Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1921)
- Date
- 1921-10-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Veite 4. No. 40. 6. Oktober 1931 anders denkender Mitglieder der Armenkvmmiffion verletzende Benehmen mit den für die Dienstvorschrift der städtischen Promten lind "Angestellten erlassenen Vorschrift? Was gedenkt das Bezirksamt zu tun, nur ejn derartiges Vorkommnis zu vermeiden?" Berlin, 18. Leptbr. Vertreter des Ministeriums des Innern besuchten kürzlich die Institutionen des I n d i i dj c n A r beit e r f ü r s v r g e a m r es. ulußer zlvei hohen Beamten des Ministeriums war der erste Direktor der Landesgrenzpolizei erschienen. Die Herren besichtigten nach eingehender Rücksprache im cheneralsekretariat des Artzeiterfürsorgeamtes die Abfertigung und Tnrehreisekommission, ferner wurde die Nähstnbe des Nrbeiterfürsorgenmtes besichtigt sowie das Inftuchtsheiin in den Räumen des alten .,,'rankenhanses in Augenschein genommen. "An den Besuch der Räume des "A'rbeiterfürsorgeaintes in der Augnststraste schloß sich eine Inspektion des Jüdischen Flüchtlings- Heims des Arbeiterfürsorgeamtes in der Wiesenstraße. Die Herren unterrichteten sich eingehend über die vorn Arbeitersürsorgeamt getroffenen hygienischen Blastnähme und über den Erfolg in der Eindämmung von ansteckenden rankst ei len. Wie toir hören, war man allseits von dem Ergebnis des Besuches außerordentlich befriedigt. Aschaffenburg, L8 Scpt. Der rühmllchst bekannte Fürsorge-Verein für israelitische Nerven- und Geisteskranke in Aschaffenburg, der sich seit Jahren der rituellen Verpflegung der jüdischen Kranken in der Heil» und Pflegeanstalt Lohr a. M. anninnnt, wird, dank dem Entgegenkommen der bayrischen Negierung, nunmehr bald in der Lage sein, auf dem Terrain der genannten Heilanstalt ein eigenes Heim für jüdische Nervenkranke mit allem Zubehör zu errichten. Wer die furchtbare seelische Slot kennt, die in unzähligen Fällen durch die Unmöglichkeit der Unterbringung jüdischer Geistes- und "Nervenkranker in ein wahrhaft jüdisches religiöses Milieu hervoraerufen wird, mutz die Bemühungen des Aschaffenburgrr Vereines aufs dankbarste begrüben. Bei dieser Dankbarkeit da>f es aber nicht bleiben. Es handelt sich vielmehr jetzt vor allem darum, d t e f i n a n z i e l l e n M i t t e l a u s z u b r t n g en, die zur Errichtung und inneren Einrichtung des Baues selbst notrvendig sind, nachdem die bayrische Slaatsregierung den Grund und Boden unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Trotz den grohen Kosten, die ein solcher Bau unter den heutigen Verhältnissen verursacht, kann nicht daran gezweifelt werden, daß die Mittel in jüdischen Kreisen vorhanden sind, um das Unternehmen durchzusühren. Mächte nur die rechte Op serfreudigkeit sich in diesem Falle rasch und wirkkam betätigen. Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, daß die Pfleganstalt jüdische Patienten aus ganz Deutschland und nicht etwa nur aus Bayern nufnimmt. Wir verweisen auf den im Jnsei atenteil der vorigen Nummer enthaltenen Aufruf. Briefliche Mitteilungen nehmen die Herren Distriktsrabbiner Dr. Breuer, Aschaffenburgund Dr. Stein, Schmeinfurt, entgegen. Zahlungen sind unter Nr. 3527 an das Postscheck-Amt Nürnberg erbeten. Alsfeld, 22. Septbr. Es wird uns geschrieben: »liegen, d j e s i ch u m eine v a k a n t e L e h - r erstelle j n £ bev hefse» b ew erben, ha - b e '.i s i ch n u d z u, n r i n i h r e m e i g e n sc e n I n - r e r e f s e z u e r st mit d e in B e z irks r a t d e r j ü d i j ch e u u e st v c r s dj oft d e r P r o v i n z £ b erst e s s e n j >l P e r b i n d u n g z u s o 0 e n. d r esse: L e st r e r a st it, A lsfetd (H esse n). B e - z, i r k s r a t der j ü d i s d; e n L e h rer i n £ b e r - h esse n. Fricdrichstadt l Eider), 22. Deptbr. Aniästlich der Dreihrindertjahrseier der Gründung Ariedrich- ItndtS veranstaltete die hiesige jüdische Gemeinde am 3py ’£ r3B> einen Feslgoltesvien)r in der Synagoge dr'r ans die Gemüter alter Teilnehmer einen nachhaltigen Eindruck gemacht hat. Das Stadtkvlleginm, die Geistlichkeit aller Konfessionen mit ihren Geweindevvritänden Nwhnten diesem Gottesdienste bei. Nach Berrichlung des Minchagebeles durch Herrn Lehrer L n b i n s k i bestieg Herr £berrabbiner Dr. L e r n e r - "Altona die tanzet z>i einer Festrede. Er entwickelte in großen Fügen die Verhältnisse der entrechteten Inden im 17. Jahrhundert, tind zeigte, wie Friedrich- Itadl eine religiöse Freistadt für alle Verfolgten wurde, und) für Inden. 2» komme es, daß noch heute •> verschiedene Konfessionen in dieser kleinen Stadt wohnen, die sich gegenseitig Achtung entgegenbringen, ^udenhap und Unduldsamkeit sind hier unbekannte -limu^ gebliebe». Der Deutsche lebt friedlich mit lu'))! Inden, der Lutheraner begegnet dem Knchoiiken, Renionstrailten, Mennoniten in Eintracht. Redner betonte, daß Nächstenliebe eine alte Forderung der jüdischen Lehre und insbesondere für unsere heutige :;eit eine wichtige Eigenschaft sei. Tie Rede machte auf alle Hörer einen tiefen Eindruck. Ein 2chlnß gtgang von Vorbeier und Gemeinde endete diesen impolaitk'n Gottesdienst. . Köln, 29. Sept. Der Vorstand des Verbandes der südlichen Jugendvereine Deutschlands veranstaltete am 18. September 1921 in Köln im Anschluß an seine Plenarsitzung eine große öffentliche Kundgebung im überfüllten Saal der Rheinlandloge. Es sprachen über Zeitfragen der jüdischen Jugendbewegung Dr. Alfred Apfel, Berlin, Dr. Cora Berliner, Beilin, Kurt, Neu- Berlin, Paul Aussoossor, Köln, Kurt Zacharias, Der JSraelit._ Bremen, Snmy Rosenberg, Leer und Paul Eppstein, Ludwtgshafen Jchenhause», 27. Sept. Die.israelitische Talmudzchora-, Bürger- und Präparandenschule Höchberg versendet soeben ihren Jahresbericht für das 81. Schuljahr. Zwingt uns schon die Tatsache, daß dieses ehrwürdige Institut nun schon bald di ei Mcnschengenerationen hindurch segensreich für den Klal Jisroel wirkt, tiefe Bewunderung und Hochachtung ab, so freut es uns umso inniger, daß es" ihren Leiter, dem Berichterstatter Herrn Hauptlehrer Steinhäuser allem Anscheine nach aufs idücklichste gelungen ist, durch die Umgestaltung und Erweiterung der ursprünglichen Ziele auch dem dringendsten Bedürfnis der Gegenwart zu genügen. Im einzelnen entnehmen wir dem Berichte folgendes: Die Schule mar im abgelausenen Schuljahr von 03 Schülern, darunter 17 Präparanden, besucht. Das Lehrerkollegium erhielt eine bedauerliche Veränderung, indem an Stelle der beiden, infolge anderweitiger Anstellung aus dem Lehrerkollegium ausgetretenen Herren Adler und Zielinski, nur ein Herr aus Sparsamkeitsgründen wieder angesteüt werden konnte (H. Crlebacher), weil die finanzielle Lage der Stiftung eine fast trostlose ist. Wenn auch im Rechnungsjahr 1920 durch hochherzige Spenden und eine rege Sammeltätigkeit ein Desizit vermieden werden konnte, so sieht die Anstaltsleitung doch mit banger Sorge angesichts der neuen furchtbaren Teuerungswelle in die Zukunft. Der jüdisch fühlenden Ocffentlichkeit erwächst eine heilige Pflicht, den alten deutschen Pflegestätten, wo man Thorastudtum mit reichem profanen Wissen verbindet, über die schwere Zeit hinwegzuhelfen. Der Lehrbericht meist ein verhältnismäßig gewaltiges Pensum in den Religionssächern auf, das in drei nach der Befähigung zusammengestellten Gruppen erreicht wurde, während in dem Profanunterricht nach den vvi geschriebenen Lehrplänen in der Präparanden-, Bürgerschul- und Handelsabteilurig die hochgesteckten Ziele erreicht wurden. Bei einem Besuche in der Anstalt fällt die peinliche Sauberkeit und Ordnung wohltuend auf. Das Kuratorium, das durch den Heimgang des Mitbegründers und langjährigen Kassiers der Schule, Herrn Samuel Eldod s. A., sowie des Herrn Samuel Kohn keine Opfer scheuende, gott- und thorabegeisterte Mitglieder verlor, darf wohl mit der Schulleitung hoffen, daß in diesen Tagen der „Bewilligung" auch auf das Postscheckkonto der Anstalt (Amt Nürnberg Nr. 10450) namhafte Beträge uon allen auhawe tauroh eingezeichnet werden. Warschau, 15. Sept. Nachdem es den Herausgebern der „Hazefiroh" nicht gelungen ist. in Karlsbad neue Kredite zu erhalten, hat die Zeitung ihr Erscheinen eirtgestellt. Warschau, 23. Sept. Die hebräische Tageszeitung „Hagrfira" hat wieder zu erscheinen begonnen. London, 22. Sept. Der Bankier Sir Ernst Eassel, der in den Kriegsjahren als Jude von englischer wie von deutscher Sette sehr verdächtigt und angegriffen wurde, ist heute plötzlich in seiner Wohnung einem Herzschlag erlegen. Ein Diener, der seinem Herrn ein Telegramm in die Bibliothek bringen wollte, fand ihn dort am Schreibtisch sitzend, tot vor. Briefkasten. Herrn M. 4). in M. und Andere. Den Namen der Firma in Köln, die im Wochenrundschau-Artikel mit O. S. bezeichnet wird, können wir Ihnen leider nicht angeben. Es handelt sich, rvie uns nachträglich mitgeteilt wird, nicht um eine Handelsfirma, sondern um eine Bäckerei. Sprechsaal. mwo - pan- Schon seit Jahren werden Klagen laut, daß die Beschaffung und Instandsetzung der p'reri :c. ungeljcuie Preise erfordern. Die Folge davon ist, daß das Publikum vielfach lauer wird,- es gibt die :c. nicht zum Nachsehen, weil es große Kosten, vielleicht Neuanschaffung fürchtet, gibt den n)Xö 12-Fungen pS’sn, die seit Jahren im Schranke lagen, ohne aus 7))-p»3 geprüft zu-sein. Daß manche >12^3 gesagt wird und die 71)22 nicht erfüllt ist, weiß jeder, der'in „Schul", vor allem auf dem Land, die gelegten s'>27) einmal ansieht. Gleichzeiiig zeigt es sich, daß der 2'^2'2-Stand in Deutschland im Ausstcrben ist. Unsere 2^2)3 sind heute c’-i3)ö; sie weigern sich häufig Lehrlinge nuszubilden, weil sie sich keineKonkurrenz großziehen wollen. Wie könnte Abhilfe geschaffen werden? Die „Freie Bereinigung" oder „Agudas Jisroel", denen wir schon soviel Gutes verdanken, könnten meines Erachtens ohne Kosten helfen. In zunächst 2—3 Großgemeinden engagieren sie gegen entsprechende Bezahlung gute Diese haben die p'VE" :c. in Ordnung zu bringen, auf einem Zettel zu vermerken wieviel Zeit daran gearbeitet und welches Material gebraucht wurde. Durch die „Freie Vereinigung", resp. „Agudas Jisroel" wird dann der Preis festgesetzt. Der 72)2 erhält nichts, er hat sein Fixum. In seiner freien Zeit schreibt er neue nvanö?c. Ist er genügend beschäftigt, so bckommt er einen oder zwei Lehrlinge. Ich habe die Ueberzeugung, die genannten Institutionen setzen bei diesem System kein Geld zu, sie können vielleicht noch etwas erübrigen und das Publikum wird billiger bedient. Daß manch brotloser Familienvater (vielleicht aus Litauen re.) eine Existenz bekommt und auch mancher *)£ic wieder ausgebitdet wird, wären die erfreulichen Nebenerscheinungen. Sollte meine Anregung auf fruchtbaren Boden fallen, so würde mancher ^)V3a verhütet werden. Ploni. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul: „Mikro") Herr Redakt. Schachnowitz. SamStag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinim") Herr Rektor Falk. — nachm. 43/4 Uhr im Vereinslokale: „Tefillohkurs" (Aus der Jomkippur-Schmaumessre)) Herr Redakteur S. Schachnowitz.. Sonntagvorm. 9^/4 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — abend 6 Uhr: „Pijutim" zu Jomkippur) Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag abend 7 Uhr: „Gemoro") Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend eine Stunde vor Mincho: „Mtschna") Herr Rektor Falk. Jahrzeit stiftungslernen: Sonntag: Moritz Kallmann-Stistung. Dienstag: Isaak Rothschild-Sttstung. Donnerstag: Moses Aumann-Stiftung. Allmorgenlich Mtschnalernen im Hörsaale. Allabendlich 83/4 Uhr: „V"p-Lernen im Vereins, lokale- Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 7 Uhr: „Gemoro Sanhedrin" - 8 Uhr: „Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. Montag vorm. 3/i7 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". DtenStag vorm. 3F7 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". Donnerstagvorm. 3U7 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". Freitag vorm. 3/47 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". Samstag vormittag 11V, Uhr: „Gemoro") Herr H. Halpern. - 113U Uhr: „Mischna") Herr A. Htrschberg. — nachm. 5 Uhr: „Gemoro Suckoh" für Anfänger) Herr Leop. Oppenheimer. Allabendlich */4 Stunde vor Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Agudas Jisroel-MSdcheugruvpe. S a m s t a g v 0 r m. 11V, Uhr: „Aus dem.RG-Machsor") Herr Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thaurv") Herr Lehrer A. Hirschberg. — 5 Uhr: „Thillim") Herr LouiS Kahn. Montag abend 3U9 Uhr: „Dinim") HerrRedakteur Schachno wttz. Verein jn n'i^- Samstag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Frtedberger Anlage) Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch» Ostendstratze 18. Sonntag früh 8-9 Uhr, Montag u. Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro-Schtur" Kap K33; Herr Rechtsanwalt Dr. Jos. Breuer. Täglich V2 Stunde vor Nacht „&"7K "n") Herr Rosenzweig. Heöetzeile«. rop. Freitag abend 5.20. Samstag morgen 8.— Predigt. Samstag nachm. 4.30. Samstag abend 6.40. Wochengottesdienst 5.15. Nachm. 5°—. Dienstag morgen 4.30. „ nachm. 2.—. maa dv- Dienstag abend 5.40. Mittwoch morgen 5.55. 6.20. Donnerstag morgen 630. „ nachm. 5.—. Aamiliennachrichten. Barmizwohfeier. Josef, Sohn des Herrn Jakob Grätsch, Uylandstratze 40, Synagoge Friedberger Anlage^ — Paul, Sohn des Herrn Gans, Vleichstraße »2, Synagoge Börneplatz. — Harry, Sohn des Herrn Jakob Rosenihal, Kölnerstraße 71, Synagoge Ümerlindau. — Max, Sohn des Herrn Abraham Löwenthal, Theobaldstratze 4, Frtedberger Anlage.