflegen. Herr Jakob Cohen hatte diese schwere Aufgabe übernommen, für 120 Gedecke zu sorgen, und er hat sie glänzend gelöst. Das reichhaltige Program,n der 'Tagesordnung nuckelte sich ohne Störung planmäßig ab. Trotz vieler Verhinderungen angesagtcr Gäste infolge der Witterung und der herrschenden Krankheiten waren auf der Tagung 200 Teilnehmer von der holländischen bis zur lnxenchnrgischen Grenze vertreten. Jeder Regierungsbezirk der Rheinprovinz und auch Westfalen hatten Vertreter entsandt. Neben dem Düsseldorfer Raw, Herrn Rabbiner Dr. W e y l, war als Gast und Festredner Herr Oberrabbiner Dr. Alt mann aus Trier erschienen und .Herr Studienrat Dr. Leo Rothschild-Köln gab der gespannt horchenden Zuhörerschaft eine Probe' jüdischer Erziehung in fesselnder und packender Weise. Am Vormittag hatte man den geschäftlichen Teil erledigt und zur Ueberraschung &ti Hsraelit. hörte man aus dem Münde des Rendanten, Herrn G r ü u s f e t d, daß - dank seiner rührigen Tätigkeit das Budget des Vereins auf über 120 000 Mk. emporgefchneltt ist. Die Mitglieder waren infolge von. Mitteilungen, der Revisoren, Herrn M e n o A u crba ch und Herrn Julius Weil mit dieser Summe für den kommenden .Haushaltungsplan noch nicht zufrieden und forderten einen noch höhern. Bei der vorgenommenen Vorstands,vahl wurden die Herren Jonas, Kahn und Levisohn wieder- und an Atelle des aus Gesundheitsrücksichten ausgeschiedenen Herrn K a l d e n b a ch - Düsseldorf Herr Direktor Salo Meyer dortselbst neugewählt. ^tc Tagung hat bei allen Teilnehmern tiefgehende Begeisterung ausgelöst und die gehörten Worte haben allen viele Anregungen gegeben. Noten. Die große Rabbiner-Konferen? in Warschau. Warschau, 28. JanuarT) 5. Sitzung. In der Debatte behandelte der Sokolker Raw das litauische Kron-Rabbiner-System, sowie die Frage der Militärdienstpflicht, während eine Reihe weiterer Redner eine große Menge von Einzelheiten ans dem rabbinischen Jnteresfenkreise zur Sprache bringen. Dies gab Rabbiner Plotzki-Ostrowe Veranlassung, darauf hinzuweiien, daß die Versammlung kein Exekutivorgan sei, sondern sich nur mit den großen Prinzipienfragen beschäftigen könne. Große Aufregung rief in dem vorgelegten Satzn u g s e n t w urf die Bestimmung stervor, wonach Mitglieder des Rabbinerverbandes nur solche Rabbiner oder Rabbiner-Stellvertreter fein können, die von der Regierung amtlich bestätigt und. Wie der Vorsitzende erklärt, hat die Regierung auf dieser Bestimmung bestanden, wenn sie den Verband bestätigen solle. Man werde jedoch selbstverständlich hervorragende rabbinische Gelehrte, die ohne amtliche Stellung, rabbinische Funktionen in einer Gemeinde, ausüben, moralisch als Mitglieder werten und behandeln, wenn ne auch die gesetzlichen Mitgliederrechte nicht beanspruchen könnten. Schließlich 'wurde die Satzung e i n st i m m i g n „geil o in in e n. Zur Verle'üng gelangte ein Brief der Redaktion des „Hain t", worin, dien' erklärt, daß ein in dem Platte erschienener beleidigender Artikel gegen die Rabbiner-Versammlung ohne Wissen der Schriftleitnng abgedrnckt worden sei. Die Sitzung wird hierauf ans eine halbe Stunde zwecks Vorbereitung der Wahlen unterbrochen. Im ganzen macht die Konferenz insofern einen deprimierenden Eindruck, als das ganze w i r t s ch a f t l i ch e Elend d e. r p o l n i s ch e n R a b b i n e r, bi e?'f v m u t und di e A b - hängigkeit, in der sie leben, in geradezu erschütternder Weise zu Tage tritt. Die polnischen (Gemeinden werden, wenn sie ihre Ehre wahren wollen, keine dringlichere Aufgabe kennen dürfen, als die Beseitigung dieser Schmach. Die wirtschaftliche M ö g l i ch k e i t einer würdigen Besoldung des Rabbiners wird bei gutem Willen s-ast iw,„er und überall vorhanden sein. Jüdifche Angriffe gegen das Glieder. Warschau, 1. Februar. Während, ivie bereits gemeldet, in den letzten Monaten die Hoffnung auf Rettung des Cheder und damit der jüdischen Erziehung überhaupt, erfreulichertveise größer geworden sind, erregt ein Angriff des poalezionistlschen Landtagsabgeordneten Dr. S ch i p p e r gegen die Chederfchule unliebsames Aufsehen in der *) Infolge oüö Eisenbahnerstreiks ist ein Teil der Warschauer Berichte offenbar unterwegs liegen geblieben, fvdaß wir vorlnusi, nur über die 5. L-itznng berichten können, nicht aber über die dritte und vierte. Str. 6 Seite.5 jüdischen Oeffentlichkeit. De. Schipper ist in seiner Abneigung gegen die Orthodoxie so weil gegangen, daß er in einer der letzten Seym- Sitznngen der Regiert, n g itzre angeblichen Sympathien für einen „ gewisse u Typ jüdischer Schulen" zu,,', Vorwurf machte. Wenn man sich vor Augen hält, wie gerade von zionistischer Seite gegen jede noch so notwendige Vertretung jüdisch-religiöser In reressen vor der nichtjüdi'schen -Oeffentlichkeit mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln gewütet zu werden pflegt, ist das Auftakten des Poalezionistifchen Abgeordneten nmfo empörender. Hie amerihanffche tliife für den Offen- Warschau. 1. Februar. Das amerikanische „Relief C o m i t t e e" lässt hierher melden, daß für die sogenannten kulturellen Institutionen, d. h. für Schulen, Jeschiwos, Talmud Thora und Chadorim bis zum 1. y^uli itt§ßc,‘nmt 50 000 Dollar betvittiflt worden sind. Davon sollen auf Kongreß- Polen 11 750 Dollar, auf den Bezirk Wilna 4500 Dollar, auf Litauen 2250 Dollar entfallen. Alte diese Summen sind natürlich gegenüber dem Bedarf leider von verschwindender Bedeutung. Die Juden im polnischen Militär. — Sonntagsruhe in Wilna. Warschau, 1. Februar. In der Seym-Kommisfion für Heeresange legenheiten ist eine Abänderung des von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurfes nach der Richtung vorgenommen worden, daß die B,'- rechtig'nng zu,n Ö f f i z i e r s r a n g auf P o l e n beschränkt wird, während der Entwurf dieses Recht jedem S t a a t s b ü r g c r zubiltigen ,rollte. Nach den Erklärungen des Voritzenden stheint die Abänderung zwar nicht den Ausschluß aller nicht - polnischen Staatsbürger im Auge zu haben, ivohl aber den Ausschluß derjenigen Nichtpolen, die nicht völlig in der polni'chen Kultur aufgegangen und. Die endgültige Entscheidung wird erst im Plenum erfolgen. Ans Wilna rvird gemeldet, daß eine bevorstehende Verordnung über die Sonntagsruhe den Forderungen der Inden Rechnung tragen werde. gitauexx* Die jüdische Autonomie in Litauen- Kowno, 31. Januar. Nachdem es einige Tage schien, als sei die Festlegung der indischen Autonomie i» Litauen in der Verfassung endgültig gescheitert, ist nunmehr doch die Hoffnung ans ein Kompromiß vorhanden. In der zum Zwecke einer Verständigung eingesetzten Kommission ist der Vorschlag auf gesetzliche Sicherung von Minister,.',! für nationale Minderheiten angenommen worden. Dagegen haben die jüdischen Interessen eine schwere Schädigung dadurch erfahren, daß in dem neu erlassenen Oiesetze über die Zerschlagung des & r o ß g ru it db esitz e s und seine Verteilung an Kleinbentzer eine Klausel eingeschaltet wurde, daß nur diejenigen einen Anspruch ans Landzuteilnng haben,'die sich schon bisher mit Landwirtsthaft beschäftigt haben. Dadurch ist der sonst aussichtsreiche Versuch, die jüdische Bevölkerung in größerem Maße als bisher in die Landwirtschaft hineinznbringen, ansnchtslos geworden. Die Gmigraflonshonferen?. 1. Felr. Wie ich höre, haben auf der von der JCA einbernfenen Emigrationskonferenz heftige Zusammenstöße zwischen der JCA-Grnppe und den ebenfalls geladenen Vertretern der zionistnchen Karlsbader Hilfskonferenz stattaesnnden. Tie

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