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Der Israelit · 1921-09-22 · Heft 38 (22.9.1921) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 38 (22.9.1921)
Date
1921-09-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Veite 6 Nr. 38 »er KsrssM 22 September 1921 gegenwinkten. Diese bescheidene Hoffnung wurde getäuscht. Eine plötzlich austretende Erkrankung, die eine Operation unumgänglich machte, setzte dem edlen Leben ein rasches Ziel. An der Bahre auf dem Frankfurter Friedhofe sprach zuerst Herr Rabbiner Dr. H o r o v i tz von Herzen kommende und zu Herzen gehende Worte des Nachrufes und des Trostes. Als würdige Tochter eines durch nrriin mm ausgezeichneten Lehrers, wurde sie würdige und gleichstrebende Gattin eines Religionslehrers, an dessen Seile sie ihr Heim zu einem smpö fieftaüete. Ferner sprachen noch der Gatte Salomon Blumenthal, der lies erschüttert beredten Gefährtin seines Lebens Dank aukdrückte und Herr Hauptlehrer M. B l u m e n r h a l .rus Unslebeu," der den Verlust für den Galten mit bewegten Worten schilderte. ."t"3NN. Perlin, 15. Sept. Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden,' verschied hier kurz nach der Uebersiedelung von Posen nach Berlin, der Kultusbeamte Jakob Bach im 72. Lebensjahre. Der Verstorbene war eine Reihe von Jahren an der Synagoge t es „Vereins der wohltätigen Freunde" amtlich tätig. Durch sein bescheidenes Wesen und seine Friedensliebe war er von den Mitgliedern und dem Vorstände geschätzt md geachtet. Seine Leistungen als Vorbeter und Balkare werden unvergeßlich bleiben. Durch die politischen Wirren im besetzten Gebiete sind viele Mitglieder zur Auswanderung genötigt worden, sodatz die Gemeinde mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Dieses Unglück drückte auf deu Amtstreuen so sehr, baß sein leidender Zustand sich zusehends verschlimmerte. Dazu kam noch der Vertun seines Sohnes durch den Weltkrieg. Trotz der vielen Leiden versäumte der Dahingeschiedeue niemals, selbst bei ungünstiger Witterung, die ihm liebgewordene Synagoge früh und abends zu besuchen und seines Amtes zu walten. An dem Leichenbegängnis beteiligte sich außer den Angehörigen viele frühere Mitglieder der Posener Gemeinde. Hindenburg, 13. Sept. Herr und Frau Rabbiner Dr. Kaatz, hier, sind durch Verleihung des „SchN fischen Adlers" ausgezeichnet worden. rron rem rmgn iptn Glückwunsch-Inserate sowie Familienu. Geschäfts - Anzeigen übernimmt für sämtliche jiidischeZeitschriften Julius Schmidt Frankfurt am Main. LangestP&Be 3. Vermischtes. Berlin, 8. Sept. Eine sympathische Sommerfrische ist Jinsterbergen in Thüringen. Ein dortiger Kurgast schreibt: „Die Einwohner des Ortes hauen schnell durch die Wirtin erfahren, daß meine Angehörigen mosaischen Glaubens sind und dies führte nun ohne irgend einen äußerlichen Anlaß zu einer Hetze sondergleichen. Setzten sich die Damen beispielsweise auf eine Bank, so erschien alsbald ein Mann, der auf die Lehne einen Zettel mit den Worten klebte: „Können Sie nicht lesen? Wir wollen keine Juden in Finsterbergen"' Die Kinder des Ortes riefen, durch die Erwachsenen ermuntert, meinen Angehörigen nach: „Seht ihr nicht die Judentiere"? Ebenso unverschämt benahm sich die Wirtin, so daß den Damen nichts übrig blieb, als den Ort schnellstens zu verlassen. Eine öffentliche Bekanntgabe der dortigen Verhältnisse ist schon darum angebracht, damit sie künftig allen, die nach Jinsterbergen zu reisen wünschen, a:s Warnung Ratibor, 7. Sept. In einer der letzten Nächte haben Unholde aus denr hiesigen jüdischenFrledhof arg gehaust. Viele Gräber wurden beschädigt, Denkmäler zertrümmert und umgeworfen, ein Grab geöffnet und der Sarg emporgehoben. Hamburg, 12. Sept. Seinen 76. Geburtstag beging heute der Kaufmann Herrn. Gumpertz. Seil Jahrzehnten ist er in der Deutsch-Israelitischen Gerneinde ehrenamtlich tätig. Auch im Vorstand des Hilssvereins deutscher Juden, sowie als Vorsitzender der Jüdischen Literarischen Gesellschaft hat er eine eifrige Tätigkeit entfaltet. Abterode, 10. Sept. Am vorletzten Sonnabend nachmittag versammelte sich die hiesige jüdische Gemeinde, Eltern und Kinder, zu einer schlichten, stimmungsvollen Feier. Sie galt .dem scheidenden Lehrer- Bach arach, der 37 Jahre in unserer Mitte treuen Dienst tat und von alt und jung, um seiner gütigen, vornehmen Art, seiner innigen Demut willen, verehrt und geliebt wurde. Kreisrabbiner Dr. Freier dankte ihm als dem nimmermüden Führer und Bildner der Gemeinde und dem hingehendsten Lehrer der Kleinen. Auch die Schüler und Schülerinnen ließen schone Abschiedsworte hören, worauf Lehrer Bacharach sein letzte Ansprache an die Gemeinde hielt. Herr Bacharach geht wie schon gemeldet, ans Altersheim in Cassel. Gedenket der Blumenablösung der Jüdischen Fraueuvereinigung zu Gunsten unterernährter Kinder. Tel. H. 2829, Postscheckkonto Nr. 42258. Frankfurter Berichte. Kkeidersarnmkrtng für die Ukraine. Die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege hier, schreibt uns: Namenloses Elend herrscht unter unseren Glaubensgenossen in der Ukraine. Tausende und Abertausende von ihnen sind ohne Kleidung und Schuhe. Mit dem Eintritt des Herbstes werden diese Unglücklichen, unter denn sich viele hilflose Frauen und Kinder befinden, von Epidemien bedroht werden und zu dem Hunger, unter dem sie gegenwärtig leiden, gesellt sich dann Kälte und Krankheit. Den bedauernswerten Opfern unerhörter Bestialität zu Hilfe zu kommen, sie vor äußerster Verzweiflung zu schützen, ist eine Pflicht, der sich kein jüdisch, kein menschlich fühlend Herz entziehen darf. Wir wenden uns daher an alle mit der herzlichen Bitte, uns Kleider, Wäsche und Schuhe zukommen lassen zu wolleninsbesondere sind Kinderklcider dringend vonnöten. Der Htlfsverein der deutschen Juden in Berlin hat durch Verhandlungen mit der deutschen, polnischen und russischen Regierung, die freie Durchfuhr der gesammelten Kleider und Schuhe nach der Ukraine gesichert. Sammelstelle: Stiftflratze 30 part., an Werktagen zwischen 10 und 1 Uhr und 8-5 Uhr. Rach schriftlicher Mitteilung an die Zentrale für jüdische Wohkfahrlspstege, Stifistraße 30 oder auf telephonischen Anruf: Hansa 9548, werden die Kleidungsstücke auf Wunsch bet den Spendern abgeholt. Mitgliederversammlung der Agudas Iisroel- Iugeudgruppe. Die Agudas Fisroel-Jugendgruppe ladet ihre Mitglieder zu der am Donnerstag, den 29. September (26. Elulj, 8'/4 Uhr abends, pünktlich im Lokal Hanauerlandstraße 17, stattfindenden ordentlichen Mitglieder-Versammlung ein. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Referat Joses Ba mb erg er, „Neue Wege der Arbeit"; 2. Besprechung des Wtnterprogrammes; 3. Ersatzwahlen; 4. Anträge der Mitglieder. Anträge sind bis spätestens Montag, den 26. September einzureichen. Uizutim-Uortrag. Am Sonntag, den 25. September und am Sonntag, den 9. Oktober, 'abends 6 Uhr, spricht im „Mekor Chnjim", Langestr. 18, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer über „Piijutim zu Jomkippur". Die Teilnehmer werden gebeten, Machsor mitzubringen. Im Tefillohkurs am Sabbat nachmittag 3/4 5 Uhr, Langestr. 18, spricht Herr Redakteur Schachno wi tz diesen und nächsten n-tr über Zusammensetzung und Gedankengehalt der „Roschhaschonoh-Schmaunoheßre". Sas „AnschriftenöuH" des Iraukfurter Aeulschvölkischen Schutz- und Arutzvundes. Ein ergötzliches Kulturdokument der Frankfurter Schutz- und Trutzbündler wird uns auf den Tisch gelegt. Es ist ein Verzeichnis von deutschen Geschäften, Apotheken, Aerzten, Rechtsanwälten, Handwerkern usw., rein a.ischen Blutes. Zweck des „Anschriftenbuches" ist, die jüdischen Geschäfte, Aerzte usw. zu boykottieren, „der jüdischen Uebermachtwie es m Vorwort heißt, „erfolgreichen Widerstand zu leisten". Dabei ist aber dem Boykottbund, der lediglich nach dem teutonischen Klange des Namens der betreffenden Firma verfahren ist, — „gefragt wurden die Ausgenommenen nicht", heißt es im Vorwort — das Malheur passiert, daß auch manche jüdische Firma ins Büchlein hineingekommen ist. In der «.Liste der Aerzte mußten vier Namen nachträglich mit Ueberdruck versehen werden (Euler, Frenkel, Hornberger, Weisbecker), jedoch so schwach, daß Namen samt näherer Adresse eher unterstrichen als gestrichen sind. Das ist Pech! . . . Es wäre sehr naheliegend, den jüdischen Konsumenten, Patienten und Klienten das Büchlein zu empfehlen, damit sie nicht an die Unrechten kommen. Aber wir stehen davon ab, da wir einmal nicht wissen, ob die Empfohlenen sich um die Ehre, in diese Unsterblichkeilsgalerie des Trutzbundes zu kommen, beworben haben — das Vorwort verneint es — und dann ist es nicht jüdische Art, zum Boykott aufzufordern. Diese Methoden wollen wir neidlos dem Schutz- und Trutzbund überlassen. Vereinskalenber. Verein Mekor Chajim. SamStag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinim"; Herr Rektor Falk. — mittags Mas schenken Kie chree Fenn! Das neueste Buch von Heinrich Einstädter 3h£ft rffe trti’V Zeitgemäße pädagogisch. Winke für jüdische Eltern. Preis eleg. geö. M. 19.80 in kl. Teuernngszuschlag. Das Buch darf in keine», Hanse fehlen. Verlag von Länger & Friedberg, Frankfurt a.H 121/4 Uhr, im iHörsaale Friedberger Anlage: „Mikro"; Herr S. Grünewald. — nachm. 4% Uhr im Vereinslokale: „Tefillohkurs" (p3i -prtB p); Herr Red. S. Schachnowitz. Sonnrag vorm. 91/* Uhr und DienStag nachm, eine Stunde vor Mincho, im Vereinslokale: i „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Sonntag abend 6 Uhr, Langestr. 18: „Pijutim zu Jomkippur"; Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag: Jahrzettstiftungslernen, Ludwig Elieser Kallmann-Stiftung. Donnerstag abend eine Stunde vor Mincho: „Mischna"; Herr Rektor Falk. Freitag: Jahrzeiististungslernen, Aron Kallmann- Stistung. Allmorgenltch Mtschnalernen im Hörsaale. Allabendlich 83/4 Uhr: „v"V-Lernen im Vereinslokale; Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 7 Uhr: „Gemoro Sanhedrin"; 8 Uhr: „Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. Mo ntag vorm. s/47 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". Dienstag vorm. 3/47 Uhr: „Gemoro Sanhedrin"; — abends 8 Uhr: „Gemoro Beza", Herr Dr. Hofmann. Mittwoch vorm. 3/47 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". bends 83/4Uhr: „Newttm"; Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30. Donnerstag vorm.3/47 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". Freitag vorm. 3/47 Uhr: „Gemoro Sanhedrin". Sam Stag vormittag 11V, Uhr: „Gemoro"; Herr H. Halpern.— il3/4 Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirschberg. — nachm. 5 Uhr: „Gemoro Suckoh" für Anfänger; Herr Leop. Oppenheimer. Allabendlich 3/4 Stunde vor Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Agudas Jisroel-Madchengruppe. Samstagvorm. UVa Uhr: „Aus dem n"i-Machsor"; Herr Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer A. Hirschberg. — 5 Uhr: „Thillim"; Herr Louis Kahn. Montag abend 83/4 Uhr: „Dinim" (Jomkippur); Herr Redakteur Schachnowitz. Brsharrrideasch. Ostendstraste 18. Samstag vor Nacht Vortrag: Herr Herz H alpe rn. Sonntag früh 8—9 Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro- Schiur" Köp «äs; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Täglich Stunde vor Nacht m"; Herr Nosenzwetg. Geketzerten X12N '2 ms?. Freitag abend 5.50. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 5.—. Samstag abend 7.10. Wochengotik-dienst. M orgens 5.30. Nachmittags 5.30. Sonntag morgen 5.15. Iamiliennachrichten. Barmizwoh-Feier. Herbert, Sohn des Herrn Max Rothschild, Obermain-Anlage 10 Synagoge: Jriedberger Anlage. GroB-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten- Theater Neu eröffnet: KAFFEE ersten Ranges Ws ink lause Eingang nur StiftstraBe

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