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Der Israelit · 1921-08-25 · Heft 34 (25.8.1921) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 34 (25.8.1921)
Date
1921-08-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. No. 34 25 August 1921 Bcftiimmcr prozentualer Gehaltsabzug zu Gunsten der Kriegshilse geleistet wurde,' mm, in unserem eigenen Lager tobt noch der Krieg, ein Krieg gegen wehrlose Kinder, die keine Kriegsschuld (UU sich geladen haben, ein Krieg, der uns gewiß nicht gefühlloser und weniger hilfsbereit finden wird. Lomspsntlrnre« u. nacbricbten, Deutsches Reirh. Deiegiertentag 9es deutichen öruppenoerbandes öer ffgudas 3isroel. Srankfurt a. W., 23. Aug Ter Tclegiertentag des deutschen Gruppenverbandes der Agndas Jisroel trat heute im gl osten Saale der Frankfurt-Loge zu seiner zweiten ordentlichen Tagung zusammen. Abgesehen von den Vertretern der grösteren und kleineren Ortsgruppen waren eine Reihe hervorragender Träger des Agudagedankens aus anderen Ländern erschienen. Insbesondere nberbrachte Rabbiner Beer Friedmann, der Sohn des Czortkower Rebbe, die Grüße des Wiener Zentralrates. Nach einer Ansprache des Vertreters der Frankfurter Ortsgruppe, Leo W re sch ne r und einer warmen Begrüßung ieiteus des Vorstandes der Synagogeugemeiudc „Israelitische Religionsgesellschaft", Herrn Adolf Stern, referierten die Herren Rabbiner Dr. K o h n und Rvycs e n h e i m über die Tätigkeit des Zentralrates und seines Geschäftsführenden Ausschusses seit der Wiener Tagung. Ter gerade aus Amerika heimgekehrte Führer der Ameritadelegation, Herr Tr. Meier Hildesheimer aus Berlin, erstattete lebhaft begrüßt, einen vorläufigen kurzen Bericht über seine Eindrücke und Erlebnisse in Amerika. Alsdann begann die offizielle Berichterstattung durch den Verbandsvorstand (Rabbiner Tr. A u e r ü a ch - Halberstadt), den Kriegsiraisenfond, die Finanzverwaltung (Gottfried G o l d s ch m i d t - Halberstadt), die Palästinazentrale (Tr. Siegfr. Oppenheimer- Frankfurt a. M.) und die Jugendorgauisation (Leo Ai unk- Köln). Tie Nachmittagssitzung war fast gänzlich durch die Generaldiskussion über die Berichte ausgefüllt. Im Anschluß daran hielt Rabbiner At o s ch k o m i t s ch - Coln ein Referat über geirissc religiöse Schwierigkeiten, die sich im Verhältnis der in Deutschland Icbenbcu Ostjudcn zu den Gerneinden herausgebildet haben. Erst in später Abendstunde konnte man in die Beratung des dem Telegiertentage vorlichienden Frankfurter Programms eintreten. Ter Referent, Rechtsanwalt Dr. Breuer, verzichtete angesichts der vorgerückten Zeit auf ein besonderes Referat. Als erster Redner nahm Tozent Tr. W o h l g e in u t h - Berlin das Wort, um einige Bedenken gegen den ersten Teil und gegen Einzelheiten des Programmes zu entwickeln, worauf Tr. Breuer kurz erwiderte. An die Tagung schloß sich ein von der Frankfurter Ortsgruppe dargebotener gemeinschaftlicher Abend- Imbiß der Delegierten an. (Ausführlicher Bericht folgt nächste Woche irr der Agudah-Beilage.) Ungarn. Die Ju9en im ungarifchen fliagn-itenhaus Äludayest, 19. August. Tie neologe Laudeskanzlei hat an die Regiernttg.eine Eingabe gerichtet, Morin Beschwerde dalüber"gefnhrt rvird, daß in dem neuen, der Nationalversammlung unterbreiteten Gesetzentirurf über das Magnateuhans allen Konfessionen Der JSraelit, _ _ eine Vertretung im Oberhause eingeräumt wird, nicht aber den Juden. Tie Landeskanzlei erklärt dabei, daß die in . Ungarn bestehenden zwei konfessionellen Organisationen, an denen man nicht rütteln wolle, bereit seien, hinsichtlich der Vertretullg tut Oberhause der Regierung gemeinsame Vorschläge zu unterbreiten. JuäenboyKott in Ungarn. Audapest, 19. August. Wie man in den städtischen Verwaltungen und Betrieben die Inder: systematisch boykottiert, zeigt das Eingeständnis des Vizebürgermeisters von Budapest. Auf eine Interpellation über Anstellung von Juden in der städtischen elektrischen Station, erklärte der Vizcburgermeister im Stadtrate, daß bei Uebernahme der Station durch die Stadt das Personal aus 70 bis 80 Prozent Juden bestand, es sei aber der Stadtverwaltung in kürzester Zeit gelungen, diesen Prozentsatz aus 12 herabznsetzen. Er erklärt, auch in Zukunft aus Ausschaltung der Juden aus dein städtischen Dienste hinznwirken, womit sich natürlich die christlich-soziale Partei vollkommen zufrieden gab. So stehen heute die Tinge in Ungarn. Molen. Der jüdifdie Kultus. Warschau, 21. August. Tie rreuen Verordnnugeu über Bethänser und private Gottesdienste sind ziemlich human und tolerant gehalten und schützen viele kleine Betsäle vor der ihnen augedrohten Schließung. Verlangt wiro, solange der Ausnahmezustand alldauert, eine Extraerlaubnis für private Gottesdienste, auf die man aber später, wenn.. der Ausnahmezustand chisWöhEUI ehMaM verzichten könne. Der Regierungskommissar von Lodz stellt der Gemeindeverwaltung etit Rundschreiben des Bildungsministeriums zrl, rv-orin die jüdische Gemeinde angehalten wird, für eine wesentliche Erhöhung der Gehälter der Rabbiner und Tajanint zrl sorgen, 'da sie andernfalls auf Nebenbeschäftigungen augcrviesen wären, die dem jüdischen Kultus keine Ehre einbrächten. Das Bildungsministerium verlangt von den Gemeirrden kategorisch, paß sie unter Berücksichtigung der Nebeneinkünfte der Geistlichen, Gehälter für dieselben ins Budget aufuahmeu, die der Würde des rnbbinischen Amtes und der Tenerurrg der Zeit entsprechen. Die Siihrung des^Rabbiner-Titels. — Die Uhraine-Slüchtlinge. Warschau, 8. Augüst. Eine Negierungsverordrmng regelt durch genaue Bestinunungen das Recht aus Führung des Rabbinertitels. Es wird insbesondere verlangt, daß irr amtlichen Zeugnissen jedesmal die Gemeinde genau angegeben werden muß, von der der betr. Rabbiner angestellt ist. Tie Lage der u k r a i it i) ch e n F l ü df t * l inge in den verschiedenen Teilen Polens droht kritisch zir werden, da die Regierung an verschiedenen Orten, insbesondere in Ostgalizien mit Ausweisungen vorgeht. Auch aus Warschau sind eine große Anzahl Flüchtlinge ausgewiesen worden. Tas nkrainische Komitee ist eifrig bemüht, die Interessen der unglücklichen, heimatloser! Menschen zu schützen, begegnet aber großen Schwierigkeiten. Schule und Cheder. Lodz, 19. August. _ Eine neue Bekanntinächung des Lodzer Schulrates droht Gefängnisstrafen für Eltern an, die ihre Kinder im Atter von 7 bis 14 Jahren nicht bis zu einem bestimmten Dutum (15. August) für die Schule anmelden. Tausendevoll jüdischen Familien, die bisher ihre Kinder tagsüber ins Cheder geschickt hatten, Wo sie übrigens im Nebenfach auch profane Disziplinen \ lernen, fühlen sich durch diese Berordnüng aufs [ höchste beunruhigt. Es überrascht, daß obwohl vor kurzem der Beschluß gefaßt worden ist, bis zur endgültigen Regelung der Antzelegenheit die Chedarim in ihrer Lehrtätigkeit nicht zu stören, der Schulrat jetzt schon mit solchen Verordnungen und Strafandrohungen gegen das Cheder vorgeht. Umsomehr ist zu hoffen, daß man bei den höhe.ren Instanzen Gehör zu Gunsten der alten jüdischen Schule finden wird. Marren. £re? Jisroebflibeit der Orthodoxie in Litauen. Kowuo, 5. August. Der litauische Rabbiner verband veröffentlicht int Sinne seiner bereits früher bekanntgegebenen Beschlüsse, die eine bedingungslose Beteiligung orthodoxer Juden am Keren Hajessod für unzulässig erklären, nun einen warmen Aufruf für den von i h m b e g r ü nd eben Keren Vinjan Haarez. Der Fond soll zunächst der Verwaltung des Rabbinerverbandes nntdrstehen und ausschließlich für wirtschaftliche Zwecke in Erez Jisroel verwendet werden. Tor Aufruf fordert zur Gründung von Sammelkommissionen in allen Städten und Dörfern auf und stellt den An schluß des lettländischen Rabbiner v erb and es an die litauische Aktion in Aussicht. Tie Herstellung einer engen Verbindung mit dein Keren Erez Jisroel der Agndas Jisroel ist ins Auge gefaßt. McUirMna. 0a§ neue arabische Königreich. Jerusalem, 3. August. Tie von der englischen Mandatarmacht angeordnete-Mphksbefragung, die der offiziellen AneAennung des Emirs Feisnl als souveränes königliches Oberhaupt des neuen arabischen Reiches in Bagdad vorangehen soll, ist in ganz '.Mesopotamien in vollem Zuge. In den größeren Städten, Bagdad, Mosful etc. hat die Abstimmung ungeheure Mehrheiten, fast Einstinunigkeit für den Emir Feisul ergeben. Man erwartet, daß die Abstimmung in den nächsten Tagen zu Ende geführt und alsdann die Vorbereitungen für die offizielle Ausrufung Feisnls zum König des Irak stattsin'den könne. Tie Bagdader jüdische Gemeinde hat ihre Stimrne einmütig für Feisttl abgegeben. Tas Jernsalenrer Oberräbbinat richtete ait den Emir gleich nach seinem iEintreffen sin Bagdad ein Huldigungstelegramm, worin das Wiedererstehen des arabischen Reiches in warmen Worten begrüßt und der Hoffnung auf ein immer engeres Frenndschaftsbänd z wi s chi e n den Söhnen Iizchacks und Jissinaels Ausdruck gegebeit wird. Leider wird die unheilbringende Giftsaat des Judenhasses von Unverantwortlichen Hetzern auch ans den jungfräulichen Boden des. neu erstehenden arabisd^n Königreiches eifrig ausgestreut. SyrischeMPNÄy^listen bsginnen, die arabische Bevölkerung' Wer Berufung auf die angeblich gefährlichen Bestrebungen der Zionisten gegen die Juden anfzureizen und speisen die unentwickelte hiesige Presse mit den übertriebensten und tendenziös gefärbten Nachrichten über die Entn.icklung der zionistischen Bewegung in Palästilt'a. Hoffen wir, daß es dem ziveifellop guten Willen und der Einsicht des neuen Herrschers gelingen wird, diesen Vergiftnngjsversuchen von vornherein die Spitze abzubrechen und durch eine vernünftige, den Auswüchsen des Nationalisnrus, entg^egentretende Politik sich selbst ivie der eigentlichen Schöpferin seines Staatswesens, England, den größten Tienst zu ertveiscn. Oa8 Oberrabbinat beim zionistischen Kongreß? Jerusalem, 5. August. Ter anterikanische „Misrachi" hat sich telegraphisch an die Oberrabbiner Knk und Jäeob

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