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Der Israelit · 1921-10-06 · Heft 40 (6.10.1921) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 40 (6.10.1921)
Date
1921-10-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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6 Oktober 1921. Instrument im Rahmen der Gesamt-Aguda bilden soll. Innerhalb des Arbeitsausschusses hat nun Arbeitsteilung zu erfolgen, d. h., unter die einzelnen Mitglieder sind die Ausgabengebiete zu vergeben. Es läßt sich natürlich hier, wo nur der große Rahmen skizziert werden soll, nicht sagen, was im Einzelnen von den Ortsgruppen zu leisten ist. Das gehört auch garititfjt in meine Betrachtung. Ich greise daher auch nur Einiges heraus. So wird eine jede Ortsgruppe einen Dezernenten für die Prop a g an d a, für den organisatorischen Ausbau benötigen, ferner einen F i n a n z nt i« i st c r — eine sehr schwierige Ausgabe — denn wir brauchen, wenn wir wirklich etwas leisten wollten, viel Geld, sowohl für die Ortsgruppe, als auch insbesondere für den Gruppenverband und für die Zentrale. Ferner eine Persönlichkeit, die sich besonders der sozialen Ausgaben annimmt, jetzt einen P a l ä sti n a r e s e r e n t e it, ganz zu schweigen von dem uns ganz besonders am Herzen liegenden Referat für „Pflege d es T h o r a st u d i u m s". Ein jeder, der innerhalb des ArbeitZ-Ausschi.sscs eine solche Ausgabe zugeteilr bekommt, ist verpflichtet, sich ihr zu widmen und ist dem Arbeitsausschuß, insbesondere aber dem Vorstände gegenüber für die bestmögliche Ausführung v'eranttvortlich. Er nrnst sich für seine besondere Arbeit einen Stab von Helfern ans den Reihen der Ortsgruppen hcranziehen, so daß das System der Kommissionen aus der Arbeit selbst als notwendig herauswichst.; Soll aber die eben geschilderte 'Organisation nicht bloß auf den: Papier stehen, sondern, ums der Vorstand beschließt und der Arbeitsausschuß übernimmt, was die Kommissionen durchführen, in die Tat umgesetzt werden, so kann dies nur mit Hilfe eines B ü r o s geschehen. Eine größere Ortsgruppe ohne ein eigenes Büro ist ein Unding. Tie Zeiten sind vorüber, um man es Privatleuten, die im Leben stehen, zumnten konnte, selbst die Briefe gu schreiben, die wichtigen Gänge zu besorgen und Aktionen bis ins Cinzelste vorzubereitcn. Dazu bedarf es eines Büros mit einern Geschäftsführer und geschultem Personal. Eine jede größere Ortsgruppe muß einen Geschäftsführer haben, der entweder ausschließlich oder einen Teil seiner Zeit dieser Arbeit widmet. Wenn man sich in der Zentrale darüber beschwert, daß man von einzelnen Ortsgruppen so wenig hört, daß man keinen Bericht erhält, daß allgemeine Verfügungen nicht ausgeführt werden, so liegt das meines Erachtens lediglich daran, daß eben in den Ortsgruppen keine Stelle vorhanden ist, welche die Arbeit auSsührt. Tie Kosten, welche für diesen Zweck angelegt werden, sind gut angelegt und keine Ortsgruppe sollte sich 'scheuen, derartige produktive Ausgaben in ihren Etat einzustcllen. (im weiteres schwieriges Problem ist die Ls ktivie r u n g d e s M itgli e d e r k r e i sc s in größeren Ortsgruppen. Ein Weg, wie man möglichst viel Mitglieder für eine persönliche Intcressiernng an der Arbeit gewinnen kann, ist schon erwähnt worden. Er besteht darin, daß in die Kommissionen Leute heraugeholl werden, die entweder selbst sich melden oder aber von Freunden für die Sache gewonnen lverden. Ein weiteres Mittel besteht in der Einsetzung von. Vertrauensleuten. In großen Ortsgruppen, namentlich in großen Gemeinden __ „glätter" , wird man ohne das System von Bertrauewsleuten nicht auskommeu können, beispielsweise in Berlin dürfte es ganz unmöglich sein, die einzelnen Stadtbezirke und Stadtteile intensiv zu bearbeiten, ohne daß. man einzelne Persönlichkeiten zu gewinnen sucht, welche die örtlichen Verhältnisse überblicken können und dem Vorstand und Arbeitsausschuß bei der Turchführnng seiner Aufgaben an Ort und Stelle mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ter letzte und wichtigste Weg aber besteht in der dauernden Orientierung der Mitglieder aus schristlichem und mündlichem Wege über alles, was von der Ortsgruppe aus, vom Gruppenverband, vom Zentral rat geschieht. Nach dieser Richtung hin ist bisher viel verabsäumt worden. wie Mitglieder müssen mindestens alle zwei Monate einen schriftlichen. Bericht — kurzen Tätigkeitsbericht — erhalten, mindestens alle drei Monate zusammeukommeu. Dazu aber ist die erste Voraussetzung, daß die Leitung der Ortsgruppen selbst öou der Zentrale ständig über ctle wichtigen Vorgänge in der „Aguda" auf dem Lausenden erhalten bleibt. Mau halte mir nicht entgegen, daß durch die jüdischen Zeitungen im Großen lind Ganzen eine Orientierung erfolge. Es gibt immer in jeder großen Organisation Tinge, welche der Oeffentlichkeit vorenthalren werden, dagegen zur Kenntnis der Mitglieder kommen müssen. Man komme mir vor allen Dingen nicht mit dem Einwand, daß zu viel in der Schwebe sei und daß man es vermeiden müsse, über schwebende Angelegenheiten Mitteilungen zu machen. Ganz im Gegenteil, gerade nach dieser Richtung hin ist eine Aufklärung dringend erforderlich und selbst dann, wenn die eine oder die andere schwebende Angelegenheit nicht in dem Sinne erledigt wird, wie es von der Leitung gewünscht wird, io schadet es nicht, wenn auch über die Mißerfolge die -Mitglieder orientiert lverden. Sie werden dann .jedenfalls das Gefühl Haben, daß ihnen nichts vorenthalten wird und es wird sich eine lebendige Wechselwirkung zwischen dem Einzelnen und der Leitung ergeben, an der es bisher jetzt so sehr mangelt. Tas ist in großen Zügen dasjenige, was ich Ihnen zu sagen habe und wenn unser heutiger Telegiertentag den Erfolg zeitigt, daß die Vertreter der Ortsgruppen, die hier versammelt sind mir dem ernsten Willen zurückkehren, die organisatorischen Aufgaben nach den eben gekennzeichneten Gesichtspunkten nach Kräften in die Hand zu nehmen, so glaube ich, daß der Telegiertentag einen Teil seiner Aufgaben erfüllt hat. Tann werden wir wohl, wenn wir wilder einmal s. G. w. in absehbarer Zeit zusammentommen, nicht mehr wie bis jetzt über die große Stagnation, die in ollen Kreisen besteht, zu klagen haben, denn, wie ich schon einmal gesagt habe „der Gedanken und der Ausgaben gibt es viele", man muß sie nur mit ernstem Willen zu lösen suchen. T h e s e n : 1. Jede Ortsgruppe muß einen Arbeilsausichuß haben, der mindestens ans 3, höchstens ans 15 Personen bestehen soll. 2. Sitzungen des Arbeitsausschusses müssen mindestens alle 14 Tage ftallsinden. 3. Innerhalb.des Arbeitsausschusses muß eine Arbeitsteilung stattfiudeu, indem einzelne Mitglieder bestimmte Funktionen übernehmen, für die sie verantwortlich sind. dir 27. Setix £ .[ 4. Zur Turchführnng der Aufgaben der Ortsj gruppen sind Kommissionen zu bestimmen. .5. Jede größere Ortsgruppe muß einen Ge- . schäftssührer haben, der entweder im Haupt- oder im Nebenberufe die Geschäfte führt. 6. In jeder größeren Ortsgruppe ist das System von Vertrauensiemen einzusühren. 7. Tie Mitglieder der Ortsgruppe müssen mindestens alle 3 Monate znsammengernfen lverden, mindestens alle 2 Monate schriftlich über die Tätigkeit orientiert werden. Die Sitzung der Lanbesrepläsenlanz der Agudas Ztsroel in der Slowakei. (Vorl änsiger Bericht.) Montag. den 16. Elnl fand im Sitzungssaaie der orth. isr. stmtnSgemeinde Preßburg eine Plenarsitzung der Landesrepviscntanz der Agudas Iisroel item, Es waren eine größere Anzahl von Rabbinern und anderen leitenden .Persönlichkeiten anwesend. Ten Vorsitz führte Rabbiner Aron Katz aus Neutra. Er erstattete den Tätigkeitsbericht und begrüßte die Erschienenen, besonders Sr. Ew. Herrn Oberrabbiner S ch reib e r, Herrn Oberrabbiner Weber, den Präsidenten der orth. Landestanzlei und Herrn Obenabbiner Spitzer ans Kirchdraus, der ans dem Heimwege ans Amerika der Sitzung anwohnte. Herr Obecrabbinev W e b e r berichtete über die p o l i t i s ch e n A k - tionen der Agudas Iisroel in der Erez Jisroel-Frage. Herr Oberrabbiner Spitzer entwarf ein anschauliches Bild von dem Judentum und der Aguda-Arveit in den Vereinigten Staaten. Tie Versammlung dankte den Rednern und dem Vorsitzenden'mit begeistertem Beifall für ihre Ansprachen. Generalsckr. Braun legte das Arbeitsprogramm für die nächsten Atonale dar und fand die Zustimmung der Versammlung. Herr Braun berichtete wdaun über die Lage der u f r a i it i s ch e n Waisenkinder. Es wurde beschlossen, eine größere Anzahl dieser Kinder in der Slovakei unrerzubringen und sofort an deren Eirtteilnng aus die einzelnen Gemeinden zu schreiten. Herr iOberrabbiner Ungar aus Tirnau und Herr Wilhelm K o hu ans Bratislava vo je vierten über die Resultate der I e s ch i w a - A k t i o n. Sie konnten ein gutes Ergebnis der bisherigen Sammlung konstatieren, obwohl eine Anzahl größerer Gemeinden mit ihren Leistungen noch im Rückstände sind. Tie Maßnahmen zur iveiteren Arbeit ans diesem Arbeitsgebiete wurden eingehend beraten. Herr Rabbiner K a tz und Herr Oberrabbiner Ungar referierten über die verschiedcnftctt Arbeitelt und Pläne der R i t u a l - S e k t i o it. Tie Beratungen führten zu ivichtigen Beschlüssen, zu deren Turchführnng sofort geschritten lverden soll. Aus Grund eines Rundschreibens des Zenrralrates, lvnrde beschlosseli, während des Monats Tischri in sämtlichen Ortsgruppen der Slovakei Sammlungen für delt K e r e n E r e z I i s r o e t zu veranstalten. Allster den erwähllten Beschlüssen wurden noch eine Reihe von Anregungen für die weitere Arbeit der Agudo in der Slovakei gegeben, die in den erstell Wintermonaren eine ausgedehnte und fruchtbare Tätigkeit der Agudas Iisroel in der Slovakei verheißen. Propaganda-Material, Redner rc. stellt die Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel, Frankfurt am Main, Eschenheimer Anlage 31, zur Verfügung.

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