Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1922)
- Date
- 1922-01-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 No 2 Der JSraeltt. 12. Januar 1832 Leidenden, die mit ihrer Liebe und Dankbarkeit in ewig vollwertiger Valuta zahlen. DieieS ganze Leben als Arzt und Helfer der leidrnden Menschheit aber war ein großer Kiddusch haschem — denn jedermann wußte, jedermann fühlte, daß die besten Kräfte dieses E'Vin .»en aus der Tiefe seiner innigen, oltjüdischen Frömmigkeit strömten. Im Geiste S. R.Hirichs V'X: groß geworden, an seinen Schriften in der Werdezett geistig gereift, ist Dr. Elieser Rosenbaum nicht nur persönlich in seinem Denken, seinem Fühlen und all seinem kleinen und großen Tun e»n echter -pp snw- Jude gewesen, vc>n einem ritton pnp*i, einer Gewtffenafligkeit, wie sie viele seiner Berufsgenossen wohl kaum auf die Asepsis in schweiften Operationen verwenden, sondern er hat auch seine ganze reiche Wtrkenskraft der Gesamtheit, vor allem seiner Gemeinde bingeaeben, wie selten ein vielbeschäftigter Mann der Praxis. Mit glühender Liebe hing er an der Kehilla, in der allein er die feste Burg jüdischer Gesinnung, und jüdischer Lebensbetätigung sür Generationen erblickte und für deren innere und äußere Kräftigung ihm darum kein Opfer zu schwer, keine Stunde zu früh oder zu spät war. Als Mitglied des Ausschusses, des Vorstandes, des Schulrats, unzähliger Verwaltungskommtssionen, hat er ein Menschenaller hindurch mit einer dem Beobachter oft kaum faßbaren „Liebe zum Kleinen" sich um alle Zweige des ausgedehnten Verwaltungsbeiriebes einer Großgewetnde ebenso gewissenhaft gekümmert, wie um die Reinerhaltung der großen Prinzipien, ans denen der Bau sich erhob. In später Nachtstunde nach beendeter Sitzung, wenn die Kollegen zur Ruhe gingen, begann er dann frohgemut, ms erhöbe er sich eben vom Lager, seine ärztliche „Nachttour", um früh morgens als einer der ersten im Gotteshause, sobald nur die Berufspfltcht nicht rief, in Worten der Tehilla auszusprechen, was sein ganzes Leben in rüstiger Tat vollbrachte. In glücklicher Ehe mit einer Tochter des Harttes Ettlinger vermählt, die ihm wackere, im Geiste der Eltern wirkende Söhne und Töchter schenkte, hat der Heimgegangene doch auch das bittere Leid deö Lebens nicht nur draußen bei andern, sondern auch im eigenen Familienkreise reichlich kennen gelernt. Aber seine wunderbare Lebensenergie, sein Vertrauen auf die göttliche Walrung ließen ihn aufrecht bleiben und in sonniger Heiterkeit weiter wirken. Nun ist auch dieser Quell^ an Kraft und Ausdauer versiegt und der nimmer Müde schlummert dem TiXJn nrrr» entgegen. Was er w a r und was er w i r k t e, beides wird unvergessen bleiben, ob auch sein bescheidener Sinn sich jedes Wort der Trauerklage verbeten hat. n''35t:n. H -p -p Nach der unter ungeheuerer Beteiligung stattgehabten Beerdigung am Montag, bei der dem Willen des Heimgegangenen gemäß, kein Laut des Nachrufs und der Klage ertönte, traten Vorstand und Ausschuß der Gemeinde zu einer Trauersitzung zusammen, während am Nachmittag in den Räumen des Georgine Sara von Nolh schild'schen Hospitals besten Berwaltungskommission sich zu gleichem Zwecke versammelte. Der stellvertr. Vorsitzende, Herr Nafteli Schwabacher, rang seinem Schmerze um den Heimgegangenen Freund und Mitarbeiter ergreifende Worte innigen Gedenkens ob. Erschütternd wirkte die Verlesung eines Abschiedsbrieses, den der Heimgegangene, mit eigener Hand in den letzten Wochen vo seinem Tode an die Kollegen im Vorstande gerichtet hat und worin er in schlichten, kernigen Worten sein-n Sorgen und Hoffnungen für die Zukunft Ausdruck verleiht. Agudas Iisroel Hrtsmb Iugendgruppe. Die hiesige Ortsgruppe der Agudas Iisroel ve r sendet soeben an ihre Mitglieder ein Rundschreiben dem wir entnehmen: Einem vielfach geäußerten Wunsche unserer Mitglieder Folge leistend, hot der Vorstand beschlossen, auch in diesem Winter wieder alle 14 Tage Vortragsabende zu veranstalten und zwar finden dieselben jeden zweiten Mittwoch, beginnend am 25. Januar, abends 8s/4 Uhr, im Hotel Löwenhof statt. Die Vortragsthemen find derartig zusammengestellt, daß sich aus ihnen ein Ueberblick über die geschichtliche Notwendigtett der Agudas Iisroel, wie über die wesentlichsten Probleme unserer Organisation ergibt. Es sind folgende Themen vorgesehen: 1. Geschichte der deutschen Juden im letzten Jahrhundert. 2. Die jüdischen Organisationen der Gegenwart. 3. Das jüdische Erziehungswesen im Osten und Westen. 4. Das Vermächtnis S. R. Hirsch V'ST. 5. Palästtna-Aibeit der Orihodoxie. 6. Autorität und Freiheit. Es ist uns gelungen, für die einzelnen Borträge sachkundige Referenten zu gewinnen. Ueber „die Geschichte der deutschen Juden tm letzten I a h r h u n d e r t" wird Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer an zwei Abenden und zwar am 25. Januar und 8. Februar sprechen. Einem mit gleicher Post zum Ver'and gelangendem Zirkular der hiesige» Agudas Jisroel-Jugendgruppe entnehmen wir, daß die Gruppe planmäßig ihren Lehrplan aus baut. An neuen Schiurim werden eingerichtet: a) Für die männliche Jugend „Gemoroh" (Sanhedrin); Dozent Herr Dr. S. Ehrmann.! Montag 8*/4—91/, Uhr abends, Donnerstag 8—9 Uhr; abends, Samstag 7-8 Uhr abends. Beginn 17. Jan. „Grundzüge der jüdischen Gesetze"; Dozent Herr B. Rabtnowsky. Erste Zusammenkunft Montag, den 17. Jan. abends %9 Uhr, hierbei Festlegung der Zeit des Kursus. „Chaje Odom"; Dozent Herr Dr. W. Hofmann. rat? ^,11—^12 Uhr vorm. Beginn 14. Jan. Eschenheimer Anlage 1, p. b) Für die weibliche Jugend: „Tefiloh"; Dozent Herr Oberlehrer I. Kaufmann. Dienstag 9—10 abends. Beginn 17. Jan. ,Chaurew"; Dozent Herr Dr. S. Ehr mann. Donnerstag 9-10 abends. „Hebräische Sprache"; Dozent Frl. E. Hormitz. Erste Zusammenkunft der Teilnehmerinnen behufs Festlegung der Zeit des Kursus. Montag, 16. Januar abends %9 Uhr. Außer diesen Schiurim wird die Jugendgruppe zwei Vortragszyklen veranstalten unter dem Titel „Palästina in Vergangenheit und Gegenwart", Vortragender Herr Dr. S. Ehr mann. Erster Vortrag Mittwoch, den 18. Januar abends und „Lichlgestalten aus Frankfurts jüdischer Vergangenheit", Vortragender Herr Dr. W. Hosmann. Erster Vortrag Samstag, den 31 Januar abends 9 Uhr. Die Vorträge in den einzelnen Zyklen finden vierzehntägig und zwar jeweils am Mittwoch bezw. am Samstag abend statt. Wegen der herrschenden Grippeepidemie wurde die für den 3. Januar geplante Feier auf Sonntag, den 19. Februar verlegt. Die bereits ausgeaedenen Karlen behalten ihre Gültigkeit. Synagogen gemeinde Israelitische Hiekigions- Gesellfchaft. Die Gemeindeverwaltung fordert durch Rundschreiben zum Besuch der auf Sonntag, den 15. Januar, nachmittags 3 Uhr, nach der Realschule am Tiergarten einberufenen Generalversammlung aus, in der über den Entwurf der neuen Satzung in geheimer Abstimmung endgültig entschieden werden soll. Inzwischen sind die strittigen Punkte sowohl in öffentlicher Versammlung als in vertraulichen Aussprachen weiter geklärt und eine Reihe wichtiger Abänderungen im Sinne der geäußerten Wünsche an dem Entwürfe vorgenommen worden. Israelitische Wolksschrrke. Die der Tagespresse entnommene Notiz über eins an die Erhöhung der städtischen Subvention geknüpfte Klausel ist vielfach so aufgefaßt worden, als beabsichtige man, die Schule in absehbarer Zeit der Stadt zu übergeben. Das ist, wie uns mttgeteilt wird, ein Irrtum. Es haben in dieser Hinsicht keinerlei Erwägungen oder gar Verhandlungen stattgefunden. Vielmehr stellt die Stadt neuerdings bei jeder Subvention an Vereine und Körperschaften die formelle Bedingung, daß tm Fälle einer späteren Kommunalisierung die gezahlten Unterstützungen auf die von der Stadt zu übernehmenden Aktiven ungerechnet werden. Iran tzecilie Maier. Erst 54 Jahre alt, ist Frau Cecilte Maier der Grippe erlegen. Mit ihr ist eine aufrechte gerade denkende, mütte'ltche Frau dahingegangen, die der Jugend eine gute Freundin war. Als städtische Armenpflegerin, als langjähriges Vorstandsmitglied der wetb- I ltchen Fürsorge und als tatkräftige Mitarbeiterin X anderer sozialen Organisationen hat sie in und außer dem Hause oft viel Gelegenheit gefunden, Rat zu erteilen und Hülse zu bringen. Verstehend und gütig — so wird sie im Gedächtnis all derer fortleben, die sie kannten. Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Freitag abend nach Schul: „Mikro"; Herr Hsrz Halpern. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinim"; Herr Rektor Falk. — mittag 12 Uhr „Melochim"; Herr Prof. A. Weyl. — nachm. 38/4 Uhr tm Vereinslokale: „En Jaakow"; Herr Redakteur S. Schachnowttz. Sonntagvorm. 9^/4 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G Posen.— abend 6 Uhr, Langestr. 18: „Jecheskel" Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Donnerstag abend eine Stunde vor Mincho „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allabendlich 88/4 Uhr: „v"ip-Lernen im Vereinslokale; Herr H. Halpern. Jahrzeit st if tu ngslernen: Samstag: Aron Moses Schwarzschild-Stiftung. Dienstag: Adolf Rosenbaum-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe« Freitag abend nach Schul (Herren und Damen> - Sidrahvortrag; Herr Michael Cohn. — 8Uhre Geselliges Zusammensein. SamStag vormittag lls/4 Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirschberg. — 11'/, Uhr: „Schaß"; Herr H. Halpern. — 11% Uhr: „Chaje Odom- Schiur"; Herr Dr. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — nachm. 3 Uhr: „Gemoro"^ Herr Dr. Hofmann. — abends 6*/4 Uhr: „Ehumtsch mit Rascht"; Herr Leopold Oppenheimer. Mouiagabend8 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; Herr Herm. Hirschberg. — 9Uhr: „Sukkoh"; Herr Leop. Oppenheimer« — Sprechstunde des Angestelltenausschuffes« — 9 Uhr Sanhedrin- Schtur; Herr Dr. Ehr mann. Dienstagabend 9 Uhr: „Gemoro" Herr Dr. Hofmann. Mittwochabend 9Uhr:„Zirkel";Dr. Hofmarrm — 9 Uhr: „Newijim"; Herr S. Unna. Donnerstag abend ^9 Uhr: Bücherausgabe.— 9 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; $etr Herm. Hirschberg. Agudas Jisroel-Madchengruppe. Freitag abend nach Schul: „Sidrahvortrag". Samstag vorm. UVa Uhr: „Tehtllim"; Herr Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Ttzauro"; Herr Lehrer A. Hirschberg. Montag abend 9 Uhr: Sprechstunde des Angestelltenausschusses. Mittwochabend9 Uhr:„Newijim"; Herr S. Unna. Donnerstagabend ^9 Uhr: Bücherausgabe. — */49 Uhr: Chaurew-Kursus; Herr Dr. S. Ehrmann. iBerein |n Sam Stag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Friedberger Anlage und Sonntag nachm, eine Stunde vor Mincha Langestraße 18; Herr Pros. Dr. Sulzbach. Beshamidrafch, Ostenbstraste 18. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: Hilchot Schabbos; Herr Ra ch e l s 0 hn. Sonnrag früh 8—9 Uhr, Montag u. Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro-Schiur" uvp K33; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Täglich Stunde vor Nacht „ehx "n"; Herr R 0 fenzweig. Samstag, eine '/, Stunde vor Nacht: Vortrag; Herr H. Halpern. man Beshamidrafch, Ostendftratze. Bon Sonntag bis einschl. Donnerstag %ß—7 Uhr abends, „Win 'Dö"; Herr Rabbiner S. Weber. ’ Jüdische Frauen-Bereirrignna Mittwoch, 18. Januar, abends 8*/4 Uhr im Hörsaale, Frikdberger Anlage: „Peter Allenberg-Abend". Referentin: Frau Anna Feuchtwanger-Steinitz aus Fürth in Bayern. Gäste — Damen.und Herren — willkommen. Hevetzeiteu. 'N'l ros?. Freitag abend 4.30. Samstag morgen 6.—. SamStag nachm. 4.—. SamStag abend 5.45. Wochengottesdienst: Morgens 7.—. Nachm. 4.30 Sonntag, mit Rücksicht auf die Gemeindeversammlung, I. Minchoh 2.45. Grass-Bondi (vorm. M. C. Kirchbaum Nach!.) Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimerstr. 4. Spezialität: Braut-Ausstattungen Verwendung nur guter Qualitäten bestens in Wäsche und Haltbarkeit Baby »Ausstattungen Sorgfältige Bedienung; Sauberste Ausführung 3535b Beste Verarbeitung SSSSSS Samstags geschlossen.