Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1922)
- Date
- 1922-01-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 3 wir zurück. In der anschließenden Diskussion wurde an dem vorn Vorstande im Lause des Jahres vorgenommenen Verkauf der alten Synagoge scharfe Kritik geübt; angesichts der Pietät, die man in wetteren Kreisen der Gemeinde einem Gotteshaus entgegenbringe, in dem ein Samson Raphael Hirsch gewirkt, sei es unbegreiflich, daß die Gemeindeverwa!- tung sich zur Veräußerung des Gebäudes entschlossen habe. Vonseiten der letzteren wurde erwidert, daß man nur vor der Wahl gestanden habe, d e Gebäude entweder zu verkaufen, oder aber angesichts ihrer immer stärker in d'e Erscheinung tretenden Baufälligkeit Hund.rttausende für <hre Wiederherstellung aufzuwenden. Nachdem vom religionsgesetzlichcn Standpunkte geg-n den Verkauf nichts ein-uwenden war, hielt sich die Gemeindeverwaltung nicht für berechtigt, einen Betrag von mehr als einer halben Million Mark, die Reparaturkosten ungerechnet, in Holz und Stein stecken zu lasten, während man mir diesem Betrage so vielen lebendigen Menschen Mittet zum Lernen der Thora und zur Erfüllung der Mtzwos gewähren könnte. Auf Grund der bisher geltenden Satzung stellte der Borsland den Antrag, dem Verkauf, bei dem die Genehmigung durch dr: Generalversammlung Vorbehalten worden war, nunm-.hr zuzustimmen. Der Antrag wurde mit allen gegen erwa 10 Sri: men angenommen. Einen weiteren Gegenstand der Aussprache bildere die auch in diesem Jahre vom Vorstande beschlossene Herstellung der Mazzos tu einer auswärtigen Bäckerei. Der Vorstand führte aus, daß auch er, ebenso wie das Ravblnat, die Notwendigkeit dieses Schrittes aufs tiefste bedauere, da hierdurch nicht nur einer sehr großen Zahl von Gcmeindemitgiiedern aus de» Kreisen des Mittctstandes angesichts der hohen Fahnkosten die persönliche Anwesenheit beim Mazzosbacken sehe erschwert wird, sondern auch das Bocken von Schmuro-Mazzos am Erew Pessach nicht möglich ist. Der Vorstand habe sich aber auch in diesem Falle nicht entschließen können, die Mehrkosten von 150 000 Mark, die durch den Backbetrieb in Frankfurt selbst verursacht worden wären, dem Gemetndesäckel leichten Herzens aufzuerlegen. Für einwandsceies Kaschrus sei selbstverständlich absolut gesorgt, da die in Betracht kommende aurtvätttge Bäckerei für die Dauer der Backz it vollkommen in die Gemeinderegie übergeht. Dennoch sei die Gemeindeverwaitung entschlossen, die Wiederherstellung des früheren Zustandes mit aller Energie zu erst-eben. Auf eine Anfrage de 3 Herrn Dr. Ehrmann über den Stand der Eruwfrage erwiderte namens der Verwaltung Herr Sondheimer, daß in di> str Angelegenheit, die sehr kompliziert sei, fortgesetzt Verhandlungen mit Behörden schwebten, und daß eine in den letzten Togen eingegangene Antwort die Möglichkett eines günstigen Ergebnisses erhoffen lasse. Die Ersatzwahl fiir den Gemeindevorstand wird im Anschluß an eine in aller Kürze einzuberufende außerordentliche Gemeindeversammlung ftatt* finden, wobei gleichzeitig sechs Mitglieder für den neu zu bildenden Gemeinderat zu wählt» sein werden. Die erste Aufgabe dieses Gemeinderates wird nach seiner Konstituierung die Festsetzung der Sieucrskala und der Steuersätze sür das lausende Geschäftsjahr sein. Der Vorsitzende und Herr Adolf Stern sprachen allen denen, die zum Gelingen des neuen Versaffungswerkes bePetragen haben, insbesondere der Satzungskommt s sion für ihre mühereiche Arbeit den wärmsten Dank der Gemeinde aus, nicht minder aber auch der sogencn >1en „Opposition", die durch ihre Einwendungen die Gesamtheit der Gemeinde zum gründlichen Durchdenken des neuen Entwurfes gezwungen und diesen dadurch mit seiner Annahme erst recht zum vollendeten und vewußten Willensausdruck der Gemeindeversammlung erhoben habe. Herr Dr. W. Hofmann erklärte, daß nunmehr nach den Vorschriften des Schulchan Oruch auch die dissenlterende Minderheit die Satzung als das für sie gültige Gesetz aus vollem Herzen anerkenne und gleich allen anderen Mitgliedern alle Kräfte in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen bereit sei. Nach Dankesworten des Herrn Aumann für die Geme-ndeverwaltung und des Herrn Sondheimer für den Vorsitzenden, wurde die Versammlung um 7 Uhr geschlossen. Reorganisierung der „Ieire Kmnne Aisroek". Die „Zetre Emune Jisroe!"-Gruppe, die vor längerer Zeit infolge schwieriger Umstände ihre Tätigkeit einzustellen sich genötigt sah, har ihre Arbeit wieder ausgenommen. Dies ist der Initiative einiger energischer und einsichtsvoller Herren der ostjüdischen Jugend zu verdanken, die die Forderung der Stunde in dem engen Zusammenschluß und der straffen Organisierung der allenthalben in Deutschland zerstreut lebenden Flüchtlinge, sowie in ihrer Erziehung sieht. Daher nimmt die kulturelle und erzieherische Seite den größten Raum des in mehreren Mitgliederversammlungen genau und eingehend durchberatenen Programms ein. In Erkenntnis der Tatsache, daß es nur dem Mangel an gründlicher Durchbildung, dem Fehlen abgerundeter Anschauung und der Selbständigkeit in Denken und Urieilsbildung bei einem großen Teile der heutigen Jugend zuzuschreiben ist, daß sie nicht in den Reihen der Organisation der unverfälschten und reinen Orthodoxie in voller Stärke anzutresten ist, j vielmehr geblendet durch äußere Scheinerfolge dem! Lager der dem wahren Judentum schädlichen Parteien Der Israelit. nngehört, will der Vorstand der Erziehung seiner Mitglieder zu bewußten Volljuden sein vornehmstes Augenmerk schenken. Kursen in tmoi snei, Y'3ri und in profanen Fächern sollen sich regelmäßige Vorträge über jüdische Geistes- und Gegenwartsfragen anreihen, die den Gesichtskreis und die jüdische Anschauung erweiiern und stärken sollen. Mit diesen Waffen des Geistes ausgerüstet, soll die künftige Generation befähigt werden, den Kantpf gegen den Strom der Zeit und eine Welt von Widersachern auszunehmen und der Idee der. Aguda zum Siege zu verhelfen. Die Verwirklichung dieses in kurzen Strichen skizzierten Programms har sich der aus folgenden Herren sih znsammensktzsnde Vorstand zur Ausgabe gestellt: Landau, Lipschütz, Judalewicz, Jakobowicz, Sega!. Frankfurt, d«e historische Geburtsstätte und der Ausgangspunkt der welierobernden Idee der miiK geht wiederum einmal mit dem ruhmreichen Beispiel der ztelbemuß'eu Organisierung derOstj igend voran. Mögen diesen; nachahmenswert-n Beispiel bald recht viele deutsche Großstädte mit ostjüdischer Bevölkennifl sollen. Löft Binrn en zu Gttn st, rt nnterernährter K inder ab. Jüdische F r n uen oeretn igung e. B, Schwanenstr. 22, H. 2S25. Samiliennachrichterl. Barmizwohfeier. Kurt, Sohn des Herrn B. Peissachowuich, Synagoge Friedberger Anlage. — Walter, Sohn des Herrn Adolf Hamburger, Kettsnhofweg 95, Synagoge Unterlindau. 18, Januar 1822 s Donnerstag abend %9 Uhr: Bücherausgabe. — 9—10 Uhr: „Chaurew-Kursus^; Herr Dr. S. öereinekalen-er. BereiA Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul: „Mikro"; Herr Dr. S. Ehrmann. Sam Stag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinlm"; Herr Rektor Falk. — mittag 12 Uhr „Melochkm"; Herr Prof. A. Weyl. — nachm. 3^ Uhr im Bereinslokale: „En Jaakow"; Herr Redakteur S. Schachnowttz. S 0n n t a g v 0 r m. 9^ Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G Posen. — abend 6 Uhr, Langestr. 18: „Jechcskel" Herr Rabdiner Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend? Uhr: „Gemoro" Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Donnerstag abend eine Stunde vor Mtncho „Nischna"; Herr Rektor Falk. Allabendlich 83/4 Uhr: „v"V-Lernen im Vereins lokale; Herr H. Halyern. Jahrzeitstiftungslernen: Dienstag: Hermann Lehmann-Stiftung; Jakob Selig-Stiitung. Freitag: Samson Raphael Hirsch-Stiftung; Selig Goldschmidt-Stiftung. Agndas JisroeL-Jttgendgruppe. Freitagabend nach Schul (Herren und Damen) Sidrahvortrag; Herr Paul Aron. — 8 Uhr: Geselliges Zusammensein. SamSrag vorm. x/atl—V* 12 Uhr: „Chaje Odom"; Herr Dr. W. H 0 f m a n n, Eschenheimer Anlage 1. — H3/4 Uhr: „Mischna"; Herr A.Hirschberg. — 117, Uyr:, „Schaß"; Herr H. Halpern. — nachm. 3 Uyr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmanu. — 3—4 Uhr: „Grundgedanken der jüdischen Gesetze"; Herr R. Ravtnowitz. — abends 6V4 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr leopold Oppenheimer. — 7—8 Uhr: „Gemoro-Sanhedrim"; Herr Dr. Ehrmann. Moutagabend8 Uhr: „Mischna" sür Fortgeschrittene; Herr Herrn. Htrschberg. — 8y4—9y4 Wjr: „Gcmoro-Sanhedrim"; Herr Dr. Ehrmann.— 9 Uhr: „Sukkoh"; Herr Leop. Oppenheimer« — Sprechstunde des Angestelltenausschuffes« Dienstagabend 9 Uhr: „Gemoro" Herr Dr. Hofmann. Mji t t w 0 ch a b e n d y, 8 Uhr: „Zirkel"; Dr. H 0 s m a n n. — 9 Uhr: „Newijim"; Herr S. Unna. Donnerstag abend 8-9 Uhr: „Gemoro-Sanhedrim"; Herr Dr. Ehr mann. — */a9 Uhr: Bücherausgabe. — 9 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; Herr Herm. Htrschberg. Agrrdas Jisroer-Mädcherrgprrppe» Freitag abend nach Schul: „Sidrahvortrag". Samstag vorm. 11% Uhr: „Tehttltm"; Herr L. Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer A. Htrschberg. * Montag abend %9 Uhr: „Kursus der hebräischen Sprache"; Jrc. E. Horovicz. — 9 Uhr: Sprechstunde des Angestelltenausschuffes. DienSrag abend 7-9—7,10 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer I. Kaufmann. Mittwochabend!) Uhr: „Newijim"; Herr S. U U n ä, Ehr mann. Notiz. Vortrag des Herrn Dr. W. Hofmann über: „Lichtgestalten aus Frankfurts jüdischer Vergangenheit. 1. Vortrag: Einführung Rabbi Jesaja Hurwitz Halevy (Sch'leh), Samstag, den 21. Januar, 9 Uhr abends. Vortrag des Herrn Dr. Ehrmann über: „Palästina in Vergangenheit und Gegenwart", Mittwoch, den 25. Januar, 9 Uhr abends. Verein jn rrD- Samstag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Friedberger Anlage und Sonntag nachm, eine Stunde vor Mincha Langestraße 18; Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Ostendßrake 18. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: Hilchot Schabbos; Herr Racheisohn. Sonnrag früh 8—9 Uhr, Montag u. Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro-Schiur" nvp »03; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Täglich % Stunde vor Nacht „enK "ri„; Herr Rosenzweig. Samstag, eine % Stunde vor Nacht: Vortrag; Herr H. Halpern. D"W Jfnn Beshamidrasch, Oftendstratze Bon Sonntag bis einschl. Donnerstag */,6—7 Uhr abends, „nj'irt 'dö"; Herr Rabbiner S. Weber. Jüdische Frauen-Bereinignng. Montag, den 23 Januar, nachmittags 4'/- Uhr, im Cafs Kursaal, Friedberger Anlage: Gesellige Zusammenkunft. Rezitation Frau Else Mayer. Lieder zur Laute, Irl. Suse Ettling er. (vorm. M. C. Kirchbaum Nachf.) Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimerstr. 4. Spezialität: koi.pief,™8 Braut-Ausstattungen Verwendung nur guter Qualitäten bestens in Wäsche und Haltbarkeit Baby "Ausstattungen Sorgfältige Bedienung Sauberste Ausführung 3535b Beste Verarbeitung Samstags geschlossen. S5EZSE55 KeSrlzeiLm niötp N2D. FLkltüZ adenü 4.40- Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 5.55. Wochengottesdienst: Morgens 6.55. Nachm. 4.30 Gross Frankfurt am Eschenhelmes1 Turm TANZ-PALAST Kaffee ersten Ranges Weinklause EJngang Stiftstrasse SCHUKANN- Theater mit dem sensationellen großen VARIETE Programm ist heute das Tagesgespräch |Täglich 77a Uhr: Große Vorstellung« Näheres siehe die Anschlagsäulen.