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Der Israelit · 1921-08-18 · Heft 33 (18.8.1921) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 33 (18.8.1921)
Date
1921-08-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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ia gfaflufriaai •*- - lebhaftes Interesse für die Arbeitsämter in den rheinisch-westfälischen Provinzen. Fürsorgefälle werden von nun an seitens der Stadt, Landeshauptmann und Hebawmenlehranstalt dem Wohlfahrtsverband gemeldet und von da aus an die Vorsitzenden der Fürsorgekommissionen bezw. Fürsorgerinnen weilergeleitet. Anher namhaften Geldspenden wurden im Berichtsjahr dem Wohlsahrtsverband verschiedentlich auch Sachspenden überwiesen, die den verschiedenen Organisationen zugeführt wurden. Der Jugendverein überwies aus dem Erlös des Chanukafestes 3000 Mk. für Jugendfürsorgezwecke. Aus diesen Mitteln ist für den Winter die Errichtung eine» Näh- und Flickstube beschlossen und die Ausführung dem Jüdischen Frauenbund, Ortsgruppe Elberfeld, übertragen worden. In vielen Fällen konnte der Wohlfahrtsverband vermittelnd eingreifen, sei es bei Darlehen, Regelungen beim Wohnungsamt, Rückwandererfragen,Ausweisungen usw. Dem WohlfahrtSverband ist im Berichtsjahr der Ostjudenverband beigetreten, sodatz ihm heute angehören: die Gemeinden in Elberfeld und Barmen, 15 Vereine in beiden Städten und der Frauenverein in /Remscheid. Nach Erstattung des Jahres- und Kassenberichtes sprach der Geschäftsführer der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Dr. J.-WtzgÄl trüber „Jüdische Jugendnot in Deutschland". Seine Worte fanden lebhaften Widerhall in der Generalversammlung, die die Bertreterversammlung mit einer großzügigen Aktion zu Gunsten der JüdischenKinderhitfe beauftragte, welche nicht nur in der Aufbrrtngung von Geldmitteln, sondern auch in der Aufnahme auswärtiger Kinder im Bergischen Lande bestehen solle. Inzwischen ist das Hilfswerk eingeleitet und hat obwohl noch nicht abgeschloffen, in der Gemeinde Elberfeld über 75 000 Mk. eingebracht, wozu Remscheid mit über 5000 Mk. betgetragen hat. Besonders erfreulich ist es, daß sich bereits über 20 Familien in Elberfeld, Barmen, Remscheid und Velbert bereit erklärt haben, erholnngsbedürstige Großberliner Kinder, für die eine Unterbringung bisher nicht möglich war, bei sich aufzunehmen. Die Geschäftsstelle des W. V. befindet sich im Gemeindehaus Elberfeld, Genügsamkeitsstr. 7. Hannover, 14. August. In der zu diesem Zwecke erweiterten israelitischen FrtedyofShalle an der Strangriede werden demnächst zum Andenken an die aus der Synagogengemende Hannover im Weltkriege Gefallenen, bezw. infolge von im Kriegsdienstsich-zugezogenen Verletzungen oder Krankheiten VerstorbeneN^Gedenktafeln errichtet. Bad Brückenau, 3. August. Bei einer Veranstaltung der Kurgäste im Hotel Kaufmann, zu Gunsten der Agudas Jisroel für die Ukrainer, wurden 2104 Mk. vereinnahmt. Bad Wildungen, 2. August. Auch hier wurde durch Herrn Prediger Weiler aus Paderborn und Rentner Hanauer aus Euskirchen, eine Sammlung für Ukrainer Waisenkinder veranstaltet, die netto 754 Mk. brachte und der Agudas Jtsroel überwiesen wurde. Literatur. Otto Hauser. Geschichte des Judentums. Alexander D u n cke r, Verlag. Weimar 1921. VH. u. 635 S. Preis geh. 40 Mk., geb. 55 Mk. Man erwarte keine eingehende Kritik dieses Buches. Was den geschichtlichen Teil, die Betrachtung der 2000 jährigen Leidenszeit des jüdischen Volkes betrifft, so könnte man. das Urteil über dieses Buch in den wenigen Worten zusammenfassen: es ist der Sammelkasten, in dem all die gemeinen Lügen aus den niedrigsten Spelunken der antisemitischen Literatur von Apion bis auf Rohling zusammengekehrt sind, die schon längst als Lügen erkannt und widerlegt sind. WaS soll man sich also wiederum der Arbeit einer Widerlegung unterziehen? Nutzlos! Die Massen sind infiziert, und man wird sie nicht entgiftenhier kann man nur auf einebeffere Zeit hoffen, die allerdings noch in weite Ferne gerückt zu sein scheint, allein kommen wird sie einmal. Was den auf innchxopologischer Geschichtsauffassung beruhenden sogenannten „wissenschaftlichen" Teil betrifft» so übrrlaffer^wir die Lächerlichkeiten der etymologischen und philologischen Purzelbäume, mit denen der Verfaffer vor dem Publikum paradiert, ruhig ihm, ohne uns weiter darum zu kümmern. Die Myrhologisierung der biblischen Persönlichkeiten bis auf den Stifter der christlichen Religion hinab, der doch nicht als „gelebt habender" (sic! Blondlings Deutsch!) Mensch angesehen werden kann — diese Wissenschaft soll etgenstens Eigentum des Berfaffers bleiben. Wir wollen nur zu erkennen suchen, in welcher Gesinnung dieses Buch geschrieben ist, denn dies ist der Matzstab für seinen sittlichen Wert. Wir beurteilen den Menschen nicht nach, seinem Haaren, wie es der Verfasser tut; reine, lichte Blondlinge, aus schwarz und blond Gemischte und ganz Schwarze, und sie danach klassifiziert. Wir beurteilen sie nach ihrem Handeln und dem sittlich reinen Empfinden und Denken. Ein Blondling noch so licht, der nach dem Verfaffer der Auslese -er Menschheit angehört, jener Auslese, die allein an Kraft, Energie, Leistungsfähigkeit, der Menschheit Dienste leisten kann, während die Mtschrasstgen, zu denen die Juden gehören, die Hcchrassigen, also die Ehrtsten Haffen und der Welt nichts von Wert bringen können, bleibt für uns ein niedriges Lebewesen, wenn seine Gesinnung und seine Denkweise eine niedrige ist. 7 '777' ■ Der JSraeltt. Sehen wir nun, wie die Theorie des Verfaffers auf das Exempel patzt. Wie der Verfaffer die Anklage des Ritualmordes behandelt, gibt uns die Handhabe. Was wir erwarten dürfen, zeigt uns von vornherein das in Gänsefützchen eingerahmte „Blutmärchen". Der frivole Spott ist leicht zu erkennen. „Wir haben alle Ursache", so schreibt der Verfaffer Seite 223 s., der Versicherung Glauben zu schenken, datz die Juden in unserer Zeit (sic!) und soweit nach den vorhandenen schriftlichen Zeugnissen ihr Wiffen zurückreicht, kein Blut bei ihrem Gottesdienste verwendeten. Es sei ja auch bekannt, wie sehr die Juden des Blutgenuffes sich enthielten, datz sogar die von den Zähnen herrührende Blutspur in einem abgebiffenen Stück Brot erst entfernt werde, bevor man dieses Stück gentetze. (Sammetpfote I) Datz aber, führt der gerechtdenkende Verfasser weiter aus, irgendwelche Sekten oder einzelne Fanatiker gleichwohl in alten Zeiten und in halbbarbarischen Gegenden vielleicht auch noch in neuerer Zeit, Nichtjuden getötet und ihr Blut zu irgendwelchen Kulthandlungen verwendet haben, ist natürlich (sic!) nicht ausgeschlossen. (Kralle!) Dies ist aber eben nicht wahres ist eine infame Verdächtigung! Weder in halb barbarischen noch in ganz barbarischen ods^ "zivilisierten Gegentzerft hat -es 'in alter oder neuerer Zeit jüdische Sekten 'ober jüdische Fanatiker gegeben, welche Blut eines Nichtjuden zu Kulthandlungen verwendeten. Solche Verdächtigung zu wagen, nachdem in verschiedenen Ritualmordprozeffen die Angeklagten von ordentlichen Gerichten freigesprochen wurden und alles auf Geklatsch betörter und verhetzter Menschen zurückgeführt werden konnte! Kennt Herr Hauser diese Prozetzverhandlungen nicht? Gewiß kennt er sie und man mützte blind sein, um nicht etnzusehen, datz die angeführte Verdächtigung gerade auf die Prozesse von Tisza-Eszlar, Könitz, Xanten usw. abzielt, von denen er 20s Seiten weiter (S. 432) spricht, datz gerade die Verdächtigung auf S. 223 der Auftakt zu der Expektoration auf S. 234 ist. Jawohl, sie sind freigesprochen worden, aber fragt mich nur nicht wie? Die Agitation der nicht locker lassenden Juden machte sie frei. Ungeheuere Summen waren in diesen Fällen von den Juden aufgebracht worden, natürlich nicht von der Alliance allein, sondern von der gesamten Judenhett, die eben eine Alliance im wsitern,Sinpe, bildet. Und in allen diesen Fällen stand auch die Freimaurerei auf Seiten der Juden. Sie trug nicht wenig zum Gelingen ihrer Schritte bei. Also mit Geld versuchten Männer von Ehre und Ansehen, notorische Verbrecher dem Arme der Justiz zu entziehen. Von welch' erhabener Denkweise mutz der beherrscht sein, der unbescholtenen Menschen schlechte Motive für für ihr Handeln, einen Unglücklichen zu retten, unterschiebt. Und das schnöde Geld, das jüdische Geld hat Richter, Zeugen unter seine Gewalt gebeugt, datz die Freisprechungen unter dem der Macht des Geldes erfolgt sind. Wir waren doch immer so stolz auf die Gerechtigkeit und Unbeugsamkeit und Unabhängigkeit der deutschen Richter. Und nun siegt der jüdische Mammon über diese Richter! Ewige Schmach! So mutz man nach den Worten des Verfaffers urtei'en. Aber wahrlich, die Pfeile pralleu nur auf den Schützen zurück. Doch ein Wertvolles ergeben die Auslaffungen des Verfassers. Sie liefern den vollgültigen Beweis für seine Theorie, datz die Blondlinge — und der Verfaffer gehört gewiß zu ihnen — Auslese der Menschheit in allen edlen Eigenschaften, also auch in Feinheit und Vornehmheit der Gesinnung und der Denkweise sind und nicht fähig seien einer niedrigen Gesinnung, die nicht vor Verdächtigung und Verleumdung zurückscheut. Quod erat demonstrandum! Prof. A. Sulzbach. Frankfurter Kerichte. Zur Nachahmung empfohlen! Auf besonders nette Art ist dieser Tage, wie uns mitgeteilt wird, der Jüdischen Frauenveretnigung eine Spende von ein paar Hundert Mark für einen bestimmten Zweck der Kinderfürsorge zugegangen. Eine Dame wurde um einen Beitrag für einen speziellen Fall gebeten. Dieselbe war im Begriffe abzureisen und von unterwegs lieh sie der Frauenvereinigung Nachricht zukommen, datz sie der Kinder nicht vergessen habe. Sie habe ihrer Familie den Vorschlag gemacht, die Reise statt in zweiter Wagenklaffe in dritter zurückzulegen und übersandte der Vereinigung für den bewußten Zweck den Differenzbetrag. Jamiliennachrichten. Barmizwohfeier: Kurt, Sohn des Herrn Ludwig Stern, Wittelsbacher Allee, Synagoge Börneplatz. — Joseph, Sohn des Herrn Julius Werner, Kettenhof-, weg 100, Synagoge Unterlindau. Verlobte. Frieda Pletz mit Siegfried Goldschmidr, Uhlandstr. 15. Silberne Hochzeit. Die Eheleute Max Grünebaum u. Frau Adelheid geb. Strauß, Weberstratze 25, Sonntag, den 21. August. Nr. 3g Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinim"- Herr Rektor Falk. — mittags 1274 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage: „Mikro"- Herr Jos. Bamberger. — nachm. 43/4 Uhr im Vereinslokale: „Tefillohkurs" (Der Sabbatpsalm)- Herr Red. S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 8^ Uhr und Dienstag nachm, eine Stunde vor Mincho, im Vereinslokale: „Gemoro" - Herr R. A. Posen. Montag und Mittwoch abend7Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend eine Stunde vor Mincho: „Mischna"- Herr Rektor Falk. Freitag früh: Jahrzeitstiftungslernen- Caroline Tannenberg-Stiftung. Allmorgenlich Mischnalernen im Hörsaale. Allabendlich 88/4 Uhr: „v"p-Lernen im VereinSlokate - Herr H. Holpern. Agudas Jisroel-Jugeudgruppe. Sonntag vorm. 8/47 Uhr: „Gemoro Makkoth") Herr Dr. S. Ehrmann. — 8 Uhr: „Raschi") Herr Leopold Oppenheimer. Montag vorm. 8/47 Uhr: „Gemoro Makkoth"- Herr Dr. S. Ehr mann. Dienstag vorm. 8/47 Uhr: „Gemoro Makkoth" - Herr Dr. S. Ehrmann. — abends 8 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Hofmann. — 9 Uhr: „Tefilloh"- Herr Oberlehrer Kaufmann. Mittwoch vorm. '/*7 Uhr: „Gemoro Makkoth"- Herr Dr. S. Ehrmann. — abends 88/4Uhr: „Newitm"- Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30. Donnerstag vorm. 3/i7 Uhr: „Gemoro Makkoth" - Herr Dr. S. Ehrmann. — abends 81/» Uhr : „Chaurew" - Herr Dr. E h r m a n n. (Herren und Damen). SamStag vorm., 9 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 38. — 11'/, Uhr: „Gemoro"- Herr H. Halpern. — 118/4 Uhr: „Mischna"- Hrrr A. Hirschberg. - nachm. 5 Uhr: „Gemoro" für Anfänger- Herr Leop. Oppenheimer. Allabendlich */4 Stunde vor Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Agudas Jisroel-Madcheugruppe. SamStag vorm. 11V, Uhr: „Sidrah-Vortrag"- Herr LouiS Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"- Herr Lehrer A. Htrschberg. — 5 Uhr: „Thtllim"- Herr LouiS Kahn. Donnerstag abend 8'/, Uhr: „Chaurew"- Herr Dr. S. Ehrmann. Beshawtdrasch, Ostendstrafte 18. SamStag nachm. 5'/, Uhr: „Halachischer Bortrag"- Herr Herz Halpern. Sonntag früh 8—9 Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro- Schiur" uop »22- Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Hevehetterr. pnriKT rott- Freitag abend 6.45. SamStag morgen 8.—. Samstag nachm. 5.—. SamStag abend 8.25. WochengotteSdtenst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.— GroB-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten- Theater Neu eröffnet: KAFFEE ersten Ranges Weinklause Eingang nur StifftatnaBe

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