Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1921)
- Date
- 1921-10-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2450138-2450177--69268-2526443- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
6. Oktober 1921. Der JSraelit. bitte Befchlverden ausführlich in ^orm eiües nun einen Mittelpunkt in der neuen Synagoge erhalten werden, wo auch Lehrvorträge und Schiurtm des dort amtierenden Rabbiners Dr. H. Klein vorgesehen sind. . Die Einweihung fand in der feierlichsten Weise statt. Eingeleitet wurde die Feier durch Gesänge des Oberkantors Pink äff owitz mit Ehorbegleitung. Das Tön ns wurde durch Rabb. Dr. Klein angezündet, der die Adaß Jisroel mit der ,YY]Jtt verglich, die nun daran gehe, die 711*13, die einzelnen Arme aus sich heraus zu schmieden. Er versprach, des Lichtes lo zu warten, daß es mttön yfi 7>1V dem Mittelpunkte zu leuchten werde, und zur Förderung und Verherrlichung des Mittelpunktes dienen werde. Seitens der Verwaltung gab Herr Moritz Kn oll er seiner Freude Ausdruck, daß es der Adaß Jisroel möglich gewesen sei, den Wünschen der im Westen, wohnenden Mitglieder der Gemeinde, wenn auch vorerst nur im bescheidenen Rahmen, gerecht zu werden. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Munk die eigentliche Weiherede, die auf alle Zuhörer einen mächtigen Eindruck machte. An der Hand eines Midrasch über die Einweihung des p'^iTO wies er nach, daß das Judentum von seinen Bekennern Einheit in Tat, Gesinnung und Tradition fordere. Er gedachte des großen Gründers der Adaß, Rabbi Esriel Hildesheimers den er als den eigentlichen Erbauer auch des tieuen Bethauses bezeichnete. Mit einem “pnw “’ö schloß die erhebende Feier. Präfident JUafaryf? unö die Orthodoxie. Bratislava, 30. Sept. Auf Einladung des Ministers Tr. Minim nfastenen zum feierlichen Empfange des Prä ndentcn Mafaryt am Bratislavaer Bahnhöfe in Bertrelung der Indenheit von der orthodoxen ilandestanzlei: Präses Oberrabbiner Weber und Bizepräses -Oberrabbiner Hirfchler. Tiefelben nahmen auch an dem zu Ehren des Herrn Präsidenten im Prnnksaale des Regierungsgeeändes veranstalteten Empfang teil, bei welcher Gelegenheit sie der Präsident durch eine längere Aussprache aus zeichne re. Präfident Mafaryt erlundigte sich zunächst eingehend über die tnlin rette uub ivirischaftliche Lage der Juden in der Slowakei und stellte die Frage, ob sie nicht envaige Wünsche oder Beschwerden vorznbringen i ätten. Oberräbbiner Weber informierte über die wirtschaftliche Benachteiligung gewisser Kreise der Inden Slovakeis, besonders in der Lizenzfrage und schilderte deren arge wirtschaftliche Lage. Ter Präsident hörte sehr aufmerksam zu und beauftragte den Oberräbbiner Schwere der Zeit eine gute jugendfrohe Laune mitgebracht, aber dabet nicht ihren ernsten Lebenszweck ans den Augen verloren. Ein lautes: „Aufstehen rrii2n rtt£j>y(! ruft um i) Uhr morgens in Schul. Zwei Stunden später: Ein sonst wohl hier unbekanntes lautes Stimmengewirr lässt die Ortsbewohner aufhorchen. Auf die Wiese neben dem Hotel hat man Tische und Stühle gebracht und ein lebhafter über ppvrp hält die Genossen zwammen bis um 10 Uhr die inzwischen höher gestiegene Sbnne dazu einlädt, die Schönheiten der Natur zu bewundern, die kräftige, ozonreiche Waldeslust zu genießen oder auf den grünen Matten sich einem dolce far mente hinzugeben. Auch der Abend soll nicht ohne Thoralernen vorübergehen. Da ist es Pr Wochenabschnitt der mit v'LstiO den Gesprächsstoff sür eine Stunde bildet. Die Nähe der qwiurr n,*ö* macht sich bemerkbar denn die schönen Weisen von »TU bi bis nby} mit und ohne Musikbegleitung durchziehen das Haus oder eriönen leise in Wald und Feld. Der D'tDBtP 's 5QL> dieses Jahres wird dem Schreiber dbser Zeilen unvergeßlich bleiben. Ein aus Frankfurt gebürtiger lunger Lehrer ließ in tiefempfundener Weise Jrieslnnders T'liT Nigunim in der kleinen Strümpselbrunner «chul erklingen, formvollendet und schön, wie es hier nach dem allgemeinen Urteil aller Strümpfelbruuner G?rnern^emitglteder' noch nicht gehört morden war. Und der Freltüg ttbend: Er brachte nach Tisch an dem Pa nn'vf gesungen wurden, ein recht gemütliches Beisammensein, wobei lustige und schwermütige jüdische nieder erklangen, das „Pintele Jtd" und viele viele andere. Desgleichen wurde auch der 7Q2> »XLlv verschönt ohrch gemeinsamen Gesang von b^iün und anderer wl'vy worunter namentlich eine wunderschöne Melodie Memorandums zu unterbreiten. dcoch nm selben Abend hatten die Leiter derorthodoxen Kanzlei Gelegenheit, über diese Angelegenheit auch mit dem Ministerpräsidenten Tr. Eerny eingehend zn sprechen. Am nächsten Tage wurden die beregten' Memoranden in Prag überreicht. Molen. Die Juden in Polen. Warschau, 23. Sept. Meldungen der Warschauer Presse kündigen an, daß der Justizminister einen Gesetzentwurf über die Abschaffung der Beschränkung der Rechte der Juden vorgelegt habe. 0er „prusckkowwer klebbe." Warschau, 28. Sept. Am 21. September starb in Warschau der „Pruschkowwer Rebbe", Rabbi Israel Mosche Ltp schütz, im Alter von 72 Jahren. Der Verstorbene war ein würdiger Sohn großer Ahnen und erfreute sich eines ungeheuer zahlreichen Anhängerkreises. In den Kriegsjahren verlegte er seinen Wohnsitz nach Warschau. Die Beerdigung fand unter großer Beteiligung statt. lY'iaun- Warschau, 27. Sept. Das Organ der polnischen Orthodoxie, „Der Jud", kann nach dreiwöchiger Pause sein Erscheinen, dank der Opferfreude einzelner gesetzestreuer Männer, die die nötigen Mittel aufbrachten, wieder fortsetzen. Die vitale Notwendigkeit dieses einzigen orthodoxen Tagesblattes für den jüdischen Osten wird in einem Artikel in der ersten Nummer nach dem Wiedererscheinen des Blattes an Hand der vielen Zuschriften an die Redaktion nachgewiesen. NcrlcrMrro. Emir Mul und die Bagdader Juden. mocibab' 20. Sem. (I. C. B.) Tis jüdische Gemeinde in Bagdad veranstaltete aus Anlast der Protlamieruag Emir Feisnls zum König von Irak ein großartiges Banken, an dem der König selbst teilnahm. Ter Festiaai war mit arabischen nnd britischen Flaggen geschmückt nnd trug ans den Wänden große Inschriften: „Lang lebe König Feisnl." Zn beiden Seiten des Einganges stand eine Ehrenwache jüdischer Pfadfinder, nährend die Strasteiy die der König passieren sollte, von nnem Spalier der Schüler sämtlicher jüdischen schulen nmzännt waren. Allster bcn promiu des Landes nahmen all diesem des ln^K" hervorgehoben zu werden verdient, woran sich wieder eine urgemütliche Fidelitas anschloß, bis um Punkt 9 Uhr das energische „zu Belt" des'Obmanns erschallte. Möge der Strümpselbrunner Aufentha't den Teilnehmern in angenehmer Erinneruna bleioen und vor allem ihnen zu ihrem weiteren Studium und Wirken ein Omen der Kraft und Leistungsfähigkeit gewesen sein. A, Zabbat-nnkang «ml Msgang. -p* 1! rotr. Ott: Anfang Datum Ausgan Uhrjillin. 19311 5681 UhrlMtn Frankfurt a. M 5 20 8. 0 0 40 Berlin .... 6 09 Oft. T.schri 5 09 München . . . 5 30 6 19 Strafchurg . . — — — — Stuttgart. . . — — — — Breslau . . . 4 58 5 58 Nürnberg. . . 6 18 5 18 Hamburg. . . 6 23 5 23 Nr. 40 Sette 3 | Bauten auch die in Bagdad anwesenden Ber kreier der fremden Staaten teil. Köllig F-eisul erschien im Königsgeivande. Ter Oberrabbiner begrüßte den König im Namen der jüdischen Gemeinde nnd überreichte ihm eine Bibel ist goldenem Umschlag. Ter Köllig annooriete ans die all ihll ge richtete Ansprache in folgender Weife: „Ich danke meinen jüdischen Untertanen, lvelche den lebenden Geist des Volkes von Irak bilden, für dieses Bankett. Ich verlange von ru'ütni Mitbürgern in diesem Lande, daß sie keinen Unterschied zwischen Inden, Ehristen nnd Biohammedanern machen, sondern daß sie sich a'le als Bürger von Irak betrachten sollen, denn uiv stammen alle von Schein ab. Wir nennen Fra! unser nnd nicht das der Ehristen, der Mohamnredaner oder der Faden." Personalien. Dieburg, 28. Sept. Am vergangenen Samstag verstarb iu 'Frankfurt n M. an 'den Folgen einer Operation Frau Jda L ö b, geb. Mainzer, die Gattin des weit über seine Heimat allgeschätzten Herrn Abraham Löb, im Alter von erst 49 Jahren. Der Schmerz und die Teilnahme versetzte Gemeinde und Bevölkerung in höchsle Erregung, und selten dürften die Straßen Dieburgs ein solches Ehrengeleite gesehen haben, wie am letzten Dienstag. Zu der Tragik dieses frühen Todes kam die allgemeine Wertschätzung, die die Verstorbene wegen ihres edlen Wesens, goldreinen Charakters und als treue Gefiihrtin und Mitarbeiterin ihres auf gemeinnützigem Gebiete im Interesse der Stadt, der jüdischen Gemeinde und des Judentums sehr verdienten G tten allgemein genoß, die den Verlust jeden so schwer empfinden lieh. Auf dem Friedhofe zu Dieburg, wo neben der gesamten Gemeinde und auswärtigen Trauergästen, die Spitzen der Stadt und eine große Schar aus allen Teilen der nichtjüdischen Bevölkerung die Bahre umringten, entwarf Herr Rabbiner Dr. M. Marx, Darmstadt, in großen markanten Zügen ein Bild der edlen Frau und schilderle mit beredeten Worten die Größe des Verlustes, dabei an Hand von Bibrk- und Talmudstellen die Quellen des Trostes auch in diesem Unglücke aufdeckend. Als Verwandter richtete dann Herr Redakteur SÄachnowitz, Frankfurt a. M., ein kurzes Wort des Trostes an den gebeugten Gatten, der seine Auflichtung finden möge aus dem Gebiete, wo cs kein Sterben und kein Vergehen gibt, ans dem Gebiete des geistigen Schaffens und der ideellen Betätigung als Spender für Biele. Mit rührenden Worten nahm daraus der Gatte selbst Abschied von der treuen Gefährtin seines Lebens. Möge ihr jtdt dem Manne, ihren Töchtern und deren Häusern beistehen. n"2lt:n. Cassel, 19. Sept. In Frankenau starb in hohem Alter von 93 Jahren, Frau Esther Bickhardt, geb. Lion, die zeitlebens sich durch ihren Wohltätigkeitsfinn ausgezeichnet hatte. Goldbach (Unterfr), *9 Sept. Ein selten großes Ehrugeleiie folgte am letzten Sonntag der Bahre drs hier verstorbenen Kaufmanns Joses Rothschild bis zum entlegenen rvrapn rei, ein Beweis, welcher Beliebtheit rmd Achtung sich der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute. Er war stets der erste im Gotteshause, wo er auch aushilfsweise als TD2 die lu&tte in schönster Weise vortrug.. Möge sein Vorbild uns vorauleuchten, daß mit dem Beginn des neuen Jahres, unsere Gemeinde zn neuer Blüte kommt. n''2HJ5V Ussenheim, 22. Sept. Gestern beging Herr Josna Flamm, Inhaber der bekannten Maßzensabrik, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70 Geburtstag, aus welchem Anlaß er aus der Nähe und Ferne mit Aufmerksamkeiten bedacht wurde. Insbesondere war es die Kultusverwaltung, die dem Gründer der Gemeinde, ihrem langjährigen Führer und Vordand, in dankbarer Erinnerung seiner vielen Verdienste, entsprechende Ehrungen zuteil werden ließ. Möge es dem Jubilar, der eine Zierde des orthodoxen Judentums bildet, beschieden sein, noch eine lange Reihe von Jahren im Dienste der Gemeinde und des Gesamtjudeniums wirken zu können. Vermischtes. Berlin, 6. Sept. Am Sonnabend, 10. September, fand im Rahmen des üblichen Gottesdienstes in der Allen Synagoge die Feier des 250 jährrgen Best ehens der Iüdischen Gemeinde zu Berlin statt. Die Festrede hatte Rabbiner Dr. PetüchöwSki übernommen. Die Chorgefünge führte der Shnagogenchor nnd. - - ' Bertiu, LA Teptbr. Tie Bezirstverordnewn Huben an das Wilmersdvrfer Bezirksamt folgende Anfrage gerichtet: „In der Lihnng des Arnientoinnlisfivns-Allsschas'fes 2 am 5. September ist der vom Bezirksamt mit der Protot'oUfl'ihrnng beauftragte Beamte i im S ch m u ck e e i n c s H a k e n k r e u z e s erschienen. Wie vertragt sich diese ungehörige, daS Empfinden Weber, . iieurcftcu Mänw