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Der Israelit · 1921-11-10 · Heft 45 (10.11.1921) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 45 (10.11.1921)
Date
1921-11-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Sette « Nr. 45 _>,r bleiben das Leben und die Wirksamkeit Aron Kobers und seine Bedeutung für das jüdische Leben in Deutschland während der letzten Jahrzehnte festzuhalten, seinem Namen zur Ehre, der Milwelt zur Aneiferung und künftigen Geschlechtern als unvergängliches Vorbild. H. Sch. Hannover, 3. Nov. Im Kinderheim zu Diez a. d. L. feierte am 1. November Herr Kadden sein 40 jähriaes Lehrerjubiläum. Derselbe wirkte 12 Jahre in Euskirchen als Lehrer, seit 28 Jahren ist ihm die Leitung des genannten Heimes übertragen. In dieser Stellung genießt er in weitesten Kreisen größtes Ansehen, besonders seine Dieser Schüler verehren in dem Jubilar einen seltenen Pädagogen und väterlichen Freund. Deutz, 3. Nov. Die Witwe L Heilbrunner in Rust bei Ettenheim (Baden) friert am 23. d Mts. in körperlicher und geistiger Frische ihren 100. Geburtstag. Buchen, 2- Nov. Auf 40 jährige urermüdllche Tätigkeit kann Herr Bär, der hochverdiente Vorsteher der hiesigen Gemeinde zurückblicken. Herr Bär hat auch in diesem Zeitraum in selbsttosöv, und^ uneigennütziger Weise den Dienst -iHiefu-pn ,an dep hMn Feiertagen und eines Mohel versehen und er war 'stets eifrig bemüht, die Geschicke der Gemeinde ganz besonders in den schweren Zeilen des Krieges, vorbildlich zu leiten. Möge es unserem Jubilar gegönnt sein, noch recht lange an heiliger Stätte für unsere Gemeinde zu wirken. In selten körperlicher und geistiger Irische feierte am 1. November Herr Abraham Wolf dahier, seinen 70. Geburtstag im Kreise seiner Kinder und Enkel. Vermischtes. Berlin, 2o. £h. Gegen den Antisemitismus veranstaltet der Zentral verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in den Prachisälen des Westens eine stark besuchte Kundgebung. Rechtsanwalt Dr. Werth etm erklärte: Juden hätten in den Befreiungskriegen gestritten, für die Einheit Deutschlands gekämpft und 1200 Gefallene zeugten vom Anteil der deutschenJuden amWeltkrtege.Bismarckerklärt sich tn>3,Bande seiner „Erinnerungen" in schärfster Weise gegen den Antisemitismus. Es sei lange nicht genug bekannt, wie tief verwurzelt die Juden im deutschen Volke seien. Rabbiner Dr. Freund ging auf die religiöse Seile des Antisemitismus ein. Syndikus Dr. Holländer wandte sich gegen Ludendorff, der die deutschen Juden beschuldige, daß sie Deutschlands Niederlage gewollt hätten. Ter Vorsitzende Justizrat Dr. Brodnitz ermahnte die Anwesenden, nach Kräften Bausteine zur Errichtung eines Dammes gegen den Judenhaß beizuiragen und für den „Zemralverein", den bewährten Verteidiger der Rechte der Juden, zu werben. Köln, 11. Nov. Der Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands (Chissuk Emunob), Zwetgverein Rheinland hält am Mittwoch, den 16. November (Buß- und Betlag), vormittags 10 Uhr, in der Aula des Seminars eine Versammlung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Pentateuch im zweiten Schuljahre, Levy, Brühl,- 2. Vortrag des Herrn Seminarlehrers Dr. Schlesinger: Die erste Mischnoh des Talmud,' 3. Beziehung zwischen Schule und Esra. Bericht erstattet von Seminarlehrer Dr. Rothschild; 4. Freie Besprechungen. Den auswärtigen Mitgliedern wird ein Teil der Reisekosten vergüte,. Mitgliedsbeiträge werden in Empfang genommen. Leipzig, 27. Okt. Gegen den Abbau des alttestamentlichen Studiums richten die Vertreter der Fachwissenschaft auf dem Leipziger Orientalistentage folgende Kundgebung: ,Die zum 1. Deutschen Orientaltstentage in Leipzig versammelten alrtestament- Forscher wenden sich mit Entschiedenheit gegen die in neuerer Zeit laut gewordenen Stimmen, die eine Beschränkung des hebräischen und alttestamentlichen Studiums an den theologischen Fakultäten empfehlen. Sie ersuchen die Unterrichtsverwaltungen nachdrücklich, solchen Bestrebungen keine Folge zu geben. Insbesondere erklären sie, daß die Forderung, den hebräischen Grundtext durch die griechische Uebertragung der „Septuaginta" zu ersetzen, auf vollkommener Verkennung des wahren Charakters dieser sogenannten Uebersetzung ruhe. Sprechsaal. Jüdische Jamilicntage. Sehr geehrter Herr Redakteur! Angeregt durch mehrfache Berichte in der Presse über gemeinsame Tagungen meist adeliger Familien möchte ich der jüdischen Oeffentlichkeit, soweit sie an der Stärkung der allen jüdischen Traditionen interessiert ist, den Gedanken unterbreiten, ob es nicht außerordentlich fruchtbar wäre, wenn auch die alten jüdischen Familien Deutschlands, die ja zum Teil über genaue handschriftlich oder in Druck niedergelegte Stammbaume verfügen, in ähnlicher Weise Vorgehen. Jede dieser Familien mühte sich zu einer Art idealer Gemeinschaft zusammenschließen, die sich eine Satzung gibt und ein Familteno berhaupt nebst Beisitzern wählt. In den Satzungen könnten gewisse religiöse Mindestforderungen niedergelegt D». K i cUT;t werden, denen jeder und jede entsprechen mutz, der, bezw. die Anspruch auf dauernde Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft erhebt. In jedem Jahre wäre eine Familientagung einzuberufen, deren Tagesordnung von der Tendenz geleitet sein mühte, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, den Stolz am die alten Traditionen, vielfach in Verbindung mit der Pflege, des Andenkens an hervorragende rabbinische oder sonstige geistige Größen in der-Ahnenreihe,, sorg-, sä tig zu hegen und wo die Verhältnisse es gestatten, die Familienangehörigen zur Beteiligurg an allen wahrhaft jüdischen G sam>h:itsbestrebungen anzuregeu. Selbstverständlich gehört zu den obersten Aufgaben der Familiengemeinschaft auch die moralische und materielle Unterstützung solcher Familienmitglieder, die irgendwie ln Bedrängnis geraten sind. Eine Kasse für solche Zwecke, insbesondere auch zur Eimög ichung frühzeitiger Heiraten wäre zweckmäßigerweise mit jeder Famtliengeu etnichait zu verbinden. Ich bin überzeugt, daß die Idee noch weiterer Ausgestaltung fähig ist und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie gegebenen Falles auch anderen, die sich zu dem Gegenstände äußern wollen, das Wort geben möchten. Hochachtungsvoll M. L. Frankfurter Kerichte. Sijmnfeier der Weshamidrasch Hsteridflraße 18. Seit kaum drei Jahren bestehend, blickt zur Zeit die obengenannte Vereinigung auf die stattliche Anzahl von über 200 Mitgliedern und entfaltet eine regsame Tätigkeit. Ihr Ziel ist, das mim “iio1? in die breite Oeffentlichkeit zu tragen. Ohne an Zeit und Raum gebunden zu sein, soll Jeder zur Anteilnahme am gemeinsamen Lernen angehalten werden. Das wird dadurch erreicht, daß jedes Mitglied mindestens einen Traktat — «rcco — vom D'fc' übernimmt, den es allein oder mit Anderen im Laufe des Jahres auszulernen sich verpflichtet. Es wird auf diese Weise jedes Jahr ganz B'tP im Kreise der Mitglieder ausgelerni. Ein herrlicher Erfolg! Vach Ablauf des Jahres wird ein cvo veranstaltet. Dieses Mal findet derselbe, mit Rücksicht auf den vorjährigen großen Andrang, wie die Anzeige auf der letzten Seite dieses Blattes besagt, im großen Saale des Zoologischen Gartens statt und zwar Donnerstag, 24. November, 7 Uhr abends. Die Karten zum Abendessen zu 25 Mk., sind für Mitglieder und Freunde des minn niv'^ in den Buchhandlungen A. I. Hofmann, Sänger u. Frie dberg. H Bergmann, sowie bei B. Rache lsohn, Zeit 2, erhältlich. Da die Teilnahme voraussichtlich eine sehr große sein wird, ist es unbedingt erforderlich, daß die Karten bis spätestens 18. November gelöst werden, und damit auct> den Frauen, auf deren Unterstützung des rrnrn von jeher viel Wert gelegt wird, die Möglichkeit zum Zuhören gegeben wird, werden auch Zuschauerkauen für Damen aus der Galerie zum Preise von 6 Mk. bei den genannten Firmen verabfolgt. Kreutzer-Sonate. (Aufführung im Jüdischen Theater „Löwenhof".) Das Jüdische Theater im „Löwenhof" hat seine Probe bestanden. Es ist allabendlich von einem Publikum angefüllt, das, von den Vorgängen auf den Brettern, die die östlich, jüdische Welt bedeuten, ganz hingerissen, mit den Schauspielern lacht und weint, mehr weint als lacht, da es sich zumeist um Tragödien handelt, die (wie beispielsweise bei „Mamas Tränen") mit Wucht und Impuls alles in den Bann des Erlebens auf der Bii-me zwingen. Mitunter gibt es aber Stücke, die das Prädikat „jüdische" weniger verdienen und eher als „Theaterstücke für Juden" bezeichnet werden müssen. So auch die „Kreutzer-Sonate" von Gordin.'iGordin, nach Goldfaden der Klassiker der jüdischen Bühne, hat dieses Stück, nach dem Motiv des bekannten so betitelten Tolstoischen Buches und wie viele andere dieser Art, ausgestattet mit einem Uebermaß an Kor sttkten, tragischen Momenten, Seelene-schütterungen, Eifersuchtsszenen usw. bis zum üblichen, allen ein Ende machenden Revolverschuß, auf die jüdische Bühne gestellt. Ist damit das Stück jüdisch gewordene Es ist Strindberg oder Wedekind in Jargon, modernes Theater, mit allen Vorzügen und Mängeln dieses Genres, aber — zum Glück — kein jüdisches Theater, das jüdisches Leben bildhaft darstellt. So weit das Stück von Gordin. Umso höher ist das Verdienst der Schauspieler anzuerkennen, die auch aus diesem fremden Untergründe jüdische Töne in Menge herausklingen zu laffen wissen, Eine volle jüdische Kraftgestalt ist der Rgfael, Frsedlander des. Herrn. Epstein und Herr Piekä'rnik stellt, bestens ücktetstützt von Frl. Schesner, einen'jüdischen'Klesin^t (Musikanten) auf die Bühne, wie wir ihn von solch plastischer Echtheit nur noch als Original im östlichen Ghetto antreffen. Mme. Aren st ein bewährte sich als Tragödin in heikelster Situation, die Herren Rtgal und Bergmann wurden, ersterer als Luftikus ohne U) November 1921 Ehr und Gewissen Und letzterer als Harmloses Lügner, der alles ,^77 000. mal-besser meiste ihrer Aufgabe gerecht und Frl. Weinev schuf wieder; wie immer, ein herrliches Bild diskreter Treue nnd verstehender, darum allverzeihender Liebe. So lag es vornehmlich an der großen Kunst der Darsteller, daß man am Ende doch mit dem Eindruck nach Hause ging, etwas jüdisches Leben gesehen zu haben. Vereinskalender. Verein Mekor Cbaiim. Freitag abend nach Schul: „Mikro"; Herr Leopold Oppenheimer. Samsiag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dtnim"; Herr Rektor Falk. — nachm. 33/4 Uhr im Vereinslokale : „En Jaakow"; Herr Redakteur S. Schachnowttz. Sonntag vorm. 9l/4 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — nachm. 6 Uhr: „Jecheskel"; Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Genwro"; Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Donnerstag abend eine Stunde vor Mincho: „viischna"; Herr Rektor Falk. Jahrzeit stiftungslernen: Samstag vorm. Gretel Gottlieb geb. Mayer-Stiftung. Montag vorm. Jsaac Hesdörfer-Stiftung. Allabendlich 8% Uhr: „v"ir»-Lernen im Vereinslokale; Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jrrgendgruppe. Freilag abend nach Schul (Herren und Damen) Sidravortrag; Herr Dr. Willi Hofmann. — 8 Uhr: Geselliges Zusammensein. SamStag vormittag 113/4 Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirsch berg. — 11'/, Uhr: Schaß; Herr H. Halpern. — nachm. 3 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. Sonntag n a ch m. 2 Uhr: Ausflug Bergen—Enkheim. Treffpunkt: Jugendgruppe, Hanauerlandstr. 17, Führer Herr Ernst Adler. Montag abend 9 Uhr: „Sukkohd"; Herr Leop. Oppenheimer. — Sprechstunde des Ange« stelltenausschusses. Dienstagabend 9 Uhr: „Gemoro" Herr Dr. Hofmann. — Mittwoch abend 9 Uhr: „Nwijim" Herr S. U nn a. Donnerstag abend ^9 Uhr: Bücherausgabe. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Freitag abend llß Uhr: „Sidrahvortrag"; Herr Dc. Willi H o f mann. Samstag vorm. '/,11 Uhr: Vorbesprechung für einen Testllohkmsus. Dozent Herr Oberlehrer Kauf mar n. Interessenten hierfür werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. — ll1/* Uhr: „Tehtllim"; Herr L. Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer A Htrschberg. Montagabend 9 Uhr: Sprechstunde des Angestelltenausschusses. Mittwochabend9 Uhr: „Nwijim"; Herr S Unnn. Donnerstag abend 7,9 Uhr: Bücherausgabe. Verein |n mb. Sam Stag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Friedberger Anlage; Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Oftend straffe 18. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: Hilchol Schabbos; Herr Rachel so hn. Sonntag früh 8—9 Uhr, Montagir Mittwoch abend 8 9 Uhr: „Gemoro-Schiur" «Op «33; Herr Rechtsanwalt Dr. Jos Breuer. Täglich 7a Stunde vor Nacht „onx "n"; Herr Rosenzweig. Samstag, eine '/'/Stunde vor Nacht: Vortrag; Herr H. Halpern. HeSetzetten *-p -p rßtf. Freitag aöeitO 4.20. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 5.35. Wochengottesdtenst: Morgens 6.30. Nachm. 4.30. Barmizwohfeier. Joseph, Sohn des Herrn Simon Schlachter, Röderbergweg 55, Synagoge Fried berger Anlage. — Willi, Söhn des Herrn Ostas Reumann, Herderstraße 3, Synagoge Friedberger Anlage.

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