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Der Israelit · 1921-11-10 · Heft 45 (10.11.1921) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 45 (10.11.1921)
Date
1921-11-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Teile 4. No 45 Der JSraelit. Endes seine Liebe siegen wird und sein Recht, er hat es geschworen unter Berufung auf die Nimmerwiederkehr der Flut. Das ist unser Trost. P. K. esrresponüenren u. Raeftricbfen, Deutsches Deich. Warnung an flusroan8erer- Merlin, 4. November. Das Zentralbüro für jüdische Au?wanderungsanqelegenheiten, Hilfsoeeein der Deutschen Juöen schreibt uns: Nach den neuesten Berichten, die seitens der von der „Hias" nach Mexico entsandten Kommissionen vorliegen, muß die Warnung vor einer Auswanderung dorthin aufs Dringendste wiederholt werden. Die Kommission ist nach sorgfältigen Erhebungen zu dem Schlüsse gekommen, daß Mexiko gegenwärtig in keiner Weise für jüdische Einwanderung geeignet ist. Besonders nachdrücklich muß alsdann roch darauf hirgswiesen werden, daß Auswanderer, die über Mexiko ohre Einreisiv sum in die Bereinigten Staaten zu gelangen suchen, wo sie meistens Verwandte haben, einen gänzlich ungangbaren Weg einschlagen. Entweder sehen sie sich am Ueberschreiten der mexikanisch amerikanischen Grenze verhindert, die unter scharfer Kontrolle der amerikanischen Grenzbehörde sieht, und leiden mangels Hilfsquellen und Arbeitsmöglichkeiten in Mexiko Not, oder es droht ihnen, wenn sie den Boden der Vereinigten Staaten betreten, dort Verhaftung, Gefangenschaft und Deportation nach den Ländern, von denen aus sie ihre Reise angetreten haben. Daß auch von Kanada ohne amerikanisches Visum vom Herkunfslande der Zutritt in die Vereinigten Staaten nicht zu erreichen ist, ist bereits früher mitgeteilt worden. Das uhrainifdie ßilfsmerh- Merlin, 4. November. Vom Hilfsverein der Deutschen Juden wird uns geschrieben: Die im Sommer des laufenden Jahies vom Hilfsverein in Deutschland eingeleiteie Sammelaktion für die Pogromgeschädigten n der Itfr ine nimmt einen guten Fortgang. In großen Gemeinden, wie z. B. Frankfurt a. M., Breslau, Leipzig ist die Sammlung mit größter Energie in die Wege geleitet worden und die Resultate werden sicherlich den Erwartungen, die an die OpferwilOgkeit der deutschen Juden geknüpft werden, em sprechen. Gleichzeitig mit der Geldsammlung ist auch eine Kleider-, Wäscheu> d Schuhzeugsammlung eingeleitet worden, gleichfalls mit sehr gutem Ergebnis. Es sind Maßnahmen getroffen, daß die bereits eingeiaufenen Kisten mit Kleidungsstücken r.stv., sowie die in Kürze zu erwartenden größeren Sendungen durch Bermittlung des Joint und seiner Organisationen in Polen und Rumänien beit Flüchtlingen aus der Ukraine zukommen, die vom Notdürftigsten entblößt und obdachlos sich in diesen Ländern aushaldn. Sobald die Möglichkeit voriiegt, werden auch in der Ukraine selbst Kleidungsstücke zur Verteilung gelangen. Vom Hilssverein, werden die ihm übersandten Sachen sofort wetterversch ckt. Weiterhin wird die Fürsorge für die Waisenkinder im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel im Einvernehmen mit den Organisationen zur Durchführung gelangen, die sich auf diesem Gebiete betätigen. Molen. Volftsjählung in Polen- Warschau, 1. November. Die letzte Volkszählung tn Lublin ergab eine Gesamtzahl von etwas über 100000 Menschen. Es wohnen in Lub in 45 000 Juden, aber von diesen haben sich nur 34000 zur jüdischen Nationalität bekannt. 11000 Juden gaben freiwillig, aus Unkenntnis der Dinge, auch durch Irreführung, als Nationalität '„polnisch" an und wurden von den Zählungskommissaren glatt der polnischen Bevölkerung zugeteilt. Auf diese Weise verliert die jüdische Minorität in Lublin 25°/° ihres Bestandes, was bei gegebenen Gelegenheiten sich sehr fühlbar machen könnte. Warschau, 6. November. Auf Beschluß der „Schlome emune Jisroel" haben die orthodoxen Vertreter in der Gemeindeverwaltung, die Herren Rosenbaum, Bramberg und Kirschbrann ihre Mandate niedergelegt. Anlaß dazu bot die wiederholte Nichtberücksichtigung der orthodoxen Wünsche Vonseiten der Majorität in der Verwaltung. Herausforderungen in EDilna- Wilna, 6. November. In einem Schieben des Handels departementes an die jüdische Gemeindeverwaltung wird das große Gemeindegebäude, in dem früher das Lehreiffminar, später das Jüdische Hilfskomitee untrgebracht war und in dem jetzt die gewählte jüdischen Gemeinde repiäsentanz ihr Domizil hat, einfach als Negierungseigentum reklamiert Das Gebäude wird gnädiglich der Gemeinde noch bis zum 1. Juli 1922 ohne Anspruch auf Mietsgeld überlassen. — Man sieht tn diesem Vorgehen eine direkte Herausforderung der neuen Machthaber. Litauen. Jüdifciier Wiederaufbau in Litauen- Konmo, 1. November. Wie der „I. P.-Z." gemeldet wird, wurde in Kowno aus Grund einer Vereinbarung des Joint mit dem litauischen Jüdischen Nationalrat eine Wtederausbaukonserenz »inberusen, an welcher überdies Vertreter oller jüdisch-ökonomischen Organisationen Litauens, wie Volksbanken, Genossenschaften, Handwerker-und Landwirtevereinigungen, teil ahmen. Alle diese stellten die Forderung auf, daß die gesamte Aufbauarbeit von den litauischen Juden selbst unter Kontrolle res Joint besorgt werde. Die Vertreter des Joint lehnten diese Forderung des seine Autonomie verteidigenden litauischen Judentums ab und sä lugen vor, an die Sp tze der Arbeit eine Joint-Kommission zu stellen, welche allein die ganze Arbeit leiten sollte und in der Nationalrat und lokale Organisationen vertreten sein sollten. Da dies allgemeine Ablehnung fand, löste sich die Konferenz auf, nachdem sie bestimmt hatte, daß demnächst eine zweite Tagung einberufen werden soll, um die Frage dks Wiederaufbauks mit eigenen Mitteln zu studieren. Außerdem wurde beschlossen, die jüdische Oefffntl-chkett in Aurerika geuauestens über das Vrr halten ih'er Vertreter zu i-formieren, die de f cto die Orgine der jüdischen Autoi-omie beseitigen und die ganze Arbeit ohne sie führen wollen. Rußland. Die ruf ifrfi jiidifthen Heimlosen Aaris, 1. November. Das Exekutivkomitee der jüdischen Welthilsskonserenz unterbreitete dem Oberkommffsar des Völkerbundes für das russische Hilfswerk, Dr. Frithjof Nansen, ein Memorandum, das nachstehende Forderungen betreffs der Berücksichtigting der jüdischen Heimlo'en aus Rußland beim allgemeinen russi chen Hilsswerk enthält: 1. Daß die jüdischen Heimlosen den allgemeinen Hilfsfonds, gleich allen anderen Heimlosen in Rußland, genießen können. Dabet werden aber die jüdischenH 10, November 1921 Hiifsorganisationen besondere Hilfsmittel zur Befriedigung der speziellen Bedürfnisse der jüdischen Heimlosen schaffen. 2. Die Einrichtung einer jüdischen Sektion beim Oberkommissar für die Angelegenheiten der jüdischen Heimlosen. 3. Die jüdische Sektion soll sich aus Vertretern der großen jüdischen Hiifs- und Emtgrattonsorganisationen zusamniensetzen. Auf dieses Memorandum antwortete der Obirkommissar: Es sei selbstverständlich, daß die jüdischen Heimlosen in den Hilfsfonds nach denselben Grundsätzen wie alle anderen Heimlosen aus Rußland einbezogen werden dürfen. Deshalb sei es nicht unbedingt notwendig, eine jüdische Sektion beim Oberkommissar zu gründen. Die jüdischen Organisationen werden die Möglichkeit haben, in allen speziellen Angelegenheiten, in denen ihre Intervention sich als notwendig erweisen könnte, in Verbindung mit dem Oberkommtssar zu treten. Rumänien. Hustreibungen ukrainischer Jud?n aus öetzarabien Bukarest» 1. November. Die Exekutive der Jüdischen Welthilsskonserenz erhielt aus^ Neu-Rumänten erschütternde Berichte über die Lage der von der rumänischen Regierung ausgewiesenen ukrainischen Flüchtlinge. Zum Teil werden die Massen der Flüchtlinge in Internierungslagern untergebracht. Bukarest. 6. November. Auf Berufung des Ministeriums ist Herr Oberrabbiner Ztrelsohn aus Kischenew hier eingetroffen, um in Sachen der 55000 jüdischen Flüchtlinge in Beßaralnen, die den Befehl erhielten, nach Altrumänien zu übersiedeln, zu beraten. Mau hcffi, daß es dem Herrn Rabbiner gelingen wird, t>en Heimlosen wesentliche Erleichterungen zu verschaffen. Spanten. Spanien und das jüdifche Volk. Madrid, 3 Nov. In Spanien besteht seit längerer Zstt eine Bewegung, welche darauf abzielt, die Jaden zur Rückwanderung in das von Juden fast gänzlich unbewohnte Land zu veranlassen. An der Spitze dieser Bewegung steht der angesehene Senator Dr. Angslo Pulido, welcher diese Idee verschiedentlich literarisch vertreten hat. „Manchester Guardian" bespricht diese Bemühungen, bezweifelt aber, daß die Juden ohne ausreichende Bürgschaften seitens des Klerus und der spanischen Regierung solchen Einladungen folgen werden. Elne jüngst erschienene Broschüre Palidos strebe zwar die Wiedergutmachung des von Spanien seinerzeit an denJ^den begangenen Verbrechens an und wolle eine Versöhnung zw scheu Spanien und dem jüdischen Volke herdeiführen, aber die Jud.'N würden sicherlich noch andere Beweise und Garantien verlangen. Familiennachrichten. Geburten: Einen Sohn, Naphtalt Erlanger-Wolff, Luzern. 5abbal°Mfang «ml nurgang. -p ~[b mir. Ort: Anfang Datum Ausgang utn| i UNi'. 5682 Uhr l'IKtn. Frankfurt a. M 4 20 12. 11. 5 35 Berlin .... 4 15 Nov. Marchefch man 5 04 München . . . 4 80 5 22 Stratzburg . . - - - - Stuttgart. . . 4 30 5 30 Breslau . . . 8 51 4 51 Nürnberg. . . 4 25 5 20 4 15 5 15

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