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Der Israelit · 1922-02-02 · Heft 5 (2.2.1922) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 5 (2.2.1922)
Date
1922-02-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Feuilleton-Vellage zu Ar. 5 des „Israelit". Sagen jerusalemischer Juden. Gesammelt und bearbeitet von Chajim Bloch in Wien. ■■ » S i c <k r n b e v D e v M ö n i g e. Einst wollte Dev 'Bikstof uou stenqoh'm ein neue” Miöfter bauen Kissen, (iv gab Den Olvbeitevu Den Befehl, klvunDKeine von Dev SaoiDstaDt am Bevqe (sion zn nehmen und Diese „tuv veiMelliiiii] Dev M ubeDvale .zn uevmeuoeu. Oi’un pa'sievte es, Das' zwei Männev, Die bei Dev kovibvingnng Dev Steine be-eböstigt waten, all Die '^fovte einer vähle gelaugten. Sovt lae\ ein etvopev ^tein, Dev Den Eingang ,nevl;inDevre. Sa >'vvaeh Der eine 0)e nasse;,nm zweiten: „Steigen wir in Die .sabble nuD 'lieben nach Schöben." Sev (beno'ie ntun flevne ans Den Bovsthlag ein unD sie maehten sich beide an Die Olvbeit, Den Stein m-qw'chassen, mo-a sie o,iohe Ol.nstvengnng kostete. Sie gelangten in Den Bovvanm einev.Bohle und stanDen bald vov einem gvosten hevvliehen Palast mit mehveven Sönlen au* feinstem OO,av-- mov und oev’fl)ieDenen Vevzievnirgeu aii” Olo;D unD Silbev. Saviu wav ein Siich, auf Dem ein goldenes Szebtev unD eine goldeire Mvoue tag. Sie beiden K-enast'en wollten Da” ^nneve De5 Palasteebetteten, Doeh es kam ein Sturm, sthlng sie zu PoDen uieDev unD sie blieben vov (batst neu wie leblos liegen. 01 Ko eo OlbenD mnvDe, kam ein bvctiheuDev Snmn nuD sie bövten eine O.ti'ensthenstimme Die Da vief: „(sieht weg von dannen.'" (Sin Stur in hob sie ans nitb sie entferitten steh vaseh, wie Die Pfeile vom Bogen unD begaben steh zum Bischof, Dem sie Die ganze Begebenheit st-hilDerleii: noch fehlte ihnen Dev SDein Deo Lebens,;o eutfebl maven sie. Sev Bisthos lieb einen ui Di sehen Srommen, er hieb Oiabbi 01bvaHam, auo Dem .streite Dev , S tanevnden" zn steh kommen, evzählte ihm, mos ihm Die bnDen OJiöimev evzählt hatten unD seng ihn, mas Das beDeuten 'oll. Oiabbi Olbraham aiuwonie: „Sri” stnd Die Ohiibev Dev .Könige vorn .staust' SaviD-o!" Olim liest Dev Ostststof Die Seffimng sehlieben, evües' ein Verbot, Das-, keinev Diestw Svt inehv betteten Davs. Sev S b i e b d e <? P a ' eh o. S>n stahve 031)2 hielt steh Dev Pascha in Dev st eiligen StaDt steviisttlein ans, unD wo entbiaimte in ihm Dn$ Beviangen, Den Ohäbevn Dev .Könige einen Bestich stibznstatten. OK” ev Dnteh Dao Senker in Die stöhle Ijincinbli.dic, löste steh Dev OWivtel los, nuD es fiel Dev in vielen Perlen nuD SDelneiuen gefasste Spiet'; Kes in Die stöhle. Sev Paseha mar Darab sehr bestürzt unD gab Befehl, Da st Der Spiest, eiiies seiner teuersten M.einoDe, geholt iverDen solle. Ojüllf liest eilten Sütfeu, au ein Seil befestigt, in Die Ohmn hin linierst eigen, Das' ev Den Seiest hinaiifbtinge. Nach einigen Olngenblieken ststivte man, eatz Das (Len eine schwere bekam ur d als sie das Seil wieder hmanfzogen, sahen sie einen leblosen Körper. Man ließ darauf einen zweiten, einen dritten undauch einen vierten Mann hinunter, doch es geschah allen, wie dem ersten. Da sprach der Pascha: „Ich must wieder in den Besitz des Spießes gelangen, so wahr Allah und sein Prophet sind — koste es auch allen Jerusalemiten das Leben". Der Kadi aber sprach: „Besänftige Deinen Zorn, o Herr, laste nicht eine große Anzahl der Gläubigen zugrundegehen, höre lieber auf den Rat Deines Sklaven: Lasse durch einen Diener den Chacham Baschi, das Oberhaupt der Juden, holen und trage ihm auf, er schicke einen Juden, der in die Tiefe hinnntersteige und den Spieß hinailfbringe, widrigenfalls, so drohe ihm an, erläßt Du einen Befehl, daß alle Juden vertilgt und vernichtet werden sollendie Juden werden durch Gebete Gott bestürmen und dessen bin ich überzeugt, daß es ihnen, die überdies auch beim Nabi David angesehen sind, gelingen werde, Dich in den Besitz des Spießes zu bringen". Der Rat des Kadi gefiel dem Pascha sehr gut und er ließ unverzüglich an den Chacham- Baschi eine Einladung ergehen und als dieser in Ehrfurcht und Demut erschienen war, trug er ihm auf, einen Juden zu entsenden, der ihm den Spieß aus der Davidsgruft empor bringe. Ein Schrecken ergriff den Chacham-Baschi/ die Heiligkeit der königlichen Grüfte soll durch den Fußtritt eines Menschen entweiht werden, er zitterte und seine Knie klopften aneinander, mit Tränen in den Augen, bar er den Pascha um eine Frist von 3 Tagen und war freudig, als ihm die Bitte gewährt wurde. Als der Chacham-Baschi wieder nach Hause kam, versammelte er in aller Stille die ganze Gemeinde, schilderte ihnen den ganzen Sachverhalt und rüttelte ihre Seelen zur Buße. Schließlich ordnete er ein dreitägiges Fasten an, führte täglich die Gemeinde nach Betlehem zum Grabe der Erzmutter Rahel/ sie erhoben vor der Mutter jämmerliche Klage, ihre Kinder seien in Bedrängnis und Not. Am Morgen des vierten Tage versammelte er wieder die Gemeinde, diesmal an der Ruine des Rabbi Jehudo, des Frommen/ er hielt einen Vortrag in dem er zum wlederholtenmale zur Buße ermahnte. Dann aber sprach er: „Einem von uns liegt es ob, sein Leben und seine Seele im Diesseits und Jenseits für die Gesamtheit in Gefahr zu setzen, indem er zu den Gräbern der Könige hingeht und den Spieß des Pascha in die Höhe bringt. Wer von Euch ist nun stark, um hinzugehen nnd für Gottes Volk eine Sühne zu sein?" So sprach der Chacham-Baschi mit bebender Stimme. Doch keine Stimme war vernehmbar. „Also", sprach er weiter, „wird das Los entscheiden müssen". Das Los fiel aus den Diener der Synagoge, einen sehr frommen und rechtschaffenen Manne. Und da dieser hörte, daß ihn die Vorsehung als Bote der Gemeinde ausersah, sprach er: „Ich bin der Knecht des Gottes Israels!" Er bereitete sich zu seiner herben Sendung vor, tauchte den Körper dreimal in Wasser, verabschiedete sich sodann von seinem Hausgesinde, von seinen Verwandten und von der ganzen Gemeinde, die da unaufhörlich weinte und machte sich des Weges zu den Gräbern der Könige, am Berge Zion, wo der Pascha und sein Gefolge seiner bereits harrten. Man ließ den Synagogendiener mit einem Seile in die Gruft hinunter und der Pascha und die Juden warteten voll Spannung auf den Ausgang der Sache. Nach einigen Augenblicken hörten sie ein leises Geräusch. Man zog das Seil hinauf und nach und nach kam auch der Spieß zum Vorschein, dann der Griff voll der Perlen und kostbaren Edelsteine, schließlich der leichenblasse Synagogendiener, der dem Pascha den Spieß überreichte. Die ganze Gemeinde Israels siel auf das Angesicht und sprach: „Gepriesen set der Herr, Gott Israels!" Der Tag des Schreckens wendete sich in einen Tag der Freude. Es wurde ein großes Fest veranstaltet und aus allen Wohnungen der Juden vernahm man Klänge der Mugk, Stimmen des Jauchzens und der Lobpreisungen. Freilich war der Synagogendiener der „Bräutigam des Tages". Man bestürmte ihn,, daß er erzähle, wie es ihm in den Gräbern der Könige ergangen sei und was er dort gesehen habe. Er gab jedoch keine Antwort und verharrte in tiefem Schweigen. Nur dem Pascha offenbarte er das Geheimnis. Erft auf dem Totenbette, da die Männer der Hnligen Bruderschaft ihn aufforderten, das Geheimnis nicht mit sich ins Grab zu nehmen, erzählte er ihnen: „Als ich mich in tiefer Finsternis befand, erblickte ich plötzlich einen alten Mann, er reichte mir den Spieß und schwieg." Stockte aber weiter in der Sprache und starb. Das Grab des Rabbi Jochanan Hasandler. Unweit der Ruhestätte des Rabbi Jochanan H sandler in Meron befindet sich eine kleine Höhle. Der Araber, dein das Feld gehörte, pflegte seine Schafherde, als er sie abends von der Weide führte in diese Höhle zu bringen, wo sie Nachts über unter Aussicht des Hirten blieb. Der Araber kam eines Morgens und fand wohl die Herde in der Höhle, der Wächter aber war nicht neben ihr. Der Araber wurde schrecklich böse und als der Hirte nach einer Weile kam, schrie er ihn mit tobender Stimme an: „Du Niederträchtiger, warum ließest Du die Herde allein und gingst weg? Wäre blos ein Lämmchen gestohlen worden, ich hätte Dich totgeschlagen und Deinen Körper entzweigeteilr", und er schlug ihn dabei unbarmherzig. Der Hirte erwiderte jedoch: „Ich würde doch ebenso fürchten die Herde allein zu lassen, wüßte ich nicht, daß sie in dieser Höhle besser als unter Schloß und Riegel aufbewahrt sei, weiß denn nicht mein Herr, daß unweit von hier sich das Grab des Rabbi Jochanan Hasandler befindet?" Nun fiel der Araber über den Hirten her und schlug ihn nach vorne und nach rückwärts und sprach sich gegen Rabbi Jochanan wie ein Schuft aus. Noch war er mit seinen Schmähungen nicht fertig, als sich Antlitz und Nacken ihn verdrehten, er wurde stumm und fiel ohnmächtig zu Boden. * Der Hirte eilte in's Dorf und machte kund, was. seinem Herrn palsiert sei. Es kamen alle Leute des Dorfes,, sich die entsetzliche Erscheinung anzusehen. Der Hirte erzählte ihnen die ganze Geschichte, es überkam die Leute eine schreckliche Angst und sie sprachen einer zu anderen: „Geschieht ihm recht, denn er schmähte das Andenken des Zadtk, der hier in Ewigkeit ruht, nun bringen wir ein Korban dar, um den Zorn des Zadtk abzuwenden". Sie nahmen aus der Herde ein Lamm und brachten es als Korban dar. Der Araber wurde bald gesund, doch blieb er fehlerhaft. Er tat das G(lübde, künftighin das Andenken des Zadik zu ehren und in der Höhle eine Oellampe anzuzünden. Eines Tages kam er in die Höhle um zu sehen, ob die Oellampe nicht ausgelöscht sei. Er fand die Lampe erloschen und das Oel war verschwunden. Da dachte er in sich: „Wenn der Ort heilig ist, weshalb vermögen die Tiere dem Ort nahe zu kommen?" Denn er begriff, daß ein Mensch es nicht wagen würde das Licht auszulöschen. Er füllte also die Lampe neuerlich mit Oel an. Nachts kam er in die Höhle, fand ein Tier beim Oel stehen, doch unbeweglich mit geschloffenem Maul. Er schlug das Tier nieder und sah ein, daß der Ort tatsächlich furchtbar ist. Er machte es sich seither zum Brauch, in diese Höhle alle seine Kostbarkeiten aufzubewahren. Eines Tages sammelte er die Ernte seines Feldes und behielt sie in der Höhle. Nachts kamen drei Diebe und packten ihre Säcke voll, als sie aber dte Höhle verlassen wollten, konnten sie sich nicht rühren. Sie teerten schnell ihre Sacke und machten sich davon. Einer von ihnen büeb, trotzdem auch er alles leerte, ohne sich bewegen zu können. Des Morgens kam der Araber

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