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Der Israelit · 1921-08-04 · Heft 31 (4.8.1921) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 31 (4.8.1921)
Date
1921-08-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Der JSraelit. 4. August 1921 ■■;S. ■:;■ i •-\f ■ Sette 4. No. 31. Recht genommen haben, auf Grund von irgendwelchen Eigenschaften, die ihr Geist oder ihr Irdisches zufällig besitzt, sich zu Völkern zu scheiden, so ist das ihre Sache. Was ihnen selbstverständlich ist, muß es nicht für uns sein. Vorm Rechte der Thora gibt es nur drei Völker: Das Volk des allstündlichen Bewußtseins, die Menschheit als Volk des bewußten Lebens im Großen und die Unmenschen oder das Volk der Triebe. Weshalb gerade wir, Israel, das allstüudlich bewußte Volk geworden, ist eine müßige Frage. Denn es kann nur ein solches Beispiel geben. Es ist bestimmt, Com 7N2 Ci?on zu sein. Wenn es sein Martyrium getragen und der Menschheit die Worte X2?3 XI."1 I3"?n DX als Ansporn zu ewigeni Nacheisern entlockt hat, dann ist cs des rVPima -N22L? überhoben, erst dann! Bis dahir-. soll es froh sein, daß sein Sabbat nicht mit dem Ruh tage der Welt einer ist. Dnn wir sollen die Wenigen und die Edlen st in, bewußt unserer vorläufig alleinigen Berufung zu reinem Gonesvolkstum und bewußt der Kümpfe, die uns dieser Beruf kostet. Und mit dieser Anseuerung ist auch der Schaden ausgeglichen, welcher aus dem Auserwähltheitsben ußtsein sonst für die Erziehung entstehen könnte. Ein Adel der nur verpflichtet wird nur von Niederträchtigen scheel angesehen^ Wir aber haben nur von den Edelsten der Völke^ Rechenschaft abzuleqen. 'P^ Di" 12EX3 Ce# '33'Nz -!TO3 *71X0 pX '332 D'P*0 '3 2N12X Die größte Bedeutung legen unsere Weisen, ja legt die Thora selber dem Tun aus reinem Gehorsam bei. Der Mensch soll die demütige Gesinnung hegen, daß nicht aus seiner eigenen ethischen Erkenntnis er zum Erreichen des Ideales fähig bleibt oder auch nur wird. Dazu mußte Gott erst seine Gesetze offenbaren. „Denn Gott ist erschienen, damit die Furcht vor Ihm auf eurem Antlitze sei, damit ihr nicht fehlgehet." Die Welt ist nicht „vollkommen" geschaffen, auch der Mensch nicht. Erst die Offenbarung macht ihn vollkommen. „Wäre nicht mein Bund tags und nachts, so hätte ich die Gesetze des Weltenlaufes nicht gefestigt." Wäre es nicht ein Widersinn, eine solche Gesinnung „rechthaberisch" zu nennen? Und doch ist dies geschehen. H.rmann Cohen nennt in seiner Ethik jedweden auf geschichtliche Tatsachen gestützten Glauben ethisch unfruchtbar, da er zur Rechthaberei führe. Ich überlasse es dem Urteil jedes Denkenden, ob dies auf unseren Gesetzesgchorsam paßt. Ich habe oft im Umgänge mit Uebertretern aus denkenden Kreisen die Empfindung, daß aus keinem anderen Grunde in der offiziell wiffenschaftlichen Welt die Ergebnisse der Dr. Hoffmanuschen Forschungen totgeschwiegen werden als nur dcshrlb, weil man sich, sicherlich Wer Talmud glernt hat, uaüel’t es, auch zwischen den Zeilen zu leien bbzz p yrr "Ts(b.i).nmm derBrünner Sportklub dem jüdischnotionnlen Sportk!ub„Makkabi" in der zweiien Hälfte überlegen war, so folgt doch daraus für jeden Unbefangenen, daß in der ersten Hälfte die Makkabäer dem Brunner Sportklub hoch überlegen waren. Nun, ich bin bescheiden genug, mich mit di. ser einen (ersten) Hälfte zu begnügen und mich darüber unbändig zu freuen. Heißt es doch im Talmud auch -jn rp. Warum soll ich wich über die zweite Hälfie kränken und mich nicht lieber über die erste Hälfte freuen? Und ich seeule mich tatsächlich, „mit ganzem Herzen und ganzer Seele" über diesen herrlichen Sieg, den meine Brüder aus dem Sportplätze errungen haben, während ich im Goneshausc weilte und der Berleiung der „Zehngebote" andächtig lauschte. , Denn ich bilde mir ein, and) ei» guter Jude zu sein und fühle daher ttlit meinen Brüder», die ihre ganze Krait und den ganzen Jonuos dem Dienste ihres Volkes, ihrem Judentum weihen und widmen. Nur eines tut mir leid: Daß ich nicht diesen herrlichen Sieg dem Stammvater der Makkabäer, dem grerie» Piiester Mathatias und seinem Sohne, dem ersten Äli'akkabäer, ^uda, mittrilen kann. Wie würden sie sich über den Sieg ihrer Brunner Nachkommen fieuer! Denn lukarnilich hat auch Mathatias gekämpft, ebenso leine Sohne,-wenn es auch nirgends berichtet wird, daß sie ausgerechnet am ersten Schobnot tage gekampst haben. Jedenfalls verstehen sic etwas vom Kampfe und sie Häven gewiß einen großen rnj zu hören, wie herrlich ihre Nachkommen „in der ersten Halbzeit" gekämpft haben. Die Makkabäer haben in Brünn glänzend gesiegt! Nun kann man sich meine Freude, meinen Stolz, infolge des Einflusses der Marburger Ethik, des geschichtlichen, heteronomischen Religionsgesetzes schämt, statt stolz darauf zu sein; denn das Ergebnis der Arbeit von Dr. Hoffmann ist: Keine 2 Zeilen des Pentateuchs bleiben verständlich, wenn man es nach der „Ouellenscheidung" behandelt) diese ist damit als Hypothese abgetan und die Thora wieder eine historisch glaubwürdige Urkunde. Was sie aber nach dem Kopfe der Marburger nicht sein darf. Wir aber? Wir wollen gerne rechihaberisch genannt werden, wenn diese Benennung besagt: Israel gehorcht seinem Gotte und hat für seinen Gehorsam keine Begründung, wenn man es danach fragt, als: D'xnn Dm bsi „Das ganze Volk hat es gehört nnd gesehen." . . . „Ihr habet gesehen, was ich an Aegypten tat." Als Israel aus Aegypten zog, ging es nicht in die Freiheit, fick „als Volk mit eigener Kultur auszuleben". Auch nickt, um „aus dem Geiste des Volkes eine neue Kultur zu erschaffen". Deshalb keine behäbige Feier. „Was vom Opfer bis zum Morgen bleibt, verbrennet in Feuer." „In Eile seid ihr aus Aegypten gegangen." //Ihren Teig ließen sie nicht säuern." So zieht man nicht ins „eigene" Land. So eilt man znr Pflicht, die Gott dem Volke offenbaren soll) so lechzt man nach dem Worte, das vom Berge, fern dem Volke, an das Volk ergehen und dieses heiligen soll, höher, als Menschensitte es je in dieser Bersallswelr erreicht. '7>X DDfiX X'33X1 D'*")t£2 '232 “>V DDfiX XL'XI „Und icy trug euch aus Adlersslügein, und brachte euch zu mir." Lorrerpsnäenren «. Nachrichten. Deutsches Reich» Die Honorare 9er Berliner Rabbiner. A-rki«, 28. Juli, In der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung fand eine Vorlage des Gemeindevorftandes, die sich mit der Ablösung der sogenannten Kasualgebühren an die Rabbtnen besaßt, einstimmige Annahme. Fortan haben die Gcmetndemitglieder für religiöse Akte der Rabbiner, wie Traureden, Leichenreden usw. eil e bestimmte Taxe an die Gemeindekasse zu entrichten, von der 2/3 dem in Anspruch genommenen Rabbiner, 1jn einem Garantiefond zufallen, aus dem diejenigen Rabbiner Entschädigung empfangen, die verhältnismäßig zu wenig beschäftigt waren. Man hofft dadurch zu erreichen, daß die bisher überlasteten Rabbiner für die Folge doch etwas weniger herangezogen werden und ihre Kräfte daher für ihre übrigen amtlichen Aufgaben frei bekommen, während andererseits der Ungerechtigkeit vorgebeugt wird, daß einzelne Rabbiner, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen, zu großem Wohlstand gelangen, andere lediglich mit ihrer knappen Besoldung sich abfinden müssen. Wertitt, 27. Juli. Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands hat die Sammlung der notwendigen Geldmittel, um eine Weiterführung des produktiven Hilfswcrks des Arbeiterfürsorgeamtes zu ermögltchen, tatkräftig begonnen. Zu einer am 10. Juli in Eisenach stattgefundenen Sitzung der Konferenzgemeinschaft der Glroßg em einden Deutschlands war auf Veranlassung des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin die Frage des Arbeiterfürforgeamtes und seiner Unterstützung durch die Gemeinden auf die Tagesordnung gesetzt worden. Die Sekretäre des Arbelterfürsorgeamtes, Dr. Senator und Alfred Berger, waren zu dieser Sitzung geladen, um sachliche Auskunft zu geben. Die Konferenzgemeinschaft stimmte dem Antrag der Jüdischen Gemeinde Berlin zu, der dahin geht, di: Gemeinden Deutschlands zur tatkräftigen Unterstützung des Arbeiterfürsorgeamtes aufzufordern. Dte Vertreter sämtlicher anwesenden Großgemeinden bekundeten ihre Bereitwilligkeit, das Werk des Arbeiterfürsorgeamtes zu fördern und beschlossen, den von der Jüdischen Gemeinde zu erlaffenden dementsprechenden Aufruf mit aller Energie zu unterstützen. Kettland. Die örganifation des Judentums in Lettland» HUga, 15. Juli. Ende Juni fand hier eine große Delegtertentagung der jüdischen Gemeinden Lettlands statt, in der es zu scharfen Kämpfen zwischen den verschiedenen radikalen Parteien und der Orthodoxie kam. Hauptgegenstand der erbitterten leidenschaftlichen Auseinandersetzung war der Charakter der jüdischen Gemeinde an sich, dte von der Linken lediglich als „Kommune" betrachtet wird und die sich daher der Unterstützung und Förderung alles spezifisch Religiösen vollkommen enthalten soll, und zweitens did Gestaltung des Schul- und meine Ausregung u id den NN5 vorstellen, den ich bei der Lektüre der Sportrubrik vom Sonntag, den 12. Juni, empfand. Das war 21*0 av 3:>\ den nur solche empfinden können, die entweder okriv am Kampfe sich beteiligt haben oder nur Zeuaen dieses herrlichen Sieges am Sportplätze des „Makkabi" waren. Im Gefühle der überschämnenden Freuds war ich nahe daran, diesen herrlichen Sieg „in alle Rinden zu schreiben", da erinnerte ich mich noch rechtzeitig, daß man am Jomtof nicht schreiben darf,- ich wollte diesen Sieg in die ganze Welt hinausposaunen, aber auch dieses ist am Feiertage verboten wegen ^p rciPD und yp ip’’ xöp. Und doch verdient es dieser Sieg, für ewige Zeiten gefeiert zu werden. Wie wäre es. wenn wir fortan in unfern Gebetbüchern die Korrektur vornehmen und anstatt umm nc jct lesen würden pnx: je*. Vielleicht haben Sie, Herr Redakteur, die Güte, diese Frage, da ich selbstredend nicht kompetent bin, zu entscheiden, dem Besdin in Jeiuschalaim zur Entscheidung vorzulegen. Des Dankes aller guten Juden können Sie versichert sein. (Englische Ausgrabungen in Teil el Amarna.) An der Stelle der berühmten Ausgrabungen der Deutschen O ientaesellschaft, in der Residenz des Königs Amenophis IV., deren herrliche Fundslücke im Berliner Neuen Museum ausgestellt sind, veranstaltet jetzt die englische Gesellschaft zur Erforschung Aegyptens neue Untersuchungen. Nach dem Be icht, den einer der Bizevräsidenlen der Gesellschaft, Lord Carnarvon, jetzt bei Gelegenheit einer Ausstellung der Funde in London erstattet hat, beton e er, auf welcher hohen Stufe die früheren deutschen Arbeiten dort gestanden haben. Er fügte hinzu, daß trotzdem die letztjährigen englischen Untersuchungen die deutschen an Sorgfalt noch j übertrasen. Unter den Fundsrückeu stehen an Seltenheit zwei Flaschen aus vielfarbigem Glas obenan.! Auch ein neues Bildhauermodell nach Art der in Berlin befindlichen, wurde ausgegraben, mit menschlichen Figuren auf der einen, mit einem sehr schönen Kopf auf der andern Seite. Lord Carnarvon hob hervor, daß der richtige Name für die um 1375 geschaffene Stadt des Pharao Akhetateu ist. (Eine Jüdin der erste weibliche Dr jur ) Zum erstenmal hat in der Berliner Juristischen Fakultät eine Dame, Fräulein Hanna Katz, Tochter des Geheimrats Dr. Edwin Kcrtz, das Doktorexamen bestanden. Samillennachrichten. Geburten. Eine Tochter: Ernst Gutwillig und Frau Klara, geb. Berlinger, in Fürth. - Eine Tochter: Samuel Friedmann und Iran Hilda, geb. Oppenheimer, Berlin. Auguststr. 04. Barmizwohfeier Adolf, Sohn des Herrn Hermann Adler, Hettstedl (Südharz), ycd mtao ‘ö Anläßlich des XII. Zionistenkongresses läßt die „Wiener Morgenzeitung" tm Rahmen ihrer Hauptaus- > abe eine Kongretzausgabe erscheinen, welche 15 Nummern (vom 31. August bis 21. September incl.) umfassen wird. Als erste Nummer der Kongreßausgabe wird die Nummer vom 31 August I. I. als Kongreßfest nummer mit Beiträgen zionistischer Führer erscheinen. Nähere Bezugsbedingungen sind aus der Ankündigung im Inseratenteil ersichtlich.

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