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Der Israelit · 1921-12-29 · Heft 52 (29.12.1921) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 52 (29.12.1921)
Date
1921-12-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 No 52. „Der JSraelit/ 39. Dezember 1931. insoweit statt, als die Steuerpflichtigen des Verzeichnisses auch in die Hauprsteuerllste — das Sollbuch für 1921 eingetragen sind. b) Auf Gi und der Steuer beschlüsse der Synagogengemrinden iNr 2, Abs. 1) errechnen die Finanzämter die auf die einzelnen Pflichtigen entfallenden Steuerbeträge. c) Die Feststellung des Steuersoüs im einseinen und im ganzen ist Sache der Synagogengemeinden. Bestehen innerhalb einer politischen Gemeinde mehrere Spnagogengemeiuden, so stellen sie den Gesamtbetrag ihres Steuersolls deni Finanzanit gegenüber gemeinsam und in einer Summe fest. d) Für die Zuschläge zu den direkten Staatssteuern stellen die Synagogengeuietnden besondere Steuerlisten auf und reichen sie den Finanzämtern ein. e) Von der nach Nr. 3 e und ci erfolgten Veranlagung benachrichtigen die Finanzämter die Steuerpflichtigen unter Zahlungsforderung und Nechtsmittklbelehrung tunlichst gleichzeitig mit der Zustellung des Einkommensteuerbescheides. 4 Die Einziehung und Beitreibung der Synagogenst uer i betnehmen die Finanzämter. lieber Stundungs¬ und Erlastaniräge entscheiden die Synagog'ngemeinden. 5 Das Nkchtsn-ttielver fahren vet bleibt in seiner landesrechtlichen Oidnung. 0. Für die Mehrkosten, die durch die Verwaltung der Synagogensteuern in dem zu Nr. 1—4 bezeickneten Umfange entstehen, haben die Kirchengemeinden eine nach Pauschalsätzi'n zu bemessende Entschädigung zu zahlen, deren Festsetzung Vorbehalten bleibt. 7. Sofern die Synagogensteuer als Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben wird, erfolgt die Uebernnhme für das Rechnungsjahr 1921 nur insoweit, als nach dem Stande der Veranlagungsarbeiten die Zuschlagserhebung noch mit der endgültigen Veranlagung für das Rechnungsjahr 1920 verbunden werden kann. Eine nachträgliche Erhebung dieser Zuschläge für das Rechnungsjahr 1920 hat somit nicht stattzufinden. Die Uebernahme der Verwaltung der Synagogensteuern ist mir in jedem Einzelsalle kurz anzuzeigen. Im Aufträge (Unterschrift). öentralilation 9er flusiranöerungsangelegenheifen- Aertirr, 16. Dez. In der jüdischen Presse sind in letzter Zeit Berichte erschienen, die auf eine Aenderung in den Prinzipien, die von der Jewish Colonization Association (JCA) verfolgt werden, schließen lassen. Wir glauben richtig orientiert zu sein, wenn wir behaupten, daß diese Mitteilung nicht stimmt. Wohl ist die Grülldung einer neuen Organisation gemeinschaftlich mit anderen .großen Gesellschaften und Gruppen unter Führung der JCA geplant, um alle Angelegenheiten der Emigration, Jmm'gration des Fiüchtlingswesens zu zentralisieren, und wenn die JCA die Initiative zu dieser neuen Gründung gegeben und ihre tatkräftige Unterstützung in Aussicht gestellt hat, so bedeutet dieses nicht mehr und nicht weniger, als die Fortsetzung einer Tätigkeit, die sie bisher immer aus dem gleichen Gebiete ausgeübt hat. Die I. C. A. hat sich stets, wie auf vielen anderen Gebieten, den Bedürfnissen und den tatsächlichen Verhältnissen in ihren Betätigung angepaßt. (Es ist nur zu begrüßen, daß die I. C. A., von der man sachliche Arbeit ohne Reklame erwarten darf, die Führung in den großen Fragen der Auswanderung übernimmt. Red.) Die HeligionsgeTeüfitiafren un9 Oie Kirchenfleuern. Merlin, 23. Dez. Im Steuerausschuß des Reichstages wurde die auch für die jüdischen Kultusgemetnden bedeutsame Entschließung gefaßt, daß den Religtonsgesellschaften öffentlichen Rechts und den Kirchengemeinden bis zur endgültigen Regelung der Kirchensteuer Vorschüsse vom Reich geleistet werden sollen. Das Plenum hat jetzt diese Entschließung angenommen. Oesterdeich. Lohnttreitigheifen in 9er DJiener Kultusgemein9e. Wien, 28. Dez. Der Konflikt zwischen Vorstand und Angestellten der Kultusgemeirde verschärft sich mit '! jedem Tage und kann zu Konsequenzen von _ größter Tragweite führen. Im Momente dreht sich der Streit um die Dezemberbezüge. Die Beamten und Angestellten fordern für Dezember hundertprozentige Erhöhung des Novembergehaltes, tm Wesentlichen handelt es sich aber bei den Angestellten um die Forderung auf automatische Gleichstellung mit den Komm unalbeamten. Die Majorität des Vorstandes droht mit Demission und Uebergabe der Gemeindegeschäfte an einen Regierurwskommiffar für den Fall, daß die Beamten und Angestellten in den geplanten Streik treten sollten Von zionistischer Sette werden Vermittlungsverhandlungen geführt und zwar auf der Basis folgenden Kompromißvorschlages: „Der Vorstand erkennt prinzipiell die Forderung der Angestellten auf Erhöhung der Dezember-Bezüge um siebzig Prozent der gesamten November-Bezüge sowie auf die Erhöhung der Jänner-Bezüge in dem Ausmaß wie sie den Angestellten der Kommune Wien gewährt werden, zu Recht. Die Angestellten erhalten die Dezember-Bezüge in dem Ausmaß der November-Bezüge, während die Auszahlung der erwähnten Erhöhungen pro Dezember und Jänner vorläufig verschoben wird. Der Vorstand beschließt ferner, daß ab 1. Februar 1922 die automatische Gleichstellung der Angestelltenbezüge mit jenen der Angestellten der Gemeinde Wien ohne jede weitere Verhandlung automatisch erfolgt." Molen. vom polnischen tanätage- Warschau, 21. Dez. Bei der Beratung des Finanzetats nahm auch Abg. Rabbiner Perlmutter das Wort und betonte die Notwendigkeit friedlichen Zusammenlebens aller Beoölkerungsteile und Einigkeit zum Segen des Vaterlandes und zur Sanierung der erschütterten Finanzlage Polens. Im nJarfrfiauer Sta9traf. Warschau, 22. Dez. Eine Anfrage wegen Ueberlassung der Magistratssäle für die Antisemitenkonferenz führte zu stürmischen Szenen im Stadtrate, wie man sie in diesem Kollegium noch nicht erlebt hat. Dep. Grünbaum nannte in seiner Begründung der Interpellation die Konferenzteilnehmer Banditen, worauf sich die nationalen Ratmänner mit geballten Fausten auf ihn stürzten. Die jüdischen Ratmänner schützten ihn und es entstand ein Handgemenge. Nach Wiederherstellung der Rühe gaben auch alle anderen jüdischen Ratmänner, für die orthodoxe Fraktion Abg. Kirschbraun, scharfe Protesterklärungen ab? England. Ein hoher englischer Regierungsbeamter zur Disharmonie in Palästina. London, 15. Dezember. Eine hochgestellte Persönlichkeit der englischen Negierung äußerte sich einem Vertreter der I. P. Z. über die Unstimmigkeiten in Palästina u. a. wie folgt: Für die Verwaltung in Palästina wurden größtenteils -Nil dem Osten vertrante britische Beamte ausaewählt, die mit Arabern gearbeitet haben >md eine »nein vder weniger größere .c.enntnis der Araber lind ihrer Sprache besaßen. Ter Zionismus hingegen ist ein verhältnismäßig iu'iu'v und einzigartigem Erveriment. Tie Mehrzahl der britischen Beamtenschaft begreift diese .Uvnzeption nvch nicht und kann sieb nur allmählich an diese Bewegung gewöhnen. In dem Bestreben/die Wünsche seiner Negierung zu erfüllen, mußte mancher Beamte eine große Zahl seiner arabischen Freunde, die die Balsonr-Deklaration al>- lehnten, anfgeben. Nachdem die britischen Beamten ans diese vder jene Weise große Opfer in Palästina brachten, hätte man erwartet, daß sie jedwede mögliche Unterstützung seitens der zionistischen Autoritäten und von den Zionisten in- und außerhalb Palästinas erhalten würden. Dies ist jedoch durchaus nicht der Fall. Für die ertremen Zionisten, die allgenrein vom russischen Flügel geleitet werden, genügt das Dazwischcwkvmmen irgend einer zirisis, um über die Beamten, die noch tags zuvor von den Arabern als projüdtsch kritisiert wurden, herzufallen. Die jüdischen Zeitungen läuten Sturm in jeder Art von Denunzia timst und Verleumdung. Diese Angriffe werden von der arabischen Presse übernornmen und so wird das Gefühl der Unsicherheit rrnd Unzufriedenheit verlängert, als dessen Resultat der .Pandel stillsteht und die Touristen und Pilger verscheucht werden. Die Zio- »isteu stillten sicherlich wissen, daß jede Art Propaganda, die zu einem solchen Stand der Sache führt, fatal ist für ihre Bewegung, wie für die richtige Entwicklung des Landes. Indem man fortwährend kritisiert, was von der Regierung nicht gemacht wurde, ist man geneigt, das bereits Erreichte zu vergessen. Seit Dezember 1917 ist das Hebräische mehr und mehr eine offizielle Sprache geworden. In Jerusalem wurde ein jnd. Vizebürgermeister ernannt, ein Fall, der seinesgleichen nicht hat in der Geschichte des türkischen oder arabischen Palästina. Inden sind in den meisten Zweigen der Verwaltung vertreten und die Regierung erwartet nur einige greifbare und schöpferische Anzeichen von Kapital oder Entwicklung, um die Durchführung der Politik Großbritanniens in Palästina fortzusetzen." Der Regterungsvertreter hält es von größter Wichtigkeit, daß freundliche und harmonische Beziehungen zwischen den verschiedenen Stämmen und Religionen der Bevölkerung Palästinas bestünden und für sehr bedauerlich, daß die zionistischen Führer die sephardischen Elemente der Juden nicht heranziehen. Die Sephardim stehen in enger Fühlung mit der eingeborenen Bevölkerung des Landes, sprechen so gut arabisch wie hebräisch und würden freudigst am Aufbauwerk mithelfen, wenn sie nur die leiseste Ermunterung von ihren Glaubensgenossen erhielten. Der jüdischen Presse in Jerusalem macht er den Vorwurf, daß sie die Zwischenfälle zu sehr aufbausche und gegen die englische Regierung ausschlachte. fgjcrilcmfr. Die Sonntagsruhe in l1ollan9. Amsterdam, 12. Dezember. In den gesetzestreuen Kreisen der jüdischen Bevölkerung Hollands herrscht z. Zt. lebhafte Erregung wegen der in Behandlung begriffenen Novelle zum Sonntagsruhe-Gesetz. Eine Genehmigung zur Offenhaltung der Läden ist für die den Sabbat beobachtenden Kaufleute zwar vorgesehen, jedoch an die Bedingung geknüpft, daß die Geschäfte nicht nur den ganzen Sabbat sondern auch Samstag-Abend geschloffen bleiben. Die Oberrabbinate sind z. Zt. bemüht, eine Abänderung dieser Bestimmung durchzusetzen und es dürfte wohl gelingen, gegen Preisgabe einiger Arbeitsstunden am Sonntag den Samstag Abend frei zu bekommen. Jedenfalls wird die ganze Angelegenheit von Seiten des zuständigen Ministeriums im Geiste der hierzulande traditionellen Toleranz gegen die Eigenart jedes religiösen Bekenntnisses behandelt. Üteiäßitta. Drahtlose Telegraphie in Palästina. London, 1. Dez. Gemäß einem Bericht der „Jewish Telegraphie Agencg" will die Londoner Mareoni Gesellschaft in Palästina eine drahtlose Station einrichten. Die Gesellschaft hat sich bereits mii jüdischen Organisationen und englischer! Kaufteilten in Verbindung gesetzt, mit ihre Meinung über die kaufmännischen Möglichkeiten des Pro fettes zu erfahren. Eine drahtlose Telegraphen station in Palästina würde nicht.mir eine Ver beisernng der geschäftlichen Niöglichkeiten des Landes bedeuten, sondern auch Palästina zum Nachrichtenzeiltrnm für den nahen Osten machen. 8 Wie der ,,I. P. ZG aus Beirut berichte-8 wird, verhandelt die palästinensische Regierung« mit der Regierung Großlibanons wegen des« Baues einer normalspurigen Cisenbahnverbin 8 düng zwischen Atta und Beirut. 8 palästinensische Staatsangehörigkeit. 8 Jerusalem, 27. Nov. 8 In der Robembersipnng des paläftinen 8 fischen Staatsrats teilte Oberkommifsar Sir Her 8 berl Samuel mit, daß die Verfassung für» Palästina als eine Verordnung des britischen 8

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