Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1921)
- Date
- 1921-11-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 46 m\ Krr«E 17. November 1921 genden U r s a ch en di e se r a r ab i s ch--j iid i s ch e n p n n n n n rj erörtert. Der Bericht lehnt die Argumentation, daß diese Spannung lediglich durch künstliche "Agitation hervorgerufen sei, ab? nicht ausreichend ab. Cr gleitet auch über den (Gedanken geschickt hinweg, dag französische Interessen bei der Erregung der Ünznfriedenheit gegen die englische Palästina-Politik mit im Bpiclc sein könnten, vielmehr seien die ddanptnr'ache für die unbefriedigende Lage z a h lr e i di e u n v o ' i ch r i g e A e u ß e r n n g e n v o n ä i o ii i st i' ch e r Seit e. Es werden Beispiele dafür ans der Literatur, insbesondere ans „Jeivi'h Ehronicle" und „Palestine" angeführt, die a l l e das b e k a n n t e W o r t W e i ,'•> in a n u s v a r i i e r e n , P a i ä st i n a in ü s s e s o j ii d i s ch m e r den. m'i e E n g l a n d e n g l i s ch. Dem Keren Baie'sod-Bnch wird vorgeworfen, dag es für die zionistische Organisation das Recht oean'vruchr. auf die Wahl des Dberkoininiffars von Palästina einen Einflug auszuüben, Zu einer iedes Mißverständnis aussthliefienden "?lrt und Weist habe tiainentlich der B o r f i n e n d e d e r z i o n i st i' ch e n st o m in ifsi o it, Dr. Eder, als Beuge vor der Unrersuchnngskominifsion die Ansichten des offiziellen ff,iouismus über Palästina dargelegl. die i in 'chärfsten Widerf v v ii ch e ft ä u d e u z u d e r Politik, di e S i r .0 e r b r r t S a in u e l i in A u f t r a g e u n o C i n v e r st ä u d u i s d e r e n g i i f ci) e n R e g i er ii ii g i' e r f v lge. Ur. Eder habe den Wunsch ansgedrückt, .dag nur die stiuden, nicht aber aie Araber das Recht haben wllten. Waffen g> tragen, eine natürliche Folge 'einer Theorie, non der in Palästina anznstrebenden absoluten Parlierrsthafl der Buden. Der Bericht sagt: ,.Die solcher (stestaU \\\ Tage getretene Haltung oera n t m o r t l i ch e r z i o'.; i ß i'che r P e r s ö n l i cl - keilen d a r s nick: ilber'elien u-eeben, dsie eine der aufreizenden Ursachen der gegemnärrigen Unzniriedenheit ist. Tie folg: vielleicht ans der isteivohnheil, Palästina als ein „verta'senes und verödetes Tand" auzn'-.stien, spärlich besiede-r von einer Bevölkerung ahne nationale Traditionen. »oo datier voliii'che Erverimente veranstalte! .verden können, ohne dag lokale Dpvosilion entsteht. E >!I e d e r a r l i g e A!! s t a s s n n g st ein i - d o cl; d n r cli ii s i n W ider' r r n cl; m i t d e in r>> (' i n r d v n n ji E;i g j a n d n n i' r f a n n! e n r >. v n i st i' di e n PoI?! i! , iv i e sie in den a n s g e ' v r o cli e n e n Abs! cli t e n des S : a ,r k s ' e ke l ä e s und der gal ä st i n e :rlchnung auch gegen die ofsiZielle Palästinapolitik der englischen Regierung durch manche Aeusterungen des Berichtes einen starken Anreiz empfangen kann. Das ist leider eine Folge der ernsten und kompkizierteir Lage, in die wir durch die Fehler des Zionismus geraten sind. Kutzlarrd. Neue Pogrome 9er Pefijura-Truppen? Wie«, 2. November. Zufolge bier eingelangier telegraphischer Nachrichten aus Warschau und Lemberg, haben die Truppen Petljuras bei ihrem neuerlichen Einfall in die Ukraine wieder eine Reihe von Judenpogromen in Russisch Husialyn und in Proskurow verübt. Nauientiich in Proskurow sollen die Gewalttaten besonders entsetzlich gewesen sein. Warschau, 10. November. Die Nachrichten über einen neuen Einsall der Petlj ura-Ban den in d'e Ukratne ruft hier ernstliche Befürchtungen hervor um das Los der dort noch lebenden Jaden. B älter erzählen schon von hingemetzelten 200 „Kommunisten". (?) Von Seiten der hiesigen jüdischen Deputierten sind Schritte uniernommen worden, um die Wahrheit über die neuesten Vorgänge in der Ukraine festzustellen. Warschau, 11. November. Letzte Berichte aus Rowno teilen mit, daß der Petljura-Aufstand in Wolynien und in der Ukraine von den Sowjet- Truppen niedergeschlagen wurde. In I Myropo! fand ein Pogrom statt, wobei etwa j 20 Juden umgefommen sind. | $vankvei&$. \ Die Konteren? in GJafhingfon?ur 3u9entrase. I j Waris, 1. November. 1 i In einer Erklärung über die Konferenz vor j Presssvertretern tarn der Staatssekretär der s Verewigten Staate^, Hughes, auch auf die ■ Judenfrage zu sprechen. Unter H-nwris auf i verschiedene Meldungsu, nach welchen von eini stußretchen jüdischen Persönlichkeiten die Behandl lung der Juden frage auf bzx Konferenz burchj gesetzt morden sein soll, sagte Hughes, daß diese! Gerüchte unwahr seien. Die Konferenz wird j weder über die Gleichstellung der Inden, noch 1 auch über das Schicksal anderer Minoritätsvölker i verhandeln. j;' i ch e n 'H e g i e r u u g b e g r ü n ö e i i Es ist loohl das erste Bi al, daß der uv i'wen dev!. Ivas der Ziouismus ec daben g i a <i b r e und dem würgen, was '».rat. die Balsonr-Erk'ärnug in der st st eben iv e i w . durch ein offizielles ' : i ’ i 1 >0 Ich ec Präzision vor aller Well ::rie und es ist kein Wunder, das; di eil Erregung ,n nouisti'dier ivegen'ar vast dg -0'ngland a i zu ge 'lkicustück -'Ulilüiil -s Akten- Plan in ii f;. üiUü i!! das; geuuste Aeu idier Tiaalsiiiäuuer Berber-. Samuel st iidi gerechrerweist' aueclenherungen hochstehender eng-- bei festlicher Berainafinug Egst nicln ausgenominen de? den 'jionisten zu Propagandazivecken ni beh'.lichen Erlö'uugsstimmung mit all ihren oerhängillsvoileii .ston'eanenzen Rahrung gegeben haben. Allein, es wäre dennoch die Ausgabe der führenden zionistist-hen Persönlichkeiten gewe'cn, sich ihrer Beinniwommg für Leben und Existenz der -üdistheu Pviksmasse in iveil höherem Rias'/ beiimfu zu stau, und das Paneiinkeresfe hiiuer dem der lstestimtheit znrückzustellen. Scande'feu Hai der zsivaisteu-Aongres; iu Aarlsbad uichls be'feres zu um geivustt. als den nA'ilitarifteu Fabotinski in die höchste Parteileitung zu beruseu! Wenn der Bericht der palästinen-' sischeu Unlersnchnngskoininisiion »ach dieser Richtung eine mäßigende Wirkung ausübte, so könnte man vom siidiidieu Standpunkte ans dafür dankbar Oin. Fm übrigen darf allerdings ui dp verkannt iverden. daß die arabische Opposition gegen jede jüdische Positionsverstärkuilg in Erez Biscoel. ja st?gar die Tust;u geivalttätiger Aui- Die Abtrennung d*s 8fi-3ordanlandes- Aeritsakems, 2. November. I Die englische Regierung teilte dem Emir Abdala mit, daß das ganze Ost jordanland als s e! b st ä n b i g e s Gebiet mit eigener Autonomie zu b-strachtell sei, das keine anderen Beziehungen zu Palästina habe, als die freundnachbarlichen von Land zu Land. Diese Aenderung erhielt nun auch äußeren Ausdruck durch die Tatsache, daß die palästinensische Regierung den englischen Vertreter in Ostjordanlaud, Herrn Ab r a h a m soh n, wie auch alle ihre Beamten im Ostjordanland zurückberusen hat, mit Ausnahme ein es Verbtndungsb?« m t cn, der als Vertreter Palästinas iu Ostjordanland in seinem Amte bleibt. Wie man allgemein annlmmt und von der arabischen Presse auch bestätigt wird, bedeutet diese Neuecnteilung eine Konzession an die Araber, die damit einen ihrer Wünsche erfüllt sehen. Der öberfoomminar bei 9en Jemeniten- Jerusalem, 5. November. Am ersten Sukkohtage nahm der Oberkommissar mit seiner Begleitung am Festgortesdienft der Jemintten in deren Synagoge im Viertel „Nachalas Zewi" teil, wo er mit großem Enthusiasmus empfangen wurde. In der Synagoge befanden sich auch mehrere Gäste aus anderen Gemeinden, auch Herr Oberrabbtner Kuk. Die Ehrengäste saßen auf Stühlen, der Oöerkommissar unter einem herrlichen Baldachin, während die Gemeinde nach altem jeminitischen Brauch auf Teppichen auf dem Boden saß. Der Ritus war der althergebrachte orientalische und machte auf die anwesenden Gäste einen mächtigen Eindruck. Nach Etnheben der Thora hielten Fest- und Begrüßungsreden die Herren Oberrabbiner Kuk und der Chacham der Jeminiten, Rabbi Schalom Alschich. Nach dem Gottesdienste vereinigte eine Fcühstückstafel in der Sukkoh des Chacham den Oberkommissar mit den Gästen. Hier sprach auch der Vorsteher der Jementtengemeinde, Abraham .Zarum und betonte dis weitgehenden Hoffnungen, die man in Jemen an die Person und die Wirksamkeit des Oderkommiffars knüpfte. Als Andenken überreichte er im Namen der Gemeinde ein Et, auf dem in wunderbarer Kleinschr'.ft das ganze Hohe Lied und mchrere Psalmen angebracht waren. Dieses in Silbereinfaffung gehaltene Meisterwerk jemenitischer Kunst ergriff Herbert Samuck sichtlich. Er sprach in bewegten Worten seinen Dank und die Hoffnung aus, daß recht viele Juden auch in Jemen ins Land kommen werden, um aus Palästina ein Erez Jisroel zu machen. Müttewertorgung. Jerusalem, 6. ülovember. Die palästinensische Regierung besaßt sich in letzter Zeit sehr eifrig mit der Frage der Wasserversorgung für Jerusalem, zu welchem Zwecke eine Kommission von Sachverständigen einen vollkommenen Plan ausgefertigt hatte. Die Kosten des Unternehmens n erden sich aus 15000 ägyptische Pfund belaufen. Die Stadtverwaltung, die die! Kosten zu tragen hat, will zu diesem Zwecke eine Anleihe aufnehmen, und vorübergehend den Hauszins auf 1% erhöhen. Das Sukkorhiest ist in Jerusalem und in ganz Palästina ohne Störung vorübergegangen. Bon den erwarteten Güsten aus der Diaspora sind nur wenige gekommen. D e Freudevsiste des „Simchas Bes Hrschocwwurden in üblicher Weise abgehalten, dennoch war ein gedämpfter Ton unverkennbar. Groß war die 3lnzabl der Besucher an der Westmauer, wo Polizeiabteckungen Wache hielten. Mit Ausnahme eines Zwischmfalles am Simchas Thora, da einige Araber ihre Kamele in die Gebe-.Versammlung an der Mauer htneinzutreiben suchten, aber mit Hilfe der Polizei davongejagt wurden, verluf alles in bester Ruhe und Ordnung. Mesopotcrrnien. Lin pogmrn in Melopolamien- Sßattgai (Cstnasi 2, Oktober, Die hier erscheinende Zeitschrift „Israeli Messenger" enthält eine Korrespondenz aus Bagdad vom 22. Juli, worin über einen in Kurdistan stattgehabten Pogrom gegen die dortigen Juden berrchret rvlrd. Kurdistan ist eine Gebirgsgegend im nordöstlichen Mesopotamien an der persischen Grenz . Die Juden lebten dort seit langer Zeit in friedlichster Weise mit den Mohammedanern zusammen und bearbeiteten den Boden. Die Besetzung Mesopotamiens durch englische Truppen hat nun den ganzen politischen Gleichgewichtszustand im Lande erschüttert. Die verschiedenen Scheikhs (Stammesoberhäupter) glaubten die Gelegenheit ergreifen zu müssen, um sich iu den Besitz weiter Lanostrecken zu setzen. Der Fanatismus begann sich zu regen und ivandte sich, wie überall, vor allem gegen die Juden. Man überfiel sie, beraubte sie ihres Eigentums und forderte sie auf, das Land zu verlassen. Die armen Leute begannen ihre Fußwanderung und so schlugen Jünglinge und Greise, Männer und Frauen den Weg nach Bagdad ein. Es waren zuerst 1200 Personen. Biele kamen aus dem Wege vor Hunger und Durst um. Etwa 12 von ihnen gelang es, nach Bagdad zu kommen und ihre entsetzliche Lage der dortigen jüdischen Gemeinde darzuftellen. Im Ganzen sollen etwa 400 Menschen der schrecklichen Wanderung zum Opfer gefallen sein, wobei Hitze und Durst